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	<title>acidblog &#187; Wandel</title>
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	<description>Nachdenkliches aus dem Sprawl</description>
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		<title>Das für den Menschen &#8220;natürliche&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Oct 2009 22:51:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Acid erklärt sich]]></category>
		<category><![CDATA[Nietzsche]]></category>
		<category><![CDATA[Soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>
		<category><![CDATA[zweite Aufklärung]]></category>

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		<description><![CDATA[Man begegnet ihm wieder immer wieder, in Diskussionen, Erläuterungen, Abhandlungen und Büchern: Den allgemein weit verbreiteten Glauben, dass Menschen natürlicherweise immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und, mehr oder weniger verborgen unter Sozialisation, zuerst nach sich selbst schauen.

Dieser Betrachtungsweise liegt ein wahrer Kern zugrunde. So besteht in der Philosophie des Geistes ein ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Man begegnet ihm wieder immer wieder, in Diskussionen, Erläuterungen, Abhandlungen und Büchern: Den allgemein weit verbreiteten Glauben, dass Menschen natürlicherweise immer nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind und, mehr oder weniger verborgen unter dem Deckmantel von Kultur, zuerst nach sich selbst schauen.</em></p>
<p>Dieser Betrachtungsweise liegt ein wahrer Kern zugrunde. So besteht in der Philosophie des Geistes ein breiter Konsens, dass der Eigennutz ein entscheidende Faktor für die menschliche Motivation darstellt. Wir wissen allerdings auch schon länger, und nicht zuletzt aus der Soziologie, dass der Mensch erst im Laufe seiner Entwicklung lernt, was es heißt, Mensch zu sein. Deswegen nennen wir das auch &#8220;erwachsen werden&#8221; oder Sozialisierung.<span id="more-233"></span></p>
<p>Selbstverständlich besitzt der Mensch, wie alle Tiere, Instinkte, die auf einer rudimentären Ebene das Überleben sichern. Allerdings sind diese im Verhältnis zu anderen Spezies unserer Biosphäre beim Menschen extrem gering ausgeprägt sind.<sup class='footnote'><a href='#fn-233-1' id='fnref-233-1'>1</a></sup> auch <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/08/oh-nietzsche/" target="_blank">Nietzsche</a><sup class='footnote'><a href='#fn-233-2' id='fnref-233-2'>2</a></sup> und einigen vor ihm war dies bewusst. Der Mensch gleicht diesen &#8220;Mangel&#8221; allerdings geradezu perfekt durch seine Fähigkeiten des Lernens aus.<sup class='footnote'><a href='#fn-233-3' id='fnref-233-3'>3</a></sup></p>
<p>Deshalb muss ich diese Einstellung entschieden zurückweisen. Es mag zwar als pragmatischer Ansatz für den Alltagsgebrauch im Umgang mit Menschen unserer heutigen Kultur durchaus genügen, verkennt aber vollkommen wichtige Kernelemente der menschlichen Natur. Eben jene nämlich, die für den Erfolg unserer Spezies verantwortlich sind.</p>
<p>Und auch wenn dieser Glaube im Alltag sehr nützlich ist, führt er seinen Gedanken bei Diskussionen und Überlegungen zu Gesellschaftlichen Phänomenen oder generell menschlichem Verhalten in eine Sackgasse. Dadurch, dass man so überzeugt davon ist, kann man sich gar nicht vorstellen, dass sich Menschen jemals anders verhalten sollten oder auch überhaupt nur könnten.</p>
<p>Und diese geistige Sackgasse ist eines der größten Probleme in den Köpfen der Menschen. Und wir müssen es bewältigen, damit die Menschheit endlich erwachsen werden kann. Das einzige Mittel, welches mir dazu einfällt ist Aufklärung. Nur wie propagiert man diese in unserer Zeit?</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-233-1'>siehe z.B. <a href="http://books.google.com/books?id=BKg-_A4NaQUC&amp;pg=PA214&amp;lpg=PA214&amp;dq=Soziologie+instinkt+bestimmt&amp;source=bl&amp;ots=zNbkB-7h9U&amp;sig=8KaMGPUrlan419BMxmf6UMalYRw&amp;hl=de&amp;ei=sfvQSpK7MIqh_Ab68uHZAg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=4&amp;ved=0CBIQ6AEwAw#v=onepage&amp;q=&amp;f=false" target="_blank">hier</a> <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-233-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-233-2'>Obwohl ich gerade einfach nicht die Stelle finden will. Ich habe es, wenn ich mich recht entsinne, in &#8220;Also sprach Zarathustra&#8221; gelesen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-233-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-233-3'>Ist ja eigentlich auch nicht verwunderlich. Sind wir doch das Tier, welches sich dank seiner Hände auf das Gehirn spezialisieren konnte. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-233-3'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der Kampf um die Informationsfreiheit</title>
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		<pubDate>Tue, 29 Sep 2009 10:47:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophisches]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkritik]]></category>
		<category><![CDATA[Netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[Wandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe seit meiner letzten Erkenntnis zum Thema Informationszeitalter weiter über das Thema nachgedacht. Zuerst einmal fällt auf, dass die Begriffe Informationszeitalter und Informationsgesellschaft das ganze eigentlich nicht greifen. Denn diese Begriffe sind für unserere aktuelle Gesellschaft geprägt worden. Nicht zu Unrecht wird unsere Gesellschaft deshalb auch oft als Übergangs- oder Transformationsgesellschaft bezeichnet. Ich ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich habe seit <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/09/die-politische-einstellung-der-piraten-fur-alte-hasen-der-politik-erklaert/" target="_blank">meiner letzten Erkenntnis zum Thema Informationszeitalter</a> weiter über das Thema nachgedacht. Zuerst einmal fällt auf, dass die Begriffe Informationszeitalter und <a href="http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Informationsgesellschaft/Aktuell,templateId=renderPrint.psml" target="_blank">Informationsgesellschaft </a>das ganze eigentlich nicht greifen. Denn diese Begriffe sind für unserere aktuelle Gesellschaft geprägt worden. Nicht zu Unrecht wird unsere Gesellschaft deshalb auch oft als Übergangs- oder Transformationsgesellschaft bezeichnet. Ich will aber gerade über das schreiben, was vor uns liegt. Und diese Gesellschaft, die wir erleben könnten, ist eine gänzlich andere Gesellschaft als die jetzige, da die Menschen in ihr ganz anders mit Informationen umgehen (müssen).</p>
<p>Das ganze wird sich an einer der wichtigsten Fragen unserer Zeit, der binäre Gretchenfrage, wie mspro sie so schön nannte, entscheiden. Diese lässt sich zu Informationskontrolle versus Informationsfreiheit kondensieren. Informationsfreiheit bezeichnet hierbei, dass einem Bürger alle möglichen Informationen jederzeit zur Verfügung stehen. <sup class='footnote'><a href='#fn-218-1' id='fnref-218-1'>1</a></sup> Momentan herrscht bei den Mächtigen die Tendenz zur Informationskontrolle vor. Dummerweise gehen bei diesen plumpen Versuchen immer mehr Grundrechte über den Jordan oder werden bis zur Unkenntlichkeit beschnitten.</p>
<p>Um die Beweggründe für diese Vorgehensweise verstehen zu können, muss man sich erst einmal vergegenwärtigen, was ein Leben in der absoluten Informationsfreiheit von einem Menschen abverlangt. Dies ist vor allem erst einmal ein weitaus offener und bewussterer Umgang mit Informationen. Denn wenn man einen riesigen Informationsfluss aus verschiedensten Quellen anzapfen kann, dann tritt immer mehr der Inhalt dieser Informationen in den Vordergrund. Oder anders gesagt: man akzeptiert zuerst alle Informationen an sich um sie dann nach Sinnhaftigkeit, künstlerischen Wert, Aussage, Intention und sonstigen praktischen Kategorien zu ordnen. Die Informationen werden also nicht mehr ideologisch sondern individuell bewertet. Dies erfordert von den Menschen natürlich auch, dass sie sich mehr mit dem Themenfeld der Information auseinandersetzen um diese auch bewerten zu können. Wenn man aber nun jeder Information gleich gegenüber steht, dann resultiert daraus auch, dass man nicht gewisse Informationen als absolute Wahrheit annimmt.</p>
<p>Und gerade das ist der Knackpunkt, weshalb die Internetausdrucker rund um den Globus versuchen, das Netz unter Kontrolle zu bringen. Wir leben in einem politischen System, welches darauf basiert, dass der konform geprägten Masse durch eine Mischung aus <a href="http://acidblog.de/index.php/2009/09/angst/" target="_blank">Angst</a>, Sex und Hass ihre Meinung in wichtigen Fragen präsentiert, ja quasi diktiert, wird. Das hat die Wahl am letzten Sonntag in erschreckender Weise gezeigt.<sup class='footnote'><a href='#fn-218-2' id='fnref-218-2'>2</a></sup> Aus einer individuellen Wertung der Informationen folgen individuelle Weltbilder, Meinungen und Geschmäcke, kurz gesagt: eine nonkonforme Menschenmenge und somit Bürger, die sich mit den jetzigen Mitteln nicht steuern lassen.</p>
<p>Deshalb mag es einen auch so vor kommen, als würde da die alte Welt verzweifelt versuchen, dass nächste Zeitalter, die nächste Epoche der Menschheitsgeschichte aufzuhalten, ja, am besten nie eintreten zu lassen. Und sie sind dafür bereit alles zu opfern, für das unsere Vorfahren ihr Blut auf den Straßen vergossen haben. Wir müssen uns darüber klar werden, dass die jenigen, die gerade darüber an der Macht sind<sup class='footnote'><a href='#fn-218-3' id='fnref-218-3'>3</a></sup>, die menschliche Evolution mit allen Mitteln verhindert. Die versuchte Internetzensur in den Industrieländern ist nur ein Beispiel dafür.</p>
<p>Dieser Kampf findet nicht mehr auf der Straße statt, er findet in den Köpfen der Menschen statt. Seine Waffen sind nicht Gewehre und Barrikaden sondern Feuilletons, TV-Sendungen, Radiobeiträge und Blogs. Und wir können ihn nur durch Aufklärung gewinnen. Das mag zwar frustrierend langsam von statten gehen, aber ich glaube daran, dass die Zeit für uns arbeiten wird.</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-218-1'>Dies ist für uns momentan noch schwer greifbar, ist Informationskontrolle sowie daraus resultierend Informationsvorsprung ein zentrales Moment unserer Selektionsmechanismen und Verwertungsrechte sowie Grundlage in unserem Umgang mit anderen Nationen.  <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-218-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-218-2'>Es wird aber nicht erst seit gestern thematisiert. Interessierten Lesern sei das Studium von Theodor W. Adorno oder John Pilger an das Herz gelegt. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-218-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-218-3'>indem sie die öffentliche Meinung &amp; Vorlieben diktieren <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-218-3'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
<p class="wp-flattr-button"></p>]]></content:encoded>
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		<title>Zeit des Wandels</title>
		<link>http://acidblog.de/index.php/2009/08/zeit-des-wandels/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 07:57:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>acid</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Arbeitswelt]]></category>
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		<category><![CDATA[Umbruch]]></category>
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		<description><![CDATA[Mögest du in spannenden Zeiten leben!

So lautet ein alter chinesischer Fluch, an den ich in den letzten Jahren immer wieder denken muss. Wir erleben, wie sich massive Veränderungen auf mehreren Ebenen langsam und unaufhaltsam vollziehen. Einflüsse, die unsere gesammte Art zu Leben in den nächsten Jahrzehnten komplett ändern werden. Viele wollen es nicht wahrhaben, ...]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<blockquote><p>Mögest du in spannenden Zeiten leben!</p></blockquote>
<p>So lautet ein alter chinesischer Fluch, an den ich in den letzten Jahren immer wieder denken muss. Wir erleben, wie sich massive Veränderungen auf mehreren Ebenen langsam und unaufhaltsam vollziehen. Einflüsse, die unsere gesammte Art zu Leben in den nächsten Jahrzehnten komplett ändern werden. Viele wollen es nicht wahrhaben, manche geben sogar sehr viel Geld dafür aus, dass es möglichst lange nicht wahr genommen wird, doch lange werden wir unsere Augen nicht mehr davor verschließen können. Aber da dies sehr unterschiedliche Phänomene sind, die von mehreren Faktoren abhängen, versuche ich das ganze mal ein wenig aufzudröseln, indem ich nacheinander folgende Punkte behandele:</p>
<ul>
<li>Wandel der Arbeitswelt</li>
<li>Finanzkrise</li>
<li>Das Netz erwacht<span id="more-108"></span></li>
</ul>
<p><em>Kurze Anmerkung: Mir ist vollkommen klar, dass sich der folgende Text nur auf den Status der Industrienationen, bzw. in einigen Fällen direkt Deutschland, bezieht und nicht auf jene Gemeinschaften, auf deren Rücken wir unseren wilden Tanz tanzen. Aber erwartungsgemäß werden auch diese zeitverzögert die selben Phänomene erleben wie wir. </em></p>
<h3>Zum Wandel der Arbeitswelt</h3>
<p>Es ist allgemein bekannt, dass der technische Fortschritt nicht aufzuhalten ist. Doch irgendwie will kaum jemand die Konsequenz daraus ziehen, dass wir weniger Arbeit haben, wenn uns Maschinen eben jene abnehmen. Der technische Fortschritt, in letzter Zeit größtenteils in Form von Computer-basierten System, verändert alle Arbeitsbereiche<sup class='footnote'><a href='#fn-108-1' id='fnref-108-1'>1</a></sup> und ein Ende ist nicht abzusehen. Das ist auch schon <a title="Wikipedia zur Drei-Sektor-Hypothese" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drei-Sektoren-Hypothese" target="_blank">länger</a> <a title="Jens Berger zum Wandel zur &quot;20:80 Gesellschaft&quot;" href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29286/1.html" target="_blank">bekannt</a>, doch ist dies irgendwie nicht in den Köpfen unserer Politikelite angelangt. Dort predigt man immer gerne mal wieder dogmatisch, dass ein Wirtschaftsaufschwung ja auch mehr Arbeitsplätze bringt.<sup class='footnote'><a href='#fn-108-2' id='fnref-108-2'>2</a></sup></p>
<p>Da wir weiter bei am Konzept des Geldes und des Konsums festhalten müssen, da der Großteil der Menschheit einfach lange noch nicht weit genug ist, über eine altruistische Gesellschaft nach zu denken, werden wir um das Instrument des <a href="http://www.grundeinkommen.de/die-idee" target="_blank">garantierten Grundeinkommens</a> nicht herum kommen können, je eher desto besser. Wer das leugnet, hat sich entweder noch nicht eingehend mit dem Thema Volkswirtschaft beschäftigt oder glaubt lieber den marktfundamentalistischen Wirtschaftsweisen anstatt seine eigene Denkmaschine zu nutzen und einen Realitätsabgleich zu vollziehen.</p>
<p>Das garantierte Grundeinkommen wird zwingenderweise unsere seit Jahrhunderten geprägten und von den protestantischen Predigern gefestigte Einstellung &#8220;du bist, was du arbeitest&#8221; ad absurdum führen. Und allen Mitgliedern der Gesellschaft die Möglichkeit bieten, sich künstlerisch, politisch und wissenschaftlich zu bilden.<sup class='footnote'><a href='#fn-108-3' id='fnref-108-3'>3</a></sup></p>
<h3>Zur Finanzkrise</h3>
<p>Auf den ersten Blick jetzt nicht so die große Veränderung. Finanz&#8221;krisen&#8221; sind systembedingte Phänomene, die immer mal wieder auftreten. Doch nach jeder großen Krise werden normalerweise die Regeln ein wenig abgeändert und die Karten neu gemischt und ausgeteilt. Und bislang war es noch nie so, dass dabei das Groß der Menschen gut bei weg kam.</p>
<p>Die aktuelle Krise ist lange noch nicht ausgestanden und dank der <a href="http://www.stern.de/wirtschaft/unternehmen/:Finanzkrise-Regierung-Rettungspaket/642051.html" target="_blank">Finanzrettung auf Pump</a>, dem verlängerten Kurzarbeitergeld und der unsäglichen Abwrackprämie ist ihr voller Einschlag auf den Winter verschoben worden. Das wir Bürger diejenigen sind, die die Zeche dafür zahlen werden, möchte kaum jemand sehen. Doch die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=ib9JXiarHjE" target="_blank">Party</a> <a href="http://www.freitag.de/politik/0930-krise-turbokapitalismus-banken-finanzmarkt" target="_blank">geht ja schon wieder weiter</a> und es wird spannend, wie das ganze ausgehen wird. Mir stellt sich die Frage, ob wir uns noch einmal dieses Spiel aufdrücken lassen möchten, denn es bieten sich langsam <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/29/29917/1.html" target="_blank">Möglichkeiten</a>, <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/30/30031/1.html" target="_blank">es anders zu spielen</a>, doch darüber werde ich ein andern Mal schreiben.</p>
<h3>Das Netz erwacht</h3>
<p>Wir stehen auf der Schwelle zum Informationszeitalter und erleben gerade <a href="http://aggregat7.ath.cx/2009/07/31/die-internetfeinde" target="_blank">das Aufbäumen der alten Welt gegen die neue</a>. Durch das Netz verlieren die alten Informationsstrukturen ihre Deutungshoheit und es entstehen immer neue Formen der weitestgehend hierachielosen, dezentralen und freien Kooperation und Kommunikation. Es ist noch unheimlich schwer abzusehen, wohin sich das ganze entwickeln wird, doch ich denke das Dienste wie Twitter, Soup, Facebook, GitHub und wie &#8220;Social Media&#8221; noch alles so heissen mag, erst der Anfang einer vollkommen neuen Lebensweise darstellen. Wichtige Menschenrechte wie die <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/08/02/die-meinungsfreiheit-als-sondermull/" target="_blank">Meinungsfreiheit</a> gewinnen eine vollkommen neue Bedeutung und der in der Netzkultur tief verwurzelte Gedanke des <a href="http://www.open-access.net/" target="_blank">Open Access</a> fordert den <a href="http://aggregat7.ath.cx/2009/07/19/probleme-der-ethischen-begrundung-von-“geistigem-eigentum”-und-immaterialguterrechten-im-informationszeitalter" target="_blank">Kampfbegriff vom geistigen Eigentum</a> heraus und wird diese Hürde der menschlichen Entfaltung hoffentlich bald hinweg fegen.</p>
<p>Ich sehe darin die Chance, dass wir Menschen zu einer neuen Form der Entfaltung kommen können, endlich die dringend nötige zweite Aufklärung erhalten könnten. Doch wird dies zwingend mehr Medienkompetenz von den Nutzern erfordern. Wie beim Auftreten des Buches als Massenmedium stellt die, über ein oberflächliches hinein schnuppern hinaus gehende, Nutzung des Netzes an seine Nutzer hohe Anforderungen, was die geistige Vorarbeit stellt. Gerade deshalbt setze ich große Hoffnungen  darin, dass das Netz den Schaden wieder ausbügeln könnte, den das Fernsehen an unserer Kultur angerichtet hat.</p>
<h3>Resümee</h3>
<p>Wir sehen, das neue Jahrtausend wird spannend werden. Doch ich betrachte es nicht, wie die alten Chinesen, als Fluch, sondern freue mich darauf, diesen Umbruch miterleben und meine Gedanken mit einbringen zu können. Die ewig gestrigen mögen wohl <a href="http://www.zeit.de/online/2009/32/steinmeier-deutschlandplan" target="_blank">andere Pläne schmieden</a>, doch sie haben damit schon ihren Untergang besiegelt. Klar ist, dass wir unsere Einstellung zum Leben &amp; zu unserer Arbeit grundlegend ändern werden. Es wird spannend und mir bleibt nur noch eines zu sagen:</p>
<p>Wir müssen etwas tun! Es lebe die digitale Revolution! :D</p>
<div class='footnotes'>
<div class='footnotedivider'></div>
<ol>
<li id='fn-108-1'>Auch wenn wir in Zeiten der Globalisierung gerne mal dazu über gehen, andere Menschen auszubeuten, weil es günstiger ist, als Maschinen an zu schaffen. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-108-1'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-108-2'>Ein Faktum welches ich als das größte Irrtum der neoliberalen Wirtschaftsweisen bezeichnen möchte. Wenn man sich allerdings die plumpe &amp; weltfremde Konstruktion des makroökonomischen Modells betrachtet, auf der diese Schlußfolgerung beruht, dann verwundert es auch nicht weiter. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-108-2'>&#8617;</a></span></li>
<li id='fn-108-3'>Böse Zungen mögen behaupten, dass dieses mit einer der Gründe dafür ist, warum die Einführung des garantierte Grundeinkommen möglichst Lange aufgehalten wird. <span class='footnotereverse'><a href='#fnref-108-3'>&#8617;</a></span></li>
</ol>
</div>
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