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Ich hatte mich ja schon über meine Probleme mit den Piraten, der repräsentativen Demokratie und unserer aktuellen gesellschaftlichen Lage ausgelassen. Trotzdem bin ich Mitglied der Piratenpartei und werde das wohl noch ne ganze Weile bleiben. Das hat mehrere Gründe:

Es ist die Partei der Netizens

Die Partei kommt aus dem Netz und streitet für das Netz. Und als Netizen fühle ich mich natürlich stark angezogen von einer Partei, der meine Lebensweise näher liegt. Hinzu kommt bei diesem Punkt, dass sie wichtige Fragen des Urheberrechts und der Bürgerrechte in den Gesellschaftlichen Diskurs bringen.

Es ist eine junge Partei

Man ist frisch und voller Tatendrang und es konnten noch kaum Strukturen zu Klüngelkreisen verkrusten. Das führt zwar leider auch oftmals zu blinden Aktionismus, aber dieser ist mir weitaus lieber als die festgefahrenen Hierachien anderer Parteien. Zu Beginn träumte ich sogar davon, ein wenig an der politischen Ausrichtung der Partei zu feilen. Doch ehrlich gesagt sehe ich nicht ein, warum ich mich da über die Crew hinaus binden sollte.

Die Piraten haben sich (noch) nicht verraten

Das ist ein wichtiger Punkt für mich. Ich bin mir zwar leider sicher, dass dies spätestens mit dem Erwerb kleiner “Macht”brocken in Land- oder Bundestagen folgen wird. Und wenn das geschieht, dann pack’ ich meine Sachen und bin raus, mein Kind. Aber bis da streit’ ich mit ihnen und wir haben Rückenwind!

Hier wird das Spiel anders gespielt

Die Art, wie die Piraten organisiert sein wollen, unterscheidet sich fundamental von dem, was ich in anderen Parteien erlebt habe. Das hat natürlich auch seine Schattenseiten, setzt aber, meiner Meinung nach, ein großes Potential frei. Dadurch können wir viel schneller und flexibler agieren als die anderen Parteikolosse. Das ist denen auch bekannt und vielleicht mit ein Grund dafür, warum traditionelle Kräfte schon anfangen, den Piratenwahlkampf mit unlauteren Mitteln zu behindern.

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3 Kommentare

  1. [...] http://acidblog.de/index.php/2009/08/warum-ich-bei-den-piraten-bin/ [...]

    Pingback by Daniel Schweighöfer (acid) 's status on Saturday, 22-Aug-09 11:02:47 UTC - Identi.ca — 22. August 2009 @ 13:02

  2. Also erstmal seh ich da kaum blinden Aktionismus ;) Das liegt wohl auch daran, dass einige sehr fähige Menschen die Piraten als Chance sehen und sich einbringen.
    Blinder Aktionismus ist allerhöchstens von Einzelnen möglich, aber die Partei als Ganzes besteht aus vielen Menschen, die sich zunächst demokratisch einigen möchten, was die Piraten eigentlich wollen. Wenn es nicht so wäre, hätten wir ein umfangreicheres Parteiprogramm(!) ;)

    Zu dem Punkt, des Verrats an die eigenen Regeln: Wir kennens ja sicher. Gib bei google “verräterpartei” ein und du findest die SPD. Aber nicht die gesamte SPD hat ihre Prinzipien verraten, sondern nur die jenigen, die am längeren Hebel waren. (Aus Angst, oder weil es medial nicht erwünscht war) Innerhalb der SPD gibt es eine Bewegung, die Piraten in der SPD. Sind das auch Verräter?

    Ich glaub das ist eher eine Frage der Struktur/der Organisation einer Partei. Wie du schon schreibst, organisieren sich Piraten anders. Ich füge hinzu, dass sie ihre Organisation noch entwickeln werden. ;) Seit Gründung der BRD hat sich in der Organisation in Parteien kaum was verändert und deshalb, weil jede Struktur ihre Schwächen hat, die man über eine gewisse Zeit entdecken kann, unterwanderten nach und nach Lobbyisten die Parteien. Mit einer neuen Struktur sind Lobbyisten erstmal überfordert und wenn die Piraten aus den Fehlern gelernt haben, werden sie, wie die allgemeine Forderung es sagt, mehr direkte Demokratie und Transparenz einbauen. Wie auch immer das am Ende aussieht, bedeutet es eine Struktur, Organisation die Lobbyisten, Ninjas und anderen Egoisten des Landes keine Chance gibt.

    Aber Hauptsache: Hinschauen und versuchen zu verstehen ;)
    - Alex

    Comment by Alex — 22. August 2009 @ 13:39

  3. @alex:
    > Also erstmal seh ich da kaum blinden Aktionismus ;)

    Na dann abboniere mal die aktiven- und die Landesliste ;)

    > Aber nicht die gesamte SPD hat ihre Prinzipien verraten, sondern nur die jenigen,
    > die am längeren Hebel waren.

    Aber die anderen sind noch in der Partei geblieben und unterstützen damit die Fehlentscheidungen. Aber sich selbst Verraten hat in der SPD ja auch schon fast ein Jahrhundert lang Tradition. Ich dachte aber gar nicht speziell an die SPD. Bei den Grünen z.B. gab es einen langen Abspaltungsprozess von den Idealisten (“Fundis”) durch den sie erst die Systempartei wurde, die sie heute ist.

    > Ich glaub das ist eher eine Frage der Struktur/der Organisation einer Partei.

    Ich hoffe es, aber ich bin mir allerdings ziemlich sicher, dass sich die Piraten analog zu den anderen Parteien entwickeln werden. Du kannst mich gerne Pessimist deswegen nennen und ich freue mich, wenn ich mich irren sollte :)

    > Aber Hauptsache: Hinschauen und versuchen zu verstehen ;)

    Was willst du mir mit diesem Satz sagen? ;)

    Beste Grüße,
    acid

    Comment by acid — 23. August 2009 @ 20:10

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