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Geschriebenes
Ich habe seit meiner letzten Erkenntnis zum Thema Informationszeitalter weiter über das Thema nachgedacht. Zuerst einmal fällt auf, dass die Begriffe Informationszeitalter und Informationsgesellschaft das ganze eigentlich nicht greifen. Denn diese Begriffe sind für unserere aktuelle Gesellschaft geprägt worden. Nicht zu Unrecht wird unsere Gesellschaft deshalb auch oft als Übergangs- oder Transformationsgesellschaft bezeichnet. Ich will aber gerade über das schreiben, was vor uns liegt. Und diese Gesellschaft, die wir erleben könnten, ist eine gänzlich andere Gesellschaft als die jetzige, da die Menschen in ihr ganz anders mit Informationen umgehen (müssen).
Das ganze wird sich an einer der wichtigsten Fragen unserer Zeit, der binäre Gretchenfrage, wie mspro sie so schön nannte, entscheiden. Diese lässt sich zu Informationskontrolle versus Informationsfreiheit kondensieren. Informationsfreiheit bezeichnet hierbei, dass einem Bürger alle möglichen Informationen jederzeit zur Verfügung stehen. 1 Momentan herrscht bei den Mächtigen die Tendenz zur Informationskontrolle vor. Dummerweise gehen bei diesen plumpen Versuchen immer mehr Grundrechte über den Jordan oder werden bis zur Unkenntlichkeit beschnitten.
Um die Beweggründe für diese Vorgehensweise verstehen zu können, muss man sich erst einmal vergegenwärtigen, was ein Leben in der absoluten Informationsfreiheit von einem Menschen abverlangt. Dies ist vor allem erst einmal ein weitaus offener und bewussterer Umgang mit Informationen. Denn wenn man einen riesigen Informationsfluss aus verschiedensten Quellen anzapfen kann, dann tritt immer mehr der Inhalt dieser Informationen in den Vordergrund. Oder anders gesagt: man akzeptiert zuerst alle Informationen an sich um sie dann nach Sinnhaftigkeit, künstlerischen Wert, Aussage, Intention und sonstigen praktischen Kategorien zu ordnen. Die Informationen werden also nicht mehr ideologisch sondern individuell bewertet. Dies erfordert von den Menschen natürlich auch, dass sie sich mehr mit dem Themenfeld der Information auseinandersetzen um diese auch bewerten zu können. Wenn man aber nun jeder Information gleich gegenüber steht, dann resultiert daraus auch, dass man nicht gewisse Informationen als absolute Wahrheit annimmt.
Und gerade das ist der Knackpunkt, weshalb die Internetausdrucker rund um den Globus versuchen, das Netz unter Kontrolle zu bringen. Wir leben in einem politischen System, welches darauf basiert, dass der konform geprägten Masse durch eine Mischung aus Angst, Sex und Hass ihre Meinung in wichtigen Fragen präsentiert, ja quasi diktiert, wird. Das hat die Wahl am letzten Sonntag in erschreckender Weise gezeigt.2 Aus einer individuellen Wertung der Informationen folgen individuelle Weltbilder, Meinungen und Geschmäcke, kurz gesagt: eine nonkonforme Menschenmenge und somit Bürger, die sich mit den jetzigen Mitteln nicht steuern lassen.
Deshalb mag es einen auch so vor kommen, als würde da die alte Welt verzweifelt versuchen, dass nächste Zeitalter, die nächste Epoche der Menschheitsgeschichte aufzuhalten, ja, am besten nie eintreten zu lassen. Und sie sind dafür bereit alles zu opfern, für das unsere Vorfahren ihr Blut auf den Straßen vergossen haben. Wir müssen uns darüber klar werden, dass die jenigen, die gerade darüber an der Macht sind3, die menschliche Evolution mit allen Mitteln verhindert. Die versuchte Internetzensur in den Industrieländern ist nur ein Beispiel dafür.
Dieser Kampf findet nicht mehr auf der Straße statt, er findet in den Köpfen der Menschen statt. Seine Waffen sind nicht Gewehre und Barrikaden sondern Feuilletons, TV-Sendungen, Radiobeiträge und Blogs. Und wir können ihn nur durch Aufklärung gewinnen. Das mag zwar frustrierend langsam von statten gehen, aber ich glaube daran, dass die Zeit für uns arbeiten wird.
- Dies ist für uns momentan noch schwer greifbar, ist Informationskontrolle sowie daraus resultierend Informationsvorsprung ein zentrales Moment unserer Selektionsmechanismen und Verwertungsrechte sowie Grundlage in unserem Umgang mit anderen Nationen. ↩
- Es wird aber nicht erst seit gestern thematisiert. Interessierten Lesern sei das Studium von Theodor W. Adorno oder John Pilger an das Herz gelegt. ↩
- indem sie die öffentliche Meinung & Vorlieben diktieren ↩
Lesefutter, die sechste
27/09/09
- War is Peace wahre Worte über unsere Imperialistischen Kampfgenossen.
- No we can’t ein Insiderbericht über den SPD-Online Wahlkampf.
- Abschied der Volksvertreter über die Berufspolitiker, die aussteigen, weil’s zu derb wird.
- Don’t stay a virgin Das nenne ich mal Einsatz für Netzneutralität! ;)
- Überwachung is k3w7 Publikumsbeschimpfung zum Sprachgebrauch von Frau Zypries
Lesefutter, die fünfte
20/09/09
- Die Revolution der Piraten passend zu meinem letzten Beitrag ein Kommentar zu den Piraten. Der Mensch sollte wohl zum Thema Urheberrecht noch ein Update bekommen. Nichtdestotrotz wirklich lesenswert.
- Verschwörungstheoretisch gesehen… Der Herr Jäger schreibt echt tolle Sachen, wer’s noch nicht kennt, sollte auch Frau Huber nicht verpassen.
- Neoliberalismus und die heutige große Politik der Artikel ist zwar etwas älter aber nicht weniger aktuell.
- Was bedeutet eigentlich “Never check for an error condition you don’t know how to handle” Für die Programmierer unter uns. Sehr guter Artikel, hat mir echt die Augen geöffnet.
- Die Verdachtsgesellschaft England macht’s mal wieder vor, wo wir nicht hin kommen möchten.
- Feindwahlkampf wahre Worte vom Feynsinn
Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, dass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle der Entrüstung, noch ein Interview mit diesem Blatt! (weiterlesen…)
Talk Like A Pirate Day!
19/09/09
Ahoy, me hearties!
Heute ist allet piratig – Happy Pirate Day! :D
Das Plugin gibt’s übrigens hier.
Angst
15/09/09
Kennt ihr das nicht auch?
Da konsumiert man, nichts böses ahnend, das Medium seiner Wahl und es prasselt auf einen nieder.
Kurze, prägnante & aufregende Meldungen über schlimme Dinge. Gerade lang genug, um einen davon zu berichten, wie furchtbar der Umstand ist und doch nur einmal kurz knapp das Thema streifend. Man will ja bloß nicht zu viel vom Konsumenten verlangen.
Derlei Themen gibt es viele. Sei es der Mythos der tödlichen Krankheit, die sich rasend schnell in aller Herren Länder verbreitet – ihr kennt das, solche Meldungen gibt es ja alle Jahre wieder.
Erstaunlicherweise stirbt dann doch kaum jemand daran und nach ein paar Wochen oder Monaten interessiert sich kein Schwein mehr dafür. Ich frage mich ja, was sie demnächst für Namen nehmen werden, Vögel und Schweine sind schon mal aus.
Oder der, seit einem guten Jahrzehnt sehr beliebte, “internationale Terrorismus” von dem wir alle in Furcht und Schrecken versetzt werden. Wir haben noch alle gut die Anschläge von,,, äh,,, also,,,
Na ihr wisst doch, diese Anschläge, die hier ständig passieren!
Davor muss man doch Angst haben!
Klar, es sterben täglich weltweit mehr Leute an Hunger und in Deutschland jährlich weitaus mehr auf den Strassen oder in Krankenhäusern an den Fehlern der Ärzteschaft. Aber es geht hier um’s Prinzip! Deswegen brauchen wir ja auch unbedingt unsere tollen Überwachungsspielzeuge von der wir hoffen, dass sie was bringen – und sei es nur die Abschreckung.
Letztes Jahr war dann die Finanz”krise” total in. Das ist mal wirklich ein Thema, mit dem man die braven Deutschen in Angst und Schrecken versetzen kann. Wegen der Wahl wurde das ganze gerade vom Herd genommen, aber die Soße wird bald kippen.
Nicht das man da jetzt was von hören würde, dann dann könnte man ja die Rezipienten im Frühjahr ja nicht wieder so gut in Angst & Schrecken vor dem finanziellen Kollaps versetzen. Aber bis es soweit ist, dürfen die Brandstifter weiterhin Feuerwehr spielen und sich als solche feiern lassen.
Von ernsthaften Ansätzen der Problembeseitigung oder überhaupt einer Problemanalyse keine Spur.
Aber mit rationalen Argumenten kommen zählt ja nicht. Und wer dann auch noch die Frechheit besitzt, auf die Meinungsmache hin zu weisen, der findet sich schnell in der “Verschwörungstheoretiker”-Ecke wieder. Ist schon erstaunlich wie leichtfertig heutzutage dieser Vorwurf gemacht wird, impliziert man damit doch, dass der Gesprächspartner nicht mehr ganz bei Trost ist und die Realität nicht erkennen kann. Deshalb traut sich auch kaum ein Mensch wirklich darüber nach zu denken, zu groß ist die Angst, sich dadurch in das gesellschaftliche Abseits zu befördern und nicht mehr glücklich und unbelastet leben zu können.
Und dabei geht es uns doch so gut, so furchtbar gut, eigentlich viel zu gut. Wir leben in unserer kleinen Welt im schönen Schein und bekommen vom Medium unserer Wahl jeden Tag die Welt erklärt. Mit ein bisschen Sex, hie und da ein wenig Skandal und immer einer ordentlichen Prise Angst. So ist das gut, so fühlt man sich wohl. Man hat etwas zum gemeinsam meckern und weiß wovor man sich heute fürchten muss. Und Morgen? Morgen ist schon wieder etwas ganz anderes aktuell. So beschäftigt ist man, dass man gar nicht mit bekommt wie langsam, vorsichtig und Stück für Stück all das abgebaut oder ad absurdum geführt wird, für das unsere Vorfahren im Kampf ihr Blut vergossen haben.
Währenddessen leben, draußen in der Welt, weit weit weg und in unserer medialen Scheinwelt zum Glück nicht vorkommend, Menschen in Angst. In der Angst, nicht zu wissen, was man heute Abend oder Morgen essen kann. In der Angst davor, abgeholt, eingesperrt und gefoltert zu werden. In der Angst davor, irgendwann nebenbei, wertlos und unbeachtet von einer übermächtigen Militärmaschine getötet zu werden. Sie leben tagtäglich in der selben Angst, ohnmächtig etwas dagegen zu tun. Jeden Tag die selbe beklemmende, furchtbare, Seelen auffressende Angst. Für uns. Für unser Leben in der Gier nach mehr.
Also ich, ich habe keine Angst mehr.
Und ihr?
In letzter Zeit bin ich, dank Schule & Arbeit, derbe am rotieren und komme deshalb kaum zum schreiben. Nichtsdestotrotz wollte ich, da ich schon einmal angefangen habe, mich zu erklären, den Kerngedanken meines Strebens doch gerne mal fest halten.
Es geht hier um allgemeingültige Überlegungen zu Gesellschaftstheorien sowie Modellen, die Systeme der menschlichen Interaktion beschreiben, wie sie z.B. in der Volkswirtschaftslehre vorkommen. Ich habe mir verschiedenste Theorien und Modelle aus diversen politischen Richtungen zu Gemüte geführt und allen folgen diesem Irrtum. Ich würde mich freuen, wenn mir jemand ein Gegenbeispiel aufführen könnte, aber wahrscheinlich wäre dieses dann kaum noch unter dem Begriff des Modells aufzufassen. (weiterlesen…)
Mary Jane
01/09/09
Du warst die Milch,
in der sich mein ausgetrocknetes
Kakaopulver lösen konnte.
Du warst das Bike,
auf dem ich im Sonnenuntergang
zur Freiheit fuhr.
Mein Herzblut
war der Sprit für den rasenden
Ritt auf dem Highway to Hell.
Inzwischen
gehe ich lieber zu Fuß,
wandern soll sehr gesund sein.



