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	<title>acidblog &#187; Kultur</title>
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	<description>Nachdenkliches aus dem Sprawl</description>
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		<title>Sprossen,,,</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 03:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sprossen zum Wahn]]></category>
		<category><![CDATA[Unzivilisation]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilisationskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.
Immer schneller, immer weiter. Wir werden sie ewig hinauf steigen.
Wir achten nicht auf den Rand der Stiege, an dem die Pflanzen welken.
Achten nicht auf den ganzen Müll, der auf unseren Weg herunterfällt und sich in den Meeren sammelt.
Achten nicht darauf, wie unser schnell außer Sicht gebrannter Ausschuß die Flüße, Berge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.<br />
Immer schneller, immer weiter. Wir werden sie ewig hinauf steigen.</p>
<p>Wir achten nicht auf den Rand der Stiege, an dem die Pflanzen welken.<br />
Achten nicht auf den ganzen Müll, der auf unseren Weg herunterfällt und sich in den Meeren sammelt.<br />
Achten nicht darauf, wie unser schnell außer Sicht gebrannter Ausschuß die Flüße, Berge und Täler verseucht.<br />
Wir sind zu sehr mit dem Aufstieg beschäftigt, um solcherlei Unfug anzuhängen, auf die warnenden zu achten.</p>
<p>Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.<br />
Das haben schon alle Menschen so getan. Das kennen wir gar nicht anders.</p>
<p>Wir erzählen uns, die &#8220;Krone der Schöpfung&#8221; zu sein, die sich die Erde zu Untertan zu machen habe.<br />
Erzählen uns, wir wären von Natur aus zu Neid und Gier gehalten, der Lust und dem Trieb verfallen.<br />
Erzählen uns, wir könnten uns nicht ändern, während wir uns selbst ständig immer wieder neu definieren.<br />
Wir sind gefangen in unseren Geschichten. Den Visionen und Träumen, die wir uns über uns selbst erzählen.</p>
<p>Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.<br />
Denn auf dem Weg liegt Herrlichkeit, im ewigen Aufstieg die Freitreppe hinauf.</p>
<p>Wir vermeiden das kritische Denken. Hinterfragen ist nicht gern gesehn.<br />
Vermeiden uns selbst was zu schenken. Werfen&#8217;s besser weg, wenn&#8217;s keiner mehr kauft.<br />
Vermeiden an andre zu denken, den Blick auf&#8217;s Elend zu lenken oder uns für sie gar zu verrenken.<br />
Wir wollen nichts neues bedenken, kein andren Weg einlenken. Der Vernunfts Stimme gilt&#8217;s zu vermeiden.</p>
<p>Wir steigen die hinauf die Sprossen.<br />
Die Sprossen, gebaut aus unsren Knochen. Die Sprossen, wohlauf, das wird begossen! Die Sprossen,,,</p>
<p>Sprossen zum Wahn!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Betrachtungen der Nacht</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 23:59:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Betrachtungen der Nacht]]></category>
		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Patriotismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich gehe nach Hause. Ganz natürlicherweise durch Seitenstraßen. Auf dem Weg drängt sich ein Satz an meine Ohren: &#8220;Das dauert ja noch eine Weile, bis wir Weltmeister sind,&#8221; Wir?
Ich biege ab, gehe auf eine Hauptstraße zu. Eine Gruppe betrunkener junger Erwachsener zieht auf dieser vorbei, Parolen skandierend. Einige in Fahnen gewickelt, andere solche schwenkend. Laut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehe nach Hause. Ganz natürlicherweise durch Seitenstraßen. Auf dem Weg drängt sich ein Satz an meine Ohren: &#8220;Das dauert ja noch eine Weile, bis wir Weltmeister sind,&#8221; Wir?</p>
<p>Ich biege ab, gehe auf eine Hauptstraße zu. Eine Gruppe betrunkener junger Erwachsener zieht auf dieser vorbei, Parolen skandierend. Einige in Fahnen gewickelt, andere solche schwenkend. Laut und deutlich rufen sie: &#8220;Wir sind Deutschland! Wir sind &#8230;&#8221;</p>
<p>Seid ihr das? Bin ich das etwa auch? Ist das nicht ein abstrakte Gebilde, dessen Souverän <strong>wir alle </strong>sein sollten, welches dazu dient sich von anderen, dem unseren ähnlichen, Gebilden abzugrenzen?</p>
<p>Aber <em>wir</em> sind ja wieder wer. Wiedervereint, wieder dabei im Kriegsspiel der Mächtigen, wieder eine wirtschaftlich bedeutende Nation, wieder Mal gelähmt durch einen ziellosen &amp; planfreien Politikzirkus vor einem desinteressierten Publikum. Da kann man schon zur passenden Gelegenheit den Patriotismus wieder auf dem Schutzbunker lassen!<br />
Denke ich mir, als ich die Hauptstraße kreuze und auf einen Tunnel zusteuere.</p>
<p>Denn, da wird kein Stürmer besungen, der die Tore machte, keine Abwehr bewundert, die die Vorarbeit leistete, kein Torwart geehrt, der die gegnerischen Torchancen zu nichte machte und kein Trainer geachtet, der das Profiteam so zusammenschweiste, dass es reibungslos arbeiten konnte.</p>
<p>Nein, des Pöbels Stimme verkündet eine andere Botschaft und das wird umso deutlicher, als ich eine andere Hauptstraße überquere und mein Blick, angelockt durch den Lärm, auf die Hauptkreuzung dieses größten Dorfes in unserem Lande gelenkt wird.</p>
<p>Saufen, johlen, kreischen, Fahnen schwenken, Deutschland rufen. Anschließend, oder auch während dessen, mit dem Auto viel zu schnell durch die Straßen jagen und das restliche Volk hupend informieren, damit es auch der letzte mit bekomme.</p>
<p>Die Polizei steht daneben, bemüht, einen Teil des Verkehrsflusses zu gewährleisten und ja nicht zu genau bei den ausgelassen Feiernden hin zu schauen. Unsere Ordnungshüter, die einen Abends um 9 auf den Paderwiesen aufsuchen, weil man mit zwei Didgeridoos die Ruhe neben der befahrenen Hauptverkehrsstraße stören könnte, gewähren den biederen, angepassten jungen Leuten um Mitternacht vor einen Arbeitstag auf der Straße zu feiern.</p>
<p>Denk ich an Deutschland in der Nacht&#8230;</p>
]]></content:encoded>
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		<title>In anderen Welten</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Feb 2010 21:27:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[WoW]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich war heute beim Aktionstag &#8211; &#8220;Sicherheit im Netz&#8221;. Also eigentlich bin ich da nur hin, weil eine Bekannte aus dem C3PB fragte, ob wer mitkommen möchte und das nicht uninteressant klang. Nun ja, wir kamen leicht verspätet an und waren auch schon direkt im ersten Vortrag.
Dieser war von Regine Pfeiffer und befasste sich größtenteils [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich war heute beim <a href="http://www.surfen-mit-sinn.de/st/veranstaltungen_detailansicht.html?no_cache=1&amp;tx_keyac_pi1[showCal]=1&amp;tx_keyac_pi1[showUid]=45&amp;cHash=c540b70efe" target="_blank">Aktionstag &#8211; &#8220;Sicherheit im Netz&#8221;</a>. Also eigentlich bin ich da nur hin, weil eine Bekannte aus dem C3PB fragte, ob wer mitkommen möchte und das nicht uninteressant klang. Nun ja, wir kamen leicht verspätet an und waren auch schon direkt im ersten Vortrag.</p>
<p>Dieser war von <a href="http://www.cynamite.de/index.cfm?pid=450&amp;pk=17161&amp;p=2" target="_blank">Regine Pfeiffer</a> und befasste sich größtenteils mit &#8220;Abzocke&#8221;, also dem üblichen Konzept von Browsergames. Dazu streute sie noch ein paar &#8220;Gewaltszenen&#8221; aus GTA4 ein. Was mich an diesem Vortrag am meisten störte, war neben dem unstrukturierten durch-Mindmaps-geklicke ihre unwissenschaftliche Vortragsart. Schon hart genug, wenn man Trolle aus Foren zur Unterstützung seiner Standpunkte oder als Beleg aufführt, dass sie Wikipedia als Quelle referenziert sei ihr von mir aus auch noch gestattet. Die &#8220;Gewaltszenen&#8221;, wie auch alle Spieleszenen in ihrem Vortrag und dem späteren Workshop dröhnten auf maximaler Lautstärke über die Boxen (und verschluckten wohl auch ein oder zwei Halbsätze von ihr). Aber ich dachte mir die ganze Zeit: &#8220;Und wo ist jetzt dein Punkt?&#8221;<br />
Sie zeigte wohl ein paar Extremfälle und zog dann noch ein bisschen über ein ausgezeichnetes Browsergame her, aber eine Betrachtung, wie das ganze funktioniert, weshalb das ganze den so verwerflich wäre, was man dagegen tun könnte oder auch nur, weshalb die Leute überhaupt Browsergames spielen fehlte völlig. Die &#8220;Gewaltszenen&#8221; wurden fast ohne Kommentar vorgestellt.</p>
<p>Anschließend war dann Dr. Sonja Ganguin an der Reihe. In einem gut strukturierten Vortrag erzählte sie von ihrer Arbeit beim Bundesspielepreis und von &#8220;SeriousGames&#8221;. Sie griff dazu auch auf einen Arte-Beitrag zurück (wahrscheinlich war der Laptop von Frau Pfeiffer deshalb so laut eingestellt gewesen, auf dem hielt sie nämlich den Vortrag), aber ansonsten machte sie einen sehr kompetenten Eindruck und zeichnete auch ein wesentlich reflektierteres Bild von Computerspielen. Sie ging sogar darauf ein, dass es Bestrebungen gibt, Computerspiele als Kunst anzuerkennen und zeigte auch die Widerstände dazu auf, die sich in Form einer Erklärung gebildet hatten. Lustigerweise hatte Frau Pfeiffer diese auch unterzeichnet, rief dann aber auch prompt durch den Raum, dass sie sich öffentlich wieder von dieser Erklärung distanziert hatte.</p>
<p>Nach der Pause entschied ich mich dann spontan,  dem &#8220;Workshop&#8221; von Frau Pfeiffer beizuwohnen, irgendwie war mir mal wieder nach einer ordentlichen Diskussion. Allerdings kam diese nicht wirklich auf, denn sie zeigte nur wieder ein paar Gewaltszenen ohne etwas dazu sagen und hielt anschließend einen Vortrag über die Gründe der Sucht von WoW. Das war sogar mal ganz sinnig, was sie da so von sich gab. Aber ich wollte ihr auch nicht die Genugtuung geben, ein bisschen von dem zu erzählen, was ich so von Freunden aus der Spieleszene<sup class='footnote'><a href='#fn-305-1' id='fnref-305-1'>1</a></sup> mit bekommen hatte.<br />
Als sie dann damit fertig war, wollte sie dann aber doch noch eine kleine Diskussion entfachen und ich ging noch einmal auf die Gewaltfrage ein.  Allerdings war ihr da irgendwie nicht beizukommen. Sie wiegelte meine Einwände mit &#8220;da existieren Studien drüber&#8221; und &#8220;Counterstrike ist ja auch gar nicht so schlimm, ich weiß gar nicht, warum das immer in der Diskussion vor kommt&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-305-2' id='fnref-305-2'>2</a></sup> ab und suchte dann eher das Gespräch mit den älteren Zuhörern.</p>
<p>Alles im Allem hatte ich den Eindruck, dass auf dieser Veranstaltung die Mitglieder eines anderen Medienzeitalters versuchten, die Welt ihrer Zöglinge und Kinder zu verstehen. Wir haben uns die zweite Workshopschiene nicht angetan, aber ich bin mir recht sicher, dass dort auch nicht größere Einsichten kamen. Was mich bei dem Titel das Aktionstages am meisten stört, ist, dass auf das Netz und seine Natur gar nicht eingegangen wurde und sich beide Einführungsvorträge nur mit Spielen beschäftigten. Medienkompetenz wurde immer mal wieder als Stichwort angeführt, was genau sich aber dahinter verbergen sollte, oder wie man diese erzeugen könnte, wurde nicht ausgeführt.</p>
<p>Es wäre eigentlich ganz sinnig, wenn man mal eine Stiftung oder einen Verein hätte, der gerade auf solchen Veranstaltungen mal ein bisschen vermitteln könnte, was den das Netz ist. Aber eigentlich hätten sie ja in Bielefeld mit dem FoeBud genau so etwas direkt in der Stadt. Nur, dass die den Veranstaltern eventuell etwas zu politisch sein könnten ;)
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-305-1'>Also, die Seite, die Spiele entwickeln tut. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-305-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-305-2'>Dabei hatte sie es noch ein paar Minuten vorher als das Spiel bezeichnet, welches nach WoW am süchtigsten machen würde. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-305-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Jünger der Ausbeutung</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 02:41:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[drunken blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Politikkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Postdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Unzivilisation]]></category>

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		<description><![CDATA[Was leben wir doch in herrlichen Zeiten!
Alle leben friedlich miteinander, keiner muss Hungern. Wir alle können im Supermarkt den letzten Fraß für ganz wenig Geld erwerben. Und jeder, der arbeiten will, kann auch arbeiten, um sich etwas von dem glückspendenden virtuellen Gut zu erwerben. Jener übergroßen &#38; bunten Mohrrübe an einer Angel, die wir Esel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was leben wir doch in herrlichen Zeiten!</p>
<p>Alle leben friedlich miteinander, keiner muss Hungern. Wir alle können im Supermarkt den letzten Fraß für ganz wenig Geld erwerben. Und jeder, der arbeiten will, kann auch arbeiten, um sich etwas von dem glückspendenden virtuellen Gut zu erwerben. Jener übergroßen &amp; bunten Mohrrübe an einer Angel, die wir Esel ständig erreichen wollen während wir uns vor dem Karren spannen lassen, der sich hierzulande &#8220;soziale Marktwirtschaft&#8221; schimpft.</p>
<p>Der Begriff an sich ist schon abenteuerlich genug. &#8220;Soziale Marktwirtschaft&#8221; ist ungefähr so sinnvoll wie &#8220;Hyänen mit Anstand&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-193-1' id='fnref-193-1'>1</a></sup> oder &#8220;Raubmörder mit Herz&#8221;. Abgesehen davon ist er nun wirklich nicht mehr aktuell. Die Tage keynsianistischer  Wirtschaftspolitik sind ja in diesem Lande nunmehr seit über 3 Dekaden gezählt. Jedoch, wir sehen uns halt gerne als die guten an, die in der bestmöglichen Gesellschaftsform Leben und Glück und Frieden auf der Welt verbreiten.</p>
<p>An unseren Händen klebt Blut. Aber wir sehen es nicht. Wir sehen nicht die kleinen Kinderhände, die den Kakao für unsere günstige Schokolade aus dem Supermarkt pflücken, während sie im pestizidverseuchten Wasser waten. Wir sehen nicht die kleinen Kinderhände, die unsere Schuhe, Kleidung und Sportgeräte nähen. Wir sehen nicht die schweißbedeckten und überarbeiteten Männer, die die grüne Lungen unseres Planeten für unseren Luxus abholzen oder unsere Meere leer fischen. Nein, das tun wir nicht, denn wir wollen es nicht sehen.</p>
<p>Die Römer hatten zu mindest noch die Eier in der Hose, einem Sklaven zu sagen, dass er keine Rechte hatte. Wir lassen unsere Sklaven einfach so weit entfernt halten, dass wir es nicht mehr gezeigt bekommen müssen. Das wurde bei uns eh schon genug geübt, dass nicht zeigen. So viel, dass wir schon seit Jahren Kriege gegen die ärmsten Länder der Welt führen und uns dabei auch noch einreden, wir wären die Guten!</p>
<p>Doch was wir im Großen mit der ganzen Welt machen, zieht sich auch bei uns durch alles. Die, die nur den Rest der Menschheit dadurch ausbeuten können, dass sie total billiges Zeug kaufen, arbeiten dadurch dem Reichtum derer zu, die schon viel zu viel davon haben. Nicht, dass sie da groß eine Wahl zu hätten, die meisten zwingen die Umstände dazu und sie haben auch meist gar keine Ahnung wo die Produkte aus dem Supermark her kommen oder es interessiert sie auch einfach nicht. Der aussterbende Mittelstand schaut neidisch dabei zu und bemüht sich eifrig darum, auch seinen Teil vom Kuchen abzubekommen.</p>
<p>Nur läuft das hier nicht ganz so offensichtlich, als dass es Hans Dampf von der Straße, der sich jede Abend seine kleine Portion Wahrheit von der Meinungsmaschinerie aus den alten Medien abholt, kapieren könnte. Hier bekommt er seine Skandale und Kataströpchen gezeigt, über die er sich schön brav aufregen kann und die gerade angesagte Geissel der Menschheit, welche unsere aller Untergang ankünden könnte, präsentiert.</p>
<p>Aber eines ist allen dabei klar. Eigentlich ist das alles ja egal. Denn der &#8220;Fortschritt&#8221; wird immer weiter gehen, das Wachstum, diese uns alle vereinende Götze, wird immer weiter fort schreiten. Nichts wird uns in unserer wahnwitzigen Herrschaft über die &#8220;Natur&#8221; aufhalten können.<br />
Aber das alles darf man ja nicht in Frage stellen. Es ist ja allgemein bekannt, das Fortschritt was tolles ist und wir ewig wachsen müssen.</p>
<p>Da lassen wir uns auch nicht von so profanen Fakten abhalten. Wie zum Beispiel, dass die Ressourcen auf diesem Klumpen Erde im All endlich sind. Oder, dass wir unseren eigenen Lebensraum, und natürlich auch den vieler anderer Lebewesen, verpesten und vernichten. Wenn da so ein paar ideologisch verblendete Spinner her kommen, und was davon erzählen wollen, dann schickt man halt die Wissenschaftler aus ihren gut staffierten Instituten in die Medien, die dann alles relativieren, so schlimm ist das nämlich alles gar nicht.</p>
<blockquote><p>&#8220;Geht wieder nach Hause Leute und konsumiert brav weiter. Es gibt hier keine Menschheit auf dem Irrweg zu sehen. Los, geht wieder nach Hause Leute. Unsere Zivilisation ist toll und wird es auch immer bleiben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Jetzt werdet ihr Leser euch eventuell fragen, was man dagegen tun kann. Und dass man ja schon soo viel tut. Und ich will euch ja auch gar nicht angreifen und sagen, dass ihr das nicht tun würdet. Aber wir müssen uns und unseren Mitmenschen klar machen, worin die große arrogante Dummheit unserer Spezies liegt, die zu all diesem Übel führt.</p>
<p>Wir befinden uns auf einem gefährlichen Irrweg. Das Gedankengut unserer &#8220;Zivilisation&#8221; ist tief in uns verwurzelt. Wie sollte es auch anders sein? Wir Menschen werden ja durch die uns überlieferten Geschichten und Gedanken geprägt. Es ist an der Zeit unseren Blick auf die Welt von den Mythen der letzten Jahrtausende zu lösen. Es gibt keine von uns getrennte Natur. Wir Menschen sind lediglich eine der vielen Tierspezies auf diesem wunderschönen Erdball und ein Teil des Ökosystems, zu dem wir beitragen und von dem wir abhängen.</p>
<p>Ich sage nicht, dass wir uns von der Technik abwenden sollen. Es gibt ja wahrlich wundervolle Errungenschaften, die wir uns dank ihrer erschaffen konnten. Nicht zuletzt so etwas wie das Netz und die ihm zugrunde liegende Technik. Aber wir werden uns wirklich endlich und umfassend mal damit beschäftigen müssen, wie wir gerade leben.</p>
<p>Denn, im Endeffekt wollen alle Tiere auf diesen Erdball eines: In Erfüllung und Zufriedenheit leben. Die mehr Instinktgesteuerten Arten haben den Luxus, dass sich dies recht einfach bewerkstelligen lässt. Der Preis unserer Spezialisierung auf unseren Denkapparat bringt die Bürde mit sich, dass wir darüber nachdenken, reflektieren und kommunizieren müssen.</p>
<p>Fest steht, dass der Großteil der Menschen unzufrieden ist, und das durchaus zu Recht, aber nicht sehen kann oder sehen will, worin unser Problem liegt. Die einen, weil sie von übermächtigen Kräften ausgebeutet werden, die anderen, weil sie in einer kalten, unmenschlichen Gesellschaft existieren müssen. Die wenigen, die Zufriedenheit erlangen konnten, müssen sehr viel Kraft dafür aufwenden, sich gegen das Leid um sie herum zu stärken, um nicht daran zu Grunde zu gehen.</p>
<p>Und die, die ganz oben am Ende der Ausbeutungskette stehen? Ich weiß es nicht genau. Aber hey, wir sind Herdentiere. Wenn es der ganzen Herde beschissen geht, wie kann es da den einzelnen Tieren gut gehen?
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-193-1'>Man verzeihe mir, dass ich dieses Stilmittel nutze und diesen Tieren menschliche Eigenschaften verleihe <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-193-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Das Leben, mein Kind</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 15:03:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hab immer noch zu viel um die Ohren, arbeite meist zu lange und bin dann zu ausgebrannt, um noch viel zu schreiben. Aber folgenden Text fand ich gestern beim  bergen einer alten Festplatte. Es ist ein Post von vor ein paar Jahren aus einem alten Stammforum von mir, weiß leider nicht mehr genau, wer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich hab immer noch zu viel um die Ohren, arbeite meist zu lange und bin dann zu ausgebrannt, um noch viel zu schreiben. Aber folgenden Text fand ich gestern beim  bergen einer alten Festplatte. Es ist ein Post von vor ein paar Jahren aus einem alten Stammforum von mir, weiß leider nicht mehr genau, wer es gepostet hatte. Ich habe den Text so gelassen, wie ich ihn gesichert hatte, und nur die Rechtschreibung korrigiert (was ich so auf den ersten Blick gesehen habe ;) ). Viel Vergnügen beim Lesen, er passt  zur Jahreszeit und ist wunderschön zu lesen.</em></p>
<blockquote><p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em></p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die Schlange ist unglaublich lang.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. und die Schlange geht schon durch den halben riesenladen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">verdammt!!!</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. verloren, wuerd ich sagen. vor mir steht ein altes omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">&#8220;kkasuhf jsuuhf ajytnnj?&#8221; ich gucke doof. &#8220;Jag inte talar swenska&#8221;,</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">der gut trainierte Satz. sie guckt mcih an, lächelt und fragt auf englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. ich gucke verdutzt, aber, cih bin ja hier in Schweden, hier ist alles besser, alte damen sprechen Englisch, und ich behjahe froh. &#8220;Are you from England?&#8221; &#8220;no, I*m from Tyskland&#8221;. &#8220;Oh!!! Deutschland!! wie schön! &#8221; &#8220;Sie sprechen deutsch!&#8221; jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! &#8220;Mein Mann war Deutscher. ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum arbeiten. die brauchen ja Qualifizierte Leute aus Schweden.&#8221;</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer Leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen Hessischem akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im laufe unseres Gespräches wird es besser.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">&#8220;Ernst war aus Frankfurt, aber das war ihm zu gross. ich ahbe ihn kennengelernt, da war ich 16. in Kassel, da war er 22. das war im Krieg. wir haben geheiratet.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">er hat sich in Schweden verliebt, wir waren hier mal im Urlaub, bei meinen Eltern. nach dem Krieg wollten wir hierher kommen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">nach Kalmar. ich bin hier geboren, in småland, ja. und es war Herbst, fast wie jetzt. 40 war das. er hatte eine Spediton. und dann hat er den ersten Politischen rausgebracht. und danach noch einen. und noch einen. Juden, ganze Familien. nie ist er erwischt worden, aber ich hatte Angst. weisst du was das ist, Kind, Angst zu haben? so richtig? Oh, das war schlimm. die Angst war das Schlimsmte. ich war ja ncoh so jung. und geliebt habe ich ihn den Ernst.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ich mag die Deutschen. nciht alle, aber viele Schweden sagen die Deutschen seien Nazis. das stimmt nicht, es gibt auch gute Deutsche. mein Ernst war gut. ein guter Mensch. zu gut. 44 Haben sie ihn geschnappt.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die Nazis.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ich ahbe ihn gefragt, als er nochnicht im KZ war, oder wo imer sie ihn hingebracht haben, Ernst, habe ich ihn gefragt, Warum amchst du das? du setzt doch dein Leben aufs Spiel, und meins gleich mit.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Weil ich die Deutschen liebe, weil ich unsere Kultur liebe, hat er gesagt. weil diese Babaren, diese braunen Schweine unser Land zerstören. alle Kultur. alles gute. Alles ist nur ncoh Hass. und es muss einen geben der was dagegen amcht. Ja, so war er. er war zu gut fuer diese Welt, und ich bin zurueck nach Schweden, und einmal im Monat war er bei mir und hat die Juden und die Politischen hergebracht. ich weiss nciht wie.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">er hat es gemacht.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Manchmal, mein Kind, da denke ich, oh, da denke ich, hätte er das doch nciht gemacht, das sind kurze augenblicke, warum gerade ich, weisst du, aber dann schäme ich mich, denke an all die menschen die er gerettet hat, darf man Leben gegen Leben aufrechenen denke ich dann, aber ich tue es dann,. weil es ein bisschen hilft, er ist fuer seine sache gestorben, und er hat sovielen geholfen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Seinen Bruder den haben sie auch umgebracht. der hat nciht aufgepasst. der war ein guter Mensch. Peter. 2 Jahre juenger als der Ernst war er, und er liebte Männer. das war ja damals eine Krankheit.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">verstanden habe ich das nie. es ist ja nichts perverses, er liebte ja keine kleinen jungen sondern richtige Männer. oh, -Sie kichert leisde- ein paar von denen hätten mir auch gefallen, und dann haben sie ihn gekrigt und vergast, die nazis.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ich hatte all diese Träume, mein Kind, als ich so jung war wie du. wie alt bist du? ja&#8230; so jung war ich auch mal. glaubst* du*s? und was habe ich gedacht, was wuerde ich machen mit meinem Leben, mein gott, kindchen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ach, Gott, der&#8230; ich habe ja gedach das er da irgendwo rumschwirrt. aber wer gesehen hat was ich gesehen habe, mein kind, als Rotkreutsschwester, im Krieg, und wer soviele sterben gesehen hat, und wer seinen mann verloren hat wie ich, der hat keinen Gott mehr, der findet im Gebet kein Trost mehr.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Gott ist was privates. ich habe keinen. du?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">na, hätte ich auch nicht gedacht.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Nein, mein Kind, und dann fange ich an zu reisen, wenn der Krieg zu Ende war, cih habe den Hof verkauft, was sollte ich damit, meine juengere Schwester habe ich gut verheiratet, sie ist aber auchschon tot. geblieben bin nur ich. in meiner kleinen wohnung. und ich bin voller erinnerungen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">ich war an vielen Orten. cih hatte ja das Geld.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Vor 4 Jahren war ich wieder in Kassel. es hat sich verändert. warst du schonmal in Kassel?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">oh ja. und der Herkules.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Oh, ich mag es deutsch zu sprechen, ich hätte nicht gedacht dass ich ncohmal deutsch sprechen könnte.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">es ist eine so schöne sprache, viel besser als das schwedische. auch wenn schweden schöner ist. was meinst du?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">bis hier habe ich ihr ihre einkäufe anch hause getragen,und von ihr die obligatorischen zimtschnecken serviert bekommen, habe ihren worten gelauscht und ab und zu etwas gesagt.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">ich ahbe meine kommentare nciht mit aufgeschrieben weil die nciht relevant sind.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">ich hoffe das gehört hier her, wenn nciht bitte verschieben /löschen. ich finde es nur intressant, die ansichten einer alten schwedin.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Alles Liebe Rolfka</div>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Die Schlange ist unglaublich lang.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. Und die Schlange geht schon durch den halben riesigen Laden.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Verdammt!!!</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. Verloren, würd ich sagen. Vor mir steht ein altes Omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">&#8220;kkasuhf jsuuhf ajytnnj?&#8221; ich gucke doof. &#8220;Jag inte talar swenska&#8221;,</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Der gut trainierte Satz. sie guckt mich an, lächelt und fragt auf Englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. Ich gucke verdutzt, aber, ich bin ja hier in Schweden. Hier ist alles besser, alte Damen sprechen Englisch, und ich bejahe froh. &#8220;Are you from England?&#8221; &#8220;No, I&#8217;m from Tyskland.&#8221; &#8220;Oh!!! Deutschland!! wie schön! Sie sprechen Deutsch!&#8221; Jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! &#8220;Mein Mann war Deutscher. Ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum Arbeiten. Die brauchen ja qualifizierte Leute aus Schweden.&#8221;</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen hessischem Akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im Laufe unseres Gespräches wird es besser.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><span id="more-266"></span><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">&#8220;Ernst war aus Frankfurt, aber das war ihm zu gross. Ich habe ihn kennengelernt, da war ich 16. In Kassel, da war er 22. Das war im Krieg. wir haben geheiratet.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Er hat sich in Schweden verliebt, wir waren hier mal im Urlaub, bei meinen Eltern. Nach dem Krieg wollten wir hierher kommen.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Nach Kalmar. ich bin hier geboren, in Småland, ja. Und es war Herbst, fast wie jetzt. 40 war das. Er hatte eine Spediton. Und dann hat er den ersten Politischen rausgebracht. Und danach noch einen. Und noch einen. Juden, ganze Familien. Nie ist er erwischt worden, aber ich hatte Angst. Weisst du was das ist, Kind, Angst zu haben? So richtig? Oh, das war schlimm. Die Angst war das Schlimmste. Ich war ja noch so jung. Und geliebt habe ich ihn, den Ernst.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich mag die Deutschen. Nicht alle, aber viele, Schweden sagen die Deutschen seien Nazis. Das stimmt nicht. Es gibt auch gute Deutsche. Mein Ernst war gut. Ein guter Mensch. Uu gut. 44 Haben sie ihn geschnappt.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Die Nazis.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich habe ihn gefragt, als er noch nicht im KZ war, oder wo immer sie ihn hingebracht haben. Ernst, habe ich ihn gefragt, Warum machst du das? Du setzt doch dein Leben aufs Spiel, und meins gleich mit.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Weil ich die Deutschen liebe, weil ich unsere Kultur liebe, hat er gesagt. Weil diese Babaren, diese braunen Schweine unser Land zerstören. Alle Kultur. Alles gute. Alles ist nur noch Hass. Und es muss einen geben der was dagegen macht. Ja, so war er. Er war zu gut fuer diese Welt, und ich bin zurück nach Schweden, und einmal im Monat war er bei mir und hat die Juden und die Politischen hergebracht. ich weiss nicht wie.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Er hat es gemacht.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Manchmal, mein Kind, da denke ich, oh, da denke ich, hätte er das doch nicht gemacht. Das sind kurze Augenblicke. Warum gerade ich, weisst du? Aber dann schäme ich mich, denke an all die Menschen, die er gerettet hat. &#8220;Darf man Leben gegen Leben aufrechnen?&#8221; denke ich dann. Aber ich tue es dann, weil es ein bisschen hilft. Er ist fuer seine Sache gestorben, und er hat so vielen geholfen.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Seinen Bruder, den haben sie auch umgebracht. Der hat nicht aufgepasst. Der war ein guter Mensch. Peter. 2 Jahre jünger als der Ernst war er. Und er liebte Männer. das war ja damals eine Krankheit.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Verstanden habe ich das nie. Es ist ja nichts perverses. Er liebte ja keine kleinen Jungen sondern richtige Männer. Oh, -sie kichert leise &#8211; ein paar von denen hätten mir auch gefallen. Und dann haben sie ihn gekriegt und vergast, die Nazis.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich hatte all diese Träume, mein Kind, als ich so jung war wie du. wie alt bist du?  Ja&#8230; so jung war ich auch mal. Glaubst du&#8217;s? Und was habe ich gedacht, was würde ich machen mit meinem Leben, mein Gott, Kindchen.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ach, Gott, der&#8230; ich habe ja gedacht, dass er da irgendwo rumschwirrt. Aber wer gesehen hat, was ich gesehen habe, mein Kind, als Rotkreutzschwester, im Krieg, und wer so viele sterben gesehen hat, und wer seinen Mann verloren hat, wie ich, der hat keinen Gott mehr, der findet im Gebet kein Trost mehr.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Gott ist was privates. Ich habe keinen. Du?</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Na, hätte ich auch nicht gedacht.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Nein, mein Kind, und dann fange ich an zu reisen, wenn der Krieg zu Ende war, ich habe den Hof verkauft. Was sollte ich damit? Meine juengere Schwester habe ich gut verheiratet, sie ist aber auch schon tot. Geblieben bin nur ich. In meiner kleinen wohnung. Und ich bin voller erinnerungen.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich war an vielen Orten. Ich hatte ja das Geld.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Vor 4 Jahren war ich wieder in Kassel. Es hat sich verändert. Warst du schonmal in Kassel?</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Oh ja. Und der Herkules.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Oh, ich mag es, Deutsch zu sprechen, ich hätte nicht gedacht dass ich nochmal deutsch sprechen könnte.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Es ist eine so schöne Sprache, viel besser als das Schwedische. auch wenn schweden schöner ist. Was meinst du?</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">&#8230;</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Bis hier habe ich ihr ihre Einkäufe nach Hause getragen und von ihr die obligatorischen Zimtschnecken serviert bekommen, habe ihren Worten gelauscht und ab und zu etwas gesagt.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">ich habe meine Kommentare nicht mit aufgeschrieben, weil die nicht relevant sind.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich hoffe das gehört hier her, wenn nicht bitte verschieben /löschen. Ich finde es nur interessant, die Ansichten einer alten Schwedin.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Alles Liebe Rolfka</span></p></blockquote>
<p></em></p></blockquote>
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		<title>Feiern</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 11:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines Sonntagabends vor einigen Jahren begab es sich , dass ein befreundeter Gast zur später Stunde klingelte. Ich bat ihn herein, bot ihn ein Bier an und fragte ihn, nachdem er dankend annahm und sich entspannt zurück gelehnt hatte, ob er denn letzte Nacht zu viel gefeiert hätte, denn er sah wirklich arg mitgenommen aus. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Eines Sonntagabends vor einigen Jahren begab es sich , dass ein befreundeter Gast zur später Stunde klingelte. Ich bat ihn herein, bot ihn ein Bier an und fragte ihn, nachdem er dankend annahm und sich entspannt zurück gelehnt hatte, ob er denn letzte Nacht zu viel gefeiert hätte, denn er sah wirklich arg mitgenommen aus. &#8220;Feiern?&#8221;, sagte er, &#8220;Ja. Das habe ich. Aber anders als du es dir vielleicht vorstellst. Ich erzähl dir mal, was für mich feiern ist!&#8221;</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;"><span id="more-255"></span></p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Es begann am Vorabend damit dass mein Freund, selbstredend schon seit den frühen, also späten, Morgenstunden ordentlichst stoned, zu seiner Schwester latschte und ihr Auto abholte. Nach dem obligatorischen Joint in deren Garten ging&#8217;s dann auch los, die Mitfahrer für diese Nacht abzuholen. Die zwei Mädels und der eine entfernte Bekannte, der über die &#8220;Base&#8221; diese Mitfahrgelegenheit gefunden hatte waren dann auch recht bald in seiner Wohnung versammelt.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Nach ein paar Köpfen aus der monströsen Bong war die versammelte Meute auch Abflugbereit. Dummerweise ging beim verlassen des Parkplatzes der Sprit des Autos aus, seine Schwester ist nämlich eine geübte Meisterin des Fahrens auf Reserve. Praktischerweise war die Tanke aber gleich ums Ecke, so dass es nach kurzer Schieberei endlich los ging.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Am Ort des Geschehens angekommen, war erst einmal Irritation angesagt. Diese Goa-Party fand in einer Dorfhütte statt und die örtliche Jugend war natürlich im schicksten Proll-Look angereist um sich diese Sensation nicht entgehen zu lassen.  Doch man lies sich davor nicht schrecken, war schließlich ein paar km gefahren, und ging erst einmal hinein. Drinnen lief ordentlicher Sound. Die Dekoration war nicht überragend, aber ausreichend schrill, bunt und schwarzlichtlastig &#8211; darauf stehen die Tänzer. Der DJ gab sich offensichtlich alle Mühe, Leute auf die Tanzfläche zu bringen, um die Party endlich mal so richtig steigen zu lassen.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Da allerdings jene erwähnte Dorfjugend an den Wänden der Hütte herumlungerte, um sich genau diese anzuschauen, ergab sich das folgende Bild: Bunte, im alternativen Look der Szene gekleidete Menschen kamen herein, nahmen die Szenerie war und flüchteten in den Backstage, um zum zweiten Aggregatzustand auf einer Goa-Party über zu gehen, dem Drogenkonsum. Vornehmlich natürlich das allseits populäre Kiffen. So viel dann erst einmal zu der ach so großartigen Toleranz, von der zugedröhnte Szenegänger gerne mal schwärmen.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Mein Freund und seine Begleiter gehörten aber eindeutig der Fraktion von Tänzern an, die durch intensives tanzen glücklich werden und nicht durch, eh alltäglichen, Drogenkonsum, deshalb machten sie sich gleich daran, die gähnende Leere auf der Tanzfläche mit freudig hüpfenden Tänzern zu bekämpfen. Doch wollte sich die freudige Atmosphäre irgendwie nicht einstellen. Das lag nicht zuletzt an der Dorfjugend, die natürlich auch versuchte, ihre üblichen Ritualen zu befolgen. Man kann sich bloß schlecht mit Leuten prügeln, die einen freundlich in&#8217;s Gesicht lachend mit teilen, dass die aggressive Attitüde vollkommen fehl am Platz ist, und obendrein von Freude und Akzeptanz schwafeln.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Nach ein paar Stunden war den Damen das ganze auch nicht mehr wirklich genehm und plädierten für die Heimfahrt. Er und sein Bekannter hatten Blut geleckt und wollten diese Nacht noch so richtig Party machen. Praktischerweise wußte der Bekannte noch von einer anderen Party, ein paar km weiter hinter der Heimatstadt meiner Freundes. Also ging&#8217;s wieder zurück und nachdem die weiblichen Begleitungen nach Hause gebracht worden waren wurde noch einmal in der Wohnung eingecheckt. Ihr wisst ja, großes Rauchgerät und so. Außerdem waren dort noch unentdeckte Schnapsvorräte und <span style="text-decoration: line-through;">unendliche Möglichkeiten</span> ordentlich Gras,</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Derart gestärkt wollte man sich gerade wieder auf die Straße begeben um schnell die vernünftige Party zu erreichen als die Spritvorräte des Gefährtes ein weiteres Mal zu neige gingen, dieses Mal konnten sie aber gerade noch auf die Tankstelle rollen. Jene hatte aber schon vor Stunden geschlossen und die nächste offene war einige Kilometer entfernt. Die beiden standen noch herum und wägten ihre Möglichkeiten ab, als eine freundliche Seele vorbeifuhr und sie nicht nur zur besagten Tanke sondern auch noch wieder zurück zu dem liegen gebliebenen Gefährt fuhr. Nachts um halb 3 zwei verwegene Gestalten zu einer Tankstelle und wieder zurück zu fahren, dass nenne ich wirkliche Akzeptanz und Menschlichkeit!</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Von solch&#8217; gutem Geist bestärkt fielen die gut 2 Stunden fahrt zum nächsten Ort des Geschehens gar nicht in&#8217;s Gewicht. Und jener entlohnte wirklich für die Mühen. In dunklen, engen Räumen galoppierte die Musik den Takt der Party, pulste sie durch die Körper vieler gut gelaunter Gäste, die sich unterhielten oder zur Musik tanzten. Die Wände schmückten fantasievolle, im Schwarzlicht leuchtende Gemälde die Drachen, Elfen, Wälder aber auch verfallene Gebäude zeigten und ihre Umgebung erhellten. Draußen vor dem Haus brannte ein großes Feuer, an dem man sich unter freien Himmel wärmen konnte, und etwas weiter den Hang hinab stand ein großes Zelt voll mit Couchen, Sesseln und Teppichen in der sich die obligatorische Chill Area befand, die mit ruhigerer Musik beschallt wurde.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Hier fühlten sie sich wohl, hier waren sie daheim. Er ging auf im Tanz und Rausch, genoss den Puls des Lebens und die zelebrierte Flucht vor der Realität weit, weit weg am Montag, oder wann immer man sich ihr auch wieder stellen musste. Stundenlang tanzte er, stundenlang stand oder saß er herum, konsumierte das, was es an Drogen im Angebot gab, und führte während dessen angeregte Gespräche mit allerhand Volk. Eine gute Seele stellte im Laufe des Vormittages ein paar Kisten Bier vor das Haus und es musste sich auch um das Lagerfeuer gekümmert werden. Die Zeit konnte ganz und gar vergessen werden, hier konnte man einfach so sein, wie man wollte, ohne sich für irgend etwas zu schämen oder rechtfertigen zu müssen.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Erst gegen Nachmittag stellte sich bei ihm eine gewisse Müdigkeit ein. Die Zahl der Gäste nahm immer mehr ab und irgendwann war der Durst nach Tanz selbst bei solch einem Exzessiven Tänzer gestillt. Es war an der Zeit, zu gehen, aber er hatte Angst davor, alleine zu fahren. Das Gras war schon vor Stunden zu neige gegangen und eine gewisse Müdigkeit hatte sich eingestellt. Also belaberte er eine Weile den Bekannten, bis sich dieser von ihm mit in seine Heimatstand nehmen lies. Die Fahrt dorthin war extrem belastend, zusätzlich zu dem desolaten Zustand meines Freundes war sein Begleiter auch noch auf&#8217;s extremste durch den Wind aufgrund diverser psychedelischer Drogen, derer er habhaft werden konnte und mein befreundeter Fahrer sorgte sich davor, durch sein Verhalten auffällig zu werden.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Endlich kamen sie in der Wohnung des Bekannten an. Eine typische Wohnung von Feierleuten. Karg, ein wenig schmutzig, funktional und mit einer guten Anlage. Er blieb nur kurz und zog dann weiter zu Freunden, die in der selben Stadt wohnten. Dort konnte er sich entspannen, dort gab es genug zu rauchen. In den frühen Abendstunden verabschiedet er sich dann nach einigen Stunden entspannten Plauschs und fuhr nach Hause, den Sekundenschlaf unterdrückend.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Und so kam er dann bei mir vor der Tür an. Noch viel zu aufgeputscht von der Nacht und viel zu zerstört, um allein zu sein. Und eigentlich ist dieses Beispiel noch eines der harmloseren.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Seit diesem Wochenende hat sich bei meinem Freund einiges getan. Nach ein paar Jahren kriegte er doch die Kurve und löste sich von seiner Abhängigkeit. Er begann sich zu verändern, Prioritäten zu verschieben und sich seinem Leben bewusst zu stellen und es zu gestalten. Auf diesen Weg hat er einige Bekannte verloren, nicht viele schaffen diese Transformation. Doch er hat viel gelernt und bereut die Zeit nicht. Inzwischen verdingt er sich als Freiberufler und geht nicht mehr &#8220;feiern&#8221;. Wozu auch? Man kann so viel schöneres mit seiner Zeit anfangen. Spannende und interessante Texte schreiben und lesen zum Beispiel.</p>
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		<title>Wissen</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/10/wissen/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 23:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
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		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wissen ist Information und Information ist Wissen. Doch
[23:49:]  Wissen ist auch noch weitaus mehr:
[23:49:]  Wissen ist aufgenommene Information.Â
[23:49:]  Wissen ist nach Kategorien geordnete Information.
[23:49:]  Wissen ist nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortierte Information.
[23:49:]  Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?
[23:49:]  Information wird durch sensorischen Input transportiert.
Wissen ist Information und Information ist Wissen. Gleichwohl,
Wissen ist sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Wissen ist Information und Information ist Wissen. Doch</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist auch noch weitaus mehr:</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist aufgenommene Information.Â</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist nach Kategorien geordnete Information.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortierte Information.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Information wird durch sensorischen Input transportiert.</div>
<p>Wissen ist Information und Information ist Wissen. Gleichwohl,<br />
Wissen ist sogar noch weitaus mehr: Wissen ist aufgenommene.<br />
in Kategorien eingeordnete, sowie nach Wichtigkeit und Dringlichkeit<br />
sortierte Information. Kurz gesagt:<br />
Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?</p>
<p>Information wird durch sensorischen Input transportiert, von uns<br />
meist unbewusst katalogisiert, bewusst vermacht und als Gut geschätzt.<br />
Abhängig vom Intellekt und Vorwissen des Konsuments, kann dieser aus<br />
einer Information mehr oder weniger Wissen schöpfen.<br />
Information stellt deshalb den wichtigsten Schatz der Menschheit dar, da durch<br />
sie Wissen über die Generationen hinweg vermittelt und angesammelt werden kann.</p>
<p>Wissen ist Macht, das weiß jedes Kind. Und durch Kontrolle der<br />
Information wird der Zugriff auf eben jene Aspekte der Macht streng reglementiert.<br />
Wissen ist aber auch Erwartungswert. Je nach Bildung, je nach Stand, wird<br />
es bei gegebener Information ganz selbstverständlich erwartet, ja vorausgesetzt.<br />
Nicht alles Wissen ist schön, vieles ist sogar gefährlich, doch an der Akzeptanz,<br />
der Reflektion und Beherrschung von Wissen wächst der Mensch.</p>
<p>Wissen ist unsre stärkste Waffe im Kampf um Gerechtigkeit, zur Evolution.<br />
Erst wenn ein Großteil der Menschen sich mit genügend Wissen bewaffnet hat,<br />
um bei wichtigen sozialen Fragen mitreden zu können, werden wir die furchtbare<br />
Herrschaft der menschlichen Dummheit und Gier überwinden können.<br />
Nur durch die Informationsfreiheit können wir den Sieg über den kurzsichtigen,<br />
hass- und giererfüllten Geist unserer Tage und somit die Evolution unserer Spezies erringen.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Fleisch</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Jul 2009 23:53:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[das unbestimmte Tier]]></category>
		<category><![CDATA[drunken blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[Raubtiere]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich dachte so über nichts bestimmtes nach - zu mindest über nichts, an dass ich mich jetzt entsinnen könnte - als mir wieder einmal auffiel, wie viel Fleisch ich wöchentlich verzehre. Es vergeht kein Tag,,,]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es begab sich vor ein paar Tagen &#8211; ich hatte mir gerade noch schnell ein halbes Hähnchen und Pommes an einer dieser Freßstände, wie sie gerne in der Nähe von Supermärkten stehen, geholt &#8211; dass ich den Heimweg durch ein kleines Waldstückchen beging und auf einer schönen Lichtung unter einem Baum verweilte um meine soeben <span style="text-decoration: line-through;">erbeutete</span> erkaufte Mahlzeit zu verspeisen.<span id="more-63"></span><sup class='footnote'><a href='#fn-63-1' id='fnref-63-1'>1</a></sup></p>
<p>Ich dachte so über nichts bestimmtes nach &#8211; zu mindest über nichts, an dass ich mich jetzt entsinnen könnte &#8211; als mir wieder einmal auffiel, wie viel Fleisch ich wöchentlich verzehre. Es vergeht kein Tag, an dem ich es nicht in irgend einer Form zu mir nehme. Auf&#8217;s Brot z.B. kommt bei mir meist nur Fleischsalat, Salami und diverse Käsesorten (auch ein tierisches Produkt). Gut, ich habe auch noch ein wenig Marmelade, die zum Glück sehr haltbar ist, und leider auch ein wenig Nuss-Nougat-Creme, über deren Besitz ich mich sehr schäme. Aber mir fiel das mit den Kindersklaven in der Kakaoproduktion erst zwei Tage später wieder ein, nachdem ich sie schon angebrochen hatte. Dessenungeachtet, um wieder zur Ernährung zurück zu kehren, selbst wenn ich denn einmal anders oder gar nicht frühstücke findet immer wenigstens ein kleiner Fleischanteil seinen Weg in die Hauptmahlzeit. Und ich bin mir sicher, dass ich, abgesehen von unseren vegetarischen oder veganen Mitmenschen, damit nicht alleine bin, oder?<sup class='footnote'><a href='#fn-63-2' id='fnref-63-2'>2</a></sup></p>
<p>Nun sind wir ja, der Aufbau unseres Gebisses spricht da eindeutig für, Allesfresser und als solche benötigen wir nun wahrlich nicht derart oft der Bestandteile tierischer Zellen. Es gibt aber im Tierreich durchaus andere Tiere, die sich fast ausschließlich vom Fleisch ernähren: die Raubtiere. Und wenn wir derart viel Fleisch zu uns nehmen, dann eifern wir ihnen ja eigentlich unbewußt nach. Auch wenn wir in unserer arroganten Art den kraftraubenden Akt der Jagd durch ein schlichtes bezahlen eines Dienstleisters ersetzen. Insofern passt die Metapher nicht ganz, wenn man die Jagd allerdings etwas weiter auffasst, dann passt sie wieder ganz hervorragend. Homo Sapiens jagt nicht plump Fleisch hinterher, statt dessen wurde die Jagd auf abstrakte Güter wie Geld, Macht und Einfluß verlegt. Das sieht man ja heutzutage immer besser in (fast?) allen Bereichen unseres Lebens. Raubtiere sind durch den Instinkt in ihrem Wesen definiert und folgen ihrer Bestimmung ohne sie reflektieren zu können.<sup class='footnote'><a href='#fn-63-3' id='fnref-63-3'>3</a></sup></p>
<p>Demgegenüber ist der Menschen indes, das hat Nietzsche sehr schön formuliert, das unbestimmte Tier. Das ist unser Segen und unser Fluch zugleich. Wir müssen uns selbst definieren, denn unsere kümmerlichen Instinkte reichen für ein Leben, das uns erfüllen könnte, leider nicht wirklich aus.<sup class='footnote'><a href='#fn-63-4' id='fnref-63-4'>4</a></sup> Dies ermöglichte uns allerdings die aufeinander aufbauende Kultur des Wissenstransfers zu entwickeln und in unserem maßlosen Geltungsbedürfnis stellten wir uns sogar über alle anderen Tiere.<sup class='footnote'><a href='#fn-63-5' id='fnref-63-5'>5</a></sup> Jedoch ermöglicht es gerade diese Ungewißheit unserer Spezies immer wieder revolutionär neue Wege zu gehen. Und von diesem Blickpunkt aus, empfinde ich es als ziemlich armselig, in seinem Verhalten einem Raubtier nach zu eifern. Steht es uns doch frei, unsere eigene Bestimmung zu finden. Unseren Weg selbst aus uns heraus zu definieren.</p>
<p>Worauf läuft&#8217;s hinaus? Das Leben eilt weiter dahin und wir haben kaum die Zeit uns auf das Jetzt zu konzentrieren, geschweige denn unserer selbst bewußt zu werden. Doch genau dies ist die Gabe, die unsere Art auszeichnet. Wäre es nicht sinnvoll, sie auch zu nutzen?</p>
<p>Ich für meinen Teil denke gerade, um mal wieder zum Beginn des Gedankenganges zurück zu kehren, darüber nach, meinen Fleischkonsum einzuschränken. Nicht weil es mir zuwider wäre, vielmehr um mich selbst der Erfahrung zu bereichern, dass es auch andere Arten der Kost gibt. Denn, du bist was du isst &#8211; Prost!
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-63-1'>Ich habe natürlich nur die Knochen mit ein paar Resten in diesem Waldstück liegen gelassen und den ganzen zivilisatorischen Ballast, den es obendrein gab, ordnungsgemäß in einem Müllsammelbehälter entsorgt. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-63-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-63-2'>Es ist mir durchaus bekannt, dass dieser hohe Fleischkonsum ein Phänomen unserer deutschen Kultur darstellt. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-63-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-63-3'>Wie sollten sie auch? Nach unsererem aktuellen Erkenntnisstand sind die Denksysteme nicht mit jenen abstrakten Modellen des Geistes ausgestattet, die uns Menschen ermöglicht, über uns selbst zu reflektieren. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-63-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-63-4'>Jedenfalls glaube ich das. Auch wenn unsere Geschichte, von einem oberflächlichen Blickpunkt aus, durchaus gegenteilige Beispiele liefern könnte. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-63-4'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-63-5'>Ich sag&#8217; nur: &#8220;Mach euch die Erde untertan&#8221; Und kommt mir ja nicht mit irgendwelchen Wischi-Waschi Deutungen daher!  <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-63-5'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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