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	<title>acidblog &#187; Philosophisches</title>
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	<description>Nachdenkliches aus dem Sprawl</description>
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		<title>Nacht.Ich.Wir.Ihr.Du!</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 01:42:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>
		<category><![CDATA[Skeptizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Unzivilisation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Nacht.
Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich wohl den bald schlafen kann.
Frage mich, wie lang es noch dauern wird, bis ich zu mir finden werde.
Frage mich, wie ich die simple aber ehrliche Liebe meines Katers verdient habe.
Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich dich wohl jemals finden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Nacht.</p>
<p>Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich wohl den bald schlafen kann.<br />
Frage mich, wie lang es noch dauern wird, bis ich zu mir finden werde.<br />
Frage mich, wie ich die simple aber ehrliche Liebe meines Katers verdient habe.<br />
Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich dich wohl jemals finden werde.</p>
<p>Ich bin anders.</p>
<p>Allein bin ich hier. Somit kann ich zu mir stehen und kraftvoll meinen Weg verfolgen.<br />
Somit kann ich die Einsamkeit in den Herzen der Menschen auf den Straßen sehen.<br />
Somit kann ich abseits ausgetrampelter Pfade denken, versuchen das ganze Bild zu fassen.<br />
Allein bin ich hier. Somit kann ich einsam unter den vertrautesten Freunden sein.</p>
<p>Die Welt ist voll Leid &amp; Freude.</p>
<p>Wer kann all dies erkennen? Wer kann dabei immer noch Liebe für uns empfinden?<br />
Wer kann mit offenen Augen gehen ohne an die Lügen für die einfachen zu glauben?<br />
Wer kann mit offenen Augen nicht den Schauermärchen für die skeptischen verfallen?<br />
Wer kann all dies erkennen? Wer kann sehen, was ich zu sehen glaube?</p>
<p>Ich warte auf dich.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Sprossen,,,</title>
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		<pubDate>Wed, 23 Jun 2010 03:21:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Sprossen zum Wahn]]></category>
		<category><![CDATA[Unzivilisation]]></category>
		<category><![CDATA[Zivilisationskritik]]></category>

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		<description><![CDATA[Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.
Immer schneller, immer weiter. Wir werden sie ewig hinauf steigen.
Wir achten nicht auf den Rand der Stiege, an dem die Pflanzen welken.
Achten nicht auf den ganzen Müll, der auf unseren Weg herunterfällt und sich in den Meeren sammelt.
Achten nicht darauf, wie unser schnell außer Sicht gebrannter Ausschuß die Flüße, Berge [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.<br />
Immer schneller, immer weiter. Wir werden sie ewig hinauf steigen.</p>
<p>Wir achten nicht auf den Rand der Stiege, an dem die Pflanzen welken.<br />
Achten nicht auf den ganzen Müll, der auf unseren Weg herunterfällt und sich in den Meeren sammelt.<br />
Achten nicht darauf, wie unser schnell außer Sicht gebrannter Ausschuß die Flüße, Berge und Täler verseucht.<br />
Wir sind zu sehr mit dem Aufstieg beschäftigt, um solcherlei Unfug anzuhängen, auf die warnenden zu achten.</p>
<p>Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.<br />
Das haben schon alle Menschen so getan. Das kennen wir gar nicht anders.</p>
<p>Wir erzählen uns, die &#8220;Krone der Schöpfung&#8221; zu sein, die sich die Erde zu Untertan zu machen habe.<br />
Erzählen uns, wir wären von Natur aus zu Neid und Gier gehalten, der Lust und dem Trieb verfallen.<br />
Erzählen uns, wir könnten uns nicht ändern, während wir uns selbst ständig immer wieder neu definieren.<br />
Wir sind gefangen in unseren Geschichten. Den Visionen und Träumen, die wir uns über uns selbst erzählen.</p>
<p>Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.<br />
Denn auf dem Weg liegt Herrlichkeit, im ewigen Aufstieg die Freitreppe hinauf.</p>
<p>Wir vermeiden das kritische Denken. Hinterfragen ist nicht gern gesehn.<br />
Vermeiden uns selbst was zu schenken. Werfen&#8217;s besser weg, wenn&#8217;s keiner mehr kauft.<br />
Vermeiden an andre zu denken, den Blick auf&#8217;s Elend zu lenken oder uns für sie gar zu verrenken.<br />
Wir wollen nichts neues bedenken, kein andren Weg einlenken. Der Vernunfts Stimme gilt&#8217;s zu vermeiden.</p>
<p>Wir steigen die hinauf die Sprossen.<br />
Die Sprossen, gebaut aus unsren Knochen. Die Sprossen, wohlauf, das wird begossen! Die Sprossen,,,</p>
<p>Sprossen zum Wahn!</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Auf der Jagd</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2010/04/auf-der-jagd/</link>
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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 23:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Mal ein anderer Text. Vielleicht ein Bruch in diesem Blog, vielleicht werde ich aber auch ein neues Blog aufmachen und dieses Blog wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zurückführen, ich werde sehen,,,
Und so komme ich ein weiteres Mal zur Ruhe, versuche mich zu sammeln, zu begreifen, wer ich bin und wer ich sein will.
Aber es ist eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Mal ein anderer Text. Vielleicht ein Bruch in diesem Blog, vielleicht werde ich aber auch ein neues Blog aufmachen und dieses Blog wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zurückführen, ich werde sehen,,,</em></p>
<p>Und so komme ich ein weiteres Mal zur Ruhe, versuche mich zu sammeln, zu begreifen, wer ich bin und wer ich sein will.</p>
<p>Aber es ist eine lauernde Ruhe, ein Moment des Nachtankens aus meinen scheinbar unerschöpflichen Kraftvorrat. Im nächsten günstigen Moment bin ich auch schon dabei mit all jener Kraft voran zu preschen, nur das aktuelle Ziel vor Augen.<br />
Ich habe mich schon oft in einer Jagd verloren, alles andere, auch mich selbst, vollkommen selbstverständlich vollkommen ignoriert. Irgendwann ist dann die Hatz beendet oder uninteressant geworden. Dann wird das nächste ehrgeiz&#8217;ge Ziel vor&#8217;s Korn genommen und ich entflamme erneut im Fieber der Jagd.</p>
<p>Oder aber, und das kommt leider oft genug vor, ich verliere mich in dem Reiz von Neuem sowie neu Entdecktem. Doch es treibt mich weiter zu meinen Zielen und bald darauf empfinde ich Reue darüber, dass ich jetzt gerade nicht an diesem Zeit weiter arbeite oder über die ganzen anderen von mir oder anderen so empfunden Fehltritten in meinem Leben. Diese Reue kann lähmend wirken und mich sogar für Zeiträume in Lustlosigkeit &amp; Selbsthass versinken lassen. Doch ich habe gelernt, ihr nicht viel Platz zu gewähren, denn sie ist zum einen fragwürdig und zum anderen kontraproduktiv.</p>
<p>Doch das war nicht immer so und es wurden mir gewisse Krücken gereicht, um mit mir und der Welt, in der ich Lebe, klar zu kommen. Mittel die mich angleichen, die mir halfen aus dem Ping-Pong meiner Gefühle auszubrechen, ihren Wellengang  zu beruhigen, mir meiner selbst bewusst zu werden ohne mir dabei im Wege zu stehen. In gewisser Form ist man durch diese Krücken angeglichen &amp; wäre diese Welt eine andere, dann wäre es wahrscheinlich auch nie so weit gekommen.</p>
<p>Denn es ist ja auch gut, dass ich so bin. Ein Quell von Ideen, ein Jäger des Wissens und erstaunlicherweise ein Vorbild für einige. Motivator, Zuhörer, Katalysator, Visionär und vieles mehr. Und doch, habe ich meine Bestimmung noch lange nicht erfüllt und fühle mich immer wieder entrückt, verzückt, entsetzt und verletzt von mir und meinen Mitmenschen. Ich will dieses Leben nicht missen und schätze die Erfahrungen, die ich machen durfte.</p>
<p>Und der Sinn von alle dem?<br />
Der liegt in dem, dem ich ihm gebe. Ich benötige immer ein großes Ziel, auf welche ich zustreben will und wählte mir schon vor langer Zeit, das Ziel für mich in meiner Existenz. Aber man verliert es immer wieder mal gerne aus den Augen und kommt vom weg ab. Und so werde ich weiter nach Wissen &amp; Erkenntnis jagen und solche Texte wie diesen bald mal in einem anderen Blog veröffentlichen ;)</p>
<p>acid</p>
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		<title>Jünger der Ausbeutung</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2010/01/juenger-der-ausbeutung/</link>
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		<pubDate>Tue, 19 Jan 2010 02:41:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[drunken blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Politikkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Postdemokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Unzivilisation]]></category>

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		<description><![CDATA[Was leben wir doch in herrlichen Zeiten!
Alle leben friedlich miteinander, keiner muss Hungern. Wir alle können im Supermarkt den letzten Fraß für ganz wenig Geld erwerben. Und jeder, der arbeiten will, kann auch arbeiten, um sich etwas von dem glückspendenden virtuellen Gut zu erwerben. Jener übergroßen &#38; bunten Mohrrübe an einer Angel, die wir Esel [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was leben wir doch in herrlichen Zeiten!</p>
<p>Alle leben friedlich miteinander, keiner muss Hungern. Wir alle können im Supermarkt den letzten Fraß für ganz wenig Geld erwerben. Und jeder, der arbeiten will, kann auch arbeiten, um sich etwas von dem glückspendenden virtuellen Gut zu erwerben. Jener übergroßen &amp; bunten Mohrrübe an einer Angel, die wir Esel ständig erreichen wollen während wir uns vor dem Karren spannen lassen, der sich hierzulande &#8220;soziale Marktwirtschaft&#8221; schimpft.</p>
<p>Der Begriff an sich ist schon abenteuerlich genug. &#8220;Soziale Marktwirtschaft&#8221; ist ungefähr so sinnvoll wie &#8220;Hyänen mit Anstand&#8221;<sup class='footnote'><a href='#fn-193-1' id='fnref-193-1'>1</a></sup> oder &#8220;Raubmörder mit Herz&#8221;. Abgesehen davon ist er nun wirklich nicht mehr aktuell. Die Tage keynsianistischer  Wirtschaftspolitik sind ja in diesem Lande nunmehr seit über 3 Dekaden gezählt. Jedoch, wir sehen uns halt gerne als die guten an, die in der bestmöglichen Gesellschaftsform Leben und Glück und Frieden auf der Welt verbreiten.</p>
<p>An unseren Händen klebt Blut. Aber wir sehen es nicht. Wir sehen nicht die kleinen Kinderhände, die den Kakao für unsere günstige Schokolade aus dem Supermarkt pflücken, während sie im pestizidverseuchten Wasser waten. Wir sehen nicht die kleinen Kinderhände, die unsere Schuhe, Kleidung und Sportgeräte nähen. Wir sehen nicht die schweißbedeckten und überarbeiteten Männer, die die grüne Lungen unseres Planeten für unseren Luxus abholzen oder unsere Meere leer fischen. Nein, das tun wir nicht, denn wir wollen es nicht sehen.</p>
<p>Die Römer hatten zu mindest noch die Eier in der Hose, einem Sklaven zu sagen, dass er keine Rechte hatte. Wir lassen unsere Sklaven einfach so weit entfernt halten, dass wir es nicht mehr gezeigt bekommen müssen. Das wurde bei uns eh schon genug geübt, dass nicht zeigen. So viel, dass wir schon seit Jahren Kriege gegen die ärmsten Länder der Welt führen und uns dabei auch noch einreden, wir wären die Guten!</p>
<p>Doch was wir im Großen mit der ganzen Welt machen, zieht sich auch bei uns durch alles. Die, die nur den Rest der Menschheit dadurch ausbeuten können, dass sie total billiges Zeug kaufen, arbeiten dadurch dem Reichtum derer zu, die schon viel zu viel davon haben. Nicht, dass sie da groß eine Wahl zu hätten, die meisten zwingen die Umstände dazu und sie haben auch meist gar keine Ahnung wo die Produkte aus dem Supermark her kommen oder es interessiert sie auch einfach nicht. Der aussterbende Mittelstand schaut neidisch dabei zu und bemüht sich eifrig darum, auch seinen Teil vom Kuchen abzubekommen.</p>
<p>Nur läuft das hier nicht ganz so offensichtlich, als dass es Hans Dampf von der Straße, der sich jede Abend seine kleine Portion Wahrheit von der Meinungsmaschinerie aus den alten Medien abholt, kapieren könnte. Hier bekommt er seine Skandale und Kataströpchen gezeigt, über die er sich schön brav aufregen kann und die gerade angesagte Geissel der Menschheit, welche unsere aller Untergang ankünden könnte, präsentiert.</p>
<p>Aber eines ist allen dabei klar. Eigentlich ist das alles ja egal. Denn der &#8220;Fortschritt&#8221; wird immer weiter gehen, das Wachstum, diese uns alle vereinende Götze, wird immer weiter fort schreiten. Nichts wird uns in unserer wahnwitzigen Herrschaft über die &#8220;Natur&#8221; aufhalten können.<br />
Aber das alles darf man ja nicht in Frage stellen. Es ist ja allgemein bekannt, das Fortschritt was tolles ist und wir ewig wachsen müssen.</p>
<p>Da lassen wir uns auch nicht von so profanen Fakten abhalten. Wie zum Beispiel, dass die Ressourcen auf diesem Klumpen Erde im All endlich sind. Oder, dass wir unseren eigenen Lebensraum, und natürlich auch den vieler anderer Lebewesen, verpesten und vernichten. Wenn da so ein paar ideologisch verblendete Spinner her kommen, und was davon erzählen wollen, dann schickt man halt die Wissenschaftler aus ihren gut staffierten Instituten in die Medien, die dann alles relativieren, so schlimm ist das nämlich alles gar nicht.</p>
<blockquote><p>&#8220;Geht wieder nach Hause Leute und konsumiert brav weiter. Es gibt hier keine Menschheit auf dem Irrweg zu sehen. Los, geht wieder nach Hause Leute. Unsere Zivilisation ist toll und wird es auch immer bleiben.&#8221;</p></blockquote>
<p>Jetzt werdet ihr Leser euch eventuell fragen, was man dagegen tun kann. Und dass man ja schon soo viel tut. Und ich will euch ja auch gar nicht angreifen und sagen, dass ihr das nicht tun würdet. Aber wir müssen uns und unseren Mitmenschen klar machen, worin die große arrogante Dummheit unserer Spezies liegt, die zu all diesem Übel führt.</p>
<p>Wir befinden uns auf einem gefährlichen Irrweg. Das Gedankengut unserer &#8220;Zivilisation&#8221; ist tief in uns verwurzelt. Wie sollte es auch anders sein? Wir Menschen werden ja durch die uns überlieferten Geschichten und Gedanken geprägt. Es ist an der Zeit unseren Blick auf die Welt von den Mythen der letzten Jahrtausende zu lösen. Es gibt keine von uns getrennte Natur. Wir Menschen sind lediglich eine der vielen Tierspezies auf diesem wunderschönen Erdball und ein Teil des Ökosystems, zu dem wir beitragen und von dem wir abhängen.</p>
<p>Ich sage nicht, dass wir uns von der Technik abwenden sollen. Es gibt ja wahrlich wundervolle Errungenschaften, die wir uns dank ihrer erschaffen konnten. Nicht zuletzt so etwas wie das Netz und die ihm zugrunde liegende Technik. Aber wir werden uns wirklich endlich und umfassend mal damit beschäftigen müssen, wie wir gerade leben.</p>
<p>Denn, im Endeffekt wollen alle Tiere auf diesen Erdball eines: In Erfüllung und Zufriedenheit leben. Die mehr Instinktgesteuerten Arten haben den Luxus, dass sich dies recht einfach bewerkstelligen lässt. Der Preis unserer Spezialisierung auf unseren Denkapparat bringt die Bürde mit sich, dass wir darüber nachdenken, reflektieren und kommunizieren müssen.</p>
<p>Fest steht, dass der Großteil der Menschen unzufrieden ist, und das durchaus zu Recht, aber nicht sehen kann oder sehen will, worin unser Problem liegt. Die einen, weil sie von übermächtigen Kräften ausgebeutet werden, die anderen, weil sie in einer kalten, unmenschlichen Gesellschaft existieren müssen. Die wenigen, die Zufriedenheit erlangen konnten, müssen sehr viel Kraft dafür aufwenden, sich gegen das Leid um sie herum zu stärken, um nicht daran zu Grunde zu gehen.</p>
<p>Und die, die ganz oben am Ende der Ausbeutungskette stehen? Ich weiß es nicht genau. Aber hey, wir sind Herdentiere. Wenn es der ganzen Herde beschissen geht, wie kann es da den einzelnen Tieren gut gehen?
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-193-1'>Man verzeihe mir, dass ich dieses Stilmittel nutze und diesen Tieren menschliche Eigenschaften verleihe <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-193-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wissen</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/10/wissen/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Oct 2009 23:30:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Medienwandel]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Wissen ist Information und Information ist Wissen. Doch
[23:49:]  Wissen ist auch noch weitaus mehr:
[23:49:]  Wissen ist aufgenommene Information.Â
[23:49:]  Wissen ist nach Kategorien geordnete Information.
[23:49:]  Wissen ist nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortierte Information.
[23:49:]  Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?
[23:49:]  Information wird durch sensorischen Input transportiert.
Wissen ist Information und Information ist Wissen. Gleichwohl,
Wissen ist sogar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Wissen ist Information und Information ist Wissen. Doch</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist auch noch weitaus mehr:</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist aufgenommene Information.Â</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist nach Kategorien geordnete Information.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortierte Information.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">[23:49:]  Information wird durch sensorischen Input transportiert.</div>
<p>Wissen ist Information und Information ist Wissen. Gleichwohl,<br />
Wissen ist sogar noch weitaus mehr: Wissen ist aufgenommene.<br />
in Kategorien eingeordnete, sowie nach Wichtigkeit und Dringlichkeit<br />
sortierte Information. Kurz gesagt:<br />
Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?</p>
<p>Information wird durch sensorischen Input transportiert, von uns<br />
meist unbewusst katalogisiert, bewusst vermacht und als Gut geschätzt.<br />
Abhängig vom Intellekt und Vorwissen des Konsuments, kann dieser aus<br />
einer Information mehr oder weniger Wissen schöpfen.<br />
Information stellt deshalb den wichtigsten Schatz der Menschheit dar, da durch<br />
sie Wissen über die Generationen hinweg vermittelt und angesammelt werden kann.</p>
<p>Wissen ist Macht, das weiß jedes Kind. Und durch Kontrolle der<br />
Information wird der Zugriff auf eben jene Aspekte der Macht streng reglementiert.<br />
Wissen ist aber auch Erwartungswert. Je nach Bildung, je nach Stand, wird<br />
es bei gegebener Information ganz selbstverständlich erwartet, ja vorausgesetzt.<br />
Nicht alles Wissen ist schön, vieles ist sogar gefährlich, doch an der Akzeptanz,<br />
der Reflektion und Beherrschung von Wissen wächst der Mensch.</p>
<p>Wissen ist unsre stärkste Waffe im Kampf um Gerechtigkeit, zur Evolution.<br />
Erst wenn ein Großteil der Menschen sich mit genügend Wissen bewaffnet hat,<br />
um bei wichtigen sozialen Fragen mitreden zu können, werden wir die furchtbare<br />
Herrschaft der menschlichen Dummheit und Gier überwinden können.<br />
Nur durch die Informationsfreiheit können wir den Sieg über den kurzsichtigen,<br />
hass- und giererfüllten Geist unserer Tage und somit die Evolution unserer Spezies erringen.</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Das für den Menschen &#8220;natürliche&#8221;</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/10/das-fur-den-menschen-naturliche/</link>
		<comments>http://acidblog.de/index.php/2009/10/das-fur-den-menschen-naturliche/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 22:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>
		<category><![CDATA[Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[zweite Aufklärung]]></category>

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		<description><![CDATA[Man begegnet ihm wieder immer wieder, in Diskussionen, Erläuterungen, Abhandlungen und Büchern: Den allgemein weit verbreiteten Glauben, dass Menschen natürlicherweise immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und, mehr oder weniger verborgen unter Sozialisation, zuerst nach sich selbst schauen.

Dieser Betrachtungsweise liegt ein wahrer Kern zugrunde. So besteht in der Philosophie des Geistes ein breiter Konsens, dass der Eigennutz ein entscheidende Faktor für die menschliche Motivation darstellt. Wir wissen allerdings auch schon länger, und nicht zuletzt aus der Soziologie, dass der Mensch erst im Laufe seiner Entwicklung lernt, was es heißt, Mensch zu sein. Deswegen nennen wir das auch "erwachsen werden" oder Sozialisierung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Man begegnet ihm wieder immer wieder, in Diskussionen, Erläuterungen, Abhandlungen und Büchern: Den allgemein weit verbreiteten Glauben, dass Menschen natürlicherweise immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und, mehr oder weniger verborgen unter dem Deckmantel von Kultur, zuerst nach sich selbst schauen.</em></p>
<p>Dieser Betrachtungsweise liegt ein wahrer Kern zugrunde. So besteht in der Philosophie des Geistes ein breiter Konsens, dass der Eigennutz ein entscheidende Faktor für die menschliche Motivation darstellt. Wir wissen allerdings auch schon länger, und nicht zuletzt aus der Soziologie, dass der Mensch erst im Laufe seiner Entwicklung lernt, was es heißt, Mensch zu sein. Deswegen nennen wir das auch &#8220;erwachsen werden&#8221; oder Sozialisierung.<span id="more-233"></span></p>
<p>Selbstverständlich besitzt der Mensch, wie alle Tiere, Instinkte, die auf einer rudimentären Ebene das Überleben sichern. Allerdings sind diese im Verhältnis zu anderen Spezies unserer Biosphäre beim Menschen extrem gering ausgeprägt sind.<sup class='footnote'><a href='#fn-233-1' id='fnref-233-1'>1</a></sup> auch <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/08/oh-nietzsche/" target="_blank">Nietzsche</a><sup class='footnote'><a href='#fn-233-2' id='fnref-233-2'>2</a></sup> und einigen vor ihm war dies bewusst. Der Mensch gleicht diesen &#8220;Mangel&#8221; allerdings geradezu perfekt durch seine Fähigkeiten des Lernens aus.<sup class='footnote'><a href='#fn-233-3' id='fnref-233-3'>3</a></sup></p>
<p>Deshalb muss ich diese Einstellung entschieden zurückweisen. Es mag zwar als pragmatischer Ansatz für den Alltagsgebrauch im Umgang mit Menschen unserer heutigen Kultur durchaus genügen, verkennt aber vollkommen wichtige Kernelemente der menschlichen Natur. Eben jene nämlich, die für den Erfolg unserer Spezies verantwortlich sind.</p>
<p>Und auch wenn dieser Glaube im Alltag sehr nützlich ist, führt er seinen Gedanken bei Diskussionen und Überlegungen zu Gesellschaftlichen Phänomenen oder generell menschlichem Verhalten in eine Sackgasse. Dadurch, dass man so überzeugt davon ist, kann man sich gar nicht vorstellen, dass sich Menschen jemals anders verhalten sollten oder auch überhaupt nur könnten.</p>
<p>Und diese geistige Sackgasse ist eines der größten Probleme in den Köpfen der Menschen. Und wir müssen es bewältigen, damit die Menschheit endlich erwachsen werden kann. Das einzige Mittel, welches mir dazu einfällt ist Aufklärung. Nur wie propagiert man diese in unserer Zeit?
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-233-1'>siehe z.B. <a href="http://books.google.com/books?id=BKg-_A4NaQUC&amp;pg=PA214&amp;lpg=PA214&amp;dq=Soziologie+instinkt+bestimmt&amp;source=bl&amp;ots=zNbkB-7h9U&amp;sig=8KaMGPUrlan419BMxmf6UMalYRw&amp;hl=de&amp;ei=sfvQSpK7MIqh_Ab68uHZAg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=4&amp;ved=0CBIQ6AEwAw#v=onepage&amp;q=&amp;f=false" target="_blank">hier</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-233-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-233-2'>Obwohl ich gerade einfach nicht die Stelle finden will. Ich habe es, wenn ich mich recht entsinne, in &#8220;Also sprach Zarathustra&#8221; gelesen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-233-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-233-3'>Ist ja eigentlich auch nicht verwunderlich. Sind wir doch das Tier, welches sich dank seiner Hände auf das Gehirn spezialisieren konnte. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-233-3'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Der Kampf um die Informationsfreiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 10:47:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe seit meiner letzten Erkenntnis zum Thema Informationszeitalter weiter über das Thema nachgedacht. Zuerst einmal fällt auf, dass die Begriffe Informationszeitalter und Informationsgesellschaft das ganze eigentlich nicht greifen. Denn diese Begriffe sind für unserere aktuelle Gesellschaft geprägt worden. Nicht zu Unrecht wird unsere Gesellschaft deshalb auch oft als Übergangs- oder Transformationsgesellschaft bezeichnet. Ich will [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe seit <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/09/die-politische-einstellung-der-piraten-fur-alte-hasen-der-politik-erklaert/" target="_blank">meiner letzten Erkenntnis zum Thema Informationszeitalter</a> weiter über das Thema nachgedacht. Zuerst einmal fällt auf, dass die Begriffe Informationszeitalter und <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Informationsgesellschaft/Aktuell,templateId=renderPrint.psml" target="_blank">Informationsgesellschaft </a>das ganze eigentlich nicht greifen. Denn diese Begriffe sind für unserere aktuelle Gesellschaft geprägt worden. Nicht zu Unrecht wird unsere Gesellschaft deshalb auch oft als Übergangs- oder Transformationsgesellschaft bezeichnet. Ich will aber gerade über das schreiben, was vor uns liegt. Und diese Gesellschaft, die wir erleben könnten, ist eine gänzlich andere Gesellschaft als die jetzige, da die Menschen in ihr ganz anders mit Informationen umgehen (müssen).</p>
<p>Das ganze wird sich an einer der wichtigsten Fragen unserer Zeit, der binäre Gretchenfrage, wie mspro sie so schön nannte, entscheiden. Diese lässt sich zu Informationskontrolle versus Informationsfreiheit kondensieren. Informationsfreiheit bezeichnet hierbei, dass einem Bürger alle möglichen Informationen jederzeit zur Verfügung stehen. <sup class='footnote'><a href='#fn-218-1' id='fnref-218-1'>1</a></sup> Momentan herrscht bei den Mächtigen die Tendenz zur Informationskontrolle vor. Dummerweise gehen bei diesen plumpen Versuchen immer mehr Grundrechte über den Jordan oder werden bis zur Unkenntlichkeit beschnitten.</p>
<p>Um die Beweggründe für diese Vorgehensweise verstehen zu können, muss man sich erst einmal vergegenwärtigen, was ein Leben in der absoluten Informationsfreiheit von einem Menschen abverlangt. Dies ist vor allem erst einmal ein weitaus offener und bewussterer Umgang mit Informationen. Denn wenn man einen riesigen Informationsfluss aus verschiedensten Quellen anzapfen kann, dann tritt immer mehr der Inhalt dieser Informationen in den Vordergrund. Oder anders gesagt: man akzeptiert zuerst alle Informationen an sich um sie dann nach Sinnhaftigkeit, künstlerischen Wert, Aussage, Intention und sonstigen praktischen Kategorien zu ordnen. Die Informationen werden also nicht mehr ideologisch sondern individuell bewertet. Dies erfordert von den Menschen natürlich auch, dass sie sich mehr mit dem Themenfeld der Information auseinandersetzen um diese auch bewerten zu können. Wenn man aber nun jeder Information gleich gegenüber steht, dann resultiert daraus auch, dass man nicht gewisse Informationen als absolute Wahrheit annimmt.</p>
<p>Und gerade das ist der Knackpunkt, weshalb die Internetausdrucker rund um den Globus versuchen, das Netz unter Kontrolle zu bringen. Wir leben in einem politischen System, welches darauf basiert, dass der konform geprägten Masse durch eine Mischung aus <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/09/angst/" target="_blank">Angst</a>, Sex und Hass ihre Meinung in wichtigen Fragen präsentiert, ja quasi diktiert, wird. Das hat die Wahl am letzten Sonntag in erschreckender Weise gezeigt.<sup class='footnote'><a href='#fn-218-2' id='fnref-218-2'>2</a></sup> Aus einer individuellen Wertung der Informationen folgen individuelle Weltbilder, Meinungen und Geschmäcke, kurz gesagt: eine nonkonforme Menschenmenge und somit Bürger, die sich mit den jetzigen Mitteln nicht steuern lassen.</p>
<p>Deshalb mag es einen auch so vor kommen, als würde da die alte Welt verzweifelt versuchen, dass nächste Zeitalter, die nächste Epoche der Menschheitsgeschichte aufzuhalten, ja, am besten nie eintreten zu lassen. Und sie sind dafür bereit alles zu opfern, für das unsere Vorfahren ihr Blut auf den Straßen vergossen haben. Wir müssen uns darüber klar werden, dass die jenigen, die gerade darüber an der Macht sind<sup class='footnote'><a href='#fn-218-3' id='fnref-218-3'>3</a></sup>, die menschliche Evolution mit allen Mitteln verhindert. Die versuchte Internetzensur in den Industrieländern ist nur ein Beispiel dafür.</p>
<p>Dieser Kampf findet nicht mehr auf der Straße statt, er findet in den Köpfen der Menschen statt. Seine Waffen sind nicht Gewehre und Barrikaden sondern Feuilletons, TV-Sendungen, Radiobeiträge und Blogs. Und wir können ihn nur durch Aufklärung gewinnen. Das mag zwar frustrierend langsam von statten gehen, aber ich glaube daran, dass die Zeit für uns arbeiten wird.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-218-1'>Dies ist für uns momentan noch schwer greifbar, ist Informationskontrolle sowie daraus resultierend Informationsvorsprung ein zentrales Moment unserer Selektionsmechanismen und Verwertungsrechte sowie Grundlage in unserem Umgang mit anderen Nationen.  <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-218-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-218-2'>Es wird aber nicht erst seit gestern thematisiert. Interessierten Lesern sei das Studium von Theodor W. Adorno oder John Pilger an das Herz gelegt. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-218-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-218-3'>indem sie die öffentliche Meinung &amp; Vorlieben diktieren <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-218-3'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Die politische Einstellung der Piraten für alte Hasen der Politik erklärt</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 11:36:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, dass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, d<a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-freiheit-die-wir-meinen/" target="_blank">ass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte</a>. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle der Entrüstung, noch ein Interview mit diesem Blatt!<span id="more-194"></span></p>
<p>Ich verstand die Piraten nicht mehr, alte linke Beißreflexe griffen und ein guter Freund diskutierte mit mir über die Vorfälle. Ich führte an, dass dies doch politischer Selbstmord sei (vor allen Dingen so kurz vor der Wahl!!!11elf) und er meinte, dass man für den optimalen Weg mit allen reden müsse. Ich verstand nicht, zweifelte ernsthaft daran, ob ich in dieser Partei am richtigen Fleck bin, ob ich dort hin gehöre und mich auf eine Partei einlassen wollte, deren Vorstand solche Sachen machte. Wussten die denn nicht, dass man mit denen nicht spricht?!? Klar, wenn sie einem im RL übern Weg laufen kann man sich ja durchaus mit denen unterhalten, ich meinte ja schon länger, dieses komische links/rechts Schema hinter mir gelassen zu haben, aber doch nicht offen in den Medien!</p>
<p>Dann <a href="http://mspr0.de/?p=891" target="_blank">schrieb mspro einen klugen Beitrag dazu </a>und ich fing langsam an zu begreifen. Es geht Piraten nicht zuerst um die wichtigen Fragen, die einem als normal politisierter Mensch so unter den Nägeln brennen wie z.B. Ausbeutung, dem klaffenden Unterschieden zwischen Arm und Reich, der Umwelt oder Krieg. Es geht primär um die zentrale Frage dieses Jahrhunderts, die <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/2518-Falscher-Planet,-falsches-Jahrtausend.html" target="_blank">binäre Gretchenfrage</a>: <strong>Wollen wir eine totale Freiheit der Informationen oder den Versuch einer totale Kontrolle sämtlicher Kopiervorgänge? </strong>Diese Frage ist enorm wichtig für unser Leben und sie muss<strong> jetzt</strong> geklärt werden!</p>
<p>Und diese angestrebte totale Freiheit der Informationen führt zwingend dazu dass man <strong>alle Informationen zuerst als gleichwertig akzeptieren muss</strong>, bevor jeder für sich selbst entscheidet, welche Information er/sie/es wie einordnet. Da ist die radikale Konsequenz des Kampfes für Informationsfreiheit und es unterscheidet sich vollkommen von der Politisierung aller, die sich vorher mit Mitte/Rechts/Links identifiziert haben. Das bedeutet nicht, dass sich die Piraten nicht für andere Themen interessieren<sup class='footnote'><a href='#fn-194-1' id='fnref-194-1'>1</a></sup> aber diese zentrale Frage hat definitiv Vorrang. Und manche Fragen, haben sich auch einfach schon für Piraten erledigt, wie z.B. <a href="http://www.anicatha.de/blog/index.php?/archives/700-Die-Piratenpartei-und-die-Frauen.html" target="_blank">die Geschlechterfrage</a>. Es ist auch lange noch nicht allen Mitgliedern der Piratenpartei bewusst, <a href="http://blog.fukami.io/archives/2009/09/18/piratenpartei-gibts-die-wirklich/" target="_blank">manche wollen die Schäfchen auch gerne nach der Wahl wieder in&#8217;s saubere Boot der linken Politik zurück holen</a> ( <em>Heil Kalisti! Heil Eris! Ewig Heil Diskordia!</em> &#8211; Entschuldigung, das wollte ich bei dem Logo immer mal gesagt haben ;)) ). Und natürlich fühlt es sich irgendwie &#8220;hässlich&#8221; an, dieser Gedanke auch &#8220;schlechtes&#8221; Gedankengut neben &#8220;gutem&#8221; existieren zu lassen. Aber dies ist der Preis der Freiheit und keiner hat, um mspro noch mal zu zitieren, gesagt, dass die Freiheit gut riecht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Dieser Politikansatz ist radikal anders als die gewohnten der letzten zwei Jahrhunderte und genau das macht es so schwer für derart politisierte Menschen ihn zu verstehen. Ihn als unwissend, naiv oder gar als Desinteresse an wichtigen politischen Fragen zu bewerten zeugt nur vom Unverständnis des oder der Wertenden.</strong></span></p>
<p>Das begriff ich Vorgestern und ich fand es beschämend wie stark ich doch noch in meiner links-außen Denke stecke &#8211; wo ich doch das links/rechts Denken schon längst hinter mir gelassen glaubte &#8211; aber ich würde es noch viel beschämender finden, wenn ich jetzt nicht von dieser Denke ablassen könnte. Das bedeutet wahrlich nicht, dass ich die Ausbeutung jetzt weniger schlimm finden oder die anderen Fragen vernachlässigen würde, sondern nur, dass ich versuche über den Dingen zu stehen und alle Informationen unvoreingenommen gegenüber zu stehen und mich von alten Vorurteilen zu lösen. Ich halte die Piratenpartei nach wie vor für wichtig und unterstützenswert, merke aber immer mehr, dass es mir nicht zusagt, mich in einer Partei zu organisieren und einzubringen. Nicht nur zuletzt dadurch, dass ich <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/" target="_blank">mir über den Zustand unseres Systems bewusst bin</a> und ich glaube, viele Piraten glauben noch in einen Ausmaß an die Demokratie, <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/nur-dem-gewissen-verpflichtet/" target="_blank">wie meiner einer es schon lange nicht mehr tut</a>. Ich werde jetzt nicht mit pompösen Tamtam austreten, das bewahre ich mir für den Moment auf, in dem auch diese Partei korrupt wird, aber auch nicht wirklich viel in der Partei oder für die Partei tun.</p>
<p>Es ist an der Zeit, dass sich die Bewegung mehr formiert und auch abseits der Parteienlandschaft versucht aufzuklären. Die Frage ist, wie man das heutzutage am besten tut. Ich weiß nicht, ob die Straße da noch das richtige Medium für ist, es wird aber wohl darauf hinaus laufen, denn wir müssen vermehrt die Menschen aufklären, die das Netz noch gar nicht für sich entdeckt haben.</p>
<h3>Philosophische Folgegedanken</h3>
<p>Dies alles zeigt mir mal wieder, dass ich noch gar nicht begriffen habe, was die Informationsgesellschaft eigentlich wirklich ist. Und ich befürchte, ich bin damit wirklich nicht alleine.</p>
<p>Schon heute ist es für einige wenige, den Netizens, immer mehr so, dass wir uns unsere Kultur selbst zusammen suchen aus der Myriade an Kulturschnipseln, die da draußen in der Kultursuppe des Netzes herum schwimmen. Wenn sich diese Tendenz fort setzt, Dann folgt daraus, dass sich innerhalb der Gesellschaft immer mehr schillernde Facetten entwickeln werden, wild zusammen gewürfelte Kulturblasen entstehen und es, gelinde gesagt, sehr unübersichtlich wird. Dies würde es dann auch sehr schwer machen, die große Masse einzuschätzen.</p>
<p>Des weiteren erfordert diese Informationsgesellschaft von ihren Menschen eine weitaus höhere Medienkompetenz und deutlich mehr Fähigkeiten als an die Menschen der Konsumgesellschaft der Moderne. Daraus folgt, dass sich die Menschen wieder mehr bilden müssen, was mich zu der Hoffnung führt, dass sich die breite Masse von der Meinungsmache lösen könnte und wir endlich die wichtigen Probleme angehen könnten, aber diese Hoffnung <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/08/zeit-des-wandels/" target="_blank">habe ich auch schon an anderer Stelle formuliert</a>.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-194-1'>Wobei einem manchmal eine enorme Naivität begegnet was Kapital, Globalisierung und noch viele Fragen mehr betrifft. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-194-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Der fundamentale Irrtum unserer Gesellschaftstheorien</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/09/der-fundamentale-irrtum-unserer-gesellschaftstheorien/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 23:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>

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		<description><![CDATA[In letzter Zeit bin ich, dank Schule &#38; Arbeit, derbe am rotieren und komme deshalb kaum zum schreiben. Nichtsdestotrotz wollte ich, da ich schon einmal angefangen habe, mich zu erklären, den Kerngedanken meines Strebens doch gerne mal fest halten.
Es geht hier um allgemeingültige Überlegungen zu Gesellschaftstheorien sowie Modellen, die Systeme der menschlichen Interaktion beschreiben, wie sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In letzter Zeit bin ich, dank Schule &amp; Arbeit, derbe am rotieren und komme deshalb kaum zum schreiben. Nichtsdestotrotz wollte ich, da ich schon <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/08/in-welcher-gesellschaft-lebe-ich/" target="_blank">einmal angefangen habe, mich zu erklären</a>, den Kerngedanken meines Strebens doch gerne mal fest halten.</em></p>
<p>Es geht hier um allgemeingültige Überlegungen zu Gesellschaftstheorien sowie Modellen, die Systeme der menschlichen Interaktion beschreiben, wie sie z.B. in der Volkswirtschaftslehre vorkommen. Ich habe mir verschiedenste Theorien und Modelle aus diversen politischen Richtungen zu Gemüte geführt und allen folgen diesem Irrtum. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand ein Gegenbeispiel aufführen könnte, aber wahrscheinlich wäre dieses dann kaum noch unter dem Begriff des Modells aufzufassen.<span id="more-170"></span></p>
<h3 style="font-size: 1.17em;">Das Ziel</h3>
<p>Die Ziele der von mir betrachteten Gesellschaftstheorien sind meist ähnlich: Man möchte den Bürgern ein menschenwürdiges Leben in weitesgehender Freiheit gewähren. Das hat jetzt eigentlich nichts direkt mit dem Irrtum zu tun, ich wollt das nur einmal vorher fest halten, weil ich das später noch einmal brauche. Es gibt natürlich auch Theorien und Modelle, bei denen das nicht der Fall ist, aber alle haben ein Problem gemeinsam:</p>
<h3 style="font-size: 1.17em;">Das Dilemma</h3>
<p>Menschen sind furchtbar kompliziert und ihr Verhalten schwer voraus zu sagen, besonders dann, wenn sie einen hohen Bildungsstand aufweisen und sich sozial engagieren. Die Grundlage auf der wir unser Verhalten begründen und wie wir Entscheidung fällen wirft uns immer noch viele Fragen auf.</p>
<h3 style="font-size: 1.17em;">Die (vermeintliche) Lösung</h3>
<p>Der eifrige Theoretiker, dem es hauptsächlich darum geht seine Theorie an den Mann oder die Frau zu bringen greift deshalb zu den abenteuerlichsten Mitteln. So geht die klassische Mikroökonomie<sup class='footnote'><a href='#fn-170-1' id='fnref-170-1'>1</a></sup> wie auch die <a title="Wikipedia zu Makroökonomie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Makroökonomie" target="_blank">Makroökonomie</a>, die ich gelehrt bekam, der Einfachheit halber von &#8220;rational&#8221; handelnden Individuen aus, aber auch <a title="Wikipedia zu Locke" href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Locke" target="_blank">Locke</a> greift <a title="Second Treaties of Government beim Gutenberg Projekt" href="http://www.gutenberg.org/dirs/etext05/trgov10h.htm" target="_blank">auf diesen Kniff zurück</a>.</p>
<p>Das mag auf den ersten Blick ganz einleuchtend wirken. Man kann so recht einfach die Gültigkeit seiner Theorie und einzelner Phänomene &#8220;belegen&#8221;. Problematisch wird das ganze allerdings, wenn man aufgrund der so erstellten Modelle Rückschlüsse für die Realität zieht. So ist der unsägliche Irrglauben der Makroökonomie, dass einem Wirtschaftswachstum auch zu steigenden Beschäftigungszahlen auf ein Modell zurück zu führen, welches schlicht zu simpel angelegt ist und wichtige Faktoren ausblendet.</p>
<p>Wenn es nun um Gesellschaftstheorien geht, tritt das schwer zu meisternde Dilemma noch viel stärker in den Vordergrund. Hier will man zeigen, dass die Umsetzung der eigenen Theorie von Erfolg gekrönt sein wird, da sich die Menschen wie gewünscht verhalten werden. Dazu gehen alle von einer einfachen Regel aus:</p>
<blockquote><p>Wenn ich die Spielregeln für alle Induviduen nach den Prinzipien X gestalte, dann ist es für diese logisch sich nach der Art/den Arten Y zu verhalten.</p></blockquote>
<p>Auf den ersten Blick leuchtet das ja vielleicht noch ein. Aber man sollte sich dessen bewusst sein, dass es sich hier um Menschen handelt und da entwickelt sich das große Spiel des Lebens unter den Mitgliedern der Gesellschaft. Denn, und davon bin ich überzeugt, der Mensch ist ein <strong>Kulturwesen </strong>oder, anders formuliert, Menschen werden bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung entscheidend von der ihnen durch Familie, Bildungsinstitutionen und Bezugsgruppen vermittelten Kultur geprägt. Das ist jetzt nichts neues, wenn man sich mal ein wenig mit Soziologie beschäftigt hat. Nur ist daraus noch nie so wirklich Konsequenz gezogen worden, wenn es um Gesellschaftstheorien ging.</p>
<p>Anzumerken ist hierbei, dass meine Definition von Kultur weitaus mehr meint als bloße Kunst. Sie beschreibt diese Mischung aus Werten, Normen, Weltbild, Kunst, Geschichte, Philosophie und &#8211; im schlimmste Fall &#8211; Religion, die uns prägt. Ich gebe zu, dass dies Wort nicht perfekt gewählt ist, mir ist bis jetzt aber kein besseres dafür eingefallen. Ich wäre erfreut, wenn mir jemand ein besseres vorschlagen könnte.</p>
<p>Sicherlich, man kann auch später noch neue kulturellen Werte und Ideale annehmen oder entwickeln. Aber das ist immer schwer und wirklich tiefgreifende Veränderungen umzusetzen erfordert sehr viel Selbstdisziplin.<sup class='footnote'><a href='#fn-170-2' id='fnref-170-2'>2</a></sup> Doch hat das letzte Jahrhundert sehr eindrucksvoll gezeigt, dass die besten Ideen nicht funktionieren, wenn die Menschen, die sie Leben, nicht dahinter stehen. Jetzt mal ganz dessen ungeachtet, dass die Diktatur des Proletariats an sich schon eine ziemlich dumme Idee ist<sup class='footnote'><a href='#fn-170-3' id='fnref-170-3'>3</a></sup>, war die Korruption, die sich schon zu Beginn der russischen Revolution zeigte, sehr Beispielhaft .</p>
<h3 style="font-size: 1.17em;">Evolution statt Revolution!</h3>
<p>Deshalb bedarf es, meiner bescheidenen Meinung nach, eines neuen Ansatzes bei der Formulierung von Utopien. Anstatt sich (durchaus richtige und wichtige) Gedanken um Regierungsapparat, Gewaltenteilung, Rechtswesen etc. zu machen, ist es an der Zeit sich damit zu beschäftigen, wie wir unsere Kultur derart weiter entwickeln können, dass alle Mitglieder ohne äußeren Zwang friedlich zusammen leben wollen. Ich denke, dass wir erst dann friedlich, nachhaltig wirkend und ernsthaft effizient zusammenleben können, wenn wir jenen äußeren Zwang durch Gewaltmonopol und Gesetzesapparat, der momentan leider erforderlich ist, in die Köpfe der Menschen verlegt haben, auf dass diese merkwürdigen Regeln, die nie so richtig passen wollen, nicht mehr benötigen. Anders, mit Hilfe der Spieltheorie, formuliert: Unsere Kultur muss sich derart verändern, dass es für alle Spieler die beste Strategie ist, sich altruistisch zu verhalten.</p>
<p>Es liegt noch viel Weg vor uns. Eine zweite Aufklärung, eine Aufklärung, die wirklich Wissenschaft, Kunst und Philosophie unter das Volk bringt und von den Mythen der letzten Jahrtausenden befreit, ist von Nöten. Wir müssen uns dabei bewusst sein, dass diese von denen, die momentan die Meinung diktieren,<sup class='footnote'><a href='#fn-170-4' id='fnref-170-4'>4</a></sup> höchstwahrscheinlich nicht gewünscht ist. Es wäre wünschenswert, wenn man jene überzeugen könnte, aber ich denke, damit ist frühestens nach einem Generationenwechsel zu rechnen.</p>
<p>Uns kann keine gewaltsame Revolution aus unserer Misere befreien. Dass einzige was wirklich helfen wird ist eine Evolution hinaus aus diesem Sumpf der Kinderzeit unserer Spezies, dem sich ständig wiederholenden Spiel von emotionaler Kontrolle, Ausbeutung und Zerstörung hin zu einer vernünftigen und seines Wesens bewussten Zeit, in der man unsere Spezies langsam als erwachsen bezeichnen könnte.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-170-1'>Die klassische <a title="Wikipedia zur Mikroökonomie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mikroökonomie" target="_blank">Mikroökonomie</a> ist das vorherrschende Glaubensmodell der marktradikalen Wirtschaftsweisen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-170-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-170-2'>Das erlebe ich selbst seit längerem an meiner Entwicklung. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-170-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-170-3'>irgendwie kann mir die Logik hinter den Gedanken Marx uns Engels nicht einleuchten. Erst alle Gleichschalten und ihnen dann die totale Freiheit geben. Wer will die dann noch?!? <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-170-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-170-4'>da die Masse so erzogen wird, dass sie sich die Meinung diktieren lässt <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-170-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<item>
		<title>Oh Nietzsche,,,</title>
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		<pubDate>Mon, 10 Aug 2009 00:07:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe gerade Nietzsche gelesen, jenen großen Geist durchzogen von Verbitterung, Enttäuschung und Hass. Aber auch er hat Hoffnung, sonst hätte er diese Zeilen nicht geschrieben und in einem anstrengenden Aufwand zur Veröffentlichung gebracht.
Und ich habe nicht irgendwas von ihm gelesen, sondern jenen Abschnitt aus “Also sprach Zaratustra” den man mit “seht, ich lehre euch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe gerade <strong><a title="Wikipedia zu Nietzsche" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich_Nietzsche" target="_blank">Nietzsche</a></strong> gelesen, jenen großen Geist durchzogen von Verbitterung, Enttäuschung und Hass. Aber auch er hat Hoffnung, sonst hätte er diese Zeilen nicht geschrieben und in einem anstrengenden Aufwand zur Veröffentlichung gebracht.</p>
<p>Und ich habe nicht irgendwas von ihm gelesen, sondern jenen Abschnitt aus <a title="Das Buch beim Gutenberg-Projekt" href="http://www.gutenberg.org/etext/7205" target="_blank">“Also sprach Zaratustra”</a> den man mit “seht, ich lehre euch den Übermenschen” betiteln könnte.</p>
<p>Es war nicht das erste Mal, dass ich dies las, und es erfreut mich immer wieder. Denn er spricht vom Wandel, vom nötigen Wandel. Vom Wandel zum “Übermenschen”. Dieses Thema ist Heute, an dem Zeitpunkt, an dem sich so vieles ändern muss, aktueller denn je.<span id="more-124"></span></p>
<p>Leider hat er dies in einer, für einen Philosophen, sehr untypischen Art und Weise verpackt. Und ärgerlicherweise konnte sein Werk dadurch auch von jenen umgedeutet<sup><a id="fnref-129-1" href="#fn-129-1">1</a></sup> werden, die in ihrer Diktatur definitiv keine selbst entwickelten Werte haben wollten. Ich habe mich schon oft gefragt, warum er solch eine Angst hatte, auf dass er nicht deutlicher gesprochen hat. Vielleicht werde ich mir sogar irgendwann darüber klar werden.</p>
<p>Aber zurück zu seinem Werk.</p>
<blockquote><p>Ich lehre euch den Übermenschen. Der Mensch ist etwas, das überwunden werden soll. Was habt ihr getan, ihn zu überwinden?</p>
<p>Alle Wesen bisher schufen etwa über sich hinaus: und ihr wollt die Ebbe dieser großen Flut sein und lieber noch zum Tiere zurückgehn, als den Menschen überwinden?</p></blockquote>
<p>Zuerste einmal zum Übermenschen: Der Übermensch ist ein zentraler Begriff dieses Buches. Es steht für einen Menschen, der die alten überlieferten Werte abgelegt, sich quasi vom Ballast der von Mystik und Religion verklärten Jahrtausende befreit, hat um sich selbst neue Werte, Ideale &amp; Normen zu entwickeln. Diese mögen für die Menschen des “alten” Schlages sehr befremdlich erscheinen, wahrscheinlich sogar amoralisch.</p>
<p>Diese Überwindung ist aus mehreren Gründen notwendig. Zum einen werden wir erst dann in einer Gesellschaft leben können, die uns unsere Freiheit gewährt ohne uns dabei zu unterdrücken, wenn wir den momentan leider notwendigen äußeren Druck der Statsgewalt in die Köpfe der Menschen bekommen. Wobei ich hier anmerken möchte, dass ich kein großer Freund von Druck und Zwang bin und auch nicht glaube, dass es helfen würde, wenn man jetzt z.B. jeden Menschen ein Gerät einbaut, welches die Gedanken und das Tun seines Opfers kontrolliert (um gleich mal die schlimmste Auslegung vorwegzunehmen ;) ). Ich bin inzwischen zu der Einsicht gelangt, das all diesen “Ismen”<sup><a id="fnref-129-2" href="#fn-129-2">2</a></sup> <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/09/der-fundamentale-irrtum-unserer-gesellschaftstheorien/" target="_blank">der grundlegende Makel anhaftet, dass sie verschen, die Menschen einer Gesellschaft durch äußere Einflüsse und Organisation zu verändern.</a> Diese Vorgehensweise übersieht vollkommen einen wichtigen Aspekt der menschlichen Natur, ist aber, in Anbetracht der Zeiten, in der diese Theorien entstanden, durchaus verständlich. Zum anderen ist es nicht einzusehen, warum wir uns nicht von unserer jetzigen Stand der geistigen Degeneration weiter entwickeln sollten, wenn wir doch zu so viel mehr in der Lage sind.</p>
<p>In anderen Worten beschrieben: Der Mensch muss sich von seinem alten Weltbild lösen, damit er seine Bestimung erfüllen und sich zum Übermenschen weiterentwickeln kann. Dies ist ein langsamer, anstrengender Schritt, den man auch ganz gut an einem anderen Zitat aus demselben Buche erkennen kann:</p>
<blockquote><p>Der Mensch ist ein Seil gespannt zwischen Tier und Übermensch.</p></blockquote>
<p>Doch es geht ihm um mehr als die reine Fesstellung, dass man sich irgendwo auf dieser gedachten Stelle definieren kann bzw. von seiner Sozialisation definiert wird. Wie jeder guter Denker, der sich ein bisschen mit Menschen beschäftigt hat, weiß er, dass sich die Menschen in einer Gesellschaft beileibe nicht alle auf dem selben Entwicklungsstand befinden. Da gibt es einige, die sind mit ihrem Gedankengut und Wesen in vergangenen Zeiten verwurzelt, die breite Masse, die definiert, was als Normalität betrachtet wird und dann noch ein paar wenige, die vorraus denken<sup><a id="fnref-129-3" href="#fn-129-3">3</a></sup>. Diese sind meist nonkonform und umstritten. Denn an diesen Konflikten entwickelt sich eine Gemeinschaft.</p>
<p>Wenn die Zahl der nonkonformen Menschen aber in einer Gesellschaft abnimmt, dann droht die Entwicklung eben jener stehen bleiben und als letzte Konsequenz stagniert die Gesellschaft. Und, da stimme ich ausnahmsweise mal mit unserem Wirtschaftsweisen überein, Stillstand bedeutet Verfall. Abstruserweise ist aber schon seit längeren ein Trend zur Konformität auf breiter Gesellschaftlicher Basis zu erkennen. Sicherlich, eine wirklich “deutsche”<sup><a id="fnref-129-4" href="#fn-129-4">4</a></sup> Lebensweise ist so nicht mehr zu betrachten, da sich die Gesellschaft immer mehr in Splittergruppen aufteilt und verliert. Doch durch all diese ist, trotz aller Unterschiede, eine Schnittmenge an Werten &amp; Normen zu betrachten. Eine Überhand nehmende Konformität ist also sehr schlecht für eine Gesellschaft.</p>
<p>Nichtdestotrotz fördern wir in letzter Zeit massiv Konformität in unserer Gesellschaft. Natürlich nicht wirklich bewußt. Aber es ist eine Tatsache, dass eine permanente Überwachung Konformität fördert. Wenn man sich anschaut, was wir heutzutage mit dem großen Lauschangriff und der Vorratsdatenspeicherung schon an Überwachung haben, dann möcht ich eigentlich gar nicht wissen, wohin das noch alles führen könnte. Noch ein Grund mehr, dagegen anzukämpfen. Noch ein Grund mehr, um die Massen aufzuklären!</p>
<div class="footnotes">
<ol>
<li id="fn-129-1">bzw. anders gedeutet werden, als ich und viele andere Philosophen ihn verstehen <span class="footnotereverse"><a href="#fnref-129-1">↩</a></span></li>
<li id="fn-129-2">Wie ich sie gerne nenne. <span class="footnotereverse"><a href="#fnref-129-2">↩</a></span></li>
<li id="fn-129-3">und eben jene sind auch seine Zielgruppe. Wer macht sich auch sonst die Mühe, seine Schriften zu ergründen? ;)  <span class="footnotereverse"><a href="#fnref-129-3">↩</a></span></li>
<li id="fn-129-4">um jetzt mal bei meinem Heimatland zu bleiben, in anderen Industriestaaten lässt sich das auch ganz gut betrachten <span class="footnotereverse"><a href="#fnref-129-4">↩</a></span></li>
</ol>
</div>
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