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	<title>acidblog &#187; Medienkritik</title>
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	<description>Nachdenkliches aus dem Sprawl</description>
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		<title>Lesefutter, die zehnte</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 16:40:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
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		<description><![CDATA[
Der Mensch wird zum Datensatz und CCC-Sprecher Frank Rieger gibt einen Kommentar dazu
Virtuelle Währung zu  realer Währung in Korea ist da jetzt legal machbar
Anti-Parteien-Partei 2.0 Herr Neumanns Analyse der Piraten
Sozialverträglich ableben Eine wunderbare Polemik von ad sinistram

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li><a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E38A2F6DD0A734EB789AAD27EDE6F9A35~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Der Mensch wird zum Datensatz</a> und CCC-Sprecher Frank Rieger gibt einen Kommentar dazu</li>
<li><a href="http://pinguinmaedchen.wordpress.com/2010/01/19/korea-tausch-virtueller-wahrung-in-echtes-geld-legal/" target="_blank">Virtuelle Währung zu  realer Währung</a> in Korea ist da jetzt legal machbar</li>
<li><a href="http://fxneumann.de/2009/12/23/anti-parteien-partei-2-0/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+fxneumann+%28fxneumann+%C2%B7+Blog+von+Felix+Neumann%29" target="_blank">Anti-Parteien-Partei 2.0</a> Herr Neumanns Analyse der Piraten</li>
<li><a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/01/sozialvertraglich-ableben.html" target="_blank">Sozialverträglich ableben</a> Eine wunderbare Polemik von ad sinistram</li>
</ul>
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		<title>Der Kampf um die Informationsfreiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 10:47:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich habe seit meiner letzten Erkenntnis zum Thema Informationszeitalter weiter über das Thema nachgedacht. Zuerst einmal fällt auf, dass die Begriffe Informationszeitalter und Informationsgesellschaft das ganze eigentlich nicht greifen. Denn diese Begriffe sind für unserere aktuelle Gesellschaft geprägt worden. Nicht zu Unrecht wird unsere Gesellschaft deshalb auch oft als Übergangs- oder Transformationsgesellschaft bezeichnet. Ich will [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe seit <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/09/die-politische-einstellung-der-piraten-fur-alte-hasen-der-politik-erklaert/" target="_blank">meiner letzten Erkenntnis zum Thema Informationszeitalter</a> weiter über das Thema nachgedacht. Zuerst einmal fällt auf, dass die Begriffe Informationszeitalter und <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Informationsgesellschaft/Aktuell,templateId=renderPrint.psml" target="_blank">Informationsgesellschaft </a>das ganze eigentlich nicht greifen. Denn diese Begriffe sind für unserere aktuelle Gesellschaft geprägt worden. Nicht zu Unrecht wird unsere Gesellschaft deshalb auch oft als Übergangs- oder Transformationsgesellschaft bezeichnet. Ich will aber gerade über das schreiben, was vor uns liegt. Und diese Gesellschaft, die wir erleben könnten, ist eine gänzlich andere Gesellschaft als die jetzige, da die Menschen in ihr ganz anders mit Informationen umgehen (müssen).</p>
<p>Das ganze wird sich an einer der wichtigsten Fragen unserer Zeit, der binäre Gretchenfrage, wie mspro sie so schön nannte, entscheiden. Diese lässt sich zu Informationskontrolle versus Informationsfreiheit kondensieren. Informationsfreiheit bezeichnet hierbei, dass einem Bürger alle möglichen Informationen jederzeit zur Verfügung stehen. <sup class='footnote'><a href='#fn-218-1' id='fnref-218-1'>1</a></sup> Momentan herrscht bei den Mächtigen die Tendenz zur Informationskontrolle vor. Dummerweise gehen bei diesen plumpen Versuchen immer mehr Grundrechte über den Jordan oder werden bis zur Unkenntlichkeit beschnitten.</p>
<p>Um die Beweggründe für diese Vorgehensweise verstehen zu können, muss man sich erst einmal vergegenwärtigen, was ein Leben in der absoluten Informationsfreiheit von einem Menschen abverlangt. Dies ist vor allem erst einmal ein weitaus offener und bewussterer Umgang mit Informationen. Denn wenn man einen riesigen Informationsfluss aus verschiedensten Quellen anzapfen kann, dann tritt immer mehr der Inhalt dieser Informationen in den Vordergrund. Oder anders gesagt: man akzeptiert zuerst alle Informationen an sich um sie dann nach Sinnhaftigkeit, künstlerischen Wert, Aussage, Intention und sonstigen praktischen Kategorien zu ordnen. Die Informationen werden also nicht mehr ideologisch sondern individuell bewertet. Dies erfordert von den Menschen natürlich auch, dass sie sich mehr mit dem Themenfeld der Information auseinandersetzen um diese auch bewerten zu können. Wenn man aber nun jeder Information gleich gegenüber steht, dann resultiert daraus auch, dass man nicht gewisse Informationen als absolute Wahrheit annimmt.</p>
<p>Und gerade das ist der Knackpunkt, weshalb die Internetausdrucker rund um den Globus versuchen, das Netz unter Kontrolle zu bringen. Wir leben in einem politischen System, welches darauf basiert, dass der konform geprägten Masse durch eine Mischung aus <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/09/angst/" target="_blank">Angst</a>, Sex und Hass ihre Meinung in wichtigen Fragen präsentiert, ja quasi diktiert, wird. Das hat die Wahl am letzten Sonntag in erschreckender Weise gezeigt.<sup class='footnote'><a href='#fn-218-2' id='fnref-218-2'>2</a></sup> Aus einer individuellen Wertung der Informationen folgen individuelle Weltbilder, Meinungen und Geschmäcke, kurz gesagt: eine nonkonforme Menschenmenge und somit Bürger, die sich mit den jetzigen Mitteln nicht steuern lassen.</p>
<p>Deshalb mag es einen auch so vor kommen, als würde da die alte Welt verzweifelt versuchen, dass nächste Zeitalter, die nächste Epoche der Menschheitsgeschichte aufzuhalten, ja, am besten nie eintreten zu lassen. Und sie sind dafür bereit alles zu opfern, für das unsere Vorfahren ihr Blut auf den Straßen vergossen haben. Wir müssen uns darüber klar werden, dass die jenigen, die gerade darüber an der Macht sind<sup class='footnote'><a href='#fn-218-3' id='fnref-218-3'>3</a></sup>, die menschliche Evolution mit allen Mitteln verhindert. Die versuchte Internetzensur in den Industrieländern ist nur ein Beispiel dafür.</p>
<p>Dieser Kampf findet nicht mehr auf der Straße statt, er findet in den Köpfen der Menschen statt. Seine Waffen sind nicht Gewehre und Barrikaden sondern Feuilletons, TV-Sendungen, Radiobeiträge und Blogs. Und wir können ihn nur durch Aufklärung gewinnen. Das mag zwar frustrierend langsam von statten gehen, aber ich glaube daran, dass die Zeit für uns arbeiten wird.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-218-1'>Dies ist für uns momentan noch schwer greifbar, ist Informationskontrolle sowie daraus resultierend Informationsvorsprung ein zentrales Moment unserer Selektionsmechanismen und Verwertungsrechte sowie Grundlage in unserem Umgang mit anderen Nationen.  <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-218-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-218-2'>Es wird aber nicht erst seit gestern thematisiert. Interessierten Lesern sei das Studium von Theodor W. Adorno oder John Pilger an das Herz gelegt. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-218-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-218-3'>indem sie die öffentliche Meinung &amp; Vorlieben diktieren <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-218-3'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		<title>Angst</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 12:54:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Gemecker]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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		<description><![CDATA[Kennt ihr das nicht auch?
Da konsumiert man, nichts böses ahnend, das Medium seiner Wahl und es prasselt auf einen nieder.
Kurze, prägnante &#038; aufregende Meldungen über schlimme Dinge. Gerade lang genug, um einen davon zu berichten, wie furchtbar der Umstand ist und doch nur einmal kurz knapp das Thema streifend. Man will ja bloß nicht zu viel vom Konsumenten verlangen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Kennt ihr das nicht auch?<br />
Da konsumiert man, nichts böses ahnend, das Medium seiner Wahl und es prasselt auf einen nieder.<br />
Kurze, prägnante &amp; aufregende Meldungen über schlimme Dinge. Gerade lang genug, um einen davon zu berichten, wie furchtbar der Umstand ist und doch nur einmal kurz knapp das Thema streifend. Man will ja bloß nicht zu viel vom Konsumenten verlangen.</p>
<p>Derlei Themen gibt es viele. Sei es der Mythos der tödlichen Krankheit, die sich rasend schnell in aller Herren Länder verbreitet &#8211; ihr kennt das, solche Meldungen gibt es ja alle Jahre wieder.<br />
Erstaunlicherweise stirbt dann doch kaum jemand daran und nach ein paar Wochen oder Monaten interessiert sich kein Schwein mehr dafür. Ich frage mich ja, was sie demnächst für Namen nehmen werden, Vögel und Schweine sind schon mal aus.</p>
<p>Oder der, seit einem guten Jahrzehnt sehr beliebte, &#8220;internationale Terrorismus&#8221; von dem wir alle in Furcht und Schrecken versetzt werden. Wir haben noch alle gut die Anschläge von,,, äh,,, also,,,<br />
Na ihr wisst doch, diese Anschläge, die hier ständig passieren!<br />
Davor muss man doch Angst haben!<br />
Klar, es sterben täglich weltweit mehr Leute an Hunger und in Deutschland jährlich weitaus mehr auf den Strassen oder in Krankenhäusern an den Fehlern der Ärzteschaft. Aber es geht hier um&#8217;s Prinzip! Deswegen brauchen wir ja auch unbedingt unsere tollen Überwachungsspielzeuge von der wir hoffen, dass sie was bringen &#8211; und sei es nur die Abschreckung.</p>
<p>Letztes Jahr war dann die Finanz&#8221;krise&#8221; total in. Das ist mal wirklich ein Thema, mit dem man die braven Deutschen in Angst und Schrecken versetzen kann. Wegen der Wahl wurde das ganze gerade vom Herd genommen, aber die Soße wird bald kippen.<br />
Nicht das man da jetzt was von hören würde, dann dann könnte man ja die Rezipienten im Frühjahr ja nicht wieder so gut in Angst &amp; Schrecken vor dem finanziellen Kollaps versetzen. Aber bis es soweit ist, dürfen die Brandstifter weiterhin Feuerwehr spielen und sich als solche feiern lassen.<br />
Von  ernsthaften Ansätzen der Problembeseitigung oder überhaupt einer Problemanalyse keine Spur.</p>
<p>Aber mit rationalen Argumenten kommen zählt ja nicht. Und wer dann auch noch die Frechheit besitzt, auf die Meinungsmache hin zu weisen, der findet sich schnell in der &#8220;Verschwörungstheoretiker&#8221;-Ecke wieder. Ist schon erstaunlich wie leichtfertig heutzutage dieser Vorwurf gemacht wird, impliziert man damit doch, dass der Gesprächspartner nicht mehr ganz bei Trost ist und die Realität nicht erkennen kann. Deshalb traut sich auch kaum ein Mensch wirklich darüber nach zu denken, zu groß ist die Angst, sich dadurch in das gesellschaftliche Abseits zu befördern und nicht mehr glücklich und unbelastet leben zu können.</p>
<p>Und dabei geht es uns doch so gut, so furchtbar gut, eigentlich viel zu gut. Wir leben in unserer kleinen Welt im schönen Schein und bekommen vom Medium unserer Wahl jeden Tag die Welt erklärt. Mit ein bisschen Sex, hie und da ein wenig Skandal und immer einer ordentlichen Prise Angst. So ist das gut, so fühlt man sich wohl. Man hat etwas zum gemeinsam meckern und weiß wovor man sich heute fürchten muss. Und Morgen? Morgen ist schon wieder etwas ganz anderes aktuell. So beschäftigt ist man, dass man gar nicht mit bekommt wie langsam, vorsichtig und Stück für Stück all das abgebaut oder ad absurdum geführt wird, für das unsere Vorfahren im Kampf ihr Blut vergossen haben.</p>
<p>Währenddessen leben, draußen in der Welt, weit weit weg und in unserer medialen Scheinwelt zum Glück nicht vorkommend, Menschen in Angst. In der Angst, nicht zu wissen, was man heute Abend oder Morgen essen kann. In der Angst davor, abgeholt, eingesperrt und gefoltert zu werden. In der Angst davor, irgendwann nebenbei, wertlos und unbeachtet von einer übermächtigen Militärmaschine getötet zu werden. Sie leben tagtäglich in der selben Angst, ohnmächtig etwas dagegen zu tun. Jeden Tag die selbe beklemmende, furchtbare, Seelen auffressende Angst. Für uns. Für unser Leben in der Gier nach mehr.</p>
<p>Also ich, ich habe keine Angst mehr.<br />
Und ihr?</p>
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		<title>In welcher Gesellschaft lebe ich?</title>
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		<pubDate>Fri, 28 Aug 2009 01:15:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich wurde gebeten, eine ausführliche Antwort auf diese Frage zu stellen. Da bietet es sich doch an, diese auch gleich hier zu veröffentlichen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Ich wurde gebeten, eine ausführliche Antwort auf diese Frage zu stellen. Da bietet es sich doch an, diese auch gleich hier zu veröffentlichen.</em></p>
<p>Die Gesellschaft in der ich lebe, ist eine sehr facettenreiche. Sie mag einem, je nach Perspektive, vollkommen unterschiedlich vorkommen und es ringen verschiedenste Kräfte darum, sie nachhaltig in ihrem Interesse zu prägen. Mit mehr oder minderen Erfolg. Dies hat mehrere Gründe die auf unterschiedlichen Ebenen zeitgleich wirken:<span id="more-154"></span></p>
<h3>Es herrscht ein Wertepluralismus vor.</h3>
<p>Wahrlich kein neues Phänomen, war es doch das Thema der Soziologie und gesellschaftskritischen Philosophie der 90er Jahre, ist es doch ein zentrales Faktum für den Zustand &#8220;westlicher&#8221; Gesellschaften. Die parallele Existenz diverser Lebensweisheiten in stets unsicheren Zeiten voll schwer vorhersehbaren tiefschürfenden Veränderungen führt zu stetig differenzierteren Peer-Groups, die sich zum Teil quer durch die Milieus erstrecken. Die dominierende Strategie des postmodernen Menschen ist die des Individualisten, ständig auf der Suche nach sich selbst im Kontext diverser Peer-Groups und Situationen.</p>
<h3>Ich erlebe eine Mediengesellschaft.</h3>
<p>Unser Lebensalltag ist geprägt durch eine wahre Medienflut die ständig über uns herein bricht. Die Medien der Postmoderne veränderten und verändern zentrale Momente des innergesellschaftlichen Wertekanons<sup class='footnote'><a href='#fn-154-1' id='fnref-154-1'>1</a></sup>, ein weiterer Faktor, der zur allgemeinen Unsicherheit beiträgt. Derweil vollzieht sich in unserer Medienlandschaft das selbe entsetzliche Schauspiel wie in allen anderen westlichen Industriestaaten. Während die unfassbare Grausamkeit der Globalisierung und des fortschreitenden Imperialismus auf seinem Weg zur &#8220;New World Order&#8221; dank der marktwirtschaftlichen Strukturen verschwiegen, verschönt und alltäglich sowie beliebig dargestellt wird<sup class='footnote'><a href='#fn-154-2' id='fnref-154-2'>2</a></sup>, ist das Volk, getreu dem uralten Motto der Imperialisten &#8220;Brot &amp; Spiele&#8221;, gebannt von absurden Bedrohungen &#8211; die sich, wie ein Horrorfilm nach dem anderen, regelmäßig abwechseln, nachdem sie sich nach kurzer Aufflammen in Beliebigkeit auflösen &#8211; und erlöst mit belangloser Unterhaltung.</p>
<p>Die frappierende Distanz der Darstellung der Mainstream-Medien von dem Faktischen wirkt beängstigend und absurd. So ist mein Vaterland gerade an einem, natürlich Völkerrechtswidrigen, Krieg beteiligt. Ein Verbrechen welches explizit durch unser Verfassungsimprovisorium, welches eigentlich schon vor einem guten Jahrzehnt durch eine vom Volk gewählte Verfassung hätte ersetzt werden müssen, verboten wird.</p>
<h3>Ich lebe in einer Sicherheitsgesellschaft.</h3>
<p>Mit den obig erwähnten Bedrohungsszenarien werden schon seit über einem Jahrzehnt schleichende Beschneidungen der Bürgerrechte etabliert. Beginnend mit Rasterfahndung und dem Großen Lauschangriff hat der Überwachungswahn in Form von täglich neuen &#8220;Sicherheitskameras&#8221;, der Vorratsdatenspeicherung und schlussendlich dieser unsäglichen Grundlage zur Zensur des Internets &#8211; die fundamentalen Grundsätzen unseres Rechtsstaates widerspricht &#8211; beängstigende Formen angenommen. Souverän wie die im bunten Reigen gewählte Politelite sind in diesem Prozess getrieben von Ängsten und Verbindlichkeiten, aber darüber schrieb ich schon <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/" target="_blank">an anderer Stelle</a>.</p>
<p>Leider fördert eine solche Umgebung der ständigen Überwachung unterbewusst Konformität. Allerdings führt Konformität zu einem Versiegen des innergesellschaftlichen Diskurses und somit letztlich zur Stagnation ob fehlender Impulse. Und Stagnation kann für eine Gesellschaft, gerade zum jetzigen Zeitpunkt, nicht gesund sein!</p>
<h3>Und dann ist auch noch Krisenzeit.</h3>
<p>Das systemimanente Problem hat ein weiteres Mal zugeschlagen. Unsere Regierung hat ihre Auswirkungen, in ihrer grenzenlosen demokratischen Weitsicht, mit abenteuerlichen Methoden über den Wahltermin hinaus geschoben. Erwartungsgemäß wird die Krise den Realmarkt im nächsten Jahr mit aller Härte treffen. Die Auswirkungen dieses Handelns sind nicht abzusehen. Vor allen Dingen, wenn man folgendes bedenkt:</p>
<p>Die Gesellschaft entwickelt sich langsam aber unaufhaltsam aus der Postmoderne hinaus. Dank fortschreitenden technischen Fortschritt entledigt sich die Wirtschaft immer mehr nicht mehr benötigter Arbeitskräfte. Die Politelite, gelähmt durch ihre Machtspiele und blind vor diesen Veränderungen, hält währenddessen noch an veralteten Konzepten der Moderne fest und schürt so einen schwelenden Konflikt. Doch so sehr sie sich jetzt noch winden, um den Kapitalismus am Leben zu erhalten wird über kurz oder lang kein Weg an neuen Konzepten[wie dem <a href="https://www.grundeinkommen.de/" target="_blank">garantierten Grundeinkommen</a>] vorbei führen.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-154-1'>siehe z.B. <a href="http://www.amazon.de/Das-Verschwinden-Kindheit-Neil-Postman/dp/3596238552/ref=wl_it_dp_o?ie=UTF8&amp;coliid=I6IMGCJ4J8I48&amp;colid=18T5JZ2UO1HPI" target="_blank">Neil Postman: Das Verschwinden der Kindheit</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-154-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-154-2'>siehe z.B.<a href="http://www.amazon.de/New-Rulers-World-John-Pilger/dp/185984412X/ref=sr_1_3?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1251416937&amp;sr=8-3" target="_blank"> John Pilger: The New Rulers Of The World</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-154-2'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		</item>
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		<title>Lesefutter, die zweite</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/08/lesefutter-die-zweite/</link>
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		<pubDate>Fri, 07 Aug 2009 08:17:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzfundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Geld]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Meinungsfreiheit]]></category>

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		<description><![CDATA[
Meinungsfreiheit als Sondermüll Udo Vetter in einem seiner besten Blogposts, definitiver Lesebefehl! :D
Die Dummheitsvermutung ein erhellender Gedanke zur innergesellschaftlichen Kommunikation
Aggregat7 hat auch was gutes zum Geld geschrieben, allerdings auf Englisch
Ursula K. Le Guin: A Rant About &#8220;Technology&#8221; Interessante Gedanken von einer begnadeten Autorin.

Das war&#8217;s ersmal von hier. Ich bin momentan stark damit beschäftigt, meine Kisten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li><a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/08/02/die-meinungsfreiheit-als-sondermull/" target="_blank">Meinungsfreiheit als Sondermüll</a> Udo Vetter in einem seiner besten Blogposts, definitiver Lesebefehl! :D</li>
<li><a href="http://kommentare.zeit.de/user/locus-control/beitrag/2009/08/02/die-dummheitsvermutung" target="_blank">Die Dummheitsvermutung</a> ein erhellender Gedanke zur innergesellschaftlichen Kommunikation</li>
<li>Aggregat7 hat auch was gutes zum Geld <a href="http://aggregat7.ath.cx/2009/08/05/money-debt-the-economy-and-the-2008-financial-crisis-explained-for-nerds-and-other-interested-mortals" target="_blank">geschrieben, allerdings auf Englisch</a></li>
<li><a href="http://www.ursulakleguin.com/Note-Technology.html" target="_blank">Ursula K. Le Guin: A Rant About &#8220;Technology&#8221;</a> Interessante Gedanken von einer begnadeten Autorin.</li>
</ul>
<p>Das war&#8217;s ersmal von hier. Ich bin momentan stark damit beschäftigt, meine Kisten für die <a href="https://wiki.har2009.org/page/Main_Page" target="_blank">HAR</a> vorzubereiten und Morgen ist &#8216;ne Kostümparty, für die ich noch das Kostüm nähen muss. Aber im Laufe des Wochenendes sollte es hier auch mal wieder mehr zu lesen geben, Textideen reifen schon wieder heran ;)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Willkommen in der Postdemokratie!</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/</link>
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		<pubDate>Mon, 13 Jul 2009 11:55:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Politikkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Postdemokratie]]></category>

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		<description><![CDATA[Was meint der denn nun wieder mit Postdemokratie? Werden sich jetzt wohl einige von euch fragen. Diese seien beruhigt, genau das werde ich hier erläutern. Doch bevor wir uns damit beschäftigen, was nach der Demokratie kommt, sollten wir uns noch kurz damit beschäftigen, was denn nun Demokratie ist und wie es dazu kam, dass wir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was meint der denn nun wieder mit Postdemokratie? Werden sich jetzt wohl einige von euch fragen. Diese seien beruhigt, genau das werde ich hier erläutern. Doch bevor wir uns damit beschäftigen, was nach der Demokratie kommt, sollten wir uns noch kurz damit beschäftigen, was denn nun Demokratie ist und wie es dazu kam, dass wir in der Schule erzählt bekommen, wir würden in einem demokratischen System leben.</p>
<p>Entstanden ist der Begriff im antiken Griechenland und setzt sich zusammen aus „Demos“ für Volk und „-kratie“ für Herrschaft. Zu beachten ist dabei, dass man damals als Volk alle Vollbürger auffasste. Das waren vornehmlich eben jene Männer, die die „High Society“ der Polis bildeten und in großen Villen mit 1-2 Dutzend Sklaven, einigen Lustknaben und allem sonstigen ihrem Stande gemäßen Luxus lebten. Diese hatten natürlich genug Zeit sich mit Kunst, Kultur &amp; Politik zu beschäftigen, während andere die Arbeit für sie taten.</p>
<p>Machen wir einen Zeitsprung in das 18. Jahrhunderts. Der Würgegriff der Kirchen um die Bildung hatte sich im Laufe der Jahrhunderte wieder gelockert und die großen Denker der Aufklärung brauchten einen Sammelbegriff mit dem sie ihre Vorstellungen von Freiheit &amp; Gleichheit verbreiteten konnten. Sie definierten so unseren modernen Demokratiebegriff bestehend aus den Menschenrechten, die garantieren sollten, dass jeder Mensch gleich behandelt wird, und einer Gewaltenteilung der Regierung in richterliche, gesetzgebende &amp; ausführende Gewalt.</p>
<p><span id="more-25"></span> So weit, so gut. Erzählen wir die Geschichte mal weiter. Als der verlotterte Adel und der korrupte Klerus einfach nicht wussten, wann es denn mal mit der offensichtlichen Ausbeutung gut ist, stand die Masse auf und begehrte eben jene Rechte für alle. Nicht, dass sie ganz von alleine auf die Idee gekommen wäre. Das  damals rechtlose Bürgertum war mit seinem Zustand so gar nicht zufrieden und machte ordentlich Meinung für ihre, ähh Entschuldigung, aller Menschen Sache. Das Bürgertum waren vornehmlich reiche Männer, die in stattlichen Herrschaftshäusern mit 1-2 Dutzend Bediensteten, einigen Mägden und allem sonstigen ihrem Stande gemäßen Luxus lebten.  Bei denen waren die alten Griechen gerade „in“ und ihre Damen trugen diese sexy Schwangerschaftskleidchen aus leicht durchsichtigen Stoffen, durch die man fast alles erkennen konnte, Rrrrr!</p>
<p>Noch ein Zeitsprung. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges bekam Westdeutschland die Demokratie auf&#8217;s Auge gedrückt und es kehrte Frieden in der so genannten „westlichen Hemisphäre“ ein. Die Wahlbeteiligung zu dieser Zeit war hoch und die Menschen beteiligten sich rege in den Parteien während sie sich mehr oder weniger ihrer neuen Freiheit im Wirtschaftsboom erfreuten. An dieser Freiheit klebt &amp; klebte nur ein Makel: Sie ist einfach noch nicht in unserer aller Köpfen angekommen. Denn die Aufklärer versprachen deshalb solch blühende Zustände, da sie davon ausgingen, dass sich die Aufklärung gerade in unseren Köpfen manifestieren würde. Doch mit denen stecken wir nämlich immer noch in den Mythen der vergangenen Jahrtausenden.  Aber das ist ja jetzt auch nicht die neueste Erkenntnis, die älteren Semester werden vielleicht den Kampfspruch „Unter den Talaren, Muff von tausend Jahren!“ noch kennen.</p>
<p>Nun gut. Die damals neuen Medien Telefon &amp; Fernsehen hielten in die Haushalte und Köpfe ihrer Bewohner Einzug. Ich möchte hier jetzt nicht näher auf die Veränderungen die der Fernseher oder die Telekommunikation für unsere Gemeinschaft mit sich brachte eingehen, sondern einfach fest halten, dass die Medien immer mehr zu einem lukrativen Geschäft wurden. Wer sich für den Einfluss der Medien auf unsere Gesellschaft interessiert, dem sei die Lektüre von  Neil Postman, Noam Chomsky oder John Pilger ans Herz gelegt.</p>
<p>Zurück zu den Menschen, auf die prasselten und prasseln nämlich mehr und mehr für sie größtenteils uninteressante, bzw. ungefährliche, weil sie selbst nicht direkt betreffende, Informationen ein und das Leben beschleunigte sich zu diesem wahnwitzigen, berauschenden und fesselnden Galopp, den wir alle jeden Tag mehr oder weniger mit leben, erleben sowie beleben. Dies führte natürlich dazu, dass man sich immer mehr auf jene verlassen musste und muss, die diese Flut von Informationen sichten, ordnen und wieder aufbereitet weitergeben. Aber dafür gibt es ja die Pressefreiheit.</p>
<p>Als die Menschenrechte verfasst wurden, waren die Medien jedoch lange nicht so ein Geschäft, wie sie es heutzutage sind. Der Großteil der Bevölkerung konnte eh nicht lesen und besaßen auch gar nicht die Bildungsaspiration, geschweige denn die Ressourcen, dazu, der Schrift mächtig zu werden. Seit dem letzten Jahrhundert ist das freilich anders, der Anteil derer, die mit der Schriftsprache Probleme haben, beträgt wenige Prozent der Bevölkerung. Es bildeten sich immer mehr Medienunternehmen, die im Laufe der Jahrzehnte einem Prozess der Konzentration auf wenige große Konzerne unterworfen wurden. So was kommt natürlich sehr uncool beim Rezipienten an und deshalb gibt es immer noch einen schönen bunten Park von zielgruppenspezifischer Medien, die im Endeffekt aber extrem wenigen Leuten gehören. Und da man nicht gerne die Hand beisst, die einen füttert, ergab es sich einfach, dass gewisse Nachrichten nicht mehr das Volk erreichten und immer suggestiver gearbeitet wird. Ich sag&#8217; nur: „Bild dir meine Meinung!“</p>
<p>Interessant wird die ganze Sache jetzt, wenn man bedenkt, dass so ein Volksvertreter natürlich bei möglichst vielen Leuten beliebt sein möchte. Ergo möchte er nur gute Presse haben, aber mit den Freunden in den richtigen Positionen klappt das ja auch ganz gut. Um seine Beliebtheit noch zu steigern, fährt so ein Politiker ständig durch die Republik, von Termin zu Termin um mit  Parteifreunden, Lobby &amp; Stimmvieh in Kontakt zu bleiben. Dazu kommt dann noch die eigentliche Politik in Form von Parlaments-, Ausschuss-, Partei-  sowie Fraktionsarbeit hinzu. Das führt dann dazu, dass die armen Volksvertreter so gut wie keine Freizeit haben und erst Recht nicht die Zeit, sich darüber  Gedanken zu machen, wo man denn mit seiner politischen Arbeit so hin will<sup class='footnote'><a href='#fn-25-1' id='fnref-25-1'>1</a></sup>.</p>
<p>Aber dafür gibt&#8217;s ja praktischerweise die Lobbyorganisationen und &#8220;Think Tanks&#8221;, die den überarbeiteten Parlamentarier (und selbstverständlich auch den interessierten Bürger) freundlicherweise mit den Informationen über die Lage der Nation und was denn alles so geschehen müsste versorgen. In Deutschland sind da z.B. die <a title="Bertelsmann" href="http://anti-bertelsmann.de/" target="_blank">Bertelsmann-Stiftung</a> oder die <a title="INSM" href="http://www.nachdenkseiten.de/?p=28" target="_blank">INSM</a> ganz groß dabei. Bedenklich wird das ganze, wenn man sich einmal vergegenwärtigt, wer hinter diesen Organisationen steckt. Das sind nämlich eben jene, die auch die Medien in der Hand haben und so dem Volk die Meinung vor geben. Das hat ja auch nicht die Zeit, groß über die Nachrichten nachzudenken oder selbst mal zu recherchieren.</p>
<p>Ich werd&#8217; jetzt nicht groß auf die möglichen Beweggründe dieser medialen Schattenherscher eingehen. Wer sich dafür interessiert, der möge mal anfangen das Netz danach zu durchsuchen. Dort findet sich viel abstruses und ich überlasse es eurer Medienkompetenz die Spreu vom Weizen zu trennen. Und es ist ja auch schon erschreckend genug, sich das Offensichtliche genauer anzuschauen.</p>
<p>Wen man diese Informationen allerdings im Hinterkopf behält, dann erklärt es sich sehr gut, wie es nach den 68ern zu dieser Politikverdrossenheit gekommen ist, die die schleichende Veränderung zur Postdemokratie begünstigt hat. Schon als ich ein Jugendlicher war<sup class='footnote'><a href='#fn-25-2' id='fnref-25-2'>2</a></sup> nahm ich von extrem vielen Menschen um mich herum eine &#8220;die da oben machen doch eh was sie wollen&#8221;-Haltung wahr. Zu Anfangs wusste ich noch nicht genau warum, war ich doch politisch aktiv, doch bald realisierte ich, wie es dazu kam.</p>
<p>Da unsere Volksvertreter ja auf dem Papier nur ihrem Gewissen verpflichtet sind<sup class='footnote'><a href='#fn-25-3' id='fnref-25-3'>3</a></sup>, versprechen sie im Wahlkampf weitaus mehr als sie halten können, einfach damit sie gewählt werden. Doch einmal in der Machtposition angelangt, gibt es Druck von lauter wichtigen Seiten (Der Partei, den Lobbies, den Medien) so dass die politische Arbeit fast ausschließlich aus Sachzwangpolitik besteht, mit der versucht wird, möglichst all diese Seiten glücklich zu machen.</p>
<p>Nun würde man ja in der Theorie davon ausgehen, dass der Wähler ein solches Verhalten bei der nächsten Wahl bestrafen wird. Doch dem ist leider nicht so. Denn zum einem zieht sich dieses Phänomen durch alle Parteien<sup class='footnote'><a href='#fn-25-4' id='fnref-25-4'>4</a></sup>, so dass dem Wähler nicht wirklich eine Option geboten wird, und zum andern wird er durch das Medienkarussell derart auf Trab gehalten, dass die letzte Wahl schon vergessen ist, wenn die nächste ansteht.</p>
<p>So hat es sich ergeben, dass eine enorme Distanz zwischen Souverän und Volk entstanden ist. Dies gipfelte dann die abenteuerlichsten &#8220;Reformen&#8221;. Unsere Volksvertreter haben dank der obig beschriebenen Einflüße immer mehr für die Allgemeinheit kritische Funktionen wie (Tele-)Kommunikation, ÖPNV und Gesundheitswesen privatisiert. Doch es kommt noch schlimmer: Inzwischen werden immer mehr Aufgaben innerhalb von Behören an Unternehmen ausgelagert. Outsourcing ist ja total in, das predigen die Marktweisen schon seit langen. Und die Gesetze werden mit Hilfe von Anwälten entwickelt, die freundlicherweise von der Wirtschaft zur Verfügung gestellt werden.</p>
<p>Das Volk interessiert die Akteure in diesem wahnwitzigen Spiel um Macht &amp; Einfluß eigentlich gar nicht mehr. Hauptsache es wählt einen und wird ansonsten möglichst wenig mit Politik belastet. Gerade an der Gestaltung der EU und den Volksabstimmungen bezüglich dieser in den Ländern, bei denen man eine Volksabstimmung nicht umgehen konnte, zeigt sich das sehr gut. Da wird scheinbar getreu dem Motto &#8220;Und bist du nicht willig, so wählst du nochmal!&#8221; gehandelt. Doch auch in unserem schönen Deutschland kann man dies sehr gut in der aktuellen Legislaturperiode betrachten. Das sogenannte Zugangserschwernisgesetzt tritt die Gewaltenteilung mit Füßen, es gab schon zwei Versuche, den Einsatz der Bundeswehr im Inneren zu legitimieren und das Parlament erklärt sich dank immer öfter gar nicht geführten Diskussionen immer mehr zur Farce, indem Reden <a title="Sueddeutsche: zu Protokoll" href="http://www.sueddeutsche.de/politik/655/479149/text/" target="_self">zu Protokoll</a> gegeben und die Gesetzte mit Hilfe des Fraktionszwanges innerhalb der Fraktionen der großen Koalition durch gewunken werden.</p>
<p>Nun gut, das ganze ist ja schon ein recht komplizierter Themenkomplex und ich hoffe ich habe es halbwegs verständlich aufdröseln können. Ich möchte auch nicht die Schuldigen suchen und dann anfangen meinen Hass auf diese Vereinigungen und Menschen zu entladen. Das macht keinen glücklich und ist im Allgemeinen für die eigene soziale Reputation nicht wirklich zuträglich. Viel wichtiger ist, dass wir uns dieser Entwicklungen bewußt werden und auf breiter Front wieder anfangen die demokratischen Mechanismen einzufordern und zu nutzen, bevor es zu spät ist.</p>
<p>Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit
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<li id='fn-25-1'> Ganz ehrlich Leute: Ich will den Job nicht machen! <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-25-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-25-2'>also zu Beginn der 90er <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-25-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-25-3'>Wer sagt eigentlich, dass dieser Umstand demokratisch ist? Aber darüber schreibe ich ein anderes Mal <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-25-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-25-4'>Wenn sie denn groß genug geworden sind um kleine Brocken der Macht zu erlangen <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-25-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
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