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Lesefutter, die zwölfte
15/02/10
- Westerwelle fordert Mindestlöhne, merkt es nur nicht ein erfrischender Kommentar aus der Carta.
- Das Fürchten gelehrt über das Extremismus-Schema. Ein schöner Artikel aus dem Freitag.
- Wozu noch Journalismus? Herr Niggemeier schreibt wieder einleuchtendes über seine Zunft.
- Talking to God… Ich bin überzeugter Humanist, aber ich kann wirklich mit dieser Version leben.
In anderen Welten
09/02/10
Ich war heute beim Aktionstag – “Sicherheit im Netz”. Also eigentlich bin ich da nur hin, weil eine Bekannte aus dem C3PB fragte, ob wer mitkommen möchte und das nicht uninteressant klang. Nun ja, wir kamen leicht verspätet an und waren auch schon direkt im ersten Vortrag.
Dieser war von Regine Pfeiffer und befasste sich größtenteils mit “Abzocke”, also dem üblichen Konzept von Browsergames. Dazu streute sie noch ein paar “Gewaltszenen” aus GTA4 ein. Was mich an diesem Vortrag am meisten störte, war neben dem unstrukturierten durch-Mindmaps-geklicke ihre unwissenschaftliche Vortragsart. Schon hart genug, wenn man Trolle aus Foren zur Unterstützung seiner Standpunkte oder als Beleg aufführt, dass sie Wikipedia als Quelle referenziert sei ihr von mir aus auch noch gestattet. Die “Gewaltszenen”, wie auch alle Spieleszenen in ihrem Vortrag und dem späteren Workshop dröhnten auf maximaler Lautstärke über die Boxen (und verschluckten wohl auch ein oder zwei Halbsätze von ihr). Aber ich dachte mir die ganze Zeit: “Und wo ist jetzt dein Punkt?”
Sie zeigte wohl ein paar Extremfälle und zog dann noch ein bisschen über ein ausgezeichnetes Browsergame her, aber eine Betrachtung, wie das ganze funktioniert, weshalb das ganze den so verwerflich wäre, was man dagegen tun könnte oder auch nur, weshalb die Leute überhaupt Browsergames spielen fehlte völlig. Die “Gewaltszenen” wurden fast ohne Kommentar vorgestellt.
Anschließend war dann Dr. Sonja Ganguin an der Reihe. In einem gut strukturierten Vortrag erzählte sie von ihrer Arbeit beim Bundesspielepreis und von “SeriousGames”. Sie griff dazu auch auf einen Arte-Beitrag zurück (wahrscheinlich war der Laptop von Frau Pfeiffer deshalb so laut eingestellt gewesen, auf dem hielt sie nämlich den Vortrag), aber ansonsten machte sie einen sehr kompetenten Eindruck und zeichnete auch ein wesentlich reflektierteres Bild von Computerspielen. Sie ging sogar darauf ein, dass es Bestrebungen gibt, Computerspiele als Kunst anzuerkennen und zeigte auch die Widerstände dazu auf, die sich in Form einer Erklärung gebildet hatten. Lustigerweise hatte Frau Pfeiffer diese auch unterzeichnet, rief dann aber auch prompt durch den Raum, dass sie sich öffentlich wieder von dieser Erklärung distanziert hatte.
Nach der Pause entschied ich mich dann spontan, dem “Workshop” von Frau Pfeiffer beizuwohnen, irgendwie war mir mal wieder nach einer ordentlichen Diskussion. Allerdings kam diese nicht wirklich auf, denn sie zeigte nur wieder ein paar Gewaltszenen ohne etwas dazu sagen und hielt anschließend einen Vortrag über die Gründe der Sucht von WoW. Das war sogar mal ganz sinnig, was sie da so von sich gab. Aber ich wollte ihr auch nicht die Genugtuung geben, ein bisschen von dem zu erzählen, was ich so von Freunden aus der Spieleszene1 mit bekommen hatte.
Als sie dann damit fertig war, wollte sie dann aber doch noch eine kleine Diskussion entfachen und ich ging noch einmal auf die Gewaltfrage ein. Allerdings war ihr da irgendwie nicht beizukommen. Sie wiegelte meine Einwände mit “da existieren Studien drüber” und “Counterstrike ist ja auch gar nicht so schlimm, ich weiß gar nicht, warum das immer in der Diskussion vor kommt”2 ab und suchte dann eher das Gespräch mit den älteren Zuhörern.
Alles im Allem hatte ich den Eindruck, dass auf dieser Veranstaltung die Mitglieder eines anderen Medienzeitalters versuchten, die Welt ihrer Zöglinge und Kinder zu verstehen. Wir haben uns die zweite Workshopschiene nicht angetan, aber ich bin mir recht sicher, dass dort auch nicht größere Einsichten kamen. Was mich bei dem Titel das Aktionstages am meisten stört, ist, dass auf das Netz und seine Natur gar nicht eingegangen wurde und sich beide Einführungsvorträge nur mit Spielen beschäftigten. Medienkompetenz wurde immer mal wieder als Stichwort angeführt, was genau sich aber dahinter verbergen sollte, oder wie man diese erzeugen könnte, wurde nicht ausgeführt.
Es wäre eigentlich ganz sinnig, wenn man mal eine Stiftung oder einen Verein hätte, der gerade auf solchen Veranstaltungen mal ein bisschen vermitteln könnte, was den das Netz ist. Aber eigentlich hätten sie ja in Bielefeld mit dem FoeBud genau so etwas direkt in der Stadt. Nur, dass die den Veranstaltern eventuell etwas zu politisch sein könnten ;)
Lesefutter, die elfte
07/02/10
- Das Wesentliche ist für die Verleger unsichtbar Herr Knüwer hat wieder was schönes zum Medienwandel geschrieben.
- Susanne Gaschkes Strategien gegen Verdummung iX über Frau Gaschke, ich arbeite mich auch gerade durch ihr Buch
- Stehler, Hehler und Befehler Herr Neumann zu dem Ankauf der “Steuersünder-CD”
- Aufstand von unten ein Interview mit Kurt Biedenkopf. Was mich am meisten daran verwunderte, war, dass er durchaus sinnvolle Sachen zu sagen hat :)
- Digital Maoism Ein Essay zum “Hive Mind”, interessante Aspekte und Gedanken!
Ich kann nicht schlafen
03/02/10
Ein älterer Text. Ich habe inzwischen eingesehen, dass besagte Person nicht für eine Beziehung bereit ist und sie ist mir eine teure Freundin geworden. Auch wenn ich durchaus eine extrem lange Geduld habe, habe ich mich inzwischen damit abgefunden ;) Aber da ich diese Nacht auch nicht viel schlafen konnte, wenn auch aus ganz anderen Gründen, finde ich ihn eigentlich ganz passend :)
Ich kann nicht schlafen, es ist heiß.
Mein Kater stattet mir auch nur einen kurzen Anstandsbesuch ab, um ein paar Streicheleinheiten zu kassieren, und wandert dann in kühlere Regionen meines Zimmers weiter. Ich wälze mich hin und her und die ersehnte Ruhe will einfach nicht eintreten.
Ich kann nicht schlafen.
Meine Freunde und Bekannten auf den Paderwiesen neckten mich noch vor einer Stunde, was ich denn für ein arbeitsamer „junger Schüler“ sei, dass ich schon so früh wieder ging. Sie baten mich, ihnen noch ein wenig von meinen Fortschritten am Didgeridoo zu zeigen. Aber ich lehnte ab. Zu stark hing die Müdigkeit in meinen Knochen. Die Auswirkungen der Zecherei der letzten Nacht war noch viel zu gut zu bemerken und ich fühlte mich entrückt, ob meiner Begegnung heute.
Ich kann nicht schlafen.
Sie will mir nicht aus dem Kopf gehen. Einem Mond gleich kreisen meine Gedanken um den Himmelskörper, der sie repräsentiert. Immer wieder muss ich an ihr bezaubernd schönes und ehrliches Lächeln denken. Die Verzückung, als sie in den Ausführungen über meine Ansichten ihre Gedanken wieder findet, die sich in Ihren Augen spiegelt. Ich hatte nicht mehr wirklich daran glauben wollen, dass ich so schnell eine Frau finden könnte, die mich versteht und meine Ideale teilt. Und dann saß sie ein halbes Jahr lang fast jeden Tag vor meinen Augen und ich habe es erst gestern Abend erkannt.
Ich kann nicht schlafen.
Immer wieder rolle ich vor meinem geistigen Auge den Film unserer spontanen Begegnung ab, springe hin und her, betrachte gewisse Szenen, deute Haltung und Aussage, genieße noch einmal das Gefühl, mit ihr durch den Park zu schreiten. Doch wo solch strahlendes Licht ist, dort ist natürlich auch viel Schatten. Gegen Ende unserer Unterhaltung erläuterte sie, dass sie noch zu sich finden muss, mit sich klar kommen muss, Selbstvertrauen aufbauen muss, damit sie nicht wieder andere verletzt. Sie braucht Zeit.
Ich kann nicht schlafen.
Und Zeit soll sie bekommen. Einem Jäger gleich werde ich mich geduldig, vorsichtig, behutsam und sanft, nur mit einem Speer aus Liebe bewaffnet, an sie heran pirschen. Die Beute dabei mit prüfenden Blick genau musternd um den ersehnten gewinnenden Stoß an die richtige Stelle zu setzen.
Ach, wie gern wär’ ich doch schon am Ende meiner Jagd angelangt!
Doch diese Wachträume bringen mir keinen Gewinn. Die Arbeit lässt noch auf sich warten, die Schlacht muss noch geschlagen und die Holde noch eingenommen werden. Dieser Guss meiner Gedanken in Textform vermag mir wohl die Zeit bis dahin zu versüßen, doch der Morgen droht und jeder Satz bringt mich ihm schlafloser entgegen.
Und nun, versuche ich zu schlafen.
Lesefutter, die zehnte
20/01/10
- Der Mensch wird zum Datensatz und CCC-Sprecher Frank Rieger gibt einen Kommentar dazu
- Virtuelle Währung zu realer Währung in Korea ist da jetzt legal machbar
- Anti-Parteien-Partei 2.0 Herr Neumanns Analyse der Piraten
- Sozialverträglich ableben Eine wunderbare Polemik von ad sinistram
Jünger der Ausbeutung
19/01/10
Was leben wir doch in herrlichen Zeiten!
Alle leben friedlich miteinander, keiner muss Hungern. Wir alle können im Supermarkt den letzten Fraß für ganz wenig Geld erwerben. Und jeder, der arbeiten will, kann auch arbeiten, um sich etwas von dem glückspendenden virtuellen Gut zu erwerben. Jener übergroßen & bunten Mohrrübe an einer Angel, die wir Esel ständig erreichen wollen während wir uns vor dem Karren spannen lassen, der sich hierzulande “soziale Marktwirtschaft” schimpft.
Der Begriff an sich ist schon abenteuerlich genug. “Soziale Marktwirtschaft” ist ungefähr so sinnvoll wie “Hyänen mit Anstand”1 oder “Raubmörder mit Herz”. Abgesehen davon ist er nun wirklich nicht mehr aktuell. Die Tage keynsianistischer Wirtschaftspolitik sind ja in diesem Lande nunmehr seit über 3 Dekaden gezählt. Jedoch, wir sehen uns halt gerne als die guten an, die in der bestmöglichen Gesellschaftsform Leben und Glück und Frieden auf der Welt verbreiten.
An unseren Händen klebt Blut. Aber wir sehen es nicht. Wir sehen nicht die kleinen Kinderhände, die den Kakao für unsere günstige Schokolade aus dem Supermarkt pflücken, während sie im pestizidverseuchten Wasser waten. Wir sehen nicht die kleinen Kinderhände, die unsere Schuhe, Kleidung und Sportgeräte nähen. Wir sehen nicht die schweißbedeckten und überarbeiteten Männer, die die grüne Lungen unseres Planeten für unseren Luxus abholzen oder unsere Meere leer fischen. Nein, das tun wir nicht, denn wir wollen es nicht sehen.
Die Römer hatten zu mindest noch die Eier in der Hose, einem Sklaven zu sagen, dass er keine Rechte hatte. Wir lassen unsere Sklaven einfach so weit entfernt halten, dass wir es nicht mehr gezeigt bekommen müssen. Das wurde bei uns eh schon genug geübt, dass nicht zeigen. So viel, dass wir schon seit Jahren Kriege gegen die ärmsten Länder der Welt führen und uns dabei auch noch einreden, wir wären die Guten!
Doch was wir im Großen mit der ganzen Welt machen, zieht sich auch bei uns durch alles. Die, die nur den Rest der Menschheit dadurch ausbeuten können, dass sie total billiges Zeug kaufen, arbeiten dadurch dem Reichtum derer zu, die schon viel zu viel davon haben. Nicht, dass sie da groß eine Wahl zu hätten, die meisten zwingen die Umstände dazu und sie haben auch meist gar keine Ahnung wo die Produkte aus dem Supermark her kommen oder es interessiert sie auch einfach nicht. Der aussterbende Mittelstand schaut neidisch dabei zu und bemüht sich eifrig darum, auch seinen Teil vom Kuchen abzubekommen.
Nur läuft das hier nicht ganz so offensichtlich, als dass es Hans Dampf von der Straße, der sich jede Abend seine kleine Portion Wahrheit von der Meinungsmaschinerie aus den alten Medien abholt, kapieren könnte. Hier bekommt er seine Skandale und Kataströpchen gezeigt, über die er sich schön brav aufregen kann und die gerade angesagte Geissel der Menschheit, welche unsere aller Untergang ankünden könnte, präsentiert.
Aber eines ist allen dabei klar. Eigentlich ist das alles ja egal. Denn der “Fortschritt” wird immer weiter gehen, das Wachstum, diese uns alle vereinende Götze, wird immer weiter fort schreiten. Nichts wird uns in unserer wahnwitzigen Herrschaft über die “Natur” aufhalten können.
Aber das alles darf man ja nicht in Frage stellen. Es ist ja allgemein bekannt, das Fortschritt was tolles ist und wir ewig wachsen müssen.
Da lassen wir uns auch nicht von so profanen Fakten abhalten. Wie zum Beispiel, dass die Ressourcen auf diesem Klumpen Erde im All endlich sind. Oder, dass wir unseren eigenen Lebensraum, und natürlich auch den vieler anderer Lebewesen, verpesten und vernichten. Wenn da so ein paar ideologisch verblendete Spinner her kommen, und was davon erzählen wollen, dann schickt man halt die Wissenschaftler aus ihren gut staffierten Instituten in die Medien, die dann alles relativieren, so schlimm ist das nämlich alles gar nicht.
“Geht wieder nach Hause Leute und konsumiert brav weiter. Es gibt hier keine Menschheit auf dem Irrweg zu sehen. Los, geht wieder nach Hause Leute. Unsere Zivilisation ist toll und wird es auch immer bleiben.”
Jetzt werdet ihr Leser euch eventuell fragen, was man dagegen tun kann. Und dass man ja schon soo viel tut. Und ich will euch ja auch gar nicht angreifen und sagen, dass ihr das nicht tun würdet. Aber wir müssen uns und unseren Mitmenschen klar machen, worin die große arrogante Dummheit unserer Spezies liegt, die zu all diesem Übel führt.
Wir befinden uns auf einem gefährlichen Irrweg. Das Gedankengut unserer “Zivilisation” ist tief in uns verwurzelt. Wie sollte es auch anders sein? Wir Menschen werden ja durch die uns überlieferten Geschichten und Gedanken geprägt. Es ist an der Zeit unseren Blick auf die Welt von den Mythen der letzten Jahrtausende zu lösen. Es gibt keine von uns getrennte Natur. Wir Menschen sind lediglich eine der vielen Tierspezies auf diesem wunderschönen Erdball und ein Teil des Ökosystems, zu dem wir beitragen und von dem wir abhängen.
Ich sage nicht, dass wir uns von der Technik abwenden sollen. Es gibt ja wahrlich wundervolle Errungenschaften, die wir uns dank ihrer erschaffen konnten. Nicht zuletzt so etwas wie das Netz und die ihm zugrunde liegende Technik. Aber wir werden uns wirklich endlich und umfassend mal damit beschäftigen müssen, wie wir gerade leben.
Denn, im Endeffekt wollen alle Tiere auf diesen Erdball eines: In Erfüllung und Zufriedenheit leben. Die mehr Instinktgesteuerten Arten haben den Luxus, dass sich dies recht einfach bewerkstelligen lässt. Der Preis unserer Spezialisierung auf unseren Denkapparat bringt die Bürde mit sich, dass wir darüber nachdenken, reflektieren und kommunizieren müssen.
Fest steht, dass der Großteil der Menschen unzufrieden ist, und das durchaus zu Recht, aber nicht sehen kann oder sehen will, worin unser Problem liegt. Die einen, weil sie von übermächtigen Kräften ausgebeutet werden, die anderen, weil sie in einer kalten, unmenschlichen Gesellschaft existieren müssen. Die wenigen, die Zufriedenheit erlangen konnten, müssen sehr viel Kraft dafür aufwenden, sich gegen das Leid um sie herum zu stärken, um nicht daran zu Grunde zu gehen.
Und die, die ganz oben am Ende der Ausbeutungskette stehen? Ich weiß es nicht genau. Aber hey, wir sind Herdentiere. Wenn es der ganzen Herde beschissen geht, wie kann es da den einzelnen Tieren gut gehen?
- Man verzeihe mir, dass ich dieses Stilmittel nutze und diesen Tieren menschliche Eigenschaften verleihe ↩
Lesefutter, die neunte
31/12/09
- Wir sind doch längst nackt. In der Zeit gibt’s ja schon erstaunlich oft erstaunlich gute Kommentare zu lesen :)
- Sich zu helfen wissen. Ad Sinistram mit einer derben Persiflage des (deutschen?) Kadavergehorsams.
- Is aviation security most for the show? Bruce Schneier zur gerade wieder aufkochendenen “Sicherheits”debatte
- Do the same and get the same. Ein Blogbeitrag eines enorm spannenden Projektes über das ich gerade dank der Suppe gestolpert bin :D Und obendrein der beste Artikel zum Theme Koppenhagen, den ich bislang gelesen habe!
Wer ihn noch nicht gelesen haben sollte, möge auch den ersten Teil lesen.
das letzemal musste ich ein bisschen ich mcih hineinlächeln als sie sagte das wir uns um 4 im park treffen könnten und wenns regnet oder schneit bei ihr.schnee. anfang november also echt.nachdem ich frierend die treppe hochgetapert bin und mir die weisse pracht von den schuhen und der jacke geklopft habe, sitze ich endlich mit einer tasse tee im warmen.Sie schaut nach draussen.“ist schon frueh dunkel, nicht. um kurz nach 4. aber in zwei monaten werden die tage wieder länger.”ich nicke. oh gott. zwei monate. wann geht dann die sonne unter? halb drei?“ich habe lust was zu machen. aber raus kann ich nicht, ich wuerde ja doch nur hinfallen. weisst du was, wir backen kanelbullar”also Zimtschnecken. mit extrazimt und extra hagelzucker. “man lebt ja nichtmehr ewig wenn man schon ueber 80 ist! also kann man sich auch mal was gönnen!” dazu kaffe, denn was nen richtiger schwede ist der brauch kaffe zur fika!!Danach sitzen wir am Tisch im wohnzimmer.“manachmal, an tagen wie heute zum beispiel, mit dem ersten schnee des jahres, da wuensch ich mir wieder jung zu sein. so wie du. das muss grossartig sein.ich war ein kind als der krieg anfing, ich war ein kind als ich ernst kennengelernt habe. danach war ich eine frau, der krieg war zuende und ernst tot. und ich frage mcih ob ich jemals einfach nur jung gewesen bin.wenn ich heute jung währe, ich weiss nciht. ich wuerde es denen zeigen. allen. und alles nochmal machen. nicht besser. nicht schlechter. nur ohne krieg.ich beneide dich darum. um dieses leben ohne diese… dieses graue tuch das sich ueber alles legt.vielleicht wuerde ich aber auch nur so umherleben. spass haben. viel denken. viel lesen. viel im gras liegen. und ich hätte ein pferd.wie geht es deinem pferd?dem Pony. Es is ja so suess!Kalt, nichtwahr? damals, im Krieg, ei, das war kalt.einmal, da haben wir holz gesamelt, kurz vor weihnachten wars. alle haben holz gesammelt, die wälder waren ganz leer gesammelt,und haben das holz deponiert hinterm ofen, fuer weihnachten.ei, haben wir uns drauf gefreut.und ich bin in den wald gegangen, nur so zum schneeschauen. und unter einem baum sahss eine frau , ganz blau und kalt. ich habe gedacht sie ist tot und mich erscherckt, so im licht von dem schnee der den mond refelektiert hat.aber ich bin dann trozdem hin, und sie war gar nciht tot. nur halb.”ein kleines lächeln.“da habe ich sie aufgehoben und anch hause getragen. ich war ja nciht die groesste und nicht die stärkste, aber ich habe gedacht, 10 minuten länger und da ist hopfen und malz verloren, weisst du. und wie cih sie hochhob, da ist unter ihrem kittel ein kleines kind. das hat sich noch bewegt, dem gings ncoh ganz gut.also habe ich sie auf den arm genommen, ganz vorsichtig, und den ganzen weg nach hause getragen.und ich habe garn nicht gemerkt wie weit der weg war, weil ich gedacht habe, nur schnell, die beiden ins warme.und dann haben wir mit dem weihnachtsholz ein feuer gmeacht, das war so schön!weil ich imemr gedacht habe, hier ist das weihnachtsholz fuer was gut, weihnachten können wir uns dicke pullis anziehen.Ja, kalt war es im krieg.kalt und einsam und hungrig.ich habe im Hospitz gearbeitet als schwester, das ist mein beruf.und dann kam ein brief von den nazis das ich als schwedin nciht in deutschland arbeiten duerfe, ncith den deutschen frauen ihre arbeit wegnehmen. von wegen. als ob die ncoh zeit hätten.ich verstehe es selber nciht, warum ich in deutschland gearbeitet habe. fuer die deutschen sozusagen.ich glaube weil cih nur die menshcen geshen habe. das es viel zu viel arbeit war und ich gebraucht wurde.und dann kam dieser brief, und ich bleib zu hause und es ging mir schlecht.und am zweiten tag kam einer der krankenhausleiter zu mir und hat mich angeschnautzt warum ich zuhause bin, im krankenhaus arbeiten sie 24 stunden am tag. und ich habe ihm den brief gezeigt. er hat ihn gelesen, böse geguckt und ihn zerissen und gesagt, hören wir auf die nazis oder sind wir vernuenftig?da hab ich meine jacke genommen und wir sind zurueck zum krankenhaus gerannt.ja, es gab auch gute menschen. es gibt immer auch gute menschen. nur angst, angst haten wir alle. schrecklich. die angst frisst die seele auf,hat ernst immer gesagt, ja, das stimmt.manachmal bin ich so wuetend. dann will ich schreien und weinen, und ich denke mir das macht es auch nicht wieder gut.aber wenn ich sehe, mein mädchen,wenn ich sehe wie die nazis in deutschland wieder mehr werden, dann könnte ich schreien.erinnert sich den keienr mehr?wie können sie so dumm sein!wie, wie, wie”sie kallt ihre tasse auf den tisch. etwas kaffe schwappt ueber den rand auf den tisch, auf das helle tischtuch.sie guckt daruf. traurig. dann schaut sie mich an.“aber ich bin ja alt. ich soll mcih nciht mehr aufregen. je mehr man von leben weiss desto mehr sieht man was man nciht weiss. als kind ist die welt klein. gnz klein. ein dorf vilelicht, 30 menshcen, davon 10 wirklich nahe. und es gibt ein paar geheimnisse, aber nciht so wahnsinnige. nichts wo man nciht hinterkommen könnte. und dann ist man alt und hat so viel gesehen. und fuehlt sich klein und unbedeutend.habe ich meinen beitrag geleistet, hätte ich mehr tun sollen?hätte ich was anders gmeahct, damals. mit 16, was währe dann heute?vielelciht währe ich dann die königin von england. wer weiss das schon?nagut, das währe unwarscheinlcih.Aber so richtig jung, währe ich schon nochmal gerne. nur so ein paar tage. eine woche vielelciht.mit allem. mit kaffees und jungen und ihren blicken.”sie kichert und guckt mich an.“aber eigentlich ist es gut das ich alt bin. jetzt seit ihr dran mit leben. wir hatten unsere chanse.”Das letzte Mal musste ich ein bisschen ich mich hinein lächeln als sie sagte, dass wir uns um 4 im park treffen könnten und wenn es regnet oder schneit bei ihr.
Schnee. Anfang November, also echt.
Nachdem ich frierend die Treppe hochgetapert bin und mir die weisse Pracht von den Schuhen und der Jacke geklopft habe, sitze ich endlich mit einer Tasse Tee im Warmen.
Sie schaut nach draussen.
“Ist schon früh dunkel, nicht? Um kurz nach 4. Aber in zwei Monaten werden die Tage wieder länger.”
Ich nicke. Oh Gott. Zwei Monate. Wann geht dann die Sonne unter? Um halb Drei?
“Ich habe Lust was zu machen. aber raus kann ich nicht. Ich wuerde ja doch nur hinfallen. Weisst du was, wir backen Kanelbullar”
Also Zimtschnecken. mit extra Zimt und extra Hagelzucker. “Man lebt ja nicht mehr ewig wenn man schon ueber 80 ist! Also kann man sich auch mal was gönnen!” Dazu Kaffee, denn was nen richtiger Schwede ist, der braucht Kaffee zur Fika!!
Danach sitzen wir am Tisch im Wohnzimmer.
“Manchmal, an Tagen wie Heute zum Beispiel, mit dem ersten Schnee des Jahres, da wünsch ich mir wieder jung zu sein. So wie du. das muss grossartig sein.
Ich war ein Kind, als der Krieg anfing. ich war ein Kind, als ich Ernst kennen gelernt habe. Danach war ich eine Frau. Der Krieg war zuende und Ernst tot. Und ich frage mich, ob ich jemals einfach nur jung gewesen bin.
Wenn ich heute jung währe, ich weiss nicht. Ich würde es denen zeigen. Allen. Und alles nochmal machen. Nicht besser. Nicht schlechter. Nur ohne Krieg.
Ich beneide dich darum. Um dieses Leben ohne diese… dieses graue Tuch, das sich über alles legt.
Vielleicht wuerde ich aber auch nur so umherleben. Spass haben. Viel denken. Viel lesen. Viel im Gras liegen. Und ich hätte ein Pferd.
Wie geht es deinem Pferd?
Dem Pony. Es is ja so süß!
Kalt, nichtwahr? Damals, im Krieg, ei, das war kalt.
Einmal, da haben wir Holz gesamelt, kurz vor Weihnachten war’s. Alle haben Holz gesammelt, die Wälder waren ganz leer gesammelt.
Und haben das Holz deponiert hinterm Ofen, für Weihnachten.
Ei, haben wir uns drauf gefreut.
Und ich bin in den Wald gegangen, nur so zum Schnee schauen. Und unter einem Baum saß eine Frau , ganz blau und kalt. ich habe gedacht, sie ist tot und mich erschreckt, so im Licht von dem Schnee der den Mond reflektiert hat.
Aber ich bin dann trozdem hin, und sie war gar nicht tot. nur halb.”
Ein kleines Lächeln.
“Da habe ich sie aufgehoben und nach Hause getragen. Ich war ja nicht die größte und nicht die stärkste, aber ich habe gedacht, 10 minuten länger und da ist Hopfen und Malz verloren, weisst du. Und wie ich sie hoch hob, da ist unter ihrem Kittel ein kleines Kind. Das hat sich noch bewegt, dem gings noch ganz gut.
Also habe ich sie auf den Arm genommen, ganz vorsichtig, und den ganzen Weg nach Hause getragen.
Und ich habe gar nicht gemerkt, wie weit der Weg war. Weil ich gedacht habe, nur schnell, die beiden ins Warme.
Und dann haben wir mit dem Weihnachtsholz ein Feuer gemacht, das war so schön!
Weil ich immer gedacht habe, hier ist das Weihnachtsholz fuer was gut, Weihnachten können wir uns dicke Pullis anziehen.
Ja, kalt war es im Krieg.
Kalt und einsam und hungrig.
Ich habe im Hospitz gearbeitet als Schwester, das ist mein Beruf.
Und dann kam ein Brief von den Nazis, dass ich als Schwedin nicht in Deutschland arbeiten dürfe, nicht den deutschen Frauen ihre Arbeit wegnehmen. Von wegen. Als ob die noch Zeit hätten.
Ich verstehe es selber nicht, warum ich in Deutschland gearbeitet habe. Für die Deutschen sozusagen.
Ich glaube, weil ich nur die Menschen gesehen habe. dass es viel zu viel Arbeit war und ich gebraucht wurde.
Und dann kam dieser Brief, und ich bleib zu Hause und es ging mir schlecht.
Und am zweiten Tag kam einer der Krankenhausleiter zu mir und hat mich angeschnauzt, warum ich Zuhause bin, im Krankenhaus arbeiten sie 24 Stunden am Tag. Und ich habe ihm den Brief gezeigt. Er hat ihn gelesen, böse geguckt und ihn zerissen und gesagt: ‘Hören wir auf die Nazis oder sind wir vernünftig?’
Da hab ich meine Jacke genommen und wir sind zurück zum Krankenhaus gerannt.
Ja, es gab auch gute Menschen. Es gibt immer auch gute Menschen. Nur Angst, Angst hatten wir alle. Schrecklich. Die Angst frisst die Seele auf,
hat Ernst immer gesagt, ja, das stimmt.
Manchmal bin ich so wütend. dann will ich schreien und weinen. Und ich denke mir: ‘Das macht es auch nicht wieder gut.’
Aber wenn ich sehe, mein Mädchen,wenn ich sehe, wie die Nazis in Deutschland wieder mehr werden, dann könnte ich schreien.
Erinnert sich den keiner mehr?
Wie können sie so dumm sein!
Wie, wie, wie?”
Sie knallt ihre tasse auf den Tisch. Etwas Kaffee schwappt über den Rand auf den Tisch, auf das helle Tischtuch.
Sie guckt darauf, traurig. Dann schaut sie mich an.
“Aber ich bin ja alt. ich soll mich nicht mehr aufregen. Je mehr man vom Leben weiss, desto mehr sieht man, was man nicht weiss. Als Kind ist die Welt klein. Ganz klein. Ein dorf vielleicht, 30 Menschen, davon 10 wirklich nahe. Und es gibt ein paar Geheimnisse, aber nicht so wahnsinnige. Nichts wo man nicht hinterkommen könnte. Und dann ist man alt und hat so viel gesehen. und fühlt sich klein und unbedeutend.
Habe ich meinen Beitrag geleistet, hätte ich mehr tun sollen?
Hätte ich was anders gemacht, damals. Mit 16, was währe dann heute?
Vielleicht währe ich dann die Königin von England. Wer weiss das schon?
Nagut, das währe unwahrscheinlich.
Aber so richtig jung, Währe ich schon nochmal gerne. Nur so ein paar Tage. Eine Woche vielleicht.
Mit allem. mit Cafés und Jungen und ihren Blicken.”
Sie kichert und guckt mich an.
“Aber eigentlich ist es gut das ich alt bin. Jetzt seid ihr dran mit leben. Wir hatten unsere Chance.”
Das Leben, mein Kind
27/12/09
Ich hab immer noch zu viel um die Ohren, arbeite meist zu lange und bin dann zu ausgebrannt, um noch viel zu schreiben. Aber folgenden Text fand ich gestern beim bergen einer alten Festplatte. Es ist ein Post von vor ein paar Jahren aus einem alten Stammforum von mir, weiß leider nicht mehr genau, wer es gepostet hatte. Ich habe den Text so gelassen, wie ich ihn gesichert hatte, und nur die Rechtschreibung korrigiert (was ich so auf den ersten Blick gesehen habe ;) ). Viel Vergnügen beim Lesen, er passt zur Jahreszeit und ist wunderschön zu lesen.
Die Schlange ist unglaublich lang.ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. und die Schlange geht schon durch den halben riesenladen.verdammt!!!das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. verloren, wuerd ich sagen. vor mir steht ein altes omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.“kkasuhf jsuuhf ajytnnj?” ich gucke doof. “Jag inte talar swenska”,der gut trainierte Satz. sie guckt mcih an, lächelt und fragt auf englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. ich gucke verdutzt, aber, cih bin ja hier in Schweden, hier ist alles besser, alte damen sprechen Englisch, und ich behjahe froh. “Are you from England?” “no, I*m from Tyskland”. “Oh!!! Deutschland!! wie schön! ” “Sie sprechen deutsch!” jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! “Mein Mann war Deutscher. ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum arbeiten. die brauchen ja Qualifizierte Leute aus Schweden.”Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer Leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen Hessischem akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im laufe unseres Gespräches wird es besser.“Ernst war aus Frankfurt, aber das war ihm zu gross. ich ahbe ihn kennengelernt, da war ich 16. in Kassel, da war er 22. das war im Krieg. wir haben geheiratet.er hat sich in Schweden verliebt, wir waren hier mal im Urlaub, bei meinen Eltern. nach dem Krieg wollten wir hierher kommen.nach Kalmar. ich bin hier geboren, in småland, ja. und es war Herbst, fast wie jetzt. 40 war das. er hatte eine Spediton. und dann hat er den ersten Politischen rausgebracht. und danach noch einen. und noch einen. Juden, ganze Familien. nie ist er erwischt worden, aber ich hatte Angst. weisst du was das ist, Kind, Angst zu haben? so richtig? Oh, das war schlimm. die Angst war das Schlimsmte. ich war ja ncoh so jung. und geliebt habe ich ihn den Ernst.Ich mag die Deutschen. nciht alle, aber viele Schweden sagen die Deutschen seien Nazis. das stimmt nicht, es gibt auch gute Deutsche. mein Ernst war gut. ein guter Mensch. zu gut. 44 Haben sie ihn geschnappt.Die Nazis.Ich ahbe ihn gefragt, als er nochnicht im KZ war, oder wo imer sie ihn hingebracht haben, Ernst, habe ich ihn gefragt, Warum amchst du das? du setzt doch dein Leben aufs Spiel, und meins gleich mit.Weil ich die Deutschen liebe, weil ich unsere Kultur liebe, hat er gesagt. weil diese Babaren, diese braunen Schweine unser Land zerstören. alle Kultur. alles gute. Alles ist nur ncoh Hass. und es muss einen geben der was dagegen amcht. Ja, so war er. er war zu gut fuer diese Welt, und ich bin zurueck nach Schweden, und einmal im Monat war er bei mir und hat die Juden und die Politischen hergebracht. ich weiss nciht wie.er hat es gemacht.Manchmal, mein Kind, da denke ich, oh, da denke ich, hätte er das doch nciht gemacht, das sind kurze augenblicke, warum gerade ich, weisst du, aber dann schäme ich mich, denke an all die menschen die er gerettet hat, darf man Leben gegen Leben aufrechenen denke ich dann, aber ich tue es dann,. weil es ein bisschen hilft, er ist fuer seine sache gestorben, und er hat sovielen geholfen.Seinen Bruder den haben sie auch umgebracht. der hat nciht aufgepasst. der war ein guter Mensch. Peter. 2 Jahre juenger als der Ernst war er, und er liebte Männer. das war ja damals eine Krankheit.verstanden habe ich das nie. es ist ja nichts perverses, er liebte ja keine kleinen jungen sondern richtige Männer. oh, -Sie kichert leisde- ein paar von denen hätten mir auch gefallen, und dann haben sie ihn gekrigt und vergast, die nazis.Ich hatte all diese Träume, mein Kind, als ich so jung war wie du. wie alt bist du? ja… so jung war ich auch mal. glaubst* du*s? und was habe ich gedacht, was wuerde ich machen mit meinem Leben, mein gott, kindchen.Ach, Gott, der… ich habe ja gedach das er da irgendwo rumschwirrt. aber wer gesehen hat was ich gesehen habe, mein kind, als Rotkreutsschwester, im Krieg, und wer soviele sterben gesehen hat, und wer seinen mann verloren hat wie ich, der hat keinen Gott mehr, der findet im Gebet kein Trost mehr.Gott ist was privates. ich habe keinen. du?na, hätte ich auch nicht gedacht.Nein, mein Kind, und dann fange ich an zu reisen, wenn der Krieg zu Ende war, cih habe den Hof verkauft, was sollte ich damit, meine juengere Schwester habe ich gut verheiratet, sie ist aber auchschon tot. geblieben bin nur ich. in meiner kleinen wohnung. und ich bin voller erinnerungen.ich war an vielen Orten. cih hatte ja das Geld.Vor 4 Jahren war ich wieder in Kassel. es hat sich verändert. warst du schonmal in Kassel?oh ja. und der Herkules.Oh, ich mag es deutsch zu sprechen, ich hätte nicht gedacht dass ich ncohmal deutsch sprechen könnte.es ist eine so schöne sprache, viel besser als das schwedische. auch wenn schweden schöner ist. was meinst du?.bis hier habe ich ihr ihre einkäufe anch hause getragen,und von ihr die obligatorischen zimtschnecken serviert bekommen, habe ihren worten gelauscht und ab und zu etwas gesagt.ich ahbe meine kommentare nciht mit aufgeschrieben weil die nciht relevant sind.ich hoffe das gehört hier her, wenn nciht bitte verschieben /löschen. ich finde es nur intressant, die ansichten einer alten schwedin.Alles Liebe RolfkaDie Schlange ist unglaublich lang.
Ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. Und die Schlange geht schon durch den halben riesigen Laden.
Verdammt!!!
Das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. Verloren, würd ich sagen. Vor mir steht ein altes Omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.
“kkasuhf jsuuhf ajytnnj?” ich gucke doof. “Jag inte talar swenska”,
Der gut trainierte Satz. sie guckt mich an, lächelt und fragt auf Englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. Ich gucke verdutzt, aber, ich bin ja hier in Schweden. Hier ist alles besser, alte Damen sprechen Englisch, und ich bejahe froh. “Are you from England?” “No, I’m from Tyskland.” “Oh!!! Deutschland!! wie schön! Sie sprechen Deutsch!” Jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! “Mein Mann war Deutscher. Ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum Arbeiten. Die brauchen ja qualifizierte Leute aus Schweden.”
Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen hessischem Akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im Laufe unseres Gespräches wird es besser.
Lesefutter, die achte
20/12/09
Mal ein paar gesammelte Links der letzten Wochen:
- Brokenhagen – the world wants a real deal! Ein beeindruckend guter Post aus einer meiner Neuentdeckungen :)
- Achtung! Achtung! Da sieht man mal, wie weit das mit unserem “Rechtsstaat” gekommen ist :/
- Haben Sarrazin, Buschkowsky und Co recht? Weissgarnix hat mal nachgerechnet,,,
- Deutschland entblättert manchmal hat die Zeit richtig gute Artikel, diesmal zum Medienwandel.
- Computer: Die Toaster der Moderne? Herr oder Frau Herold zu Komplexität unserer Werkzeuge.
- Schluss mit dem Kulturpessimismus! Ein interresantes Interview zum Medienwandel.
- Wenn der Kapitalismus nicht so mächtig wäre,,, noch was gutes vom Feynsinn



