Ich hatte mich ja schon über meine Probleme mit den Piraten, der repräsentativen Demokratie und unserer aktuellen gesellschaftlichen Lage ausgelassen. Trotzdem bin ich Mitglied der Piratenpartei und werde das wohl noch ne ganze Weile bleiben. Das hat mehrere Gründe:

Es ist die Partei der Netizens

Die Partei kommt aus dem Netz und streitet für das Netz. Und als Netizen fühle ich mich natürlich stark angezogen von einer Partei, der meine Lebensweise näher liegt. Hinzu kommt bei diesem Punkt, dass sie wichtige Fragen des Urheberrechts und der Bürgerrechte in den Gesellschaftlichen Diskurs bringen.

Es ist eine junge Partei

Man ist frisch und voller Tatendrang und es konnten noch kaum Strukturen zu Klüngelkreisen verkrusten. Das führt zwar leider auch oftmals zu blinden Aktionismus, aber dieser ist mir weitaus lieber als die festgefahrenen Hierachien anderer Parteien. Zu Beginn träumte ich sogar davon, ein wenig an der politischen Ausrichtung der Partei zu feilen. Doch ehrlich gesagt sehe ich nicht ein, warum ich mich da über die Crew hinaus binden sollte.

Die Piraten haben sich (noch) nicht verraten

Das ist ein wichtiger Punkt für mich. Ich bin mir zwar leider sicher, dass dies spätestens mit dem Erwerb kleiner „Macht“brocken in Land- oder Bundestagen folgen wird. Und wenn das geschieht, dann pack‘ ich meine Sachen und bin raus, mein Kind. Aber bis da streit‘ ich mit ihnen und wir haben Rückenwind!

Hier wird das Spiel anders gespielt

Die Art, wie die Piraten organisiert sein wollen, unterscheidet sich fundamental von dem, was ich in anderen Parteien erlebt habe. Das hat natürlich auch seine Schattenseiten, setzt aber, meiner Meinung nach, ein großes Potential frei. Dadurch können wir viel schneller und flexibler agieren als die anderen Parteikolosse. Das ist denen auch bekannt und vielleicht mit ein Grund dafür, warum traditionelle Kräfte schon anfangen, den Piratenwahlkampf mit unlauteren Mitteln zu behindern.

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