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	<title>acidblog &#187; Piraten</title>
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	<description>Nachdenkliches aus dem Sprawl</description>
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		<title>Lesefutter, die zehnte</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Jan 2010 16:40:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzfundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
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		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
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		<description><![CDATA[
Der Mensch wird zum Datensatz und CCC-Sprecher Frank Rieger gibt einen Kommentar dazu
Virtuelle Währung zu  realer Währung in Korea ist da jetzt legal machbar
Anti-Parteien-Partei 2.0 Herr Neumanns Analyse der Piraten
Sozialverträglich ableben Eine wunderbare Polemik von ad sinistram

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			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li><a href="http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~E38A2F6DD0A734EB789AAD27EDE6F9A35~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Der Mensch wird zum Datensatz</a> und CCC-Sprecher Frank Rieger gibt einen Kommentar dazu</li>
<li><a href="http://pinguinmaedchen.wordpress.com/2010/01/19/korea-tausch-virtueller-wahrung-in-echtes-geld-legal/" target="_blank">Virtuelle Währung zu  realer Währung</a> in Korea ist da jetzt legal machbar</li>
<li><a href="http://fxneumann.de/2009/12/23/anti-parteien-partei-2-0/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed%3A+fxneumann+%28fxneumann+%C2%B7+Blog+von+Felix+Neumann%29" target="_blank">Anti-Parteien-Partei 2.0</a> Herr Neumanns Analyse der Piraten</li>
<li><a href="http://ad-sinistram.blogspot.com/2010/01/sozialvertraglich-ableben.html" target="_blank">Sozialverträglich ableben</a> Eine wunderbare Polemik von ad sinistram</li>
</ul>
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		<title>Lesefutter, die fünfte</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Sep 2009 11:21:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Netzfundstücke]]></category>
		<category><![CDATA[Piraten]]></category>
		<category><![CDATA[Politikkultur]]></category>
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		<description><![CDATA[
Die Revolution der Piraten passend zu meinem letzten Beitrag ein Kommentar zu den Piraten. Der Mensch sollte wohl zum Thema Urheberrecht noch ein Update bekommen. Nichtdestotrotz wirklich lesenswert.
Verschwörungstheoretisch gesehen&#8230; Der Herr Jäger schreibt echt tolle Sachen, wer&#8217;s noch nicht kennt, sollte auch Frau Huber nicht verpassen.
Neoliberalismus und die heutige große Politik der Artikel ist zwar etwas [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<ul>
<li><a href="http://www.faz.net/s/RubF3CE08B362D244869BE7984590CB6AC1/Doc~E54C409D5122C42FDA9CA81ADB298584E~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Die Revolution der Piraten</a> passend zu meinem letzten Beitrag ein Kommentar zu den Piraten. Der Mensch sollte wohl zum Thema Urheberrecht noch ein <a href="http://aggregat7.ath.cx/2009/07/19/probleme-der-ethischen-begrundung-von-“geistigem-eigentum”-und-immaterialguterrechten-im-informationszeitalter" target="_blank">Update</a> bekommen. Nichtdestotrotz wirklich lesenswert.</li>
<li>Verschwörungstheoretisch gesehen&#8230; Der Herr Jäger schreibt echt tolle Sachen, wer&#8217;s noch nicht kennt, sollte auch <a href="http://www.michaeljaeger.tv/?s=Frau+Huber" target="_blank">Frau Huber</a> nicht verpassen.</li>
<li><a href="http://martina-kausch.de/index.php?/archives/3954-Neoliberalismus-und-die-heutige-grosse-Politik-Update.html#extended" target="_blank">Neoliberalismus und die heutige große Politik</a> der Artikel ist zwar etwas älter aber nicht weniger aktuell.</li>
<li><a href="http://blog.koehntopp.de/archives/2611-Was-bedeutet-eigentlich-Never-check-for-an-error-condition-you-dont-know-how-to-handle.html#extended" target="_blank">Was bedeutet eigentlich &#8220;Never check for an error condition you don&#8217;t know how to handle&#8221;</a> Für die Programmierer unter uns. Sehr guter Artikel, hat mir echt die Augen geöffnet.</li>
<li><a href="http://handelsblatt6.blogg.de/eintrag.php?id=2212" target="_blank">Die Verdachtsgesellschaft </a>England macht&#8217;s mal wieder vor, wo wir nicht hin kommen möchten.</li>
<li><a href="http://feynsinn.org/?p=1448" target="_blank">Feindwahlkampf</a> wahre Worte vom Feynsinn</li>
</ul>
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		<title>Die politische Einstellung der Piraten für alte Hasen der Politik erklärt</title>
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		<pubDate>Sat, 19 Sep 2009 11:36:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Dogmen]]></category>
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		<category><![CDATA[Piraten]]></category>

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		<description><![CDATA[Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, dass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, d<a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/die-freiheit-die-wir-meinen/" target="_blank">ass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte</a>. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle der Entrüstung, noch ein Interview mit diesem Blatt!<span id="more-194"></span></p>
<p>Ich verstand die Piraten nicht mehr, alte linke Beißreflexe griffen und ein guter Freund diskutierte mit mir über die Vorfälle. Ich führte an, dass dies doch politischer Selbstmord sei (vor allen Dingen so kurz vor der Wahl!!!11elf) und er meinte, dass man für den optimalen Weg mit allen reden müsse. Ich verstand nicht, zweifelte ernsthaft daran, ob ich in dieser Partei am richtigen Fleck bin, ob ich dort hin gehöre und mich auf eine Partei einlassen wollte, deren Vorstand solche Sachen machte. Wussten die denn nicht, dass man mit denen nicht spricht?!? Klar, wenn sie einem im RL übern Weg laufen kann man sich ja durchaus mit denen unterhalten, ich meinte ja schon länger, dieses komische links/rechts Schema hinter mir gelassen zu haben, aber doch nicht offen in den Medien!</p>
<p>Dann <a href="http://mspr0.de/?p=891" target="_blank">schrieb mspro einen klugen Beitrag dazu </a>und ich fing langsam an zu begreifen. Es geht Piraten nicht zuerst um die wichtigen Fragen, die einem als normal politisierter Mensch so unter den Nägeln brennen wie z.B. Ausbeutung, dem klaffenden Unterschieden zwischen Arm und Reich, der Umwelt oder Krieg. Es geht primär um die zentrale Frage dieses Jahrhunderts, die <a href="http://blog.koehntopp.de/archives/2518-Falscher-Planet,-falsches-Jahrtausend.html" target="_blank">binäre Gretchenfrage</a>: <strong>Wollen wir eine totale Freiheit der Informationen oder den Versuch einer totale Kontrolle sämtlicher Kopiervorgänge? </strong>Diese Frage ist enorm wichtig für unser Leben und sie muss<strong> jetzt</strong> geklärt werden!</p>
<p>Und diese angestrebte totale Freiheit der Informationen führt zwingend dazu dass man <strong>alle Informationen zuerst als gleichwertig akzeptieren muss</strong>, bevor jeder für sich selbst entscheidet, welche Information er/sie/es wie einordnet. Da ist die radikale Konsequenz des Kampfes für Informationsfreiheit und es unterscheidet sich vollkommen von der Politisierung aller, die sich vorher mit Mitte/Rechts/Links identifiziert haben. Das bedeutet nicht, dass sich die Piraten nicht für andere Themen interessieren<sup class='footnote'><a href='#fn-194-1' id='fnref-194-1'>1</a></sup> aber diese zentrale Frage hat definitiv Vorrang. Und manche Fragen, haben sich auch einfach schon für Piraten erledigt, wie z.B. <a href="http://www.anicatha.de/blog/index.php?/archives/700-Die-Piratenpartei-und-die-Frauen.html" target="_blank">die Geschlechterfrage</a>. Es ist auch lange noch nicht allen Mitgliedern der Piratenpartei bewusst, <a href="http://blog.fukami.io/archives/2009/09/18/piratenpartei-gibts-die-wirklich/" target="_blank">manche wollen die Schäfchen auch gerne nach der Wahl wieder in&#8217;s saubere Boot der linken Politik zurück holen</a> ( <em>Heil Kalisti! Heil Eris! Ewig Heil Diskordia!</em> &#8211; Entschuldigung, das wollte ich bei dem Logo immer mal gesagt haben ;)) ). Und natürlich fühlt es sich irgendwie &#8220;hässlich&#8221; an, dieser Gedanke auch &#8220;schlechtes&#8221; Gedankengut neben &#8220;gutem&#8221; existieren zu lassen. Aber dies ist der Preis der Freiheit und keiner hat, um mspro noch mal zu zitieren, gesagt, dass die Freiheit gut riecht.</p>
<p><span style="color: #ff0000;"><strong>Dieser Politikansatz ist radikal anders als die gewohnten der letzten zwei Jahrhunderte und genau das macht es so schwer für derart politisierte Menschen ihn zu verstehen. Ihn als unwissend, naiv oder gar als Desinteresse an wichtigen politischen Fragen zu bewerten zeugt nur vom Unverständnis des oder der Wertenden.</strong></span></p>
<p>Das begriff ich Vorgestern und ich fand es beschämend wie stark ich doch noch in meiner links-außen Denke stecke &#8211; wo ich doch das links/rechts Denken schon längst hinter mir gelassen glaubte &#8211; aber ich würde es noch viel beschämender finden, wenn ich jetzt nicht von dieser Denke ablassen könnte. Das bedeutet wahrlich nicht, dass ich die Ausbeutung jetzt weniger schlimm finden oder die anderen Fragen vernachlässigen würde, sondern nur, dass ich versuche über den Dingen zu stehen und alle Informationen unvoreingenommen gegenüber zu stehen und mich von alten Vorurteilen zu lösen. Ich halte die Piratenpartei nach wie vor für wichtig und unterstützenswert, merke aber immer mehr, dass es mir nicht zusagt, mich in einer Partei zu organisieren und einzubringen. Nicht nur zuletzt dadurch, dass ich <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/" target="_blank">mir über den Zustand unseres Systems bewusst bin</a> und ich glaube, viele Piraten glauben noch in einen Ausmaß an die Demokratie, <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/nur-dem-gewissen-verpflichtet/" target="_blank">wie meiner einer es schon lange nicht mehr tut</a>. Ich werde jetzt nicht mit pompösen Tamtam austreten, das bewahre ich mir für den Moment auf, in dem auch diese Partei korrupt wird, aber auch nicht wirklich viel in der Partei oder für die Partei tun.</p>
<p>Es ist an der Zeit, dass sich die Bewegung mehr formiert und auch abseits der Parteienlandschaft versucht aufzuklären. Die Frage ist, wie man das heutzutage am besten tut. Ich weiß nicht, ob die Straße da noch das richtige Medium für ist, es wird aber wohl darauf hinaus laufen, denn wir müssen vermehrt die Menschen aufklären, die das Netz noch gar nicht für sich entdeckt haben.</p>
<h3>Philosophische Folgegedanken</h3>
<p>Dies alles zeigt mir mal wieder, dass ich noch gar nicht begriffen habe, was die Informationsgesellschaft eigentlich wirklich ist. Und ich befürchte, ich bin damit wirklich nicht alleine.</p>
<p>Schon heute ist es für einige wenige, den Netizens, immer mehr so, dass wir uns unsere Kultur selbst zusammen suchen aus der Myriade an Kulturschnipseln, die da draußen in der Kultursuppe des Netzes herum schwimmen. Wenn sich diese Tendenz fort setzt, Dann folgt daraus, dass sich innerhalb der Gesellschaft immer mehr schillernde Facetten entwickeln werden, wild zusammen gewürfelte Kulturblasen entstehen und es, gelinde gesagt, sehr unübersichtlich wird. Dies würde es dann auch sehr schwer machen, die große Masse einzuschätzen.</p>
<p>Des weiteren erfordert diese Informationsgesellschaft von ihren Menschen eine weitaus höhere Medienkompetenz und deutlich mehr Fähigkeiten als an die Menschen der Konsumgesellschaft der Moderne. Daraus folgt, dass sich die Menschen wieder mehr bilden müssen, was mich zu der Hoffnung führt, dass sich die breite Masse von der Meinungsmache lösen könnte und wir endlich die wichtigen Probleme angehen könnten, aber diese Hoffnung <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/08/zeit-des-wandels/" target="_blank">habe ich auch schon an anderer Stelle formuliert</a>.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-194-1'>Wobei einem manchmal eine enorme Naivität begegnet was Kapital, Globalisierung und noch viele Fragen mehr betrifft. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-194-1'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Piraten? Was will ich denn da?!?</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/07/piraten-was-will-ich-denn-da/</link>
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		<pubDate>Fri, 10 Jul 2009 18:09:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Piratenpartei]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[Politikkultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Diese Frage stelle ich mir gerade.
Irgendwie hatte sich das im wilden Trubel der ganzen Anti-Zensurgeschichte halt ergeben, dass ich mich da angemeldet hatte.  Die ePetition war beeindruckend und die Blogosphäre feierte sich beim Kampf für das Gute gegen die  ignoranten Internetausdrucker, die das abartige (Internet-)Zensurgesetz im Schnellverfahren durch gewunken hatten.
Und da profilierte sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diese Frage stelle ich mir gerade.</p>
<p>Irgendwie hatte sich das im wilden Trubel der ganzen Anti-Zensurgeschichte halt ergeben, dass ich mich da angemeldet hatte.  Die ePetition war beeindruckend und die Blogosphäre feierte sich beim Kampf für das Gute gegen die  ignoranten Internetausdrucker, die das abartige (Internet-)Zensurgesetz im Schnellverfahren durch gewunken hatten.</p>
<p>Und da profilierte sich die Piratenpartei als Partei der Netzkultur. Basisdemokratisch, gut koordiniert durchs Netz der Netze. Und irgendwie, ich weiß gar nicht mehr so genau wie, klang das in meinen Augen toll. Eine Partei, die ihre Positionen größtenteils noch finden muss, die sich selbst noch entdecken muss und in die man sich ohne den Balast eingekrusteter Strukturen einbringen kann um unser alle Sache zu pushen. Und so meldete ich mich voller Tatendrang an, voller Begeisterung, wilde Träume von politischer Mitbestimmung im Geiste.<span id="more-16"></span></p>
<p>Doch wenig später kam die Ernüchterung. Das begann, als ich mich ein wenig durch die Blogbeiträge zum Causa Thiese las. Bei manchen Kindergeschrei sollte man auch vielleicht eher Schlammschlacht sagen, wie da „unwählbar“ gekreischt wurde, um direkt danach die Systempartei der Grünen anzuführen. Eine Partei, die sich mehrmals selbst verraten und im Selbstreinigungsprozess so lange angepasst hat, bis ihr politisches Profil nur noch ein fahles Abbild ihrer Ideale, sie aber selbst dadurch für einen annehmbaren Wählerkreis wählbar wurde. Sicherlich, in Sachen Verrätertum hat ihnen die SPD gut 80 Jahre Praxis voraus, aber das ändert nichts daran, dass sie inzwischen genau so eine Systempartei für machtaffine Menschen ist, die mit Sympthombehandlung &amp; Personenkult Politik betreiben, wie die anderen Parteien auch.</p>
<p>Aber zurück zu meiner Ernüchterung. Die kam mir zuerst als ich in einem vernünftigen Blogbeitrag im übertragenen Sinne die Position las: „Ich finde die Piraten gut, aber bei Ihnen beteiligen kann ich mich nicht. Einfach dadurch, dass sie eine Partei sind.“ Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich schreibe Texte wie „<a href="http://acidblog.de/index.php/2009/07/willkommen-in-der-postdemokratie/" target="_blank">Willkommen in der Postdemokratie</a>“<sup class='footnote'><a href='#fn-16-1' id='fnref-16-1'>1</a></sup>, lese Bücher wie das „Manifest des evolutionären Humanismus“<sup class='footnote'><a href='#fn-16-2' id='fnref-16-2'>2</a></sup> und denke ernsthaft darüber nach bei einer Partei mit zu machen? Sind die Parteien nicht mit ein Teil des großen Problems, welches ich jeden Tag wahr nehme? Kann ich mich überhaupt noch mit einer Parteilinie vereinbaren?</p>
<p>Ich hatte aufgehört, mich in Parteistrukturen zu bewegen, als mir klar wurde, dass ich in Ihnen nichts bewirken kann, da meine Positionen zu extrem sind. Ohne den Intellekt und die geistige Entwcklung meiner Mitmenschen in Parteien beleidigen zu wollen, ich denke einfach zu weit voraus. Anders formuliert: Jenes, welches mich an unserer Gesellschaft und unserem Zusammenleben stört, liegt zu tief in unserer Kultur verwurzelt, als dass es Teil eines Parteiprogrammes werden könnte. Oder noch einmal anders ausgedrückt: Ich möchte das Spiel nicht anders mit spielen, ich will die Spielregeln ändern.</p>
<p>Aber ich hatte mich ja angemeldet und dann konnte ich mich, trotz aller Bedenken, auch einbringen! Gesagt, getan. Gestern war der erste Paderborner Piratenstammtisch, ordentlich Leute, viele Geeks, die wild zusammen redeten, viele Bekannte und wenig Organisation. Aber das läuft an und wir werden uns schon einpendeln. Und da ich entweder ganz oder gar nicht mit mache, habe ich heute hunderte von Kilometer Reise auf mich genommen, um mich bei dem Treffen des inoffiziellen AK Steuern &amp; Finanzen einzubringen. Und was ich dort traf, bestätigte mir meine größten Befürchtungen. Handfeste Realo-Aussagen trafen auf überzeugte Fundi-Positionen kombiniert damit, dass wir noch gar nicht wissen, was wir (tun) wollen. Na gut, einer wußte das dann schon: Dem AK Bildung zu arbeiten, damit die ihre Forderungen auch gut begründen können und diese vernünftig erscheinen.</p>
<p>Und irgendwie machte mich das sehr nachdenklich und führte dazu, dass ich jetzt diesen Text schreibe, anstatt zu arbeiten oder im wundervollen Manifest weiter zu lesen.  Ich habe mich vor einigen Jahren für meinen neuen Weg entschieden. Ich begann, der Weltflucht im Konsum zu entsagen und arbeite darauf zu, eine gesellschaftliche Position zu erreichen von der aus ich hoffe, meine Idee des menschlichen Miteinanders für die Nachwelt zu erhalten. Auf dass diejenigen, die die Kultur prägen sie vielleicht eines Tages in eine sinnvolle Richtung prägen könnten<sup class='footnote'><a href='#fn-16-3' id='fnref-16-3'>3</a></sup>.</p>
<p>Ich wählte diesen Weg, weil mir vollkommen klar war und immer noch ist, dass man in diesem unserem Lande mit Politik nichts gestalten kann. Zu mindest nicht in dem Sinne, das man wirklich etwas in meinen Augen entscheidendes ändern könnte. Ich habe noch zu gut den Ausspruch von Matthias Berninger im Ohr, als ich noch jung, unerfahren und voller Inbrunst bei der grünen Jugend und er gerade frisch MdB war: „Politik ist der Freiraum den die Wirtschaft lässt.“ sagte er mir damals. Ich habe trotz den wilden Jahren meiner Weltflucht jenen Satz nie vergessen und begriff seine ganze Bedeutung erst nach einiger Zeit, lange nachdem ich mich von den politischen Jugendorganisationen zurück gezogen hatte. Und er erklärt auch ganz gut, warum Herr Berninger nach drei Legislaturperioden in eben jene ging.</p>
<p>Nun ja, jetzt sitze ich hier und habe meine Gedanken auf&#8217;s digitale Papier gebracht. Einfach weil sie mal raus mussten. Und ich denke, ich werde sie auch in einem Blog veröffentlichen, irgendwie erscheint mir so ein Text dann gleich viel sinnvoller<sup class='footnote'><a href='#fn-16-4' id='fnref-16-4'>4</a></sup>.</p>
<p>Was ich genau bei den Piraten will, das weiß ich immer noch nicht so genau. Ich würde gerne eine politische Heimat dort finden, aber ob sie mir als solche dienen können, das muss sich noch zeigen. Mit engstirnigen „da habe ich keine Kompetenz, dazu kann ich nichts sagen“ und kleinbürgerlichen „wir müssen aber schon was sinnvolles innerhalb der Gegebenheiten bringen“ werde ich mich nicht anfreunden können. Ersteres klingt mir zu sehr nach der Aussage eines vorsichtigen Naturwissenschaftlers, der ja nichts verkehrtes sagen will und letzteres bringt vielleicht eine Zustimmung auf einer breiteren Basis, ändert aber wieder mal höchstens Sympthomerscheinungen und lässt sich einen Rahmen diktieren.</p>
<p>Nach „Klarmachen zum ändern!“ klingt das alles für mich nicht. Wenn wir etwas ändern wollen, dann müssen wir auch etwas fordern! Und zwar nichts, was die Vertreter der gleichgeschalteten Presse oder unsere politischen Konkurrenten als „vernünftig“ wahr nehmen, sondern wirklich Positionen, die etwas verändern. Wir brauchen Positionen die Utopien fordern, an die wir glauben können und an denen wir fest halten wollen. Auf dass die Menschen auch an uns glauben und wir durch diesen Druck, den wir so aufbauen können, nach einem langen und harten Kampf, kleine Schritte in die richtige Richtung bewirken können. In die Richtung von Freiheit, Gleichheit &amp; Brüderlichkeit – diesen Traum, den ein Großteil der Bevölkerung unserer Republik schon lange verloren hat.
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-16-1'>Ist noch in Mache, gibt&#8217;s irgendwann dieses Wochenende <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-16-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-16-2'>Lesebefehl! <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-16-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-16-3'>Ich hoffe zu mindest, dass meine Vision irgendwann Wirklichkeit werden könnte <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-16-3'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-16-4'>done <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-16-4'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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