Acid anderswo
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Jau, ich mal mal auch so einen praktischen Blogpost der verzweifelte Leute auf der Suche nach den richtigen Einstellungen helfen kann. Diese mögen gleich zur Einstellungssache vor scrollen. Alle anderen können sich an der Geschichte meines Elends erfreuen:
Vorgeschichte
Also, es begab sich, dass ich endlich mal zwei Jahre in einer Wohnung wohnte und da dachte ich mir: “Hach, endlich mal diesen doofen Arcor Vodafone Vertrag los werden!” Also habich flux im Herbst ein Einschreiben aufgesetzt und gekündigt. Irgendwann im Bewerbungswahlkampf fiel mir dann auch auf, dass ich ja doch mal was neues holen sollte. Also habich mir bei Congstar was bestellt. Und weil ne dicke Leitung immer toll ist, bestellte ich mir das dicke Paket mit VDSL.1 Das war so Ende Januar. Anfang Februar fiel mir dann ne Mail von denen auf, dass die wegen der Portierung noch nen Fax bräuchten. Also geschickt, aber das war dann nur 4 Tage vor der Abschaltung und so fix waren die nicht und dann haben sie die Bestellung storniert… Aber zumindest bekam ich dann die Hotline-Nummer von Congstar verraten, die 01805 50 75.
Ich wollte dann natürlich neu bestellen, aber dann wollten die 30€ für die Technikereinrichtung haben. 30 Tacken?! Da reden wa nomma drüber und so rief ich die Hotline an. Der sagte mir, dass man da ja nix machen könnte und weil ich Netzjunkie halt schnell wieder Netz wollte habe ich’s direkt bei dem aufgegeben. Ging ja leider auch nicht eher, als dass der Anschluss dann einen Monat später geschaltet werden würde… Also Minuten in der Hotline verschwendet mit dem tollen Ergebnis, dass der die Emailadresse falsch aufschrieb. Die TLD .ne ist mir zumindest noch nicht über den Weg gelaufen. Also nach 1-2 Wochen angerufen, wo denn die Bestätigungsmail ist und den Vertrag aus dem System heraus gefischt bekommen. So weit so tragisch. Es kommt also der besagte Tag und meine Liebste nimmt das auf sich und hockt die ganze Zeit in der Bude rum, um auf die Technikerin zu warten damit ich auf dem Handy angerufen werde, dass alles geschaltet sei. Toll! Dacht ick mir und komme Abends nach Hause. In meinem Tran hatte ich nur vergessen, dass ich für VDSL ja auch ne neue Hardware brauche 2. Also zurück in der Zivilisation mit Netz nach Hardware gesucht und leichte Schocks bekommen. Das ganze durch die Kneipen tingeln hatte mir nämlich nen ordentliches Loch in’s Portemonaie gerissen und da war so schweine teure vdsl-Hardware nicht drin.
Aber dafür gibt es ja ebay! Schau, wie ich bin, schieße ich mir so eine eklige Fritzbox für schmale 60Tacken in ner Auktion. Ich hab ja noch nie viel Freude mit denen gehabt aber günstiger ging’s mit vdsl&voip halt nicht. Jetzt nur noch schnell per PayPal bezahlen und in die Packstation schicken lassen… da fiel mein Blick auf das Hermes Logo als einzige Versandoption und mein Herz in den Keller. Zwei Wochen, drei Dutzend zornige Tweets und 20-30€ Hotlinekosten später sehe ich in der Sendungsverfolgung3, dass das Paket abgeliefert wurde. Klar, ich wohne ja vierter Stock Hinterhaus, da kann ich jede geschundene Scheinselbstständige Seele verstehen, die sich diese Wohnungen erspart. Also los getingelt und die Paketannahmestelle Nachbarn im Vorderhaus besucht. Paket ausgepackt, ist Netzteil und zwei Lan-Kabel dabei. Naja, so’n RJ11 passt ja auch glücklicherweise in nen RJ45, ha! Nur sagt die Fritzbox, dass sie keine DSL-Gegenstelle finden kann. Ich kauf dann noch nen RJ45-Kabel, nur um sicher zu gehen, und rufe dann resigniert bei Congstar an. Die nehmen nen technischen Fehler auf und sagen, dass sie sich in 48 Stunden melden. Naja, bei den 48 Stunden werden Wochenenden und Feiertage nicht mit ein berechnet.
Zumindest bekam ich Dienstag nen Anruf, dass die Technikerin schon Donnerstag vorbei kommen könnte. Ich bin meines Glückes gar fassungslos und meine, dass Vormittags voll knorke sei. Und wisst ihr was? Gestern Morgen um halb 9 klingelt doch echt einer an meiner Tür und stellt mal eben die richtige Leitung ein! \o/ Nach fast zwei Monaten Internettechnischer Diaspora im eigenen Heim sollte ich endlich wieder fließend Wasser funktionierendes Netz in unserer schönen Hütte haben! Jetzt musste ich das krepelige Stück rote Technik nur noch richtig einrichten. Und es hat auch nur einige wenige Stunden gebraucht, bis ich die richtigen Einstellungen aus den spärlichen Infos im Netz erriet. Um euch das zu ersparen jetzt kurz und knapp gezeigt, wie’s geht:
Einstellungssache
Ihr geht auf Internet ‐> Zugangsdaten. Wählt dann in den Verbindungseinstellungen “Vodafone / Arcor” (ihr glaubtet doch nicht ernsthaft, dass es mit dem congstar preset gehen würde, oder?!?)
und tragt den Username und das “Vertragspasswort” aus dem Brief (bzw. dem silbernen Rubbelfeld auf diesem) da ein:
Eigentlich ganz einfach. Den Rest könnt ihr so lassen, ich hab bei VPI noch 1 und bei VCI 35 stehen. Fragt mich nicht, wo ich das her habe.
Dann das VOIP einzurichten war dann doch schon ekliger. Dafür geht ihr auf Telefonie -> Internettelefonie und wählt im Dropdown “anderer Anbieter” aus. Bei der Internettelefonnummer kommt dann eure Nummer vom Brief. Der Anzeigename ist glaube egal. Beim Benutzernamen tragt ihr dann dem von dem Brief ein, das Passwort ist wieder das von dem silbernen Rubbelfeld und Registrar/Proxy-Server sind auch ziemlich einfach. Worauf ihr dann noch achten solltet, ist den kleinen Haken “Internetrufnummer für die Anmeldung verwenden” zu setzen. Zur Demo noch nen Screenshot.
So, jetzt scheint das zu gehen. Ich hoffe es erspart vielleicht der einen oder anderen etwas Lebenszeit, dann hätte sich die Stunde Leidensgeschichte aufschreiben noch gelohnt ;)
- Congstar haben nämlich diese praktische monatliche Kündigungsfrist und meine Liebste ist doch gerade letztens zu mir gezogen und wir ziehen wahrscheinlich dieses Jahr um, deshalb. ↩
- und was mach ich jetzt mit dem schicken TP-Link N750 der gerade erst ein halbes Jahr alt ist? Ich weiß es, nen Gastnetzwerk! ↩
- Ein Tipp: wenn sich der Zustellungsort ändert, hilft nur noch die Auftragsnummer zur Sendungsverfolgung ↩
Diese Regeln wurden vom meines Wissens nach vom 14. Dalai Lama zu Beginn dieses Jahrzehnt veröffentlicht. Ich habe für diese Regeln immer wieder guten Gebrauch gefunden und kann sie euch nur an’s Herz legen. Wollte einfach mal auf ne werbefreie Version verlinken können. Wenn es gewünscht ist, kann ich mal nach einer deutschen Version suchen.
- Take into account that great love and great achievements involve great risk.
- When you lose, don’t lose the lesson.
- Follow the three Rs:
- Respect for self
- Respect for others
- Responsibility for all your actions
- Remember that not getting what you want is sometimes a wonderful stroke of luck.
- Learn the rules so you know how to break them properly.
- Don’t let a little dispute injure a great friendship.
- When you realize you’ve made a mistake, take immediate steps to correct it.
- Spend some time alone every day.
- Open your arms to change, but don’t let go of your values.
- Remember that silence is sometimes the best answer.
- Live a good, honorable life. Then when you get older and think back, you’ll be able to enjoy it a second time.
- A loving atmosphere in your home is the foundation for your life.
- In disagreements with loved ones, deal only with the current situation. Don’t bring up the past.
- Share your knowledge. It’s a way to achieve immortality.
- Be gentle with the earth.
- Once a year, go someplace you’ve never been before.
- Remember that the best relationship is one in which your love for each other exceeds your need for each other.
- Judge your success by what you had to give up in order to get it.
Ich will heute über Werte und Ideale der Partei schreiben. Meiner Meinung nach sind diese entscheidend dafür, was für Menschen von der Partei angezogen sind und welche Ziele diese mit ihrer Arbeit denn erreichen wollen. Unter Betrachtung unserer Aussagen lassen sich da folgende Eckpfeiler ausmachen: Basisdemokratie, Transparenz und gesellschaftliche Teilhabe aller. Meine These lautet, dass wir uns zwar mehr oder weniger über diese Begriffe einig sind, aber einer Definition dieser schuldig geblieben sind.
Da verwundert es dann auch nicht, wenn Leute bei uns Mitglied werden1, die die merkwürdigsten Positionen vertreten und/oder die Partei für ihre eigene Agenda nutzen wollen. Ich will nicht sagen, dass eine pluralistische Partei eine schlechte Sache wäre2, sondern dafür plädieren, dass wir uns darüber klar werden, was unsere Grundsätze sund und sie im Alltag für uns bedeuten.
Denn in den Jahren, seitdem ich in dieser Partei aktiv bin, traf ich nur wenige, die mir erklären konnten, was wir unter der Basisdemokratie verstehen, wie die Mitbestimmung möglichst vieler von statten gehen soll3 oder was wir mit Transparenz meinen und wie wir das umsetzen wollen. Diejenigen, die es mir über ein paar hole Worthülsen hinaus erklären konnten, lieferten Definitionen, die sie sich aus anderen Kontexten angeeignet hatten (wie ich z.B. auch), aber dem Großteil der Pirat*innen unbekannt sein dürften.
Wie wichtig dieses allerdings ist, wurde in den letzten Monaten deutlich. Selten habe ich so viel frustrierte Pirat*innen erlebt und zwar jene mit Mandaten und ohne zu gleichen Teilen. Und ich meine zu wissen, seit wann das so extrem ist: Seitdem wir ein wenig Erfolg hatten. Seitdem es “um etwas geht”(tm). Und ich glaube zu wissen, was das ist, was uns so frustriert:
Das sind unsere nicht näher definierten Begriffe, die uns gerade auf die Füße fallen.
Unter einer Definition verstehe ich, dass die zentralen Begriffe der Piratenpartei allen sich in der Partei befindlichen Personen bekannt sind. Und zwar derart bekannt, dass ein Grundverständnis von allen geteilt wird über dieses nicht mehr groß diskutiert werden muss. Diese Diskussion findet meines Erachtens aber nicht oder so gut wie gar nicht statt.
Ich spare mir hier konkrete Beispiele aufzulisten, weil diese zu schnell als Angriffe gewertet werden würden, aber die Beispiele für Verhalten, welches sich mit meinem Grundverständnis unserer Werte nicht vereinbaren lässt, sind zahlreich und auf allen Ebenen aufzuweisen. Es braucht eine Diskussion auf breiter Front über erstrebenswertes Verhalten von Pirat*innen (a.k.a Werte) und was unsere Punkte sind, von denen wir nicht abweichen wollen und können (also Ideale). Ich finde diese weitaus wichtiger, als Texte weiter zu entwickeln, die größtenteils nur von Politikwissenschaftler*innen gelesen werden.
Wenn wir uns über die Werte, die uns wichtig sind, und die Ideale, die wir anstreben, nicht einigen können, werden wir auch nicht gemeinsam auf unsere Ziele hin arbeiten können. Die Reibungsverluste, die aufgrund unserer großen Anzahl eh schon entstehen, werden dafür Sorgen, dass wir genau so eine zahnlose Partei werden wie viele andere Parteien auch.
- was aufgrund unserer wir-nehmen-alle Aufnahmepolitik auch kein Problem ist ↩
- abgesehen davon, dass es dem allgemeinen Parteiwesen widerspricht. Aber da können wir liebend gerne dran schrauben ↩
- Statt dessen streiten wir uns seit gut drei Jahren über die ersten Gehversuche von flüssiger Demokratie, anstatt sie einfach mal auszuprobieren. Doch das behandle ich in einem anderen Blogpost. ↩
Selbst
30/08/12
Kraftlos fühlend,
Arbeit anstarrend,
Arbeit sammelnd,
Wieder aufraffend.
Wild ergreifen,
Fäden sichten,
Fäden folgen,
Knoten fürchten.
Klaro sagste,
Helfen kannste,
Helfen willste,
Puuha denkste.
Post bereit,
Eignes soweit,
Eignes Leid,
Keine Zeit.
Liebe Leute,
jetzt machen wir das mit der Politik schon ein paar Tage und ich bin echt stolz auf das, was die Bewegung bewegt hat. Jedoch gibt es da was, das mir immer mehr auf den politischen Magen schlägt und das ist die Diskussions”kultur”. Weshalb? Ich versuch’s mal an nem aktuellen Beispiel zu erläutern.
Da melden sich gerade Leute für den BuVo der Piratenpartei, die mensch noch nie in der Partei gesehen hat und es wird sich gefragt “wieso bewerben sich so machtgeile Typen bei uns?”. Irgendwelche Leute, die in anderen Parteien erfolglos waren und bei uns anscheinend nochmal ihr Glück versuchen. Und ich frage mich, warum sich die guten Leute, die ich in der Piratenpartei kenne nicht bewerben und kenne die Antwort doch schon längst.
Zum einen machen die fast alle schon irgendwas, zum anderen kennen sie den Terz um den BuVo schon zu gut vom zuschauen. Welcher Mensch mag den schon freiwillig alle Freizeit opfern, um dann für jeden Schritt angegriffen zu werden, während immer noch nebenbei geklärt werden muss, wie was zu beißen auf den Tisch kommt?
Es hat sich eine Kultur der unkonstruktiven Kritik entwickelt. Da wird munter drauf los gebashed und unser täglich Gate kommt auf Twitter. Da wird versucht Fronten zu ziehen und Stimmung zu machen und wir verlieren von Tag zu Tag mehr von dem, was uns ausmachen sollte. Das geht ganz einfach schnell und bequem mal nebenbei. Mir kommt’s fast so vor, als würd sich so manche_r denken “was schadet’s denn, dann lass ich halt mal Dampf ab. Tun die anderen doch auch!”
Aber dies hier ist das Internet, da werden Emotionen in ungeahnter Art und Weise verstärkt. Und genau das ist die Gefahr. Ihr erinnert euch vielleicht, wir wollten die Dinge anders angehen. So mit mehr Transparenz und Basisdemokratie.
Das mit der Transparenz kann aber nur funktionieren, wenn wir uns alle auch dementsprechend verhalten (wollen)!
Transparenz kann nur funktionieren, wenn wir den transparent agierenden Menschen auch gewähren, dass sie Fehler machen. Sie kann nur funktionieren, wenn wir auch verzeihen können und nicht jedes Wort schlechtmöglichst auslegen. Wie sollen den Experimente gemacht oder laut nachgedacht werden, wenn aller Output umgehend argwöhnig kritisiert wird? Wenn wir nicht die Freiheit einräumen Fehler zu machen, wenn Kommunikationskanäle von plumpen Zorn zu gespammed werden, zwingen wir diejenigen in der Kritik dazu, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Also zu genau diesen aalglatten unerreichbaren Politikern zu werden, die wir alle nicht mehr wollen. Weil das die einzigen sind, die sich so etwas freiwillig antun.
Klar, in den nächsten Jahren werden da noch einige Idealisten bei sein, wie z.B. Lauer, Urbach oder meine Wenigkeit. Aber, wenn wir alle uns nicht anders verhalten lernen, sind die in ein paar Jahrzehnten verschwunden. Schaut euch einfach mal an, wie die Grünen anfingen und was aus ihnen geworden ist.
Eine offenere Politik, wie wir sie uns wünschen, fordert von allen Beteiligten verantwortungsbewusstes Handeln ab. Nicht nur unser eigenes Verhalten ist wichtig, auch welches Verhalten in unserer Umgebung wir durch Tolerierung billigen. Deshalb möchte ich uns alle bitten: lasst uns nicht nur Dinge ändern, lasst uns uns selbst verändern!
Wir brauchen alle unsere Kraft für den Freiheitskampf der nächsten Jahrzehnte, lasst uns diese aus Kooperation schöpfen.
Ein Grundstein
14/11/11
Irgendwie war da dieser Antjeschrupp-Artikel in meinem Handy noch offen gewesen. Und als ich mal wieder U6 fuhr, in der notorisch eine Netzspezifische Unterversorgung herscht, habe ich den halt zuende gelesen. Und wurde mir mal wieder klar, dass ich doch irgendwie mal was klarstellen sollte. Nämlich zu meiner Motivation, was das Texte schreiben, mit Leuten diskutieren und noch viel mehr angeht. Also gibt es jetzt diesen Diskussionsgrundstein, damit ich immer drauf verlinken kann :)
Aber dafür muss ich von meinem Lebensziel, der sich daraus ergebenden Philosphie und meinem aktuellen großen Plan erzählen. Aber wir haben ja Zeit, ich fang einfach mal an ;)
Des acids Lebensziel
Als ich mit 13 oder 14 in der Konfirmationsgruppe saß und uns der Pfarrer fragte, was wir im Leben werden wollten, sagte ich nur eines “glücklich”. Die anderen Kinder lachten nur. Heutzutage weiß ich nicht, ob ich über sie lachen oder weinen soll(, das ist – zugegebenermaßen – Stimmungsabhängig).
Inzwischen bin ich mir über so einiges klar geworden, z.B. dass ich Religion sehr gefährlich & problematisch finde. Dabei ist mein Ziel eigentlich gleich geblieben. Ich hab’s nur konkretisiert: Ich will nachhaltige Zufriedenheit erlangen.
Da unsere Gesellschaft eine grausame, ausbeuterische und kalte ist und ich eigentlich echt ein sozialer Mensch bin (abgesehen von gelegentlichen Isolationsphasen) kann es für mich nur ein Ziel geben: die Welt zu einer solchen machen, in der ich gerne leben möchte. Da dieses nun mal nicht so einfach zu erreichen ist, führt es direkt zum nächsten Punkt:
Des acids Philosophie
Nun, eigentlich möchte ich diesen Begriff mit Vorsicht betrachten. Bislang habe ich noch keine Eudaemonie ausformuliert, was ich als wichtigen Bestandteil einer solchen betrachten würde. Momentan kann man wohl meine Arbeiten zum Thema Informationsfreiheit als die Anfänge meiner Philosophie ansehen.
Eudaemonie ist aber ein zentraler Begriff in dem noch unspezifiziert dahinwabernden Raum meiner Philosophie. Die Zufriedenheit auch in starken Lebensstürmen bewahren und negative Emotionen erleben und gleich wieder gehen lassen, dies sind zentrale Punkte meiner Lebenseinstellung. Durch sie kann ich mir Ziele vornehmen und Arbeitsberge angehen, die alleine in einer Lebenszeit nicht zu erklimmen sind.
Geplant sind auch Arbeiten zum Zusammenleben von Menschen, außerdem möchte ich mit an Gedankengut für eine Gesellschaft nach der aktuellen arbeiten, da ich befürchte, dass der Zusammenbruch nicht mehr aufzuhalten ist.
“Wir müssen uns Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen” schrieb Albert Camus so schön. Und so versuche ich auf dem steinigen Weg möglichst zufrieden zu sein. Nuja, ich bin ja privilegiert, also ist der Weg lange nicht ganz so steinig wie bei vielen anderen.
Des acids Plan
Ich sehne mich nach einer Gesellschaft wie ich sie nie kennen lernen werde. Einer Gesellschaft in der es zum guten Ton gehört, möglichst offen und kooperativ zu sein. In der ein Großteil der Menschen sich von sich heraus so verhält, dass es keiner Unterdrückung zum friedlichen Zusammenleben bedarf. Mir geht es darum, einer Gesellschaft den Weg zu bahnen, in der Kooperation die vorherschende Maxime ist und nicht Unterdrückung wie in unserer jetzigen.
Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass uns all diese -ismen dabei mehr behindern als helfen. Ihnen allen wohnt der Gedanke inne, dass man Menschen bzw. ihre Gemeinschaften durch Druck von außen formen kann. Das stellt für die Bildung autoritärer Gesellschaftsstrukturen eine ausgiebig und erfolgreich angewandte Strategie dar. Jedoch kann es uns auf dem Weg hin zu meiner Utopie nicht helfen. Äußerer Druck formt zwar kurzfristig Gemeinschaften jedoch brauchen diese immer weiteren Druck um bestehen zu bleiben. Da hatte ich auch schon mal in deutlich verkopfter drüber geschrieben.
So’n bissl Geschichte habe ich aber auch mit genommen. Deshalb weiß ich, dass sich sich Veränderungen im allgemeinen echt langsam unter den Menschen verbreiten. Also liegt es konsequenterweise auf meinem Weg versuchen Positionen zu erarbeiten, im Diskurs weiter zu entwickeln, Ergebnisse aufzuarbeiten und natürlich dabei auch zu verbreiten. Insofern besteht mein aktueller Plan einfach aus drei Punkten: 1. überleben, 2. bilden, 3. diskutieren
Zugegeben, etwas unkonkret, aber wolltet ihr jetzt lesen, dass ich jetzt ersmal arbeite, bis ich meine Schulden los geworden bin. Dann noch ein bissl weiter arbeite, bis ich nen kleines Polster habe, um dann irgendwo weit weg in den Norden mit viel Natur und Interwebz zu ziehen und Bücher zu schreiben? Ne, oder? ;)
So, ich geh dann mal die Beschreibung von meinem Blog hier ändern und danach fange ich vielleicht noch mit dem Artikel an, den ich eigentlich schreiben wollte, als ich merkte, dass ich den Grundstein hier brauchte…
Blanke Fläche
25/10/11
Starre auf die blanke Fläche, Sinniere, wie ich sie breche, Informationen, kompakt & gut, In lockres lesbares Lesegut. Umkreis die imaginäre Beute, stell Fallen auf, Abschnitte, Stichpunkte, Sätze, Schritte, um se jetz zu fangen, heute! Fang zögerlich an & redigiere. Fahre klobig fort & reduziere, skeptisch das Werk betrachten, solltichs nicht mehr beachten? Seufze auf in Frustration. So scheiterts an Resignation. Die wohlüberlegten Gedanken, dicht an Schreibschranken.
Bodycount?!
29/07/10
Dieses Jahr war die letzte Loveparade. Was dabei geschehen ist, werdet ihr alle wohl schon wissen. Wirkt für mich ein wenig wie die Titanic, nur mit Ordnern & Platz, anstatt mit Rettungsboten, aber das wird die Zeit zeigen, wer dann am Ende die Schuld zugesprochen bekommt.
Sicher ist, es muss ein wirklich erschütterndes Erlebnis gewesen sein, in dem sich furchtbarste Szenen zugetragen haben. Dass die ganze Veranstaltung wohl nicht mehr viel mit Love, Peace & Harmony zu tun hatte, ist da nun wirklich nur noch bitterer Beigeschmack.
Das ganze lief natürlich auch durch meine Timelines in identi.ca & twitter und nach einer gefühlten Ewigkeit rotzte ich folgendes in die Welt:

Sicherlich, das hätte man auch weitaus schöner und respektvoller formulieren können. Nunja, Reaktionen folgten recht bald:

@acid23 ist übrigens mein Twitter-Account. Ich antwortete, auch wenn ich die Reaktion nicht ganz verstehen konnte:

Soweit, so gut. Meiner einer hat momentan echt noch viel zu viel damit zu tun, das Monsterprojekt technoload-beta fertig zu stellen und dabei nicht die anderen Kunden zu vernachlässigen, also kümmerte ich mich erst einmal darum. Irgendwann kam ich dann beim späteren Überfliegen meiner Timeline auf Enno’s grandiosen Post zum Debakel namens Eva Hermann. Dabei las ich folgenden Absatz:
Dazu mischte sich schnell ein zweiter Typus und begann mit dem Bodycount: Was das Betroffenheitsgerede solle, schließlich stürben täglich woanders viel mehr Menschen an Hunger und in Krisengebieten. Ja das ist wahr, ist aber gefährlich dicht an Dingen wie Hitler-Stalin-Vergleichen anhand der Opferzahlen. Leid soll hier relativiert werden, obwohl Leid und Mitgefühl etwas absolutes und vor allem subjektives sind. Eine solche Relativierung erlaubt nur zwei Reaktionen: Entweder sind die Tote der Loveparade egal, weil ständig irgendwo Menschen sterben, oder aber wir wir müssen ständig und permanent jedwedes Leid in der Welt betrauern – ein Ding der Unmöglichkeit.
Wohl geschrieben und dem kann man auch nur zustimmen.
Ich fragte mich, ob ich mich zu jenem Typus zählen sollte, @nerdcoreblog hatte das ja gemeint, konnte mich darin aber nicht wirklich nicht wieder finden. Mir ging & geht es nicht darum, Leid zu relativieren. Ich gehe da mit Enno konform, dass so etwas absolut und nicht meßbar ist. Ich denke auch, dass es nicht meßbar sein dürfte, bin mir da aber auch recht sicher, dass das gar nicht geht.
Was ich aber sehr wohl relativieren kann und möchte ist die Anzahl der Kurznachrichten zu einem Thema, die in meiner Timeline auftauchen und ich sehe da auch nichts schlimmes drinne. Und wenn die Timeline von einem Thema zuschmockt, dann kann man sich manchmal auch drüber aufregen. Auch wenn das größtenteils einfach wirklich tolle, menschliche & lesenswerte Mitleidsbekundungen sind. Das ist dumm und kurzsichtig aber leider auch allzu menschlich. Wahrscheinlich wär’s für mich einfach sinniger gewesen, einen Filter auf #Loveparade zu legen oder das Tweetdeck einfach zu zu machen.
Lesefutter, die vierzehnte
22/07/10
- Nach dem Google-Jahrzehnt kommt das Facebook-Jahrzehnt Neunetz schreibt ordentlich Denknahrung, die leider sinnig wirkt.
- Die Hooliganisierung der Gesellschaft noch ein Nachtrag zur WM aus der TP.
- Forderungen für ein Lebenswertes Netz vom CCC in Response zum Innenminister, gute Sache des.
- Zehn Thesen von Pavel fügt sich nahtlos in den Kontext ein.
- Deutschlands gefährlichste Straße Die Zeit mit einer erschreckenden Analyse zum Privatisierungssumpf.
Auf der Jagd
26/04/10
Mal ein anderer Text. Vielleicht ein Bruch in diesem Blog, vielleicht werde ich aber auch ein neues Blog aufmachen und dieses Blog wieder seiner ursprünglichen Bestimmung zurückführen, ich werde sehen,,,
Und so komme ich ein weiteres Mal zur Ruhe, versuche mich zu sammeln, zu begreifen, wer ich bin und wer ich sein will.
Aber es ist eine lauernde Ruhe, ein Moment des Nachtankens aus meinen scheinbar unerschöpflichen Kraftvorrat. Im nächsten günstigen Moment bin ich auch schon dabei mit all jener Kraft voran zu preschen, nur das aktuelle Ziel vor Augen.
Ich habe mich schon oft in einer Jagd verloren, alles andere, auch mich selbst, vollkommen selbstverständlich vollkommen ignoriert. Irgendwann ist dann die Hatz beendet oder uninteressant geworden. Dann wird das nächste ehrgeiz’ge Ziel vor’s Korn genommen und ich entflamme erneut im Fieber der Jagd.
Oder aber, und das kommt leider oft genug vor, ich verliere mich in dem Reiz von Neuem sowie neu Entdecktem. Doch es treibt mich weiter zu meinen Zielen und bald darauf empfinde ich Reue darüber, dass ich jetzt gerade nicht an diesem Zeit weiter arbeite oder über die ganzen anderen von mir oder anderen so empfunden Fehltritten in meinem Leben. Diese Reue kann lähmend wirken und mich sogar für Zeiträume in Lustlosigkeit & Selbsthass versinken lassen. Doch ich habe gelernt, ihr nicht viel Platz zu gewähren, denn sie ist zum einen fragwürdig und zum anderen kontraproduktiv.
Doch das war nicht immer so und es wurden mir gewisse Krücken gereicht, um mit mir und der Welt, in der ich Lebe, klar zu kommen. Mittel die mich angleichen, die mir halfen aus dem Ping-Pong meiner Gefühle auszubrechen, ihren Wellengang zu beruhigen, mir meiner selbst bewusst zu werden ohne mir dabei im Wege zu stehen. In gewisser Form ist man durch diese Krücken angeglichen & wäre diese Welt eine andere, dann wäre es wahrscheinlich auch nie so weit gekommen.
Denn es ist ja auch gut, dass ich so bin. Ein Quell von Ideen, ein Jäger des Wissens und erstaunlicherweise ein Vorbild für einige. Motivator, Zuhörer, Katalysator, Visionär und vieles mehr. Und doch, habe ich meine Bestimmung noch lange nicht erfüllt und fühle mich immer wieder entrückt, verzückt, entsetzt und verletzt von mir und meinen Mitmenschen. Ich will dieses Leben nicht missen und schätze die Erfahrungen, die ich machen durfte.
Und der Sinn von alle dem?
Der liegt in dem, dem ich ihm gebe. Ich benötige immer ein großes Ziel, auf welche ich zustreben will und wählte mir schon vor langer Zeit, das Ziel für mich in meiner Existenz. Aber man verliert es immer wieder mal gerne aus den Augen und kommt vom weg ab. Und so werde ich weiter nach Wissen & Erkenntnis jagen und solche Texte wie diesen bald mal in einem anderen Blog veröffentlichen ;)
acid
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