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	<title>acidblog &#187; Acid erklärt sich</title>
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	<description>Nachdenkliches aus dem Sprawl</description>
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		<title>Nacht.Ich.Wir.Ihr.Du!</title>
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		<pubDate>Sun, 18 Jul 2010 01:42:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>
		<category><![CDATA[Skeptizismus]]></category>
		<category><![CDATA[Unzivilisation]]></category>
		<category><![CDATA[Wissensgesellschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist Nacht.
Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich wohl den bald schlafen kann.
Frage mich, wie lang es noch dauern wird, bis ich zu mir finden werde.
Frage mich, wie ich die simple aber ehrliche Liebe meines Katers verdient habe.
Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich dich wohl jemals finden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist Nacht.</p>
<p>Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich wohl den bald schlafen kann.<br />
Frage mich, wie lang es noch dauern wird, bis ich zu mir finden werde.<br />
Frage mich, wie ich die simple aber ehrliche Liebe meines Katers verdient habe.<br />
Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich dich wohl jemals finden werde.</p>
<p>Ich bin anders.</p>
<p>Allein bin ich hier. Somit kann ich zu mir stehen und kraftvoll meinen Weg verfolgen.<br />
Somit kann ich die Einsamkeit in den Herzen der Menschen auf den Straßen sehen.<br />
Somit kann ich abseits ausgetrampelter Pfade denken, versuchen das ganze Bild zu fassen.<br />
Allein bin ich hier. Somit kann ich einsam unter den vertrautesten Freunden sein.</p>
<p>Die Welt ist voll Leid &amp; Freude.</p>
<p>Wer kann all dies erkennen? Wer kann dabei immer noch Liebe für uns empfinden?<br />
Wer kann mit offenen Augen gehen ohne an die Lügen für die einfachen zu glauben?<br />
Wer kann mit offenen Augen nicht den Schauermärchen für die skeptischen verfallen?<br />
Wer kann all dies erkennen? Wer kann sehen, was ich zu sehen glaube?</p>
<p>Ich warte auf dich.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Feiern</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/11/feiern/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 11:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines Sonntagabends vor einigen Jahren begab es sich , dass ein befreundeter Gast zur später Stunde klingelte. Ich bat ihn herein, bot ihn ein Bier an und fragte ihn, nachdem er dankend annahm und sich entspannt zurück gelehnt hatte, ob er denn letzte Nacht zu viel gefeiert hätte, denn er sah wirklich arg mitgenommen aus. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Eines Sonntagabends vor einigen Jahren begab es sich , dass ein befreundeter Gast zur später Stunde klingelte. Ich bat ihn herein, bot ihn ein Bier an und fragte ihn, nachdem er dankend annahm und sich entspannt zurück gelehnt hatte, ob er denn letzte Nacht zu viel gefeiert hätte, denn er sah wirklich arg mitgenommen aus. &#8220;Feiern?&#8221;, sagte er, &#8220;Ja. Das habe ich. Aber anders als du es dir vielleicht vorstellst. Ich erzähl dir mal, was für mich feiern ist!&#8221;</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;"><span id="more-255"></span></p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Es begann am Vorabend damit dass mein Freund, selbstredend schon seit den frühen, also späten, Morgenstunden ordentlichst stoned, zu seiner Schwester latschte und ihr Auto abholte. Nach dem obligatorischen Joint in deren Garten ging&#8217;s dann auch los, die Mitfahrer für diese Nacht abzuholen. Die zwei Mädels und der eine entfernte Bekannte, der über die &#8220;Base&#8221; diese Mitfahrgelegenheit gefunden hatte waren dann auch recht bald in seiner Wohnung versammelt.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Nach ein paar Köpfen aus der monströsen Bong war die versammelte Meute auch Abflugbereit. Dummerweise ging beim verlassen des Parkplatzes der Sprit des Autos aus, seine Schwester ist nämlich eine geübte Meisterin des Fahrens auf Reserve. Praktischerweise war die Tanke aber gleich ums Ecke, so dass es nach kurzer Schieberei endlich los ging.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Am Ort des Geschehens angekommen, war erst einmal Irritation angesagt. Diese Goa-Party fand in einer Dorfhütte statt und die örtliche Jugend war natürlich im schicksten Proll-Look angereist um sich diese Sensation nicht entgehen zu lassen.  Doch man lies sich davor nicht schrecken, war schließlich ein paar km gefahren, und ging erst einmal hinein. Drinnen lief ordentlicher Sound. Die Dekoration war nicht überragend, aber ausreichend schrill, bunt und schwarzlichtlastig &#8211; darauf stehen die Tänzer. Der DJ gab sich offensichtlich alle Mühe, Leute auf die Tanzfläche zu bringen, um die Party endlich mal so richtig steigen zu lassen.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Da allerdings jene erwähnte Dorfjugend an den Wänden der Hütte herumlungerte, um sich genau diese anzuschauen, ergab sich das folgende Bild: Bunte, im alternativen Look der Szene gekleidete Menschen kamen herein, nahmen die Szenerie war und flüchteten in den Backstage, um zum zweiten Aggregatzustand auf einer Goa-Party über zu gehen, dem Drogenkonsum. Vornehmlich natürlich das allseits populäre Kiffen. So viel dann erst einmal zu der ach so großartigen Toleranz, von der zugedröhnte Szenegänger gerne mal schwärmen.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Mein Freund und seine Begleiter gehörten aber eindeutig der Fraktion von Tänzern an, die durch intensives tanzen glücklich werden und nicht durch, eh alltäglichen, Drogenkonsum, deshalb machten sie sich gleich daran, die gähnende Leere auf der Tanzfläche mit freudig hüpfenden Tänzern zu bekämpfen. Doch wollte sich die freudige Atmosphäre irgendwie nicht einstellen. Das lag nicht zuletzt an der Dorfjugend, die natürlich auch versuchte, ihre üblichen Ritualen zu befolgen. Man kann sich bloß schlecht mit Leuten prügeln, die einen freundlich in&#8217;s Gesicht lachend mit teilen, dass die aggressive Attitüde vollkommen fehl am Platz ist, und obendrein von Freude und Akzeptanz schwafeln.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Nach ein paar Stunden war den Damen das ganze auch nicht mehr wirklich genehm und plädierten für die Heimfahrt. Er und sein Bekannter hatten Blut geleckt und wollten diese Nacht noch so richtig Party machen. Praktischerweise wußte der Bekannte noch von einer anderen Party, ein paar km weiter hinter der Heimatstadt meiner Freundes. Also ging&#8217;s wieder zurück und nachdem die weiblichen Begleitungen nach Hause gebracht worden waren wurde noch einmal in der Wohnung eingecheckt. Ihr wisst ja, großes Rauchgerät und so. Außerdem waren dort noch unentdeckte Schnapsvorräte und <span style="text-decoration: line-through;">unendliche Möglichkeiten</span> ordentlich Gras,</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Derart gestärkt wollte man sich gerade wieder auf die Straße begeben um schnell die vernünftige Party zu erreichen als die Spritvorräte des Gefährtes ein weiteres Mal zu neige gingen, dieses Mal konnten sie aber gerade noch auf die Tankstelle rollen. Jene hatte aber schon vor Stunden geschlossen und die nächste offene war einige Kilometer entfernt. Die beiden standen noch herum und wägten ihre Möglichkeiten ab, als eine freundliche Seele vorbeifuhr und sie nicht nur zur besagten Tanke sondern auch noch wieder zurück zu dem liegen gebliebenen Gefährt fuhr. Nachts um halb 3 zwei verwegene Gestalten zu einer Tankstelle und wieder zurück zu fahren, dass nenne ich wirkliche Akzeptanz und Menschlichkeit!</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Von solch&#8217; gutem Geist bestärkt fielen die gut 2 Stunden fahrt zum nächsten Ort des Geschehens gar nicht in&#8217;s Gewicht. Und jener entlohnte wirklich für die Mühen. In dunklen, engen Räumen galoppierte die Musik den Takt der Party, pulste sie durch die Körper vieler gut gelaunter Gäste, die sich unterhielten oder zur Musik tanzten. Die Wände schmückten fantasievolle, im Schwarzlicht leuchtende Gemälde die Drachen, Elfen, Wälder aber auch verfallene Gebäude zeigten und ihre Umgebung erhellten. Draußen vor dem Haus brannte ein großes Feuer, an dem man sich unter freien Himmel wärmen konnte, und etwas weiter den Hang hinab stand ein großes Zelt voll mit Couchen, Sesseln und Teppichen in der sich die obligatorische Chill Area befand, die mit ruhigerer Musik beschallt wurde.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Hier fühlten sie sich wohl, hier waren sie daheim. Er ging auf im Tanz und Rausch, genoss den Puls des Lebens und die zelebrierte Flucht vor der Realität weit, weit weg am Montag, oder wann immer man sich ihr auch wieder stellen musste. Stundenlang tanzte er, stundenlang stand oder saß er herum, konsumierte das, was es an Drogen im Angebot gab, und führte während dessen angeregte Gespräche mit allerhand Volk. Eine gute Seele stellte im Laufe des Vormittages ein paar Kisten Bier vor das Haus und es musste sich auch um das Lagerfeuer gekümmert werden. Die Zeit konnte ganz und gar vergessen werden, hier konnte man einfach so sein, wie man wollte, ohne sich für irgend etwas zu schämen oder rechtfertigen zu müssen.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Erst gegen Nachmittag stellte sich bei ihm eine gewisse Müdigkeit ein. Die Zahl der Gäste nahm immer mehr ab und irgendwann war der Durst nach Tanz selbst bei solch einem Exzessiven Tänzer gestillt. Es war an der Zeit, zu gehen, aber er hatte Angst davor, alleine zu fahren. Das Gras war schon vor Stunden zu neige gegangen und eine gewisse Müdigkeit hatte sich eingestellt. Also belaberte er eine Weile den Bekannten, bis sich dieser von ihm mit in seine Heimatstand nehmen lies. Die Fahrt dorthin war extrem belastend, zusätzlich zu dem desolaten Zustand meines Freundes war sein Begleiter auch noch auf&#8217;s extremste durch den Wind aufgrund diverser psychedelischer Drogen, derer er habhaft werden konnte und mein befreundeter Fahrer sorgte sich davor, durch sein Verhalten auffällig zu werden.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Endlich kamen sie in der Wohnung des Bekannten an. Eine typische Wohnung von Feierleuten. Karg, ein wenig schmutzig, funktional und mit einer guten Anlage. Er blieb nur kurz und zog dann weiter zu Freunden, die in der selben Stadt wohnten. Dort konnte er sich entspannen, dort gab es genug zu rauchen. In den frühen Abendstunden verabschiedet er sich dann nach einigen Stunden entspannten Plauschs und fuhr nach Hause, den Sekundenschlaf unterdrückend.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Und so kam er dann bei mir vor der Tür an. Noch viel zu aufgeputscht von der Nacht und viel zu zerstört, um allein zu sein. Und eigentlich ist dieses Beispiel noch eines der harmloseren.</p>
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">
<p style="font: normal normal normal 12px/normal Helvetica; margin: 0px;">Seit diesem Wochenende hat sich bei meinem Freund einiges getan. Nach ein paar Jahren kriegte er doch die Kurve und löste sich von seiner Abhängigkeit. Er begann sich zu verändern, Prioritäten zu verschieben und sich seinem Leben bewusst zu stellen und es zu gestalten. Auf diesen Weg hat er einige Bekannte verloren, nicht viele schaffen diese Transformation. Doch er hat viel gelernt und bereut die Zeit nicht. Inzwischen verdingt er sich als Freiberufler und geht nicht mehr &#8220;feiern&#8221;. Wozu auch? Man kann so viel schöneres mit seiner Zeit anfangen. Spannende und interessante Texte schreiben und lesen zum Beispiel.</p>
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		<title>Das für den Menschen &#8220;natürliche&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 22:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>
		<category><![CDATA[Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[zweite Aufklärung]]></category>

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		<description><![CDATA[Man begegnet ihm wieder immer wieder, in Diskussionen, Erläuterungen, Abhandlungen und Büchern: Den allgemein weit verbreiteten Glauben, dass Menschen natürlicherweise immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und, mehr oder weniger verborgen unter Sozialisation, zuerst nach sich selbst schauen.

Dieser Betrachtungsweise liegt ein wahrer Kern zugrunde. So besteht in der Philosophie des Geistes ein breiter Konsens, dass der Eigennutz ein entscheidende Faktor für die menschliche Motivation darstellt. Wir wissen allerdings auch schon länger, und nicht zuletzt aus der Soziologie, dass der Mensch erst im Laufe seiner Entwicklung lernt, was es heißt, Mensch zu sein. Deswegen nennen wir das auch "erwachsen werden" oder Sozialisierung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Man begegnet ihm wieder immer wieder, in Diskussionen, Erläuterungen, Abhandlungen und Büchern: Den allgemein weit verbreiteten Glauben, dass Menschen natürlicherweise immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und, mehr oder weniger verborgen unter dem Deckmantel von Kultur, zuerst nach sich selbst schauen.</em></p>
<p>Dieser Betrachtungsweise liegt ein wahrer Kern zugrunde. So besteht in der Philosophie des Geistes ein breiter Konsens, dass der Eigennutz ein entscheidende Faktor für die menschliche Motivation darstellt. Wir wissen allerdings auch schon länger, und nicht zuletzt aus der Soziologie, dass der Mensch erst im Laufe seiner Entwicklung lernt, was es heißt, Mensch zu sein. Deswegen nennen wir das auch &#8220;erwachsen werden&#8221; oder Sozialisierung.<span id="more-233"></span></p>
<p>Selbstverständlich besitzt der Mensch, wie alle Tiere, Instinkte, die auf einer rudimentären Ebene das Überleben sichern. Allerdings sind diese im Verhältnis zu anderen Spezies unserer Biosphäre beim Menschen extrem gering ausgeprägt sind.<sup class='footnote'><a href='#fn-233-1' id='fnref-233-1'>1</a></sup> auch <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/08/oh-nietzsche/" target="_blank">Nietzsche</a><sup class='footnote'><a href='#fn-233-2' id='fnref-233-2'>2</a></sup> und einigen vor ihm war dies bewusst. Der Mensch gleicht diesen &#8220;Mangel&#8221; allerdings geradezu perfekt durch seine Fähigkeiten des Lernens aus.<sup class='footnote'><a href='#fn-233-3' id='fnref-233-3'>3</a></sup></p>
<p>Deshalb muss ich diese Einstellung entschieden zurückweisen. Es mag zwar als pragmatischer Ansatz für den Alltagsgebrauch im Umgang mit Menschen unserer heutigen Kultur durchaus genügen, verkennt aber vollkommen wichtige Kernelemente der menschlichen Natur. Eben jene nämlich, die für den Erfolg unserer Spezies verantwortlich sind.</p>
<p>Und auch wenn dieser Glaube im Alltag sehr nützlich ist, führt er seinen Gedanken bei Diskussionen und Überlegungen zu Gesellschaftlichen Phänomenen oder generell menschlichem Verhalten in eine Sackgasse. Dadurch, dass man so überzeugt davon ist, kann man sich gar nicht vorstellen, dass sich Menschen jemals anders verhalten sollten oder auch überhaupt nur könnten.</p>
<p>Und diese geistige Sackgasse ist eines der größten Probleme in den Köpfen der Menschen. Und wir müssen es bewältigen, damit die Menschheit endlich erwachsen werden kann. Das einzige Mittel, welches mir dazu einfällt ist Aufklärung. Nur wie propagiert man diese in unserer Zeit?
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-233-1'>siehe z.B. <a href="http://books.google.com/books?id=BKg-_A4NaQUC&amp;pg=PA214&amp;lpg=PA214&amp;dq=Soziologie+instinkt+bestimmt&amp;source=bl&amp;ots=zNbkB-7h9U&amp;sig=8KaMGPUrlan419BMxmf6UMalYRw&amp;hl=de&amp;ei=sfvQSpK7MIqh_Ab68uHZAg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=4&amp;ved=0CBIQ6AEwAw#v=onepage&amp;q=&amp;f=false" target="_blank">hier</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-233-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-233-2'>Obwohl ich gerade einfach nicht die Stelle finden will. Ich habe es, wenn ich mich recht entsinne, in &#8220;Also sprach Zarathustra&#8221; gelesen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-233-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-233-3'>Ist ja eigentlich auch nicht verwunderlich. Sind wir doch das Tier, welches sich dank seiner Hände auf das Gehirn spezialisieren konnte. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-233-3'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Der fundamentale Irrtum unserer Gesellschaftstheorien</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/09/der-fundamentale-irrtum-unserer-gesellschaftstheorien/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Sep 2009 23:40:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>

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		<description><![CDATA[In letzter Zeit bin ich, dank Schule &#38; Arbeit, derbe am rotieren und komme deshalb kaum zum schreiben. Nichtsdestotrotz wollte ich, da ich schon einmal angefangen habe, mich zu erklären, den Kerngedanken meines Strebens doch gerne mal fest halten.
Es geht hier um allgemeingültige Überlegungen zu Gesellschaftstheorien sowie Modellen, die Systeme der menschlichen Interaktion beschreiben, wie sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>In letzter Zeit bin ich, dank Schule &amp; Arbeit, derbe am rotieren und komme deshalb kaum zum schreiben. Nichtsdestotrotz wollte ich, da ich schon <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/08/in-welcher-gesellschaft-lebe-ich/" target="_blank">einmal angefangen habe, mich zu erklären</a>, den Kerngedanken meines Strebens doch gerne mal fest halten.</em></p>
<p>Es geht hier um allgemeingültige Überlegungen zu Gesellschaftstheorien sowie Modellen, die Systeme der menschlichen Interaktion beschreiben, wie sie z.B. in der Volkswirtschaftslehre vorkommen. Ich habe mir verschiedenste Theorien und Modelle aus diversen politischen Richtungen zu Gemüte geführt und allen folgen diesem Irrtum. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand ein Gegenbeispiel aufführen könnte, aber wahrscheinlich wäre dieses dann kaum noch unter dem Begriff des Modells aufzufassen.<span id="more-170"></span></p>
<h3 style="font-size: 1.17em;">Das Ziel</h3>
<p>Die Ziele der von mir betrachteten Gesellschaftstheorien sind meist ähnlich: Man möchte den Bürgern ein menschenwürdiges Leben in weitesgehender Freiheit gewähren. Das hat jetzt eigentlich nichts direkt mit dem Irrtum zu tun, ich wollt das nur einmal vorher fest halten, weil ich das später noch einmal brauche. Es gibt natürlich auch Theorien und Modelle, bei denen das nicht der Fall ist, aber alle haben ein Problem gemeinsam:</p>
<h3 style="font-size: 1.17em;">Das Dilemma</h3>
<p>Menschen sind furchtbar kompliziert und ihr Verhalten schwer voraus zu sagen, besonders dann, wenn sie einen hohen Bildungsstand aufweisen und sich sozial engagieren. Die Grundlage auf der wir unser Verhalten begründen und wie wir Entscheidung fällen wirft uns immer noch viele Fragen auf.</p>
<h3 style="font-size: 1.17em;">Die (vermeintliche) Lösung</h3>
<p>Der eifrige Theoretiker, dem es hauptsächlich darum geht seine Theorie an den Mann oder die Frau zu bringen greift deshalb zu den abenteuerlichsten Mitteln. So geht die klassische Mikroökonomie<sup class='footnote'><a href='#fn-170-1' id='fnref-170-1'>1</a></sup> wie auch die <a title="Wikipedia zu Makroökonomie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Makroökonomie" target="_blank">Makroökonomie</a>, die ich gelehrt bekam, der Einfachheit halber von &#8220;rational&#8221; handelnden Individuen aus, aber auch <a title="Wikipedia zu Locke" href="http://de.wikipedia.org/wiki/John_Locke" target="_blank">Locke</a> greift <a title="Second Treaties of Government beim Gutenberg Projekt" href="http://www.gutenberg.org/dirs/etext05/trgov10h.htm" target="_blank">auf diesen Kniff zurück</a>.</p>
<p>Das mag auf den ersten Blick ganz einleuchtend wirken. Man kann so recht einfach die Gültigkeit seiner Theorie und einzelner Phänomene &#8220;belegen&#8221;. Problematisch wird das ganze allerdings, wenn man aufgrund der so erstellten Modelle Rückschlüsse für die Realität zieht. So ist der unsägliche Irrglauben der Makroökonomie, dass einem Wirtschaftswachstum auch zu steigenden Beschäftigungszahlen auf ein Modell zurück zu führen, welches schlicht zu simpel angelegt ist und wichtige Faktoren ausblendet.</p>
<p>Wenn es nun um Gesellschaftstheorien geht, tritt das schwer zu meisternde Dilemma noch viel stärker in den Vordergrund. Hier will man zeigen, dass die Umsetzung der eigenen Theorie von Erfolg gekrönt sein wird, da sich die Menschen wie gewünscht verhalten werden. Dazu gehen alle von einer einfachen Regel aus:</p>
<blockquote><p>Wenn ich die Spielregeln für alle Induviduen nach den Prinzipien X gestalte, dann ist es für diese logisch sich nach der Art/den Arten Y zu verhalten.</p></blockquote>
<p>Auf den ersten Blick leuchtet das ja vielleicht noch ein. Aber man sollte sich dessen bewusst sein, dass es sich hier um Menschen handelt und da entwickelt sich das große Spiel des Lebens unter den Mitgliedern der Gesellschaft. Denn, und davon bin ich überzeugt, der Mensch ist ein <strong>Kulturwesen </strong>oder, anders formuliert, Menschen werden bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung entscheidend von der ihnen durch Familie, Bildungsinstitutionen und Bezugsgruppen vermittelten Kultur geprägt. Das ist jetzt nichts neues, wenn man sich mal ein wenig mit Soziologie beschäftigt hat. Nur ist daraus noch nie so wirklich Konsequenz gezogen worden, wenn es um Gesellschaftstheorien ging.</p>
<p>Anzumerken ist hierbei, dass meine Definition von Kultur weitaus mehr meint als bloße Kunst. Sie beschreibt diese Mischung aus Werten, Normen, Weltbild, Kunst, Geschichte, Philosophie und &#8211; im schlimmste Fall &#8211; Religion, die uns prägt. Ich gebe zu, dass dies Wort nicht perfekt gewählt ist, mir ist bis jetzt aber kein besseres dafür eingefallen. Ich wäre erfreut, wenn mir jemand ein besseres vorschlagen könnte.</p>
<p>Sicherlich, man kann auch später noch neue kulturellen Werte und Ideale annehmen oder entwickeln. Aber das ist immer schwer und wirklich tiefgreifende Veränderungen umzusetzen erfordert sehr viel Selbstdisziplin.<sup class='footnote'><a href='#fn-170-2' id='fnref-170-2'>2</a></sup> Doch hat das letzte Jahrhundert sehr eindrucksvoll gezeigt, dass die besten Ideen nicht funktionieren, wenn die Menschen, die sie Leben, nicht dahinter stehen. Jetzt mal ganz dessen ungeachtet, dass die Diktatur des Proletariats an sich schon eine ziemlich dumme Idee ist<sup class='footnote'><a href='#fn-170-3' id='fnref-170-3'>3</a></sup>, war die Korruption, die sich schon zu Beginn der russischen Revolution zeigte, sehr Beispielhaft .</p>
<h3 style="font-size: 1.17em;">Evolution statt Revolution!</h3>
<p>Deshalb bedarf es, meiner bescheidenen Meinung nach, eines neuen Ansatzes bei der Formulierung von Utopien. Anstatt sich (durchaus richtige und wichtige) Gedanken um Regierungsapparat, Gewaltenteilung, Rechtswesen etc. zu machen, ist es an der Zeit sich damit zu beschäftigen, wie wir unsere Kultur derart weiter entwickeln können, dass alle Mitglieder ohne äußeren Zwang friedlich zusammen leben wollen. Ich denke, dass wir erst dann friedlich, nachhaltig wirkend und ernsthaft effizient zusammenleben können, wenn wir jenen äußeren Zwang durch Gewaltmonopol und Gesetzesapparat, der momentan leider erforderlich ist, in die Köpfe der Menschen verlegt haben, auf dass diese merkwürdigen Regeln, die nie so richtig passen wollen, nicht mehr benötigen. Anders, mit Hilfe der Spieltheorie, formuliert: Unsere Kultur muss sich derart verändern, dass es für alle Spieler die beste Strategie ist, sich altruistisch zu verhalten.</p>
<p>Es liegt noch viel Weg vor uns. Eine zweite Aufklärung, eine Aufklärung, die wirklich Wissenschaft, Kunst und Philosophie unter das Volk bringt und von den Mythen der letzten Jahrtausenden befreit, ist von Nöten. Wir müssen uns dabei bewusst sein, dass diese von denen, die momentan die Meinung diktieren,<sup class='footnote'><a href='#fn-170-4' id='fnref-170-4'>4</a></sup> höchstwahrscheinlich nicht gewünscht ist. Es wäre wünschenswert, wenn man jene überzeugen könnte, aber ich denke, damit ist frühestens nach einem Generationenwechsel zu rechnen.</p>
<p>Uns kann keine gewaltsame Revolution aus unserer Misere befreien. Dass einzige was wirklich helfen wird ist eine Evolution hinaus aus diesem Sumpf der Kinderzeit unserer Spezies, dem sich ständig wiederholenden Spiel von emotionaler Kontrolle, Ausbeutung und Zerstörung hin zu einer vernünftigen und seines Wesens bewussten Zeit, in der man unsere Spezies langsam als erwachsen bezeichnen könnte.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-170-1'>Die klassische <a title="Wikipedia zur Mikroökonomie" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mikroökonomie" target="_blank">Mikroökonomie</a> ist das vorherrschende Glaubensmodell der marktradikalen Wirtschaftsweisen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-170-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-170-2'>Das erlebe ich selbst seit längerem an meiner Entwicklung. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-170-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-170-3'>irgendwie kann mir die Logik hinter den Gedanken Marx uns Engels nicht einleuchten. Erst alle Gleichschalten und ihnen dann die totale Freiheit geben. Wer will die dann noch?!? <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-170-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-170-4'>da die Masse so erzogen wird, dass sie sich die Meinung diktieren lässt <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-170-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Mary Jane</title>
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		<pubDate>Tue, 01 Sep 2009 13:15:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>
		<category><![CDATA[Schulzeuchs]]></category>

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		<description><![CDATA[Du warst die Milch,
in der sich mein ausgetrocknetes
Kakaopulver lösen konnte.
Du warst das Bike,
auf dem ich im Sonnenuntergang
zur Freiheit fuhr.
Mein Herzblut
war der Sprit für den rasenden
Ritt auf dem Highway to Hell.
Inzwischen
gehe ich lieber zu Fuß,
wandern soll sehr gesund sein.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Du warst die Milch,<br />
in der sich mein ausgetrocknetes<br />
Kakaopulver lösen konnte.</p>
<p>Du warst das Bike,<br />
auf dem ich im Sonnenuntergang<br />
zur Freiheit fuhr.</p>
<p>Mein Herzblut<br />
war der Sprit für den rasenden<br />
Ritt auf dem Highway to Hell.</p>
<p>Inzwischen<br />
gehe ich lieber zu Fuß,<br />
wandern soll sehr gesund sein.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>In welcher Gesellschaft lebe ich?</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/08/in-welcher-gesellschaft-lebe-ich/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 01:15:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
		<category><![CDATA[drunken blogging]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Überwachung]]></category>
		<category><![CDATA[Verfassung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich wurde gebeten, eine ausführliche Antwort auf diese Frage zu stellen. Da bietet es sich doch an, diese auch gleich hier zu veröffentlichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich wurde gebeten, eine ausführliche Antwort auf diese Frage zu stellen. Da bietet es sich doch an, diese auch gleich hier zu veröffentlichen.</em></p>
<p>Die Gesellschaft in der ich lebe, ist eine sehr facettenreiche. Sie mag einem, je nach Perspektive, vollkommen unterschiedlich vorkommen und es ringen verschiedenste Kräfte darum, sie nachhaltig in ihrem Interesse zu prägen. Mit mehr oder minderen Erfolg. Dies hat mehrere Gründe die auf unterschiedlichen Ebenen zeitgleich wirken:<span id="more-154"></span></p>
<h3>Es herrscht ein Wertepluralismus vor.</h3>
<p>Wahrlich kein neues Phänomen, war es doch das Thema der Soziologie und gesellschaftskritischen Philosophie der 90er Jahre, ist es doch ein zentrales Faktum für den Zustand &#8220;westlicher&#8221; Gesellschaften. Die parallele Existenz diverser Lebensweisheiten in stets unsicheren Zeiten voll schwer vorhersehbaren tiefschürfenden Veränderungen führt zu stetig differenzierteren Peer-Groups, die sich zum Teil quer durch die Milieus erstrecken. Die dominierende Strategie des postmodernen Menschen ist die des Individualisten, ständig auf der Suche nach sich selbst im Kontext diverser Peer-Groups und Situationen.</p>
<h3>Ich erlebe eine Mediengesellschaft.</h3>
<p>Unser Lebensalltag ist geprägt durch eine wahre Medienflut die ständig über uns herein bricht. Die Medien der Postmoderne veränderten und verändern zentrale Momente des innergesellschaftlichen Wertekanons<sup class='footnote'><a href='#fn-154-1' id='fnref-154-1'>1</a></sup>, ein weiterer Faktor, der zur allgemeinen Unsicherheit beiträgt. Derweil vollzieht sich in unserer Medienlandschaft das selbe entsetzliche Schauspiel wie in allen anderen westlichen Industriestaaten. Während die unfassbare Grausamkeit der Globalisierung und des fortschreitenden Imperialismus auf seinem Weg zur &#8220;New World Order&#8221; dank der marktwirtschaftlichen Strukturen verschwiegen, verschönt und alltäglich sowie beliebig dargestellt wird<sup class='footnote'><a href='#fn-154-2' id='fnref-154-2'>2</a></sup>, ist das Volk, getreu dem uralten Motto der Imperialisten &#8220;Brot &amp; Spiele&#8221;, gebannt von absurden Bedrohungen &#8211; die sich, wie ein Horrorfilm nach dem anderen, regelmäßig abwechseln, nachdem sie sich nach kurzer Aufflammen in Beliebigkeit auflösen &#8211; und erlöst mit belangloser Unterhaltung.</p>
<p>Die frappierende Distanz der Darstellung der Mainstream-Medien von dem Faktischen wirkt beängstigend und absurd. So ist mein Vaterland gerade an einem, natürlich Völkerrechtswidrigen, Krieg beteiligt. Ein Verbrechen welches explizit durch unser Verfassungsimprovisorium, welches eigentlich schon vor einem guten Jahrzehnt durch eine vom Volk gewählte Verfassung hätte ersetzt werden müssen, verboten wird.</p>
<h3>Ich lebe in einer Sicherheitsgesellschaft.</h3>
<p>Mit den obig erwähnten Bedrohungsszenarien werden schon seit über einem Jahrzehnt schleichende Beschneidungen der Bürgerrechte etabliert. Beginnend mit Rasterfahndung und dem Großen Lauschangriff hat der Überwachungswahn in Form von täglich neuen &#8220;Sicherheitskameras&#8221;, der Vorratsdatenspeicherung und schlussendlich dieser unsäglichen Grundlage zur Zensur des Internets &#8211; die fundamentalen Grundsätzen unseres Rechtsstaates widerspricht &#8211; beängstigende Formen angenommen. Souverän wie die im bunten Reigen gewählte Politelite sind in diesem Prozess getrieben von Ängsten und Verbindlichkeiten, aber darüber schrieb ich schon <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/" target="_blank">an anderer Stelle</a>.</p>
<p>Leider fördert eine solche Umgebung der ständigen Überwachung unterbewusst Konformität. Allerdings führt Konformität zu einem Versiegen des innergesellschaftlichen Diskurses und somit letztlich zur Stagnation ob fehlender Impulse. Und Stagnation kann für eine Gesellschaft, gerade zum jetzigen Zeitpunkt, nicht gesund sein!</p>
<h3>Und dann ist auch noch Krisenzeit.</h3>
<p>Das systemimanente Problem hat ein weiteres Mal zugeschlagen. Unsere Regierung hat ihre Auswirkungen, in ihrer grenzenlosen demokratischen Weitsicht, mit abenteuerlichen Methoden über den Wahltermin hinaus geschoben. Erwartungsgemäß wird die Krise den Realmarkt im nächsten Jahr mit aller Härte treffen. Die Auswirkungen dieses Handelns sind nicht abzusehen. Vor allen Dingen, wenn man folgendes bedenkt:</p>
<p>Die Gesellschaft entwickelt sich langsam aber unaufhaltsam aus der Postmoderne hinaus. Dank fortschreitenden technischen Fortschritt entledigt sich die Wirtschaft immer mehr nicht mehr benötigter Arbeitskräfte. Die Politelite, gelähmt durch ihre Machtspiele und blind vor diesen Veränderungen, hält währenddessen noch an veralteten Konzepten der Moderne fest und schürt so einen schwelenden Konflikt. Doch so sehr sie sich jetzt noch winden, um den Kapitalismus am Leben zu erhalten wird über kurz oder lang kein Weg an neuen Konzepten[wie dem <a href="https://www.grundeinkommen.de/" target="_blank">garantierten Grundeinkommen</a>] vorbei führen.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-154-1'>siehe z.B. <a href="http://www.amazon.de/Das-Verschwinden-Kindheit-Neil-Postman/dp/3596238552/ref=wl_it_dp_o?ie=UTF8&amp;coliid=I6IMGCJ4J8I48&amp;colid=18T5JZ2UO1HPI" target="_blank">Neil Postman: Das Verschwinden der Kindheit</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-154-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-154-2'>siehe z.B.<a href="http://www.amazon.de/New-Rulers-World-John-Pilger/dp/185984412X/ref=sr_1_3?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1251416937&amp;sr=8-3" target="_blank"> John Pilger: The New Rulers Of The World</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-154-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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