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	<title>acidblog &#187; Politik</title>
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	<description>Nachdenkliches aus dem Sprawl</description>
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		<title>Betrachtungen der Nacht</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 23:59:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Betrachtungen der Nacht]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich gehe nach Hause. Ganz natürlicherweise durch Seitenstraßen. Auf dem Weg drängt sich ein Satz an meine Ohren: &#8220;Das dauert ja noch eine Weile, bis wir Weltmeister sind,&#8221; Wir?
Ich biege ab, gehe auf eine Hauptstraße zu. Eine Gruppe betrunkener junger Erwachsener zieht auf dieser vorbei, Parolen skandierend. Einige in Fahnen gewickelt, andere solche schwenkend. Laut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich gehe nach Hause. Ganz natürlicherweise durch Seitenstraßen. Auf dem Weg drängt sich ein Satz an meine Ohren: &#8220;Das dauert ja noch eine Weile, bis wir Weltmeister sind,&#8221; Wir?</p>
<p>Ich biege ab, gehe auf eine Hauptstraße zu. Eine Gruppe betrunkener junger Erwachsener zieht auf dieser vorbei, Parolen skandierend. Einige in Fahnen gewickelt, andere solche schwenkend. Laut und deutlich rufen sie: &#8220;Wir sind Deutschland! Wir sind &#8230;&#8221;</p>
<p>Seid ihr das? Bin ich das etwa auch? Ist das nicht ein abstrakte Gebilde, dessen Souverän <strong>wir alle </strong>sein sollten, welches dazu dient sich von anderen, dem unseren ähnlichen, Gebilden abzugrenzen?</p>
<p>Aber <em>wir</em> sind ja wieder wer. Wiedervereint, wieder dabei im Kriegsspiel der Mächtigen, wieder eine wirtschaftlich bedeutende Nation, wieder Mal gelähmt durch einen ziellosen &amp; planfreien Politikzirkus vor einem desinteressierten Publikum. Da kann man schon zur passenden Gelegenheit den Patriotismus wieder auf dem Schutzbunker lassen!<br />
Denke ich mir, als ich die Hauptstraße kreuze und auf einen Tunnel zusteuere.</p>
<p>Denn, da wird kein Stürmer besungen, der die Tore machte, keine Abwehr bewundert, die die Vorarbeit leistete, kein Torwart geehrt, der die gegnerischen Torchancen zu nichte machte und kein Trainer geachtet, der das Profiteam so zusammenschweiste, dass es reibungslos arbeiten konnte.</p>
<p>Nein, des Pöbels Stimme verkündet eine andere Botschaft und das wird umso deutlicher, als ich eine andere Hauptstraße überquere und mein Blick, angelockt durch den Lärm, auf die Hauptkreuzung dieses größten Dorfes in unserem Lande gelenkt wird.</p>
<p>Saufen, johlen, kreischen, Fahnen schwenken, Deutschland rufen. Anschließend, oder auch während dessen, mit dem Auto viel zu schnell durch die Straßen jagen und das restliche Volk hupend informieren, damit es auch der letzte mit bekomme.</p>
<p>Die Polizei steht daneben, bemüht, einen Teil des Verkehrsflusses zu gewährleisten und ja nicht zu genau bei den ausgelassen Feiernden hin zu schauen. Unsere Ordnungshüter, die einen Abends um 9 auf den Paderwiesen aufsuchen, weil man mit zwei Didgeridoos die Ruhe neben der befahrenen Hauptverkehrsstraße stören könnte, gewähren den biederen, angepassten jungen Leuten um Mitternacht vor einen Arbeitstag auf der Straße zu feiern.</p>
<p>Denk ich an Deutschland in der Nacht&#8230;</p>
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		<title>Das Leben, mein Kind</title>
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		<pubDate>Sun, 27 Dec 2009 15:03:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alttextrecycling]]></category>
		<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich hab immer noch zu viel um die Ohren, arbeite meist zu lange und bin dann zu ausgebrannt, um noch viel zu schreiben. Aber folgenden Text fand ich gestern beim  bergen einer alten Festplatte. Es ist ein Post von vor ein paar Jahren aus einem alten Stammforum von mir, weiß leider nicht mehr genau, wer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich hab immer noch zu viel um die Ohren, arbeite meist zu lange und bin dann zu ausgebrannt, um noch viel zu schreiben. Aber folgenden Text fand ich gestern beim  bergen einer alten Festplatte. Es ist ein Post von vor ein paar Jahren aus einem alten Stammforum von mir, weiß leider nicht mehr genau, wer es gepostet hatte. Ich habe den Text so gelassen, wie ich ihn gesichert hatte, und nur die Rechtschreibung korrigiert (was ich so auf den ersten Blick gesehen habe ;) ). Viel Vergnügen beim Lesen, er passt  zur Jahreszeit und ist wunderschön zu lesen.</em></p>
<blockquote><p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em></p>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die Schlange ist unglaublich lang.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. und die Schlange geht schon durch den halben riesenladen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">verdammt!!!</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. verloren, wuerd ich sagen. vor mir steht ein altes omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">&#8220;kkasuhf jsuuhf ajytnnj?&#8221; ich gucke doof. &#8220;Jag inte talar swenska&#8221;,</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">der gut trainierte Satz. sie guckt mcih an, lächelt und fragt auf englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. ich gucke verdutzt, aber, cih bin ja hier in Schweden, hier ist alles besser, alte damen sprechen Englisch, und ich behjahe froh. &#8220;Are you from England?&#8221; &#8220;no, I*m from Tyskland&#8221;. &#8220;Oh!!! Deutschland!! wie schön! &#8221; &#8220;Sie sprechen deutsch!&#8221; jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! &#8220;Mein Mann war Deutscher. ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum arbeiten. die brauchen ja Qualifizierte Leute aus Schweden.&#8221;</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer Leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen Hessischem akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im laufe unseres Gespräches wird es besser.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">&#8220;Ernst war aus Frankfurt, aber das war ihm zu gross. ich ahbe ihn kennengelernt, da war ich 16. in Kassel, da war er 22. das war im Krieg. wir haben geheiratet.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">er hat sich in Schweden verliebt, wir waren hier mal im Urlaub, bei meinen Eltern. nach dem Krieg wollten wir hierher kommen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">nach Kalmar. ich bin hier geboren, in småland, ja. und es war Herbst, fast wie jetzt. 40 war das. er hatte eine Spediton. und dann hat er den ersten Politischen rausgebracht. und danach noch einen. und noch einen. Juden, ganze Familien. nie ist er erwischt worden, aber ich hatte Angst. weisst du was das ist, Kind, Angst zu haben? so richtig? Oh, das war schlimm. die Angst war das Schlimsmte. ich war ja ncoh so jung. und geliebt habe ich ihn den Ernst.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ich mag die Deutschen. nciht alle, aber viele Schweden sagen die Deutschen seien Nazis. das stimmt nicht, es gibt auch gute Deutsche. mein Ernst war gut. ein guter Mensch. zu gut. 44 Haben sie ihn geschnappt.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die Nazis.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ich ahbe ihn gefragt, als er nochnicht im KZ war, oder wo imer sie ihn hingebracht haben, Ernst, habe ich ihn gefragt, Warum amchst du das? du setzt doch dein Leben aufs Spiel, und meins gleich mit.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Weil ich die Deutschen liebe, weil ich unsere Kultur liebe, hat er gesagt. weil diese Babaren, diese braunen Schweine unser Land zerstören. alle Kultur. alles gute. Alles ist nur ncoh Hass. und es muss einen geben der was dagegen amcht. Ja, so war er. er war zu gut fuer diese Welt, und ich bin zurueck nach Schweden, und einmal im Monat war er bei mir und hat die Juden und die Politischen hergebracht. ich weiss nciht wie.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">er hat es gemacht.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Manchmal, mein Kind, da denke ich, oh, da denke ich, hätte er das doch nciht gemacht, das sind kurze augenblicke, warum gerade ich, weisst du, aber dann schäme ich mich, denke an all die menschen die er gerettet hat, darf man Leben gegen Leben aufrechenen denke ich dann, aber ich tue es dann,. weil es ein bisschen hilft, er ist fuer seine sache gestorben, und er hat sovielen geholfen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Seinen Bruder den haben sie auch umgebracht. der hat nciht aufgepasst. der war ein guter Mensch. Peter. 2 Jahre juenger als der Ernst war er, und er liebte Männer. das war ja damals eine Krankheit.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">verstanden habe ich das nie. es ist ja nichts perverses, er liebte ja keine kleinen jungen sondern richtige Männer. oh, -Sie kichert leisde- ein paar von denen hätten mir auch gefallen, und dann haben sie ihn gekrigt und vergast, die nazis.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ich hatte all diese Träume, mein Kind, als ich so jung war wie du. wie alt bist du? ja&#8230; so jung war ich auch mal. glaubst* du*s? und was habe ich gedacht, was wuerde ich machen mit meinem Leben, mein gott, kindchen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Ach, Gott, der&#8230; ich habe ja gedach das er da irgendwo rumschwirrt. aber wer gesehen hat was ich gesehen habe, mein kind, als Rotkreutsschwester, im Krieg, und wer soviele sterben gesehen hat, und wer seinen mann verloren hat wie ich, der hat keinen Gott mehr, der findet im Gebet kein Trost mehr.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Gott ist was privates. ich habe keinen. du?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">na, hätte ich auch nicht gedacht.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Nein, mein Kind, und dann fange ich an zu reisen, wenn der Krieg zu Ende war, cih habe den Hof verkauft, was sollte ich damit, meine juengere Schwester habe ich gut verheiratet, sie ist aber auchschon tot. geblieben bin nur ich. in meiner kleinen wohnung. und ich bin voller erinnerungen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">ich war an vielen Orten. cih hatte ja das Geld.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Vor 4 Jahren war ich wieder in Kassel. es hat sich verändert. warst du schonmal in Kassel?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">oh ja. und der Herkules.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Oh, ich mag es deutsch zu sprechen, ich hätte nicht gedacht dass ich ncohmal deutsch sprechen könnte.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">es ist eine so schöne sprache, viel besser als das schwedische. auch wenn schweden schöner ist. was meinst du?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">bis hier habe ich ihr ihre einkäufe anch hause getragen,und von ihr die obligatorischen zimtschnecken serviert bekommen, habe ihren worten gelauscht und ab und zu etwas gesagt.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">ich ahbe meine kommentare nciht mit aufgeschrieben weil die nciht relevant sind.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">ich hoffe das gehört hier her, wenn nciht bitte verschieben /löschen. ich finde es nur intressant, die ansichten einer alten schwedin.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Alles Liebe Rolfka</div>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Die Schlange ist unglaublich lang.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. Und die Schlange geht schon durch den halben riesigen Laden.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Verdammt!!!</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. Verloren, würd ich sagen. Vor mir steht ein altes Omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">&#8220;kkasuhf jsuuhf ajytnnj?&#8221; ich gucke doof. &#8220;Jag inte talar swenska&#8221;,</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Der gut trainierte Satz. sie guckt mich an, lächelt und fragt auf Englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. Ich gucke verdutzt, aber, ich bin ja hier in Schweden. Hier ist alles besser, alte Damen sprechen Englisch, und ich bejahe froh. &#8220;Are you from England?&#8221; &#8220;No, I&#8217;m from Tyskland.&#8221; &#8220;Oh!!! Deutschland!! wie schön! Sie sprechen Deutsch!&#8221; Jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! &#8220;Mein Mann war Deutscher. Ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum Arbeiten. Die brauchen ja qualifizierte Leute aus Schweden.&#8221;</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen hessischem Akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im Laufe unseres Gespräches wird es besser.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><span id="more-266"></span><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">&#8220;Ernst war aus Frankfurt, aber das war ihm zu gross. Ich habe ihn kennengelernt, da war ich 16. In Kassel, da war er 22. Das war im Krieg. wir haben geheiratet.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Er hat sich in Schweden verliebt, wir waren hier mal im Urlaub, bei meinen Eltern. Nach dem Krieg wollten wir hierher kommen.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Nach Kalmar. ich bin hier geboren, in Småland, ja. Und es war Herbst, fast wie jetzt. 40 war das. Er hatte eine Spediton. Und dann hat er den ersten Politischen rausgebracht. Und danach noch einen. Und noch einen. Juden, ganze Familien. Nie ist er erwischt worden, aber ich hatte Angst. Weisst du was das ist, Kind, Angst zu haben? So richtig? Oh, das war schlimm. Die Angst war das Schlimmste. Ich war ja noch so jung. Und geliebt habe ich ihn, den Ernst.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich mag die Deutschen. Nicht alle, aber viele, Schweden sagen die Deutschen seien Nazis. Das stimmt nicht. Es gibt auch gute Deutsche. Mein Ernst war gut. Ein guter Mensch. Uu gut. 44 Haben sie ihn geschnappt.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Die Nazis.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich habe ihn gefragt, als er noch nicht im KZ war, oder wo immer sie ihn hingebracht haben. Ernst, habe ich ihn gefragt, Warum machst du das? Du setzt doch dein Leben aufs Spiel, und meins gleich mit.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Weil ich die Deutschen liebe, weil ich unsere Kultur liebe, hat er gesagt. Weil diese Babaren, diese braunen Schweine unser Land zerstören. Alle Kultur. Alles gute. Alles ist nur noch Hass. Und es muss einen geben der was dagegen macht. Ja, so war er. Er war zu gut fuer diese Welt, und ich bin zurück nach Schweden, und einmal im Monat war er bei mir und hat die Juden und die Politischen hergebracht. ich weiss nicht wie.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Er hat es gemacht.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Manchmal, mein Kind, da denke ich, oh, da denke ich, hätte er das doch nicht gemacht. Das sind kurze Augenblicke. Warum gerade ich, weisst du? Aber dann schäme ich mich, denke an all die Menschen, die er gerettet hat. &#8220;Darf man Leben gegen Leben aufrechnen?&#8221; denke ich dann. Aber ich tue es dann, weil es ein bisschen hilft. Er ist fuer seine Sache gestorben, und er hat so vielen geholfen.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Seinen Bruder, den haben sie auch umgebracht. Der hat nicht aufgepasst. Der war ein guter Mensch. Peter. 2 Jahre jünger als der Ernst war er. Und er liebte Männer. das war ja damals eine Krankheit.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Verstanden habe ich das nie. Es ist ja nichts perverses. Er liebte ja keine kleinen Jungen sondern richtige Männer. Oh, -sie kichert leise &#8211; ein paar von denen hätten mir auch gefallen. Und dann haben sie ihn gekriegt und vergast, die Nazis.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich hatte all diese Träume, mein Kind, als ich so jung war wie du. wie alt bist du?  Ja&#8230; so jung war ich auch mal. Glaubst du&#8217;s? Und was habe ich gedacht, was würde ich machen mit meinem Leben, mein Gott, Kindchen.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ach, Gott, der&#8230; ich habe ja gedacht, dass er da irgendwo rumschwirrt. Aber wer gesehen hat, was ich gesehen habe, mein Kind, als Rotkreutzschwester, im Krieg, und wer so viele sterben gesehen hat, und wer seinen Mann verloren hat, wie ich, der hat keinen Gott mehr, der findet im Gebet kein Trost mehr.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Gott ist was privates. Ich habe keinen. Du?</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Na, hätte ich auch nicht gedacht.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Nein, mein Kind, und dann fange ich an zu reisen, wenn der Krieg zu Ende war, ich habe den Hof verkauft. Was sollte ich damit? Meine juengere Schwester habe ich gut verheiratet, sie ist aber auch schon tot. Geblieben bin nur ich. In meiner kleinen wohnung. Und ich bin voller erinnerungen.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich war an vielen Orten. Ich hatte ja das Geld.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Vor 4 Jahren war ich wieder in Kassel. Es hat sich verändert. Warst du schonmal in Kassel?</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Oh ja. Und der Herkules.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Oh, ich mag es, Deutsch zu sprechen, ich hätte nicht gedacht dass ich nochmal deutsch sprechen könnte.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Es ist eine so schöne Sprache, viel besser als das Schwedische. auch wenn schweden schöner ist. Was meinst du?</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">&#8230;</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Bis hier habe ich ihr ihre Einkäufe nach Hause getragen und von ihr die obligatorischen Zimtschnecken serviert bekommen, habe ihren Worten gelauscht und ab und zu etwas gesagt.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">ich habe meine Kommentare nicht mit aufgeschrieben, weil die nicht relevant sind.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;"><br />
</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Ich hoffe das gehört hier her, wenn nicht bitte verschieben /löschen. Ich finde es nur interessant, die Ansichten einer alten Schwedin.</span></p></blockquote>
<blockquote><p><span style="font-style: normal;">Alles Liebe Rolfka</span></p></blockquote>
<p></em></p></blockquote>
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		<title>Die politische Einstellung der Piraten für alte Hasen der Politik erklärt</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/09/die-politische-einstellung-der-piraten-fur-alte-hasen-der-politik-erklaert/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 11:36:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, dass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, d<a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-freiheit-die-wir-meinen/" target="_blank">ass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte</a>. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle der Entrüstung, noch ein Interview mit diesem Blatt!<span id="more-194"></span></p>
<p>Ich verstand die Piraten nicht mehr, alte linke Beißreflexe griffen und ein guter Freund diskutierte mit mir über die Vorfälle. Ich führte an, dass dies doch politischer Selbstmord sei (vor allen Dingen so kurz vor der Wahl!!!11elf) und er meinte, dass man für den optimalen Weg mit allen reden müsse. Ich verstand nicht, zweifelte ernsthaft daran, ob ich in dieser Partei am richtigen Fleck bin, ob ich dort hin gehöre und mich auf eine Partei einlassen wollte, deren Vorstand solche Sachen machte. Wussten die denn nicht, dass man mit denen nicht spricht?!? Klar, wenn sie einem im RL übern Weg laufen kann man sich ja durchaus mit denen unterhalten, ich meinte ja schon länger, dieses komische links/rechts Schema hinter mir gelassen zu haben, aber doch nicht offen in den Medien!</p>
<p>Dann <a href="http://mspr0.de/?p=891" target="_blank">schrieb mspro einen klugen Beitrag dazu </a>und ich fing langsam an zu begreifen. Es geht Piraten nicht zuerst um die wichtigen Fragen, die einem als normal politisierter Mensch so unter den Nägeln brennen wie z.B. Ausbeutung, dem klaffenden Unterschieden zwischen Arm und Reich, der Umwelt oder Krieg. Es geht primär um die zentrale Frage dieses Jahrhunderts, die <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/2518-Falscher-Planet,-falsches-Jahrtausend.html" target="_blank">binäre Gretchenfrage</a>: <strong>Wollen wir eine totale Freiheit der Informationen oder den Versuch einer totale Kontrolle sämtlicher Kopiervorgänge? </strong>Diese Frage ist enorm wichtig für unser Leben und sie muss<strong> jetzt</strong> geklärt werden!</p>
<p>Und diese angestrebte totale Freiheit der Informationen führt zwingend dazu dass man <strong>alle Informationen zuerst als gleichwertig akzeptieren muss</strong>, bevor jeder für sich selbst entscheidet, welche Information er/sie/es wie einordnet. Da ist die radikale Konsequenz des Kampfes für Informationsfreiheit und es unterscheidet sich vollkommen von der Politisierung aller, die sich vorher mit Mitte/Rechts/Links identifiziert haben. Das bedeutet nicht, dass sich die Piraten nicht für andere Themen interessieren<sup class='footnote'><a href='#fn-194-1' id='fnref-194-1'>1</a></sup> aber diese zentrale Frage hat definitiv Vorrang. Und manche Fragen, haben sich auch einfach schon für Piraten erledigt, wie z.B. <a href="http://www.anicatha.de/blog/index.php?/archives/700-Die-Piratenpartei-und-die-Frauen.html" target="_blank">die Geschlechterfrage</a>. Es ist auch lange noch nicht allen Mitgliedern der Piratenpartei bewusst, <a href="http://blog.fukami.io/archives/2009/09/18/piratenpartei-gibts-die-wirklich/" target="_blank">manche wollen die Schäfchen auch gerne nach der Wahl wieder in&#8217;s saubere Boot der linken Politik zurück holen</a> ( <em>Heil Kalisti! Heil Eris! Ewig Heil Diskordia!</em> &#8211; Entschuldigung, das wollte ich bei dem Logo immer mal gesagt haben ;)) ). Und natürlich fühlt es sich irgendwie &#8220;hässlich&#8221; an, dieser Gedanke auch &#8220;schlechtes&#8221; Gedankengut neben &#8220;gutem&#8221; existieren zu lassen. Aber dies ist der Preis der Freiheit und keiner hat, um mspro noch mal zu zitieren, gesagt, dass die Freiheit gut riecht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Dieser Politikansatz ist radikal anders als die gewohnten der letzten zwei Jahrhunderte und genau das macht es so schwer für derart politisierte Menschen ihn zu verstehen. Ihn als unwissend, naiv oder gar als Desinteresse an wichtigen politischen Fragen zu bewerten zeugt nur vom Unverständnis des oder der Wertenden.</strong></span></p>
<p>Das begriff ich Vorgestern und ich fand es beschämend wie stark ich doch noch in meiner links-außen Denke stecke &#8211; wo ich doch das links/rechts Denken schon längst hinter mir gelassen glaubte &#8211; aber ich würde es noch viel beschämender finden, wenn ich jetzt nicht von dieser Denke ablassen könnte. Das bedeutet wahrlich nicht, dass ich die Ausbeutung jetzt weniger schlimm finden oder die anderen Fragen vernachlässigen würde, sondern nur, dass ich versuche über den Dingen zu stehen und alle Informationen unvoreingenommen gegenüber zu stehen und mich von alten Vorurteilen zu lösen. Ich halte die Piratenpartei nach wie vor für wichtig und unterstützenswert, merke aber immer mehr, dass es mir nicht zusagt, mich in einer Partei zu organisieren und einzubringen. Nicht nur zuletzt dadurch, dass ich <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/" target="_blank">mir über den Zustand unseres Systems bewusst bin</a> und ich glaube, viele Piraten glauben noch in einen Ausmaß an die Demokratie, <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/nur-dem-gewissen-verpflichtet/" target="_blank">wie meiner einer es schon lange nicht mehr tut</a>. Ich werde jetzt nicht mit pompösen Tamtam austreten, das bewahre ich mir für den Moment auf, in dem auch diese Partei korrupt wird, aber auch nicht wirklich viel in der Partei oder für die Partei tun.</p>
<p>Es ist an der Zeit, dass sich die Bewegung mehr formiert und auch abseits der Parteienlandschaft versucht aufzuklären. Die Frage ist, wie man das heutzutage am besten tut. Ich weiß nicht, ob die Straße da noch das richtige Medium für ist, es wird aber wohl darauf hinaus laufen, denn wir müssen vermehrt die Menschen aufklären, die das Netz noch gar nicht für sich entdeckt haben.</p>
<h3>Philosophische Folgegedanken</h3>
<p>Dies alles zeigt mir mal wieder, dass ich noch gar nicht begriffen habe, was die Informationsgesellschaft eigentlich wirklich ist. Und ich befürchte, ich bin damit wirklich nicht alleine.</p>
<p>Schon heute ist es für einige wenige, den Netizens, immer mehr so, dass wir uns unsere Kultur selbst zusammen suchen aus der Myriade an Kulturschnipseln, die da draußen in der Kultursuppe des Netzes herum schwimmen. Wenn sich diese Tendenz fort setzt, Dann folgt daraus, dass sich innerhalb der Gesellschaft immer mehr schillernde Facetten entwickeln werden, wild zusammen gewürfelte Kulturblasen entstehen und es, gelinde gesagt, sehr unübersichtlich wird. Dies würde es dann auch sehr schwer machen, die große Masse einzuschätzen.</p>
<p>Des weiteren erfordert diese Informationsgesellschaft von ihren Menschen eine weitaus höhere Medienkompetenz und deutlich mehr Fähigkeiten als an die Menschen der Konsumgesellschaft der Moderne. Daraus folgt, dass sich die Menschen wieder mehr bilden müssen, was mich zu der Hoffnung führt, dass sich die breite Masse von der Meinungsmache lösen könnte und wir endlich die wichtigen Probleme angehen könnten, aber diese Hoffnung <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/08/zeit-des-wandels/" target="_blank">habe ich auch schon an anderer Stelle formuliert</a>.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-194-1'>Wobei einem manchmal eine enorme Naivität begegnet was Kapital, Globalisierung und noch viele Fragen mehr betrifft. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-194-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Nur dem Gewissen verpflichtet?</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/07/nur-dem-gewissen-verpflichtet/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 08:19:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Politikkultur]]></category>
		<category><![CDATA[repräsentative Demokratie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wenn man die werten Journalisten, Lehrer &#38; Politiker unseres schönen Landes von Demokratie sprechen hört, dann sprechen sie dabei eigentlich immer von repräsentativer Demokratie. Die Argumentation dafür läuft meist so ab, ich zitiere mal Wikipedia:
In der repräsentativen Form der Demokratie können Entscheidungsfindung schneller und preisgünstiger vollzogen werden. [...] Weiter führen die Befürworter des Systems an, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wenn man die werten Journalisten, Lehrer &amp; Politiker unseres schönen Landes von Demokratie sprechen hört, dann sprechen sie dabei eigentlich immer von <a href="http://www.politik-kommunikation.de/wahl2009/lexikon/Repraesentative-Demokratie/65" target="_self">repräsentativer Demokratie</a>. Die Argumentation dafür läuft meist so ab, ich zitiere mal <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Repräsentative_Demokratie#Vorteile_der_repr.C3.A4sentativen_Demokratie" target="_blank">Wikipedia</a>:</p>
<blockquote><p>In der repräsentativen Form der Demokratie können Entscheidungsfindung schneller und preisgünstiger vollzogen werden. [...] Weiter führen die Befürworter des Systems an, dass die Repräsentanten sich voll auf ihre politische Arbeit konzentrieren können und der politische Entscheidungsprozess so professionalisiert wird. Für komplexe Sachverhalte [...] kann so Expertenwissen genutzt werden, über das der durchschnittliche Bürger nicht verfügt.</p></blockquote>
<p>Das Konzept ist kurz nach der französischen Revolution entstanden. Leuchtet auch vollkommen ein, dass man damals zu einem Vertretermodell kommen musste, da Reisen damals sehr teuer und aufwendig war. Ich stelle mir ein paar hundert Kilometer in einer Pferdekutsche auch nicht gerade angenehm vor. Das System wurde dann im Laufe der Jahrhunderte in fast allen anderen Demokratien mit eingebaut, außer bei den Schweizern, die machen&#8217;s an der Stelle richtig. Aber ich habe ja noch gar nicht ausgeführt, was ich an einer repräsentativen Demokratie für falsch halte. Fangen wir mal an :)</p>
<p><span id="more-22"></span></p>
<p>Zuerst einmal sind Repräsentaten auf dem Papier nur dem Gewissen verpflichtet. Das klingt vielleicht auf den ersten Blick, z.B. als unerfahrener Schüler, noch ganz toll. Wird dann aber lange nicht mehr so toll, wenn man sich mal vergegenwärtigt, wie jemand zu einem eben solchen bestimmt wird. Um gewählt zu werden muss sich der Kandidat erst einmal fleißig in einer Systempartei engagieren. Das wäre jetzt auch noch nicht so schlimm, doch auch in dieser sind nur normale Menschen, die lieber den wählen, den sie gern haben oder von dem sie sich ein Vorteil für sie versprechen und nicht den, der am besten für die Position geeignet wäre. Das wissen die Kandidaten natürlich und achten deshalb darauf, dass sie sich mit mächtigen Parteimitgliedern gut stellen und zur wichtigen Wahl auch möglichst viele Unterstützer anwesend sind. In höheren Positionen, für die ordentlich Wahlkampf gemacht werden muss, sucht man sich am besten noch ein paar Freunde in den Medien. Nun ja, ihr werdet das alle kennen: denen, die einem geholfen haben, den ist man natürlich auch zu Gegenleistung verpflichtet, aber ich bin ja auch schon <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/" target="_blank">an anderer Stelle</a> auf diesen Themenkomplex eingegangen.</p>
<p>Das problematische an diesem Persilschein für die parlamentarische Tätigkeit sehe ich darin, dass sich die Volksvertreter nur einmal in der Legislaturperiode für diejenigen interessieren, die ihnen ihre Macht verleihen. Nach erfolgter Wahl interessiert ihn alle möglichen Faktoren, die Einfluß auf ihn ausüben können (die Fraktion, die Partei, die Medien, seine Frau, etc.) aber halt nicht die, die ihm eigentlich am wichtigsten sein sollte: nämlich die WählerInnen, die vertreten werden. In der Theorie sollen das ja die Wähler dadurch bestrafen können, dass sie einfach eine andere Partei wählen. In der Praxis hat man mit den Alternativen aber die genau die selben Probleme. Dies führte dann dazu, dass das Volk nach ein paar jahrzehnten Politikpraxis den Eindruck gewann, dass &#8220;die da oben&#8221; eh nur das machen was sie wollen. Das ist ebenso kurzsichtig wie falsch. Dummerweise machte das Volk außer meckern nicht wirklich etwas daran, so das sich dadurch eine kleine &#8220;Politikelite&#8221; bilden konnte, die vor der Wahl <a href="http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/285/476793/text/" target="_blank">lügt</a>, <a href="http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=2147" target="_blank">dass sich</a> <a href="http://ra-melchior.blog.de/2007/05/03/hat_herr_schauble_gelogen~2201271/" target="_blank">die Balken</a> <a href="http://ra-melchior.blog.de/2007/05/03/hat_herr_schauble_gelogen~2201271/" target="_blank">biegen</a> um&#8217;s dann nach der Wahl ganz anders zu machen.</p>
<p>Deshalb betrachte ich die repräsentative Demokratie für einen Irrweg, den wir hoffentlich bald verlassen können. Das Argument, dass eine repräsentative Demokratie schneller reagieren kann als eine direkte, verliert in den Zeiten des elektronischen Datenverkehrs immer mehr an Bedeutung und wird gegenüber den Wählern verantwortlichen Räten bedeutungslos.</p>
<p>Andererseits will ich auch nicht leugnen, dass man für solche Formen der Demokratie auch ein Volk bräuchte, welches sich auch für die Geschicke ihrer Gesellschaft und ihres Staates interessiert. Manche benutzen das sogar als Argument für die repräsentative Demokratie, so nach dem Motto:</p>
<blockquote><p>Wenn ich mir die Bürger da draußen so angucke, ist das doch ganz gut, dass sie sich nur einmal in vier Jahren Gedanken um Politik machen müssen.<sup class='footnote'><a href='#fn-22-1' id='fnref-22-1'>1</a></sup></p></blockquote>
<p>Wer so argumentiert macht den Bock zum Gärtner und lässt auch weiterhin dem Wahnsinn, dass wenige viele regieren, weil sich die vielen nicht dafür interessieren, freien Lauf und macht sich somit zum Mittäter.</p>
<p>Mir ist auch bewußt, dass sich eine Veränderung der Gesellschaft hin zu einer Kultur der Mitbestimmung leider nur in Generationen vollzieht. Aber sie muss geschehen, die Politikeliten arbeiten immer mehr daran, unsere Demokratien ad absurdum zu führen, indem sie unsere Gesellschaft zu einer Überwachungsgesellschaft umstrukturieren. Doch das einzige, was wir tun können ist aufklären. Unsere Mitbürger immer wieder informieren, aufmerksam machen und mit ihnen diskutieren.</p>
<p>Es benötigt dringend einer Bewegung der zweiten Aufklärung um das, was die Aufklärung begonnen hat, auch wirklich umzusetzen.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-22-1'>So ähnlich noch letztens auf der NRW-Mailingliste der Piratenpartei gelesen, kann&#8217;s leider gerade nicht verlinken <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-22-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Willkommen in der Postdemokratie!</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 11:55:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Politikkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Postdemokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[Was meint der denn nun wieder mit Postdemokratie? Werden sich jetzt wohl einige von euch fragen. Diese seien beruhigt, genau das werde ich hier erläutern. Doch bevor wir uns damit beschäftigen, was nach der Demokratie kommt, sollten wir uns noch kurz damit beschäftigen, was denn nun Demokratie ist und wie es dazu kam, dass wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was meint der denn nun wieder mit Postdemokratie? Werden sich jetzt wohl einige von euch fragen. Diese seien beruhigt, genau das werde ich hier erläutern. Doch bevor wir uns damit beschäftigen, was nach der Demokratie kommt, sollten wir uns noch kurz damit beschäftigen, was denn nun Demokratie ist und wie es dazu kam, dass wir in der Schule erzählt bekommen, wir würden in einem demokratischen System leben.</p>
<p>Entstanden ist der Begriff im antiken Griechenland und setzt sich zusammen aus „Demos“ für Volk und „-kratie“ für Herrschaft. Zu beachten ist dabei, dass man damals als Volk alle Vollbürger auffasste. Das waren vornehmlich eben jene Männer, die die „High Society“ der Polis bildeten und in großen Villen mit 1-2 Dutzend Sklaven, einigen Lustknaben und allem sonstigen ihrem Stande gemäßen Luxus lebten. Diese hatten natürlich genug Zeit sich mit Kunst, Kultur &amp; Politik zu beschäftigen, während andere die Arbeit für sie taten.</p>
<p>Machen wir einen Zeitsprung in das 18. Jahrhunderts. Der Würgegriff der Kirchen um die Bildung hatte sich im Laufe der Jahrhunderte wieder gelockert und die großen Denker der Aufklärung brauchten einen Sammelbegriff mit dem sie ihre Vorstellungen von Freiheit &amp; Gleichheit verbreiteten konnten. Sie definierten so unseren modernen Demokratiebegriff bestehend aus den Menschenrechten, die garantieren sollten, dass jeder Mensch gleich behandelt wird, und einer Gewaltenteilung der Regierung in richterliche, gesetzgebende &amp; ausführende Gewalt.</p>
<p><span id="more-25"></span> So weit, so gut. Erzählen wir die Geschichte mal weiter. Als der verlotterte Adel und der korrupte Klerus einfach nicht wussten, wann es denn mal mit der offensichtlichen Ausbeutung gut ist, stand die Masse auf und begehrte eben jene Rechte für alle. Nicht, dass sie ganz von alleine auf die Idee gekommen wäre. Das  damals rechtlose Bürgertum war mit seinem Zustand so gar nicht zufrieden und machte ordentlich Meinung für ihre, ähh Entschuldigung, aller Menschen Sache. Das Bürgertum waren vornehmlich reiche Männer, die in stattlichen Herrschaftshäusern mit 1-2 Dutzend Bediensteten, einigen Mägden und allem sonstigen ihrem Stande gemäßen Luxus lebten.  Bei denen waren die alten Griechen gerade „in“ und ihre Damen trugen diese sexy Schwangerschaftskleidchen aus leicht durchsichtigen Stoffen, durch die man fast alles erkennen konnte, Rrrrr!</p>
<p>Noch ein Zeitsprung. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges bekam Westdeutschland die Demokratie auf&#8217;s Auge gedrückt und es kehrte Frieden in der so genannten „westlichen Hemisphäre“ ein. Die Wahlbeteiligung zu dieser Zeit war hoch und die Menschen beteiligten sich rege in den Parteien während sie sich mehr oder weniger ihrer neuen Freiheit im Wirtschaftsboom erfreuten. An dieser Freiheit klebt &amp; klebte nur ein Makel: Sie ist einfach noch nicht in unserer aller Köpfen angekommen. Denn die Aufklärer versprachen deshalb solch blühende Zustände, da sie davon ausgingen, dass sich die Aufklärung gerade in unseren Köpfen manifestieren würde. Doch mit denen stecken wir nämlich immer noch in den Mythen der vergangenen Jahrtausenden.  Aber das ist ja jetzt auch nicht die neueste Erkenntnis, die älteren Semester werden vielleicht den Kampfspruch „Unter den Talaren, Muff von tausend Jahren!“ noch kennen.</p>
<p>Nun gut. Die damals neuen Medien Telefon &amp; Fernsehen hielten in die Haushalte und Köpfe ihrer Bewohner Einzug. Ich möchte hier jetzt nicht näher auf die Veränderungen die der Fernseher oder die Telekommunikation für unsere Gemeinschaft mit sich brachte eingehen, sondern einfach fest halten, dass die Medien immer mehr zu einem lukrativen Geschäft wurden. Wer sich für den Einfluss der Medien auf unsere Gesellschaft interessiert, dem sei die Lektüre von  Neil Postman, Noam Chomsky oder John Pilger ans Herz gelegt.</p>
<p>Zurück zu den Menschen, auf die prasselten und prasseln nämlich mehr und mehr für sie größtenteils uninteressante, bzw. ungefährliche, weil sie selbst nicht direkt betreffende, Informationen ein und das Leben beschleunigte sich zu diesem wahnwitzigen, berauschenden und fesselnden Galopp, den wir alle jeden Tag mehr oder weniger mit leben, erleben sowie beleben. Dies führte natürlich dazu, dass man sich immer mehr auf jene verlassen musste und muss, die diese Flut von Informationen sichten, ordnen und wieder aufbereitet weitergeben. Aber dafür gibt es ja die Pressefreiheit.</p>
<p>Als die Menschenrechte verfasst wurden, waren die Medien jedoch lange nicht so ein Geschäft, wie sie es heutzutage sind. Der Großteil der Bevölkerung konnte eh nicht lesen und besaßen auch gar nicht die Bildungsaspiration, geschweige denn die Ressourcen, dazu, der Schrift mächtig zu werden. Seit dem letzten Jahrhundert ist das freilich anders, der Anteil derer, die mit der Schriftsprache Probleme haben, beträgt wenige Prozent der Bevölkerung. Es bildeten sich immer mehr Medienunternehmen, die im Laufe der Jahrzehnte einem Prozess der Konzentration auf wenige große Konzerne unterworfen wurden. So was kommt natürlich sehr uncool beim Rezipienten an und deshalb gibt es immer noch einen schönen bunten Park von zielgruppenspezifischer Medien, die im Endeffekt aber extrem wenigen Leuten gehören. Und da man nicht gerne die Hand beisst, die einen füttert, ergab es sich einfach, dass gewisse Nachrichten nicht mehr das Volk erreichten und immer suggestiver gearbeitet wird. Ich sag&#8217; nur: „Bild dir meine Meinung!“</p>
<p>Interessant wird die ganze Sache jetzt, wenn man bedenkt, dass so ein Volksvertreter natürlich bei möglichst vielen Leuten beliebt sein möchte. Ergo möchte er nur gute Presse haben, aber mit den Freunden in den richtigen Positionen klappt das ja auch ganz gut. Um seine Beliebtheit noch zu steigern, fährt so ein Politiker ständig durch die Republik, von Termin zu Termin um mit  Parteifreunden, Lobby &amp; Stimmvieh in Kontakt zu bleiben. Dazu kommt dann noch die eigentliche Politik in Form von Parlaments-, Ausschuss-, Partei-  sowie Fraktionsarbeit hinzu. Das führt dann dazu, dass die armen Volksvertreter so gut wie keine Freizeit haben und erst Recht nicht die Zeit, sich darüber  Gedanken zu machen, wo man denn mit seiner politischen Arbeit so hin will<sup class='footnote'><a href='#fn-25-1' id='fnref-25-1'>1</a></sup>.</p>
<p>Aber dafür gibt&#8217;s ja praktischerweise die Lobbyorganisationen und &#8220;Think Tanks&#8221;, die den überarbeiteten Parlamentarier (und selbstverständlich auch den interessierten Bürger) freundlicherweise mit den Informationen über die Lage der Nation und was denn alles so geschehen müsste versorgen. In Deutschland sind da z.B. die <a title="Bertelsmann" href="http://anti-bertelsmann.de/" target="_blank">Bertelsmann-Stiftung</a> oder die <a title="INSM" href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=28" target="_blank">INSM</a> ganz groß dabei. Bedenklich wird das ganze, wenn man sich einmal vergegenwärtigt, wer hinter diesen Organisationen steckt. Das sind nämlich eben jene, die auch die Medien in der Hand haben und so dem Volk die Meinung vor geben. Das hat ja auch nicht die Zeit, groß über die Nachrichten nachzudenken oder selbst mal zu recherchieren.</p>
<p>Ich werd&#8217; jetzt nicht groß auf die möglichen Beweggründe dieser medialen Schattenherscher eingehen. Wer sich dafür interessiert, der möge mal anfangen das Netz danach zu durchsuchen. Dort findet sich viel abstruses und ich überlasse es eurer Medienkompetenz die Spreu vom Weizen zu trennen. Und es ist ja auch schon erschreckend genug, sich das Offensichtliche genauer anzuschauen.</p>
<p>Wen man diese Informationen allerdings im Hinterkopf behält, dann erklärt es sich sehr gut, wie es nach den 68ern zu dieser Politikverdrossenheit gekommen ist, die die schleichende Veränderung zur Postdemokratie begünstigt hat. Schon als ich ein Jugendlicher war<sup class='footnote'><a href='#fn-25-2' id='fnref-25-2'>2</a></sup> nahm ich von extrem vielen Menschen um mich herum eine &#8220;die da oben machen doch eh was sie wollen&#8221;-Haltung wahr. Zu Anfangs wusste ich noch nicht genau warum, war ich doch politisch aktiv, doch bald realisierte ich, wie es dazu kam.</p>
<p>Da unsere Volksvertreter ja auf dem Papier nur ihrem Gewissen verpflichtet sind<sup class='footnote'><a href='#fn-25-3' id='fnref-25-3'>3</a></sup>, versprechen sie im Wahlkampf weitaus mehr als sie halten können, einfach damit sie gewählt werden. Doch einmal in der Machtposition angelangt, gibt es Druck von lauter wichtigen Seiten (Der Partei, den Lobbies, den Medien) so dass die politische Arbeit fast ausschließlich aus Sachzwangpolitik besteht, mit der versucht wird, möglichst all diese Seiten glücklich zu machen.</p>
<p>Nun würde man ja in der Theorie davon ausgehen, dass der Wähler ein solches Verhalten bei der nächsten Wahl bestrafen wird. Doch dem ist leider nicht so. Denn zum einem zieht sich dieses Phänomen durch alle Parteien<sup class='footnote'><a href='#fn-25-4' id='fnref-25-4'>4</a></sup>, so dass dem Wähler nicht wirklich eine Option geboten wird, und zum andern wird er durch das Medienkarussell derart auf Trab gehalten, dass die letzte Wahl schon vergessen ist, wenn die nächste ansteht.</p>
<p>So hat es sich ergeben, dass eine enorme Distanz zwischen Souverän und Volk entstanden ist. Dies gipfelte dann die abenteuerlichsten &#8220;Reformen&#8221;. Unsere Volksvertreter haben dank der obig beschriebenen Einflüße immer mehr für die Allgemeinheit kritische Funktionen wie (Tele-)Kommunikation, ÖPNV und Gesundheitswesen privatisiert. Doch es kommt noch schlimmer: Inzwischen werden immer mehr Aufgaben innerhalb von Behören an Unternehmen ausgelagert. Outsourcing ist ja total in, das predigen die Marktweisen schon seit langen. Und die Gesetze werden mit Hilfe von Anwälten entwickelt, die freundlicherweise von der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden.</p>
<p>Das Volk interessiert die Akteure in diesem wahnwitzigen Spiel um Macht &amp; Einfluß eigentlich gar nicht mehr. Hauptsache es wählt einen und wird ansonsten möglichst wenig mit Politik belastet. Gerade an der Gestaltung der EU und den Volksabstimmungen bezüglich dieser in den Ländern, bei denen man eine Volksabstimmung nicht umgehen konnte, zeigt sich das sehr gut. Da wird scheinbar getreu dem Motto &#8220;Und bist du nicht willig, so wählst du nochmal!&#8221; gehandelt. Doch auch in unserem schönen Deutschland kann man dies sehr gut in der aktuellen Legislaturperiode betrachten. Das sogenannte Zugangserschwernisgesetzt tritt die Gewaltenteilung mit Füßen, es gab schon zwei Versuche, den Einsatz der Bundeswehr im Inneren zu legitimieren und das Parlament erklärt sich dank immer öfter gar nicht geführten Diskussionen immer mehr zur Farce, indem Reden <a title="Sueddeutsche: zu Protokoll" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/655/479149/text/" target="_self">zu Protokoll</a> gegeben und die Gesetzte mit Hilfe des Fraktionszwanges innerhalb der Fraktionen der großen Koalition durch gewunken werden.</p>
<p>Nun gut, das ganze ist ja schon ein recht komplizierter Themenkomplex und ich hoffe ich habe es halbwegs verständlich aufdröseln können. Ich möchte auch nicht die Schuldigen suchen und dann anfangen meinen Hass auf diese Vereinigungen und Menschen zu entladen. Das macht keinen glücklich und ist im Allgemeinen für die eigene soziale Reputation nicht wirklich zuträglich. Viel wichtiger ist, dass wir uns dieser Entwicklungen bewußt werden und auf breiter Front wieder anfangen die demokratischen Mechanismen einzufordern und zu nutzen, bevor es zu spät ist.</p>
<p>Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-25-1'> Ganz ehrlich Leute: Ich will den Job nicht machen! <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-25-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-25-2'>also zu Beginn der 90er <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-25-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-25-3'>Wer sagt eigentlich, dass dieser Umstand demokratisch ist? Aber darüber schreibe ich ein anderes Mal <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-25-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-25-4'>Wenn sie denn groß genug geworden sind um kleine Brocken der Macht zu erlangen <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-25-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Piraten? Was will ich denn da?!?</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 18:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Politikkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Frage stelle ich mir gerade.
Irgendwie hatte sich das im wilden Trubel der ganzen Anti-Zensurgeschichte halt ergeben, dass ich mich da angemeldet hatte.  Die ePetition war beeindruckend und die Blogosphäre feierte sich beim Kampf für das Gute gegen die  ignoranten Internetausdrucker, die das abartige (Internet-)Zensurgesetz im Schnellverfahren durch gewunken hatten.
Und da profilierte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Frage stelle ich mir gerade.</p>
<p>Irgendwie hatte sich das im wilden Trubel der ganzen Anti-Zensurgeschichte halt ergeben, dass ich mich da angemeldet hatte.  Die ePetition war beeindruckend und die Blogosphäre feierte sich beim Kampf für das Gute gegen die  ignoranten Internetausdrucker, die das abartige (Internet-)Zensurgesetz im Schnellverfahren durch gewunken hatten.</p>
<p>Und da profilierte sich die Piratenpartei als Partei der Netzkultur. Basisdemokratisch, gut koordiniert durchs Netz der Netze. Und irgendwie, ich weiß gar nicht mehr so genau wie, klang das in meinen Augen toll. Eine Partei, die ihre Positionen größtenteils noch finden muss, die sich selbst noch entdecken muss und in die man sich ohne den Balast eingekrusteter Strukturen einbringen kann um unser alle Sache zu pushen. Und so meldete ich mich voller Tatendrang an, voller Begeisterung, wilde Träume von politischer Mitbestimmung im Geiste.<span id="more-16"></span></p>
<p>Doch wenig später kam die Ernüchterung. Das begann, als ich mich ein wenig durch die Blogbeiträge zum Causa Thiese las. Bei manchen Kindergeschrei sollte man auch vielleicht eher Schlammschlacht sagen, wie da „unwählbar“ gekreischt wurde, um direkt danach die Systempartei der Grünen anzuführen. Eine Partei, die sich mehrmals selbst verraten und im Selbstreinigungsprozess so lange angepasst hat, bis ihr politisches Profil nur noch ein fahles Abbild ihrer Ideale, sie aber selbst dadurch für einen annehmbaren Wählerkreis wählbar wurde. Sicherlich, in Sachen Verrätertum hat ihnen die SPD gut 80 Jahre Praxis voraus, aber das ändert nichts daran, dass sie inzwischen genau so eine Systempartei für machtaffine Menschen ist, die mit Sympthombehandlung &amp; Personenkult Politik betreiben, wie die anderen Parteien auch.</p>
<p>Aber zurück zu meiner Ernüchterung. Die kam mir zuerst als ich in einem vernünftigen Blogbeitrag im übertragenen Sinne die Position las: „Ich finde die Piraten gut, aber bei Ihnen beteiligen kann ich mich nicht. Einfach dadurch, dass sie eine Partei sind.“ Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich schreibe Texte wie „<a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/" target="_blank">Willkommen in der Postdemokratie</a>“<sup class='footnote'><a href='#fn-16-1' id='fnref-16-1'>1</a></sup>, lese Bücher wie das „Manifest des evolutionären Humanismus“<sup class='footnote'><a href='#fn-16-2' id='fnref-16-2'>2</a></sup> und denke ernsthaft darüber nach bei einer Partei mit zu machen? Sind die Parteien nicht mit ein Teil des großen Problems, welches ich jeden Tag wahr nehme? Kann ich mich überhaupt noch mit einer Parteilinie vereinbaren?</p>
<p>Ich hatte aufgehört, mich in Parteistrukturen zu bewegen, als mir klar wurde, dass ich in Ihnen nichts bewirken kann, da meine Positionen zu extrem sind. Ohne den Intellekt und die geistige Entwcklung meiner Mitmenschen in Parteien beleidigen zu wollen, ich denke einfach zu weit voraus. Anders formuliert: Jenes, welches mich an unserer Gesellschaft und unserem Zusammenleben stört, liegt zu tief in unserer Kultur verwurzelt, als dass es Teil eines Parteiprogrammes werden könnte. Oder noch einmal anders ausgedrückt: Ich möchte das Spiel nicht anders mit spielen, ich will die Spielregeln ändern.</p>
<p>Aber ich hatte mich ja angemeldet und dann konnte ich mich, trotz aller Bedenken, auch einbringen! Gesagt, getan. Gestern war der erste Paderborner Piratenstammtisch, ordentlich Leute, viele Geeks, die wild zusammen redeten, viele Bekannte und wenig Organisation. Aber das läuft an und wir werden uns schon einpendeln. Und da ich entweder ganz oder gar nicht mit mache, habe ich heute hunderte von Kilometer Reise auf mich genommen, um mich bei dem Treffen des inoffiziellen AK Steuern &amp; Finanzen einzubringen. Und was ich dort traf, bestätigte mir meine größten Befürchtungen. Handfeste Realo-Aussagen trafen auf überzeugte Fundi-Positionen kombiniert damit, dass wir noch gar nicht wissen, was wir (tun) wollen. Na gut, einer wußte das dann schon: Dem AK Bildung zu arbeiten, damit die ihre Forderungen auch gut begründen können und diese vernünftig erscheinen.</p>
<p>Und irgendwie machte mich das sehr nachdenklich und führte dazu, dass ich jetzt diesen Text schreibe, anstatt zu arbeiten oder im wundervollen Manifest weiter zu lesen.  Ich habe mich vor einigen Jahren für meinen neuen Weg entschieden. Ich begann, der Weltflucht im Konsum zu entsagen und arbeite darauf zu, eine gesellschaftliche Position zu erreichen von der aus ich hoffe, meine Idee des menschlichen Miteinanders für die Nachwelt zu erhalten. Auf dass diejenigen, die die Kultur prägen sie vielleicht eines Tages in eine sinnvolle Richtung prägen könnten<sup class='footnote'><a href='#fn-16-3' id='fnref-16-3'>3</a></sup>.</p>
<p>Ich wählte diesen Weg, weil mir vollkommen klar war und immer noch ist, dass man in diesem unserem Lande mit Politik nichts gestalten kann. Zu mindest nicht in dem Sinne, das man wirklich etwas in meinen Augen entscheidendes ändern könnte. Ich habe noch zu gut den Ausspruch von Matthias Berninger im Ohr, als ich noch jung, unerfahren und voller Inbrunst bei der grünen Jugend und er gerade frisch MdB war: „Politik ist der Freiraum den die Wirtschaft lässt.“ sagte er mir damals. Ich habe trotz den wilden Jahren meiner Weltflucht jenen Satz nie vergessen und begriff seine ganze Bedeutung erst nach einiger Zeit, lange nachdem ich mich von den politischen Jugendorganisationen zurück gezogen hatte. Und er erklärt auch ganz gut, warum Herr Berninger nach drei Legislaturperioden in eben jene ging.</p>
<p>Nun ja, jetzt sitze ich hier und habe meine Gedanken auf&#8217;s digitale Papier gebracht. Einfach weil sie mal raus mussten. Und ich denke, ich werde sie auch in einem Blog veröffentlichen, irgendwie erscheint mir so ein Text dann gleich viel sinnvoller<sup class='footnote'><a href='#fn-16-4' id='fnref-16-4'>4</a></sup>.</p>
<p>Was ich genau bei den Piraten will, das weiß ich immer noch nicht so genau. Ich würde gerne eine politische Heimat dort finden, aber ob sie mir als solche dienen können, das muss sich noch zeigen. Mit engstirnigen „da habe ich keine Kompetenz, dazu kann ich nichts sagen“ und kleinbürgerlichen „wir müssen aber schon was sinnvolles innerhalb der Gegebenheiten bringen“ werde ich mich nicht anfreunden können. Ersteres klingt mir zu sehr nach der Aussage eines vorsichtigen Naturwissenschaftlers, der ja nichts verkehrtes sagen will und letzteres bringt vielleicht eine Zustimmung auf einer breiteren Basis, ändert aber wieder mal höchstens Sympthomerscheinungen und lässt sich einen Rahmen diktieren.</p>
<p>Nach „Klarmachen zum ändern!“ klingt das alles für mich nicht. Wenn wir etwas ändern wollen, dann müssen wir auch etwas fordern! Und zwar nichts, was die Vertreter der gleichgeschalteten Presse oder unsere politischen Konkurrenten als „vernünftig“ wahr nehmen, sondern wirklich Positionen, die etwas verändern. Wir brauchen Positionen die Utopien fordern, an die wir glauben können und an denen wir fest halten wollen. Auf dass die Menschen auch an uns glauben und wir durch diesen Druck, den wir so aufbauen können, nach einem langen und harten Kampf, kleine Schritte in die richtige Richtung bewirken können. In die Richtung von Freiheit, Gleichheit &amp; Brüderlichkeit – diesen Traum, den ein Großteil der Bevölkerung unserer Republik schon lange verloren hat.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-16-1'>Ist noch in Mache, gibt&#8217;s irgendwann dieses Wochenende <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-16-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-16-2'>Lesebefehl! <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-16-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-16-3'>Ich hoffe zu mindest, dass meine Vision irgendwann Wirklichkeit werden könnte <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-16-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-16-4'>done <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-16-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Brachialrundumschlag</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 15:48:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hier ein Text, den ich vor ein paar Monaten für die Kneipenlesung geschrieben hatte.
Was ist
Derzeit grassiert ja die Schweinegrippe in unseren Medien. Da wird der Teufel des tödlichen Virus an die Wand gemalt, an dem wir alle sterben werden. Die Hintergründe der Todesopfer im stickigen, weltgrößten Slum Mexikos interessieren da kaum. Die Aporkalypse naht, das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hier ein Text, den ich vor ein paar Monaten für die <a title="Kneipenlesung!" href="http://kneipenlesung.de/" target="_blank">Kneipenlesung</a> geschrieben hatte.</em></p>
<p style="text-align: center;"><strong>Was ist</strong></p>
<p>Derzeit grassiert ja die Schweinegrippe in unseren Medien. Da wird der Teufel des tödlichen Virus an die Wand gemalt, an dem wir alle sterben werden. Die Hintergründe der Todesopfer im stickigen, weltgrößten Slum Mexikos interessieren da kaum. Die Aporkalypse naht, das ist gewiss! Vor der Schweinegrippe wurde das Schwein der Wirtschaftskrise durchs mediale Dorf gejagt. Überhaupt schon erstaunlich, dass der systembedingte Zusammenbruch des Finanzsystems als „Krise“ bezeichnet wird. Ist ja nicht so, dass es das erste Mal passieren würde oder nicht vorhersehbar gewesen wäre. Doch das ahnungslose Stimmvieh steht auf den Thrill und wird ordentlich von der Horrorvision des wertlosen Geldes erschreckt.<br />
Dumm nur, dass es bis jetzt nicht ganz so fruchten will. Das Volk verliert zwar das Vertrauen, doch die Hyperinflation will irgendwie nicht einsetzen. Bis es soweit kommen könnte, darf es halt für die Rettung der Finanzjongleure bluten. Doch so ein richtiger Crash wär ja schon praktisch, wir haben ja alle schon Mal mit 50 Mark angefangen.</p>
<p><span id="more-9"></span> Währenddessen schwingt eine wildgewordene Familienministerin mit der Kinderpornographiekeule herum und droht mit Ihrer Hilfe auf unsere Grundrechte einzuprügeln. Sie schämt sich dabei nicht, aufgrund falscher Tatsachen zu argumentieren. Wozu auch, es wird ja eh alles brav von der Presse nach gequakt. Kritische Stimme findet man vornehmlich abseits der Mainstream-Medien und die werden sofort pauschal verdächtigt „phädokriminell“ zu sein. Das Volk ist brav pikiert ob der furchtbar ausgemalten Zustände und stimmt freudig der Einführung einer Zensur zu.</p>
<p>Wie unsinnig dieser Versuch im Netz der Netze ist, fällt den internetausdruckenden Politiker naturgemäß nicht auf. Aber das ist ja auch gar nicht der Punkt. In der altbewährten Salamitaktik schnibbelt man sich Stückchen für Stückchen ans Ziel. Hauptsache der Zipfel wird geschluckt, der Rest fällt dann gar nicht mehr so auf. Oder kennen sie heutzutage noch jemanden, der sich darüber beschwert, dass man allerorten von Kameras aufgenommen wird?<br />
Die Kollegen von Frau von der Leyen sind derweil schon eifrig im Wahlkampfrennen, das Sommerloch wird dieses Jahr wohl ausfallen. Heuer sind sinnfreie aber werbewirksame Rettungsaktionen des deutschen Politikers liebstes Kind: Die Rettung der Automobilindustrie ist ihr bevorzugtes Steckenpferd. Schon merkwürdig, warum man eigentlich immer die fördert und nicht die gebeutelten kleinen und mittleren Unternehmen die schon seit längerem kaum noch Kredite kriegen, aber den Großteil an Geld und Arbeit unter das Volk bringen.</p>
<p>Muss wohl an den Vergütungen liegen, so&#8217;n kleiner Mittelständler kann einen halt einfach nicht vernünftig schmieren. Anders kann man sich wohl kaum erklären wie z.B. VW vor einigen Monaten ordentlich abgesahnt hat, indem zehntausende Anträge auf Kurzarbeitergeld gestellt wurden, um zwei Drittel der Mitarbeiter in Wolfsburg, sowie in den Standorten Emden, Hannover und Zwickau zu fördern. Nur wenige Wochen später meldeten die Wolfsburger einen operativen Gewinn von 312 Mio. Euro für das erste Quartal.</p>
<p>Unterdessen schwelt und brodelt es unter der Haube unserer erweiterten Bananenrepublik. Die Managerkaste hat erfolgreich das Fleisch von den Knochen der Firmen und privatisierten staatlichen Einrichtungen gefressen. Die „Think Tanks“ der medialen Schattenherrscher haben die überarbeiteten Politiker freundlicherweise mit den richtigen Informationen versorgt, damit diese die Abgabe von staatskritischen Aufgaben an gewinnorientierte Unternehmen mit dem Gefühl vollzogen, das Richtige gemacht zu haben. Herr Harz hat dem Staat fleißig bei der Planung zur Versorgung derer, die logischerweise aufgrund des technischen Fortschritts und der Geldknappheit auf der Strecke bleiben, unter die Arme gegriffen und in Berlin wurde letztlich erst wiederholt versucht, den Einsatz der Bundeswehr im Inneren zu legitimieren.</p>
<p>Es könnte auf den Straßen des kommenden Jahrzehnts heiß her gehen. Doch wie man die braven Deutschen kennt, wird man sich wohl darum so schnell keine Sorgen machen müssen. Man hat&#8217;s hier ja nicht so mit dem Auflehnen, wie schon Heine wusste, als er sagte:</p>
<blockquote><p>Und was macht man aus Deutschen Eichen?</p>
<p>Keine Galgen für die Reichen.</p></blockquote>
<p>Lehnen wir uns also zurück, gönnen wir uns ein Eis und harren der Dinge, die da noch so kommen werden. Scheint ja ein schöner Sommer zu werden, zu irgendwas muss die globale Erwärmung ja gut sein.</p>
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