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ad pecuniam
14/12/10
Diejenigen von euch, die Mal ein bissl Latein hatten, wissen‘s schon: dieser Text sinniert über Geld.
Fasst währe ich dem Drang verfallen, zu erklären, was Geld ist und wie das funktioniert, aber das kann man ja schon an anderer Stelle hervorragend nachlesen. Außerdem würde das nur vom Kernpunkt meiner Überlegungen ablenken und somit kontraproduktiv sein. Wenn ihr also wissen wollt, was Buchgeld, Zentralbankgeld und normales Geld ist und worin sich das unterscheidet, dann geht euch woanders informieren oder studiert VWL.
Übersicht
Es geht um die Betrachtung der sozialen Aspekte von Geld und was diese für unser Zusammenleben bedeuten. Dabei meine ich jetzt nicht, dass man ohne Kohle ganz schnell in Gefahr gerät, bei wichtigen sozialen Anlässen nicht mit machen zu können. Ich will auch ausnahmsweise gar nicht auf den Mechanismen und Sympthomen des Kapitalismus in Neoliberaler Form rum hacken und auch gar nicht erklären, warum die aktuelle Finanzblase bestimmt platzen wird.
Basis
Geld entstand, der Überlieferung nach, als allgemeingültiges Tauschmittel für den Tauschhandel. Da’s nicht so schnell verschimmelt und auch ansonsten nicht so viel Platz weg nimmt soll’s sich dann durch gesetzt haben. Tauschhandel war bei der vorherrschenden Güterknappheit der vergangenen Jahrtausende Gang und Gebe. Durch die lokale Beschränktheit der Märkte (so ohne die Transportations- und Kommunikationssysteme unserer Zeit hat Mensch nun mal keine weite Sphäre um sich schnell mit Informationen und Gütern zu versorgen) ergab sich ein reger Austausch durch fahrende Händler, die geschickt die unterschiedliche Nachfrage in den einzelnen Regionen zu ihrem Vorteil zu nutzten wussten.
Die Motivation der einzelnen Parteien eines Tauschhandels ist recht einfach zu verdeutlichen. Die Produzenten, stets mehr oder weniger mit dem Kampf um’s Überleben beschäftigt, hatten nichts zu verschenken, hatten aber den Bedarf an dem einen oder anderem Gut. Die Zwischenhändler, so es denn welche gab, versuchten sich mit dem Handel am Leben zu halten. Während in der Kommune noch im Großen und Ganzen die Gemeinschaft im Vordergrund stand, wurde jeder Mensch von Außerhalb dieser Gemeinschaft skeptisch betrachtet.
Dies beleuchtet ein wenig, warum die Idee, einem unbekannten Menschen mehr zu schenken, als es braucht, damit er nicht direkt vor meiner Haustür krepiert, so vollkommen abwegig in der Kultur der letzten Jahrtausende war. An fremde Leute wurden Güter nur im Austausch gegen andere Güter abgegeben.
Entwicklung
Doch warum gebe ich nicht dem Anderen, wenn ich selbst etwas gerade nicht zu Überleben benötige oder gar im Überfluß darüber verfüge, ohne eine Gegenleistung zu verlangen? Wäre denn nicht auch zu erwarten, dass mir dann andere auch Ihre überflüssigen Güter geben? Und sei es nur, um meinem gutem Beispiel zu folgen?
Doch da scheint mir ein altes, tief eingeprägte Misstrauen dem Fremden gegenüber vorzuherrschen. Eben jene Angst scheint zu stark ausgeprägt, zu weit verbreitet, zu sein, als dass sich solch eine Strategie des freien Abgebens entwickeln könnte. Eine löbliche Ausnahme bieten da Open Source, Creative Commons und andere Ausprägungen der freier Weitergabe von Gütern bzw. dem Wissen über ihre Erstellung.
Man tauscht also, weil man misstrauisch ist, dass man ansonsten für seine Mühen entlohnt wird/eine Gegenleistung erhält. Und da Geld dem Tauschandel auf dem Fuße folgt, können wir diese Annahme sogleich auf eben jenes übertragen.
Fazit
Geld ist also manifestieres Misstrauen den unbestimmten Anderen Gegenüber, dessen Wert mir von einer Instanz garantiert wird, der die meisten auch nur bedingt vertrauen. Ich bin der Ansicht, dass Geld für ein soziales Gefüge von Menschen wie Gift wirkt. Man könnte auch sagen eine Droge, von der wir uns wieder lösen müssen. Es belastet unser Zusammenleben enorm (vor allen Dingen das Zusammenleben mit Mitmenschen, die weit von uns entfernt leben) und nachhaltig.
Ausblick
Meiner Bescheidenen Meinung werden wir uns in unserer weiteren sozialen Entwicklung von dem Konzept des Geldes löscn müssen, das wird bloß noch lange dauern können, wenn man bedenkt, wie tief das Konzept bei uns verwurzelt ist.
Ad-hoc Lösungen zur Abfederung des schlechten sozialen Einflusses wären Konzepte wie die zinslose Geldwirtschaft, Geld was seinem Wert im Laufe der Zeit verliert und das garantierte Grundeinkommen, aber das sind Themen für andere Blogposts.
Geschichten von Wahrheit
01/12/10
Willkommen Kind, oh junge Brut.
Willkommen hier auf Erden,
willkommen hier im Sein.
Was soll nun aus dir werden?
Was wird dich wohl erfreu’n?
Was entünden deines Herzens Glut?
So gib fein acht und lerne!
Höre auf die Alten, die dir den Mensch erklären.
Denn lernen, musst du vieles.
Beizeiten, nicht nur Sprach & Gang.
Und auch nicht nur Mathe & Subtiles,
als Mensch braucht’s auch Ehr’ & Anstand.
Damit ihn seine eigenen Fehler nicht verzehren.
Das wichtigste ist Familie und Stand, das weiß jedes Kind!
In der Familie lässt sich’s vorzüglich leben,
umsorgt von Vater, Mutter & Verwandtschaft.
Im Sein gefestigt durch Glauben und Dogma.
An’s weltliche gebunden durch’s Paradigma,
lernst von uns wie braver Mensch was schafft,
denn nur so kann dein Leben was ergeben.
Sozial ist der Mensch und Gütig, wenn wohl behütet.
Doch achte auf dich selbst am meisten,
bist dir immerhin selbst am nächsten.
Und beachte stets, was du weiter gibst,
schau auch, dass dich kein anderer tritt.
Sollst deine Macht ja nicht vergeuden,
vielmehr an ihren Früchten erfreuen.
Fürsorglich geht die Welt zugrunde, sind’s doch solch Barabaren!
Und glaub bloß nicht das Geschwätz der Gutmenschen.
Und stell unser natürliches Verhalten nicht in Frage.
Und beachte stets was früher gelehrt worden ist.
Wie sie richten & agitieren über unsr Aller Lage.
Wie das Netz brüllet, wie es aufzeigt als sei’s in Rage.
Wie’s eindringlich redet über überleben durch bewegen.
