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Ich kann nicht schlafen
03/02/10
Ein älterer Text. Ich habe inzwischen eingesehen, dass besagte Person nicht für eine Beziehung bereit ist und sie ist mir eine teure Freundin geworden. Auch wenn ich durchaus eine extrem lange Geduld habe, habe ich mich inzwischen damit abgefunden ;) Aber da ich diese Nacht auch nicht viel schlafen konnte, wenn auch aus ganz anderen Gründen, finde ich ihn eigentlich ganz passend :)
Ich kann nicht schlafen, es ist heiß.
Mein Kater stattet mir auch nur einen kurzen Anstandsbesuch ab, um ein paar Streicheleinheiten zu kassieren, und wandert dann in kühlere Regionen meines Zimmers weiter. Ich wälze mich hin und her und die ersehnte Ruhe will einfach nicht eintreten.
Ich kann nicht schlafen.
Meine Freunde und Bekannten auf den Paderwiesen neckten mich noch vor einer Stunde, was ich denn für ein arbeitsamer „junger Schüler“ sei, dass ich schon so früh wieder ging. Sie baten mich, ihnen noch ein wenig von meinen Fortschritten am Didgeridoo zu zeigen. Aber ich lehnte ab. Zu stark hing die Müdigkeit in meinen Knochen. Die Auswirkungen der Zecherei der letzten Nacht war noch viel zu gut zu bemerken und ich fühlte mich entrückt, ob meiner Begegnung heute.
Ich kann nicht schlafen.
Sie will mir nicht aus dem Kopf gehen. Einem Mond gleich kreisen meine Gedanken um den Himmelskörper, der sie repräsentiert. Immer wieder muss ich an ihr bezaubernd schönes und ehrliches Lächeln denken. Die Verzückung, als sie in den Ausführungen über meine Ansichten ihre Gedanken wieder findet, die sich in Ihren Augen spiegelt. Ich hatte nicht mehr wirklich daran glauben wollen, dass ich so schnell eine Frau finden könnte, die mich versteht und meine Ideale teilt. Und dann saß sie ein halbes Jahr lang fast jeden Tag vor meinen Augen und ich habe es erst gestern Abend erkannt.
Ich kann nicht schlafen.
Immer wieder rolle ich vor meinem geistigen Auge den Film unserer spontanen Begegnung ab, springe hin und her, betrachte gewisse Szenen, deute Haltung und Aussage, genieße noch einmal das Gefühl, mit ihr durch den Park zu schreiten. Doch wo solch strahlendes Licht ist, dort ist natürlich auch viel Schatten. Gegen Ende unserer Unterhaltung erläuterte sie, dass sie noch zu sich finden muss, mit sich klar kommen muss, Selbstvertrauen aufbauen muss, damit sie nicht wieder andere verletzt. Sie braucht Zeit.
Ich kann nicht schlafen.
Und Zeit soll sie bekommen. Einem Jäger gleich werde ich mich geduldig, vorsichtig, behutsam und sanft, nur mit einem Speer aus Liebe bewaffnet, an sie heran pirschen. Die Beute dabei mit prüfenden Blick genau musternd um den ersehnten gewinnenden Stoß an die richtige Stelle zu setzen.
Ach, wie gern wär’ ich doch schon am Ende meiner Jagd angelangt!
Doch diese Wachträume bringen mir keinen Gewinn. Die Arbeit lässt noch auf sich warten, die Schlacht muss noch geschlagen und die Holde noch eingenommen werden. Dieser Guss meiner Gedanken in Textform vermag mir wohl die Zeit bis dahin zu versüßen, doch der Morgen droht und jeder Satz bringt mich ihm schlafloser entgegen.
Und nun, versuche ich zu schlafen.
Wer ihn noch nicht gelesen haben sollte, möge auch den ersten Teil lesen.
das letzemal musste ich ein bisschen ich mcih hineinlächeln als sie sagte das wir uns um 4 im park treffen könnten und wenns regnet oder schneit bei ihr.schnee. anfang november also echt.nachdem ich frierend die treppe hochgetapert bin und mir die weisse pracht von den schuhen und der jacke geklopft habe, sitze ich endlich mit einer tasse tee im warmen.Sie schaut nach draussen.“ist schon frueh dunkel, nicht. um kurz nach 4. aber in zwei monaten werden die tage wieder länger.”ich nicke. oh gott. zwei monate. wann geht dann die sonne unter? halb drei?“ich habe lust was zu machen. aber raus kann ich nicht, ich wuerde ja doch nur hinfallen. weisst du was, wir backen kanelbullar”also Zimtschnecken. mit extrazimt und extra hagelzucker. “man lebt ja nichtmehr ewig wenn man schon ueber 80 ist! also kann man sich auch mal was gönnen!” dazu kaffe, denn was nen richtiger schwede ist der brauch kaffe zur fika!!Danach sitzen wir am Tisch im wohnzimmer.“manachmal, an tagen wie heute zum beispiel, mit dem ersten schnee des jahres, da wuensch ich mir wieder jung zu sein. so wie du. das muss grossartig sein.ich war ein kind als der krieg anfing, ich war ein kind als ich ernst kennengelernt habe. danach war ich eine frau, der krieg war zuende und ernst tot. und ich frage mcih ob ich jemals einfach nur jung gewesen bin.wenn ich heute jung währe, ich weiss nciht. ich wuerde es denen zeigen. allen. und alles nochmal machen. nicht besser. nicht schlechter. nur ohne krieg.ich beneide dich darum. um dieses leben ohne diese… dieses graue tuch das sich ueber alles legt.vielleicht wuerde ich aber auch nur so umherleben. spass haben. viel denken. viel lesen. viel im gras liegen. und ich hätte ein pferd.wie geht es deinem pferd?dem Pony. Es is ja so suess!Kalt, nichtwahr? damals, im Krieg, ei, das war kalt.einmal, da haben wir holz gesamelt, kurz vor weihnachten wars. alle haben holz gesammelt, die wälder waren ganz leer gesammelt,und haben das holz deponiert hinterm ofen, fuer weihnachten.ei, haben wir uns drauf gefreut.und ich bin in den wald gegangen, nur so zum schneeschauen. und unter einem baum sahss eine frau , ganz blau und kalt. ich habe gedacht sie ist tot und mich erscherckt, so im licht von dem schnee der den mond refelektiert hat.aber ich bin dann trozdem hin, und sie war gar nciht tot. nur halb.”ein kleines lächeln.“da habe ich sie aufgehoben und anch hause getragen. ich war ja nciht die groesste und nicht die stärkste, aber ich habe gedacht, 10 minuten länger und da ist hopfen und malz verloren, weisst du. und wie cih sie hochhob, da ist unter ihrem kittel ein kleines kind. das hat sich noch bewegt, dem gings ncoh ganz gut.also habe ich sie auf den arm genommen, ganz vorsichtig, und den ganzen weg nach hause getragen.und ich habe garn nicht gemerkt wie weit der weg war, weil ich gedacht habe, nur schnell, die beiden ins warme.und dann haben wir mit dem weihnachtsholz ein feuer gmeacht, das war so schön!weil ich imemr gedacht habe, hier ist das weihnachtsholz fuer was gut, weihnachten können wir uns dicke pullis anziehen.Ja, kalt war es im krieg.kalt und einsam und hungrig.ich habe im Hospitz gearbeitet als schwester, das ist mein beruf.und dann kam ein brief von den nazis das ich als schwedin nciht in deutschland arbeiten duerfe, ncith den deutschen frauen ihre arbeit wegnehmen. von wegen. als ob die ncoh zeit hätten.ich verstehe es selber nciht, warum ich in deutschland gearbeitet habe. fuer die deutschen sozusagen.ich glaube weil cih nur die menshcen geshen habe. das es viel zu viel arbeit war und ich gebraucht wurde.und dann kam dieser brief, und ich bleib zu hause und es ging mir schlecht.und am zweiten tag kam einer der krankenhausleiter zu mir und hat mich angeschnautzt warum ich zuhause bin, im krankenhaus arbeiten sie 24 stunden am tag. und ich habe ihm den brief gezeigt. er hat ihn gelesen, böse geguckt und ihn zerissen und gesagt, hören wir auf die nazis oder sind wir vernuenftig?da hab ich meine jacke genommen und wir sind zurueck zum krankenhaus gerannt.ja, es gab auch gute menschen. es gibt immer auch gute menschen. nur angst, angst haten wir alle. schrecklich. die angst frisst die seele auf,hat ernst immer gesagt, ja, das stimmt.manachmal bin ich so wuetend. dann will ich schreien und weinen, und ich denke mir das macht es auch nicht wieder gut.aber wenn ich sehe, mein mädchen,wenn ich sehe wie die nazis in deutschland wieder mehr werden, dann könnte ich schreien.erinnert sich den keienr mehr?wie können sie so dumm sein!wie, wie, wie”sie kallt ihre tasse auf den tisch. etwas kaffe schwappt ueber den rand auf den tisch, auf das helle tischtuch.sie guckt daruf. traurig. dann schaut sie mich an.“aber ich bin ja alt. ich soll mcih nciht mehr aufregen. je mehr man von leben weiss desto mehr sieht man was man nciht weiss. als kind ist die welt klein. gnz klein. ein dorf vilelicht, 30 menshcen, davon 10 wirklich nahe. und es gibt ein paar geheimnisse, aber nciht so wahnsinnige. nichts wo man nciht hinterkommen könnte. und dann ist man alt und hat so viel gesehen. und fuehlt sich klein und unbedeutend.habe ich meinen beitrag geleistet, hätte ich mehr tun sollen?hätte ich was anders gmeahct, damals. mit 16, was währe dann heute?vielelciht währe ich dann die königin von england. wer weiss das schon?nagut, das währe unwarscheinlcih.Aber so richtig jung, währe ich schon nochmal gerne. nur so ein paar tage. eine woche vielelciht.mit allem. mit kaffees und jungen und ihren blicken.”sie kichert und guckt mich an.“aber eigentlich ist es gut das ich alt bin. jetzt seit ihr dran mit leben. wir hatten unsere chanse.”Das letzte Mal musste ich ein bisschen ich mich hinein lächeln als sie sagte, dass wir uns um 4 im park treffen könnten und wenn es regnet oder schneit bei ihr.
Schnee. Anfang November, also echt.
Nachdem ich frierend die Treppe hochgetapert bin und mir die weisse Pracht von den Schuhen und der Jacke geklopft habe, sitze ich endlich mit einer Tasse Tee im Warmen.
Sie schaut nach draussen.
“Ist schon früh dunkel, nicht? Um kurz nach 4. Aber in zwei Monaten werden die Tage wieder länger.”
Ich nicke. Oh Gott. Zwei Monate. Wann geht dann die Sonne unter? Um halb Drei?
“Ich habe Lust was zu machen. aber raus kann ich nicht. Ich wuerde ja doch nur hinfallen. Weisst du was, wir backen Kanelbullar”
Also Zimtschnecken. mit extra Zimt und extra Hagelzucker. “Man lebt ja nicht mehr ewig wenn man schon ueber 80 ist! Also kann man sich auch mal was gönnen!” Dazu Kaffee, denn was nen richtiger Schwede ist, der braucht Kaffee zur Fika!!
Danach sitzen wir am Tisch im Wohnzimmer.
“Manchmal, an Tagen wie Heute zum Beispiel, mit dem ersten Schnee des Jahres, da wünsch ich mir wieder jung zu sein. So wie du. das muss grossartig sein.
Ich war ein Kind, als der Krieg anfing. ich war ein Kind, als ich Ernst kennen gelernt habe. Danach war ich eine Frau. Der Krieg war zuende und Ernst tot. Und ich frage mich, ob ich jemals einfach nur jung gewesen bin.
Wenn ich heute jung währe, ich weiss nicht. Ich würde es denen zeigen. Allen. Und alles nochmal machen. Nicht besser. Nicht schlechter. Nur ohne Krieg.
Ich beneide dich darum. Um dieses Leben ohne diese… dieses graue Tuch, das sich über alles legt.
Vielleicht wuerde ich aber auch nur so umherleben. Spass haben. Viel denken. Viel lesen. Viel im Gras liegen. Und ich hätte ein Pferd.
Wie geht es deinem Pferd?
Dem Pony. Es is ja so süß!
Kalt, nichtwahr? Damals, im Krieg, ei, das war kalt.
Einmal, da haben wir Holz gesamelt, kurz vor Weihnachten war’s. Alle haben Holz gesammelt, die Wälder waren ganz leer gesammelt.
Und haben das Holz deponiert hinterm Ofen, für Weihnachten.
Ei, haben wir uns drauf gefreut.
Und ich bin in den Wald gegangen, nur so zum Schnee schauen. Und unter einem Baum saß eine Frau , ganz blau und kalt. ich habe gedacht, sie ist tot und mich erschreckt, so im Licht von dem Schnee der den Mond reflektiert hat.
Aber ich bin dann trozdem hin, und sie war gar nicht tot. nur halb.”
Ein kleines Lächeln.
“Da habe ich sie aufgehoben und nach Hause getragen. Ich war ja nicht die größte und nicht die stärkste, aber ich habe gedacht, 10 minuten länger und da ist Hopfen und Malz verloren, weisst du. Und wie ich sie hoch hob, da ist unter ihrem Kittel ein kleines Kind. Das hat sich noch bewegt, dem gings noch ganz gut.
Also habe ich sie auf den Arm genommen, ganz vorsichtig, und den ganzen Weg nach Hause getragen.
Und ich habe gar nicht gemerkt, wie weit der Weg war. Weil ich gedacht habe, nur schnell, die beiden ins Warme.
Und dann haben wir mit dem Weihnachtsholz ein Feuer gemacht, das war so schön!
Weil ich immer gedacht habe, hier ist das Weihnachtsholz fuer was gut, Weihnachten können wir uns dicke Pullis anziehen.
Ja, kalt war es im Krieg.
Kalt und einsam und hungrig.
Ich habe im Hospitz gearbeitet als Schwester, das ist mein Beruf.
Und dann kam ein Brief von den Nazis, dass ich als Schwedin nicht in Deutschland arbeiten dürfe, nicht den deutschen Frauen ihre Arbeit wegnehmen. Von wegen. Als ob die noch Zeit hätten.
Ich verstehe es selber nicht, warum ich in Deutschland gearbeitet habe. Für die Deutschen sozusagen.
Ich glaube, weil ich nur die Menschen gesehen habe. dass es viel zu viel Arbeit war und ich gebraucht wurde.
Und dann kam dieser Brief, und ich bleib zu Hause und es ging mir schlecht.
Und am zweiten Tag kam einer der Krankenhausleiter zu mir und hat mich angeschnauzt, warum ich Zuhause bin, im Krankenhaus arbeiten sie 24 Stunden am Tag. Und ich habe ihm den Brief gezeigt. Er hat ihn gelesen, böse geguckt und ihn zerissen und gesagt: ‘Hören wir auf die Nazis oder sind wir vernünftig?’
Da hab ich meine Jacke genommen und wir sind zurück zum Krankenhaus gerannt.
Ja, es gab auch gute Menschen. Es gibt immer auch gute Menschen. Nur Angst, Angst hatten wir alle. Schrecklich. Die Angst frisst die Seele auf,
hat Ernst immer gesagt, ja, das stimmt.
Manchmal bin ich so wütend. dann will ich schreien und weinen. Und ich denke mir: ‘Das macht es auch nicht wieder gut.’
Aber wenn ich sehe, mein Mädchen,wenn ich sehe, wie die Nazis in Deutschland wieder mehr werden, dann könnte ich schreien.
Erinnert sich den keiner mehr?
Wie können sie so dumm sein!
Wie, wie, wie?”
Sie knallt ihre tasse auf den Tisch. Etwas Kaffee schwappt über den Rand auf den Tisch, auf das helle Tischtuch.
Sie guckt darauf, traurig. Dann schaut sie mich an.
“Aber ich bin ja alt. ich soll mich nicht mehr aufregen. Je mehr man vom Leben weiss, desto mehr sieht man, was man nicht weiss. Als Kind ist die Welt klein. Ganz klein. Ein dorf vielleicht, 30 Menschen, davon 10 wirklich nahe. Und es gibt ein paar Geheimnisse, aber nicht so wahnsinnige. Nichts wo man nicht hinterkommen könnte. Und dann ist man alt und hat so viel gesehen. und fühlt sich klein und unbedeutend.
Habe ich meinen Beitrag geleistet, hätte ich mehr tun sollen?
Hätte ich was anders gemacht, damals. Mit 16, was währe dann heute?
Vielleicht währe ich dann die Königin von England. Wer weiss das schon?
Nagut, das währe unwahrscheinlich.
Aber so richtig jung, Währe ich schon nochmal gerne. Nur so ein paar Tage. Eine Woche vielleicht.
Mit allem. mit Cafés und Jungen und ihren Blicken.”
Sie kichert und guckt mich an.
“Aber eigentlich ist es gut das ich alt bin. Jetzt seid ihr dran mit leben. Wir hatten unsere Chance.”
Das Leben, mein Kind
27/12/09
Ich hab immer noch zu viel um die Ohren, arbeite meist zu lange und bin dann zu ausgebrannt, um noch viel zu schreiben. Aber folgenden Text fand ich gestern beim bergen einer alten Festplatte. Es ist ein Post von vor ein paar Jahren aus einem alten Stammforum von mir, weiß leider nicht mehr genau, wer es gepostet hatte. Ich habe den Text so gelassen, wie ich ihn gesichert hatte, und nur die Rechtschreibung korrigiert (was ich so auf den ersten Blick gesehen habe ;) ). Viel Vergnügen beim Lesen, er passt zur Jahreszeit und ist wunderschön zu lesen.
Die Schlange ist unglaublich lang.ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. und die Schlange geht schon durch den halben riesenladen.verdammt!!!das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. verloren, wuerd ich sagen. vor mir steht ein altes omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.“kkasuhf jsuuhf ajytnnj?” ich gucke doof. “Jag inte talar swenska”,der gut trainierte Satz. sie guckt mcih an, lächelt und fragt auf englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. ich gucke verdutzt, aber, cih bin ja hier in Schweden, hier ist alles besser, alte damen sprechen Englisch, und ich behjahe froh. “Are you from England?” “no, I*m from Tyskland”. “Oh!!! Deutschland!! wie schön! ” “Sie sprechen deutsch!” jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! “Mein Mann war Deutscher. ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum arbeiten. die brauchen ja Qualifizierte Leute aus Schweden.”Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer Leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen Hessischem akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im laufe unseres Gespräches wird es besser.“Ernst war aus Frankfurt, aber das war ihm zu gross. ich ahbe ihn kennengelernt, da war ich 16. in Kassel, da war er 22. das war im Krieg. wir haben geheiratet.er hat sich in Schweden verliebt, wir waren hier mal im Urlaub, bei meinen Eltern. nach dem Krieg wollten wir hierher kommen.nach Kalmar. ich bin hier geboren, in småland, ja. und es war Herbst, fast wie jetzt. 40 war das. er hatte eine Spediton. und dann hat er den ersten Politischen rausgebracht. und danach noch einen. und noch einen. Juden, ganze Familien. nie ist er erwischt worden, aber ich hatte Angst. weisst du was das ist, Kind, Angst zu haben? so richtig? Oh, das war schlimm. die Angst war das Schlimsmte. ich war ja ncoh so jung. und geliebt habe ich ihn den Ernst.Ich mag die Deutschen. nciht alle, aber viele Schweden sagen die Deutschen seien Nazis. das stimmt nicht, es gibt auch gute Deutsche. mein Ernst war gut. ein guter Mensch. zu gut. 44 Haben sie ihn geschnappt.Die Nazis.Ich ahbe ihn gefragt, als er nochnicht im KZ war, oder wo imer sie ihn hingebracht haben, Ernst, habe ich ihn gefragt, Warum amchst du das? du setzt doch dein Leben aufs Spiel, und meins gleich mit.Weil ich die Deutschen liebe, weil ich unsere Kultur liebe, hat er gesagt. weil diese Babaren, diese braunen Schweine unser Land zerstören. alle Kultur. alles gute. Alles ist nur ncoh Hass. und es muss einen geben der was dagegen amcht. Ja, so war er. er war zu gut fuer diese Welt, und ich bin zurueck nach Schweden, und einmal im Monat war er bei mir und hat die Juden und die Politischen hergebracht. ich weiss nciht wie.er hat es gemacht.Manchmal, mein Kind, da denke ich, oh, da denke ich, hätte er das doch nciht gemacht, das sind kurze augenblicke, warum gerade ich, weisst du, aber dann schäme ich mich, denke an all die menschen die er gerettet hat, darf man Leben gegen Leben aufrechenen denke ich dann, aber ich tue es dann,. weil es ein bisschen hilft, er ist fuer seine sache gestorben, und er hat sovielen geholfen.Seinen Bruder den haben sie auch umgebracht. der hat nciht aufgepasst. der war ein guter Mensch. Peter. 2 Jahre juenger als der Ernst war er, und er liebte Männer. das war ja damals eine Krankheit.verstanden habe ich das nie. es ist ja nichts perverses, er liebte ja keine kleinen jungen sondern richtige Männer. oh, -Sie kichert leisde- ein paar von denen hätten mir auch gefallen, und dann haben sie ihn gekrigt und vergast, die nazis.Ich hatte all diese Träume, mein Kind, als ich so jung war wie du. wie alt bist du? ja… so jung war ich auch mal. glaubst* du*s? und was habe ich gedacht, was wuerde ich machen mit meinem Leben, mein gott, kindchen.Ach, Gott, der… ich habe ja gedach das er da irgendwo rumschwirrt. aber wer gesehen hat was ich gesehen habe, mein kind, als Rotkreutsschwester, im Krieg, und wer soviele sterben gesehen hat, und wer seinen mann verloren hat wie ich, der hat keinen Gott mehr, der findet im Gebet kein Trost mehr.Gott ist was privates. ich habe keinen. du?na, hätte ich auch nicht gedacht.Nein, mein Kind, und dann fange ich an zu reisen, wenn der Krieg zu Ende war, cih habe den Hof verkauft, was sollte ich damit, meine juengere Schwester habe ich gut verheiratet, sie ist aber auchschon tot. geblieben bin nur ich. in meiner kleinen wohnung. und ich bin voller erinnerungen.ich war an vielen Orten. cih hatte ja das Geld.Vor 4 Jahren war ich wieder in Kassel. es hat sich verändert. warst du schonmal in Kassel?oh ja. und der Herkules.Oh, ich mag es deutsch zu sprechen, ich hätte nicht gedacht dass ich ncohmal deutsch sprechen könnte.es ist eine so schöne sprache, viel besser als das schwedische. auch wenn schweden schöner ist. was meinst du?.bis hier habe ich ihr ihre einkäufe anch hause getragen,und von ihr die obligatorischen zimtschnecken serviert bekommen, habe ihren worten gelauscht und ab und zu etwas gesagt.ich ahbe meine kommentare nciht mit aufgeschrieben weil die nciht relevant sind.ich hoffe das gehört hier her, wenn nciht bitte verschieben /löschen. ich finde es nur intressant, die ansichten einer alten schwedin.Alles Liebe RolfkaDie Schlange ist unglaublich lang.
Ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. Und die Schlange geht schon durch den halben riesigen Laden.
Verdammt!!!
Das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. Verloren, würd ich sagen. Vor mir steht ein altes Omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.
“kkasuhf jsuuhf ajytnnj?” ich gucke doof. “Jag inte talar swenska”,
Der gut trainierte Satz. sie guckt mich an, lächelt und fragt auf Englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. Ich gucke verdutzt, aber, ich bin ja hier in Schweden. Hier ist alles besser, alte Damen sprechen Englisch, und ich bejahe froh. “Are you from England?” “No, I’m from Tyskland.” “Oh!!! Deutschland!! wie schön! Sie sprechen Deutsch!” Jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! “Mein Mann war Deutscher. Ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum Arbeiten. Die brauchen ja qualifizierte Leute aus Schweden.”
Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen hessischem Akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im Laufe unseres Gespräches wird es besser.
Heute habe ich einen drei Jahre alten Text ausgebudelt, enjoy!
Diskutiert Mensch heutzutage über seine Utopie/seiner Kritik am Vorherrschenden System, so begegnet Mensch immer wieder dem vorherrschenden „Dogmatismus der Demokratie“, wie ich es gerne nennen möchte. Nämlich der Überzeugung, das unsere repräsentative Demokratie das beste System wäre, das wir je hatten & obendrein auch das beste System, welches jemals möglich wäre, darstellt. Selbiges folgt für unsere soziale Marktwirtschaft, die meist als mit der Demokratie innig vereint und demokratisch empfunden wird, auf dem Fuße.
Die Diskussion friert meist kurz danach ein, da sämtliche Vorschläge meinerseits die, quasi als Wegbereiter für neues Denken, noch auf der Marktwirtschaft basieren (garantiertes Grundeinkommen z.B.) als „unrealistisch“ abgewiegelt werden & die Idee, sich des Geldes zu entledigen, wird sogar als zivilisatorischer Rückschritt in den Tauschhandel interpretiert.
Doch kann der Irrglauben, die diesem Dogmatismus inne wohnt, leicht aufgezeigt werden: (weiterlesen…)
Motivation?
16/07/09
Motivation wird vom Langescheidtschen Wörterbuch wie folgt definiert:
1. Gesamtheit der Beweggründe für ein Handeln
2. Leistungsbereitschaft
Vordergründig scheint damit alles gesagt zu sein. Meine Motivation begründet sich auf gewisse Gründe, warum ich etwas tun will, und bietet so die Basis für meine Leistungsbereitschaft.
Doch wenn ich nun hier sitze und meine fehlende Motivation beklage, seltsamerweise für eine Tätigkeit, die zu vollbringen ich schon lange versprochen habe und deren Art und Ausführung mir auch Freude bereitet, dann frage ich mich, ob diese Definition nicht vielleicht erweitert werden sollte.
Ich scheine damit ja doch etwas anderes zu bezeichnen. Meine Bereitschaft etwas zu tun, zu dem ich mich eigentlich nicht aufraffen will. Sicherlich, dies könnte der geneigte Leser auch als gerade nicht vorhandene “Leistungsbereitschaft” bezeichnen, doch für mich wohnt diesem Begriff eine gewisse Kälte inne. Und im Umgang mit mir selbst möchte ich nicht kalt vorgehen.
Viel spannender und hilfreicher finde ich es da, mich positiv zu motivieren und einfach mal wieder was zu tun. Wär’ ja gelacht, wenn das nicht klappen könnte! :D
Denn je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr beschleicht mich das Gefühl, dass man Motivation einfach durch geschickte Selbstüberredung bzw. Selbstüberzeugung erwirken kann. Und da gibt es einige gute Methoden für. Und die jenige, die ich nun verwenden werde, ist, einfach mal anfangen. Das schwerste ist es ja, anzufangen. Wenn man erst einmal dabei ist, dann geht der Rest fast wie von selbst.
Tschakka! Ich reiss das! :)
Brachialrundumschlag
10/07/09
Hier ein Text, den ich vor ein paar Monaten für die Kneipenlesung geschrieben hatte.
Was ist
Derzeit grassiert ja die Schweinegrippe in unseren Medien. Da wird der Teufel des tödlichen Virus an die Wand gemalt, an dem wir alle sterben werden. Die Hintergründe der Todesopfer im stickigen, weltgrößten Slum Mexikos interessieren da kaum. Die Aporkalypse naht, das ist gewiss! Vor der Schweinegrippe wurde das Schwein der Wirtschaftskrise durchs mediale Dorf gejagt. Überhaupt schon erstaunlich, dass der systembedingte Zusammenbruch des Finanzsystems als „Krise“ bezeichnet wird. Ist ja nicht so, dass es das erste Mal passieren würde oder nicht vorhersehbar gewesen wäre. Doch das ahnungslose Stimmvieh steht auf den Thrill und wird ordentlich von der Horrorvision des wertlosen Geldes erschreckt.
Dumm nur, dass es bis jetzt nicht ganz so fruchten will. Das Volk verliert zwar das Vertrauen, doch die Hyperinflation will irgendwie nicht einsetzen. Bis es soweit kommen könnte, darf es halt für die Rettung der Finanzjongleure bluten. Doch so ein richtiger Crash wär ja schon praktisch, wir haben ja alle schon Mal mit 50 Mark angefangen.



