Acid anderswo
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22/04/12
Japp, und das gibt es von mir. Aber ich erzähl euch auch weshalb und wozu ich dieses ausspreche.
Und dann führe ich noch aus, warum das von mir blauäugig zu kurz gegriffen ist, da sind wa dann wieder bei meiner geliebten Zivilisationskritik.
Achja, nebenbei, immer mal wieder gehe ich dann noch darauf ein warum solche Menschenverachtende Arschgeigen in unserer Partei nichts zu suchen haben!
Erst einmal wozu…
Ich dulde keine Menschenverachtung. Präziser gesagt: es ist mir zutiefst zuwider, dass Menschen aufgrund irgendwelcher Merkmale, auf die sie keinen Einfluss haben, (ab)gewertet und vorsortiert werden. Da fallen dann unter vielem anderen Sexismus und Rassismus drunter. Mir ist klar, dass mensch im allgemeinen solche menschenverachtenden Einstellungen anerzogen bekommt. Das ist schlimm und deshalb versuche ich mich ja auch unter in Bewußtseinschaffenden Maßnahmen und Aufklärung. Aber den Sprung über die anerzogene Menschenverachtung schafften viele Menschen und deshalb dulde ich solche Menschenbilder nicht in meiner Gegenwart, wenn es sich irgendwie einrichten lässt. Und auf jeden Fall sorge ich dafür, dass solche Personen nicht für meine Gruppierung sprechen dürfen!
und dann weshalb.
Weil ich mich eindeutig und unmissverständlich positionieren muss1. Denn ansonsten werde ich auch zu dem großen Konturlosen Brei dazu gezählt der’s irgendwie nicht sehen (kann?) und/oder duldet. Weil es extrem wichtig ist deutliche Grenzen so früh wie möglich zu ziehen. Ich begrüße andere Meinungen, bin aber der Überzeugung das mensch nicht miteinander diskutieren kann, wenn grundlegende Axiom meines Weltbildes, wie z.B. dass alle Menschen gleich viel wert sind und gleich viel Berechtigung haben, nicht übereinstimmen. Weil ich andere Meinungen schätze, abwertende Menschenbilder allerdings verachte.
Und ich bin der Meinung, das solltet ihr auch so tun. Weil ihr nämlich ansonsten unterwandert werdet und von jenen, die diese menschenverachtenden Menschenbilder verbreiten und vorleben, eine Realität gezeigt bekommt die ich nicht tolerieren kann und obendrein den Prinzipien der Piratenpartei zutiefst widerspricht!
Deshalb hier und jederzeit wieder: Ein kategorisches “Nein” an alle Sexist*innen, Rassist*innen und all das andere menschenverachtende Volk!
Eigentlich wäre damit fast schon alles zu dem Thema gesagt. Zumindest um der aktuellen Debatte zu genüge zu tun. Allerdings wäre ich nicht ich, wenn ich nicht auch noch auf andere Aspekte einginge und auf meine eigene Unzulänglichkeit hinwiese, die mich geradezu anspringt.
Zum Abschluß noch etwas Perspektive.
Ich schreibe diese Zeilen auf Gerätschaften, die irgendwo weit weg von Firmen, die sich menschenverachtend verhalten, hergestellt wurde. Ich sitze dabei auf einem Stuhl über dessen Produktionsbedingungen ich glücklicherweise nichts ahne und schlürfe Tee der wahrscheinlich von armen gequälten Seelen in einer 14 Stunden Schicht gepflückt wurde. Wir sind die Jünger der Ausbeutung, das dürfen wir nicht vergessen. Ich weiß, dass ich nur meine Gegebenheiten nehmen kann und von diesen aus arbeiten kann, aber ich vergesse das große Bild nicht. Meine obigen Ausführungen wären nötig und trotzdem kurzsichtig, ohne diesen Absatz.
- Bourdieu lesen bildet da ungemein :3 ↩
Da läuft gerade eine Kampange für den Erhalt unserer Urheberrechte im Handelsblatt in dem 100 Künstler*innen1 sich für eben jene positionieren.
Mal abgesehen davon, dass es mal wieder eigentlich eine Debatte um die Verwerterrechte ist, wie tante so schön anmerkte und danach mit einem Zitat des famosen Banskys versehrte2, zeigt der Titel sehr schön das Paradoxon, welches ich in dieser Denkweise zu erkennen glaube.
“Mein Kopf gehört mir” deutet darauf hin, dass diese Menschen für sich die Kontrolle über ihre geistigen Produkte beanspruchen. Die Idee dahinter ist wohl, dass sie für ihre Arbeit entlohnt werden wollen3, die sie zur Erstellung dieser Produkte aufgewendet haben. Was mich daran immer wieder erstaunt ist die Bigotterie, die sich dabei abzeichnet. Meiner Meinung nach ist die primäre Entwicklungsform von menschlichem Wissen und Verhalten eben jenes, welches wir heute unter dem Begriff “Remix” kennen.
Es wäre auch ansonsten kaum möglich, dass ihr, die ihr gerade diesen Text liest, halbwegs parsen könntet, was ich eigentlich gerade sagen will, wenn wir nicht eine gemeinsame Basis hätten. Ein anderes Beispiel: Wir entnehmen ständig Verhaltensweisen von anderen, vor allen Dingen von jenen mit denen wir intensiven Kontakt haben. Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass mein gesamter Verstand ein großer Remix jener Denkweisen und Ansichten der Leute, die mich irgendwie bewegt haben, ist.
Wenn ich also “mein Kopf gehört mir” als Kampfansage für das bestehende Verwerterrecht und zur Etablierung von Maßnahmen zu dessem verzweifelten Erhalt benutze, dann ignoriere ich, dass ich unheimlich viele Informationen von anderen verwendet habe und behaupte ganz mein eigenes Produkt zu sein. Die Schlussfolgerung, dass nur ich dieses Produkt entwickeln könnte liegt von dieser Position aus ziemlich Nahe. Ich halte dieses für eine ziemlich unsinnige Betrachtungsweise.
Aber sicherlich war es unheimlich praktisch, denn dieses Verwerterrecht nimmt ja das Ergebnis einer langen Kette von Remixen und schiebt einen Riegel vor ihre weitere Verwendung dessen Öffnung immer schön Geld in die eigenen Kassen fließen lässt. Prinzipiell habe ich ja nichts dagegen, wenn Menschen einfach so Geld bekommen und finde, dass wir allen genug zur gesellschaftlichen Teilhabe geben sollten. Aber dieses Verwerterrecht ist kein Instrument zur Versorgung einzelner Künstler*innen, es ist ein Privileg von Medienkonzernen, wie zeitweise so schön ausgeführt hat.
Und unter anderem deshalb bin ich für eine Abschaffung dieser Verwerterrechte.
Ich habe übrigens einen sehr ähnlichen Gedankengang hier in Englisch ausgeführt.
Ich bin ein Alltagssexist. Ich schaue Frauen auf den Hintern und auf ihre Brüste. In der U-Bahn, im Supermarkt oder auch auf der Straße. Werbung mit leichtbekleideten Frauen darin finde ich gut. Wenn mich Frauen nach technischen Sachverhalten fragen, erkläre ich es ihnen anders, als wenn ein Mann mich fragt. Ich verändere das Niveau der Erklärung – nach unten.
Ich schaue beim Überholen von der lahmen Sau vor mir, ist doch bestimmt ne Frau! Wenn ich aus dem Bürofenster jemanden beim Einparken beobachte, der sich besonders kompliziert anstellt, erwarte ich, dass eine Frau aus dem dann parkenden Auto aussteigt. Und wenn ich ehrlich bin: es nervt mich. Und das jeden Tag immer wieder. Ich weiß, dass dieses Verhalten falsch ist. Um genau zu sein, ist es sexistisch. Es entwürdigt andere Menschen, die nicht meinem Geschlecht angehören. Es erklärt sie zu Objekten, raubt ihnen einen Teil ihres Menschseins.
Ich will das alles nicht vorleben, weil es prägt. Noch mehr, es verstärkt und bestätigt sich immer wieder selbst, will mich und andere in vorgegebene Förmchen packen. Förmchen, die nicht zu uns passen. Ich weiß das alles. Ich weiß das alles und dennoch finde ich mich immer wieder in diesem Förmchen. Ich versuche, mich nicht von ihnen formen zu lassen. Versuche auszubrechen, aufzuzeigen, aufzuklären. Es gelingt stellenweise, zeitweise, teilweise. Und dann, wenn ich nicht aufpasse, schnappt das Gummiband zurück und ich ertappe mich wieder dabei, in ihnen zu denken. In diesen Augenblicken schäme ich mich dafür. Vor mir und vor den anderen Geschlechtern.
Dann versuche ich mich zusammen zu reißen, noch besser aufzupassen, noch mehr an mir zu arbeiten. Aber für je zwei Schritte vor kommt gefühlt ein Schritt zurück. Und es wird mir dabei nichts einfach gemacht. Es ist so erschreckend einfach mit zu schwimmen. Ich wurde über die letzten 30 Jahre als Mann sozialisiert. Ich bin in einer sexistschen Umgebung aufgewachsen, ohne das wissen oder reflektieren zu können. Für meine Eltern und mein Umfeld waren die Vorurteile und kleinen Späße gegenüber anderen Geschlechtern kein Problem, wurden auch nicht thematisiert.
Heute weiß ich ob der diskriminierenden Handlungen und Aussagen, musste dieses Wissen aber erst in langen Gesprächen lernen. In langen Gesprächen, in denen mir die Opfer der kleinen Späße und der beleidigenden Äußerungen ihre Sicht, ihr Empfinden und ihre Rezeption dieses, meines Handelns erklärt haben. Es war nicht einfach, zuzuhören, nicht einfach, anzuerkennen, dass ich selbst der Unterdrücker war. Ich brauchte Zeit, zu verstehen, dass ich in dieser Gesellschaft bevorzugt behandelt werde. Ich glaubte, zu den Guten zu gehören und musste feststellen, dass ich trotzdem Schlechtes tat.
Zum ersten Mal mit meinem Handeln konfrontiert sah ich mich gar selbst in der Opferrolle – der Feminismus will mich diskriminieren! Die Beispiele sexistischen Handelns empfand ich als Bedrohung, als Herabsetzung meiner selbst. “So bin ich nicht!”
Heute weiß ich: Ich bin so.
Aber ich will so nicht bleiben. Ich arbeite daran, in langsamen Schritten. Es ist ein schwerer Weg, der sich aber lohnt zu gehen. Und während ich so diesen Weg gehe, sage ich mir, wer und was ich bin, damit ich nicht so bleibe: Ich bin @herrurbach und @acid23 und ich bin Alltagssexist. Ich arbeite daran.
(Ich hab diesen Text auf der Spakeria veröffentlicht. Kommentare bitte dort abgeben.)
oder: Warum eine gute Sache verdammt anstrengend wird.
Eine der zentralen Fragen unserer Zeit ist die des Konfliktes von Informationskontrolle vs. Informationsfreiheit. Man könnte darüber alleine schon einen Vortrag halten. Das ist aber nicht der Inhalt dieses Textes. Ich beschränke mich hier bei der Feststellung, dass ich mit Kristian Köhntopp übereinstimme, das es auf folgende Frage hinaus läuft:
Hier ist die Wahl. Sie ist die einzige Wahl. Sie ist digital, wie dasMedium, das die Wahl erzwingt:1. Kopieren hinnehmen.2. jede Kommunikation von Jedermann mit jedem anderen immer auf ihre Legalität hin untersuchen und filtern.Wenn Fall 2 nicht stattfindet, bildet sich sofort ein Overlay-Netzwerk und Fall 1 tritt ein.
Wir alle erleben gerade selbst, mehr oder weniger am eigenen Leibe, welche Grundrechte und Freiheiten die Verteidiger der Informationskontrolle zum Erhalt eben jener zu opfern bereit sind.
Dieses ist nicht hinnehmbar, weshalb ich mich entschieden auf die Seite der Informationsfreiheit stelle. Doch was bedeutet Informationsfreiheit für mich?
Geschichten von Wahrheit
01/12/10
Willkommen Kind, oh junge Brut.
Willkommen hier auf Erden,
willkommen hier im Sein.
Was soll nun aus dir werden?
Was wird dich wohl erfreu’n?
Was entünden deines Herzens Glut?
So gib fein acht und lerne!
Höre auf die Alten, die dir den Mensch erklären.
Denn lernen, musst du vieles.
Beizeiten, nicht nur Sprach & Gang.
Und auch nicht nur Mathe & Subtiles,
als Mensch braucht’s auch Ehr’ & Anstand.
Damit ihn seine eigenen Fehler nicht verzehren.
Das wichtigste ist Familie und Stand, das weiß jedes Kind!
In der Familie lässt sich’s vorzüglich leben,
umsorgt von Vater, Mutter & Verwandtschaft.
Im Sein gefestigt durch Glauben und Dogma.
An’s weltliche gebunden durch’s Paradigma,
lernst von uns wie braver Mensch was schafft,
denn nur so kann dein Leben was ergeben.
Sozial ist der Mensch und Gütig, wenn wohl behütet.
Doch achte auf dich selbst am meisten,
bist dir immerhin selbst am nächsten.
Und beachte stets, was du weiter gibst,
schau auch, dass dich kein anderer tritt.
Sollst deine Macht ja nicht vergeuden,
vielmehr an ihren Früchten erfreuen.
Fürsorglich geht die Welt zugrunde, sind’s doch solch Barabaren!
Und glaub bloß nicht das Geschwätz der Gutmenschen.
Und stell unser natürliches Verhalten nicht in Frage.
Und beachte stets was früher gelehrt worden ist.
Wie sie richten & agitieren über unsr Aller Lage.
Wie das Netz brüllet, wie es aufzeigt als sei’s in Rage.
Wie’s eindringlich redet über überleben durch bewegen.
Sprossen,,,
23/06/10
Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.
Immer schneller, immer weiter. Wir werden sie ewig hinauf steigen.
Wir achten nicht auf den Rand der Stiege, an dem die Pflanzen welken.
Achten nicht auf den ganzen Müll, der auf unseren Weg herunterfällt und sich in den Meeren sammelt.
Achten nicht darauf, wie unser schnell außer Sicht gebrannter Ausschuß die Flüße, Berge und Täler verseucht.
Wir sind zu sehr mit dem Aufstieg beschäftigt, um solcherlei Unfug anzuhängen, auf die warnenden zu achten.
Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.
Das haben schon alle Menschen so getan. Das kennen wir gar nicht anders.
Wir erzählen uns, die “Krone der Schöpfung” zu sein, die sich die Erde zu Untertan zu machen habe.
Erzählen uns, wir wären von Natur aus zu Neid und Gier gehalten, der Lust und dem Trieb verfallen.
Erzählen uns, wir könnten uns nicht ändern, während wir uns selbst ständig immer wieder neu definieren.
Wir sind gefangen in unseren Geschichten. Den Visionen und Träumen, die wir uns über uns selbst erzählen.
Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.
Denn auf dem Weg liegt Herrlichkeit, im ewigen Aufstieg die Freitreppe hinauf.
Wir vermeiden das kritische Denken. Hinterfragen ist nicht gern gesehn.
Vermeiden uns selbst was zu schenken. Werfen’s besser weg, wenn’s keiner mehr kauft.
Vermeiden an andre zu denken, den Blick auf’s Elend zu lenken oder uns für sie gar zu verrenken.
Wir wollen nichts neues bedenken, kein andren Weg einlenken. Der Vernunfts Stimme gilt’s zu vermeiden.
Wir steigen die hinauf die Sprossen.
Die Sprossen, gebaut aus unsren Knochen. Die Sprossen, wohlauf, das wird begossen! Die Sprossen,,,
Sprossen zum Wahn!
Betrachtungen der Nacht
14/06/10
Ich gehe nach Hause. Ganz natürlicherweise durch Seitenstraßen. Auf dem Weg drängt sich ein Satz an meine Ohren: “Das dauert ja noch eine Weile, bis wir Weltmeister sind,” Wir?
Ich biege ab, gehe auf eine Hauptstraße zu. Eine Gruppe betrunkener junger Erwachsener zieht auf dieser vorbei, Parolen skandierend. Einige in Fahnen gewickelt, andere solche schwenkend. Laut und deutlich rufen sie: “Wir sind Deutschland! Wir sind …”
Seid ihr das? Bin ich das etwa auch? Ist das nicht ein abstrakte Gebilde, dessen Souverän wir alle sein sollten, welches dazu dient sich von anderen, dem unseren ähnlichen, Gebilden abzugrenzen?
Aber wir sind ja wieder wer. Wiedervereint, wieder dabei im Kriegsspiel der Mächtigen, wieder eine wirtschaftlich bedeutende Nation, wieder Mal gelähmt durch einen ziellosen & planfreien Politikzirkus vor einem desinteressierten Publikum. Da kann man schon zur passenden Gelegenheit den Patriotismus wieder auf dem Schutzbunker lassen!
Denke ich mir, als ich die Hauptstraße kreuze und auf einen Tunnel zusteuere.
Denn, da wird kein Stürmer besungen, der die Tore machte, keine Abwehr bewundert, die die Vorarbeit leistete, kein Torwart geehrt, der die gegnerischen Torchancen zu nichte machte und kein Trainer geachtet, der das Profiteam so zusammenschweiste, dass es reibungslos arbeiten konnte.
Nein, des Pöbels Stimme verkündet eine andere Botschaft und das wird umso deutlicher, als ich eine andere Hauptstraße überquere und mein Blick, angelockt durch den Lärm, auf die Hauptkreuzung dieses größten Dorfes in unserem Lande gelenkt wird.
Saufen, johlen, kreischen, Fahnen schwenken, Deutschland rufen. Anschließend, oder auch während dessen, mit dem Auto viel zu schnell durch die Straßen jagen und das restliche Volk hupend informieren, damit es auch der letzte mit bekomme.
Die Polizei steht daneben, bemüht, einen Teil des Verkehrsflusses zu gewährleisten und ja nicht zu genau bei den ausgelassen Feiernden hin zu schauen. Unsere Ordnungshüter, die einen Abends um 9 auf den Paderwiesen aufsuchen, weil man mit zwei Didgeridoos die Ruhe neben der befahrenen Hauptverkehrsstraße stören könnte, gewähren den biederen, angepassten jungen Leuten um Mitternacht vor einen Arbeitstag auf der Straße zu feiern.
Denk ich an Deutschland in der Nacht…
In anderen Welten
09/02/10
Ich war heute beim Aktionstag – “Sicherheit im Netz”. Also eigentlich bin ich da nur hin, weil eine Bekannte aus dem C3PB fragte, ob wer mitkommen möchte und das nicht uninteressant klang. Nun ja, wir kamen leicht verspätet an und waren auch schon direkt im ersten Vortrag.
Dieser war von Regine Pfeiffer und befasste sich größtenteils mit “Abzocke”, also dem üblichen Konzept von Browsergames. Dazu streute sie noch ein paar “Gewaltszenen” aus GTA4 ein. Was mich an diesem Vortrag am meisten störte, war neben dem unstrukturierten durch-Mindmaps-geklicke ihre unwissenschaftliche Vortragsart. Schon hart genug, wenn man Trolle aus Foren zur Unterstützung seiner Standpunkte oder als Beleg aufführt, dass sie Wikipedia als Quelle referenziert sei ihr von mir aus auch noch gestattet. Die “Gewaltszenen”, wie auch alle Spieleszenen in ihrem Vortrag und dem späteren Workshop dröhnten auf maximaler Lautstärke über die Boxen (und verschluckten wohl auch ein oder zwei Halbsätze von ihr). Aber ich dachte mir die ganze Zeit: “Und wo ist jetzt dein Punkt?”
Sie zeigte wohl ein paar Extremfälle und zog dann noch ein bisschen über ein ausgezeichnetes Browsergame her, aber eine Betrachtung, wie das ganze funktioniert, weshalb das ganze den so verwerflich wäre, was man dagegen tun könnte oder auch nur, weshalb die Leute überhaupt Browsergames spielen fehlte völlig. Die “Gewaltszenen” wurden fast ohne Kommentar vorgestellt.
Anschließend war dann Dr. Sonja Ganguin an der Reihe. In einem gut strukturierten Vortrag erzählte sie von ihrer Arbeit beim Bundesspielepreis und von “SeriousGames”. Sie griff dazu auch auf einen Arte-Beitrag zurück (wahrscheinlich war der Laptop von Frau Pfeiffer deshalb so laut eingestellt gewesen, auf dem hielt sie nämlich den Vortrag), aber ansonsten machte sie einen sehr kompetenten Eindruck und zeichnete auch ein wesentlich reflektierteres Bild von Computerspielen. Sie ging sogar darauf ein, dass es Bestrebungen gibt, Computerspiele als Kunst anzuerkennen und zeigte auch die Widerstände dazu auf, die sich in Form einer Erklärung gebildet hatten. Lustigerweise hatte Frau Pfeiffer diese auch unterzeichnet, rief dann aber auch prompt durch den Raum, dass sie sich öffentlich wieder von dieser Erklärung distanziert hatte.
Nach der Pause entschied ich mich dann spontan, dem “Workshop” von Frau Pfeiffer beizuwohnen, irgendwie war mir mal wieder nach einer ordentlichen Diskussion. Allerdings kam diese nicht wirklich auf, denn sie zeigte nur wieder ein paar Gewaltszenen ohne etwas dazu sagen und hielt anschließend einen Vortrag über die Gründe der Sucht von WoW. Das war sogar mal ganz sinnig, was sie da so von sich gab. Aber ich wollte ihr auch nicht die Genugtuung geben, ein bisschen von dem zu erzählen, was ich so von Freunden aus der Spieleszene1 mit bekommen hatte.
Als sie dann damit fertig war, wollte sie dann aber doch noch eine kleine Diskussion entfachen und ich ging noch einmal auf die Gewaltfrage ein. Allerdings war ihr da irgendwie nicht beizukommen. Sie wiegelte meine Einwände mit “da existieren Studien drüber” und “Counterstrike ist ja auch gar nicht so schlimm, ich weiß gar nicht, warum das immer in der Diskussion vor kommt”2 ab und suchte dann eher das Gespräch mit den älteren Zuhörern.
Alles im Allem hatte ich den Eindruck, dass auf dieser Veranstaltung die Mitglieder eines anderen Medienzeitalters versuchten, die Welt ihrer Zöglinge und Kinder zu verstehen. Wir haben uns die zweite Workshopschiene nicht angetan, aber ich bin mir recht sicher, dass dort auch nicht größere Einsichten kamen. Was mich bei dem Titel das Aktionstages am meisten stört, ist, dass auf das Netz und seine Natur gar nicht eingegangen wurde und sich beide Einführungsvorträge nur mit Spielen beschäftigten. Medienkompetenz wurde immer mal wieder als Stichwort angeführt, was genau sich aber dahinter verbergen sollte, oder wie man diese erzeugen könnte, wurde nicht ausgeführt.
Es wäre eigentlich ganz sinnig, wenn man mal eine Stiftung oder einen Verein hätte, der gerade auf solchen Veranstaltungen mal ein bisschen vermitteln könnte, was den das Netz ist. Aber eigentlich hätten sie ja in Bielefeld mit dem FoeBud genau so etwas direkt in der Stadt. Nur, dass die den Veranstaltern eventuell etwas zu politisch sein könnten ;)
Jünger der Ausbeutung
19/01/10
Was leben wir doch in herrlichen Zeiten!
Alle leben friedlich miteinander, keiner muss Hungern. Wir alle können im Supermarkt den letzten Fraß für ganz wenig Geld erwerben. Und jeder, der arbeiten will, kann auch arbeiten, um sich etwas von dem glückspendenden virtuellen Gut zu erwerben. Jener übergroßen & bunten Mohrrübe an einer Angel, die wir Esel ständig erreichen wollen während wir uns vor dem Karren spannen lassen, der sich hierzulande “soziale Marktwirtschaft” schimpft.
Der Begriff an sich ist schon abenteuerlich genug. “Soziale Marktwirtschaft” ist ungefähr so sinnvoll wie “Hyänen mit Anstand”1 oder “Raubmörder mit Herz”. Abgesehen davon ist er nun wirklich nicht mehr aktuell. Die Tage keynsianistischer Wirtschaftspolitik sind ja in diesem Lande nunmehr seit über 3 Dekaden gezählt. Jedoch, wir sehen uns halt gerne als die guten an, die in der bestmöglichen Gesellschaftsform Leben und Glück und Frieden auf der Welt verbreiten.
An unseren Händen klebt Blut. Aber wir sehen es nicht. Wir sehen nicht die kleinen Kinderhände, die den Kakao für unsere günstige Schokolade aus dem Supermarkt pflücken, während sie im pestizidverseuchten Wasser waten. Wir sehen nicht die kleinen Kinderhände, die unsere Schuhe, Kleidung und Sportgeräte nähen. Wir sehen nicht die schweißbedeckten und überarbeiteten Männer, die die grüne Lungen unseres Planeten für unseren Luxus abholzen oder unsere Meere leer fischen. Nein, das tun wir nicht, denn wir wollen es nicht sehen.
Die Römer hatten zu mindest noch die Eier in der Hose, einem Sklaven zu sagen, dass er keine Rechte hatte. Wir lassen unsere Sklaven einfach so weit entfernt halten, dass wir es nicht mehr gezeigt bekommen müssen. Das wurde bei uns eh schon genug geübt, dass nicht zeigen. So viel, dass wir schon seit Jahren Kriege gegen die ärmsten Länder der Welt führen und uns dabei auch noch einreden, wir wären die Guten!
Doch was wir im Großen mit der ganzen Welt machen, zieht sich auch bei uns durch alles. Die, die nur den Rest der Menschheit dadurch ausbeuten können, dass sie total billiges Zeug kaufen, arbeiten dadurch dem Reichtum derer zu, die schon viel zu viel davon haben. Nicht, dass sie da groß eine Wahl zu hätten, die meisten zwingen die Umstände dazu und sie haben auch meist gar keine Ahnung wo die Produkte aus dem Supermark her kommen oder es interessiert sie auch einfach nicht. Der aussterbende Mittelstand schaut neidisch dabei zu und bemüht sich eifrig darum, auch seinen Teil vom Kuchen abzubekommen.
Nur läuft das hier nicht ganz so offensichtlich, als dass es Hans Dampf von der Straße, der sich jede Abend seine kleine Portion Wahrheit von der Meinungsmaschinerie aus den alten Medien abholt, kapieren könnte. Hier bekommt er seine Skandale und Kataströpchen gezeigt, über die er sich schön brav aufregen kann und die gerade angesagte Geissel der Menschheit, welche unsere aller Untergang ankünden könnte, präsentiert.
Aber eines ist allen dabei klar. Eigentlich ist das alles ja egal. Denn der “Fortschritt” wird immer weiter gehen, das Wachstum, diese uns alle vereinende Götze, wird immer weiter fort schreiten. Nichts wird uns in unserer wahnwitzigen Herrschaft über die “Natur” aufhalten können.
Aber das alles darf man ja nicht in Frage stellen. Es ist ja allgemein bekannt, das Fortschritt was tolles ist und wir ewig wachsen müssen.
Da lassen wir uns auch nicht von so profanen Fakten abhalten. Wie zum Beispiel, dass die Ressourcen auf diesem Klumpen Erde im All endlich sind. Oder, dass wir unseren eigenen Lebensraum, und natürlich auch den vieler anderer Lebewesen, verpesten und vernichten. Wenn da so ein paar ideologisch verblendete Spinner her kommen, und was davon erzählen wollen, dann schickt man halt die Wissenschaftler aus ihren gut staffierten Instituten in die Medien, die dann alles relativieren, so schlimm ist das nämlich alles gar nicht.
“Geht wieder nach Hause Leute und konsumiert brav weiter. Es gibt hier keine Menschheit auf dem Irrweg zu sehen. Los, geht wieder nach Hause Leute. Unsere Zivilisation ist toll und wird es auch immer bleiben.”
Jetzt werdet ihr Leser euch eventuell fragen, was man dagegen tun kann. Und dass man ja schon soo viel tut. Und ich will euch ja auch gar nicht angreifen und sagen, dass ihr das nicht tun würdet. Aber wir müssen uns und unseren Mitmenschen klar machen, worin die große arrogante Dummheit unserer Spezies liegt, die zu all diesem Übel führt.
Wir befinden uns auf einem gefährlichen Irrweg. Das Gedankengut unserer “Zivilisation” ist tief in uns verwurzelt. Wie sollte es auch anders sein? Wir Menschen werden ja durch die uns überlieferten Geschichten und Gedanken geprägt. Es ist an der Zeit unseren Blick auf die Welt von den Mythen der letzten Jahrtausende zu lösen. Es gibt keine von uns getrennte Natur. Wir Menschen sind lediglich eine der vielen Tierspezies auf diesem wunderschönen Erdball und ein Teil des Ökosystems, zu dem wir beitragen und von dem wir abhängen.
Ich sage nicht, dass wir uns von der Technik abwenden sollen. Es gibt ja wahrlich wundervolle Errungenschaften, die wir uns dank ihrer erschaffen konnten. Nicht zuletzt so etwas wie das Netz und die ihm zugrunde liegende Technik. Aber wir werden uns wirklich endlich und umfassend mal damit beschäftigen müssen, wie wir gerade leben.
Denn, im Endeffekt wollen alle Tiere auf diesen Erdball eines: In Erfüllung und Zufriedenheit leben. Die mehr Instinktgesteuerten Arten haben den Luxus, dass sich dies recht einfach bewerkstelligen lässt. Der Preis unserer Spezialisierung auf unseren Denkapparat bringt die Bürde mit sich, dass wir darüber nachdenken, reflektieren und kommunizieren müssen.
Fest steht, dass der Großteil der Menschen unzufrieden ist, und das durchaus zu Recht, aber nicht sehen kann oder sehen will, worin unser Problem liegt. Die einen, weil sie von übermächtigen Kräften ausgebeutet werden, die anderen, weil sie in einer kalten, unmenschlichen Gesellschaft existieren müssen. Die wenigen, die Zufriedenheit erlangen konnten, müssen sehr viel Kraft dafür aufwenden, sich gegen das Leid um sie herum zu stärken, um nicht daran zu Grunde zu gehen.
Und die, die ganz oben am Ende der Ausbeutungskette stehen? Ich weiß es nicht genau. Aber hey, wir sind Herdentiere. Wenn es der ganzen Herde beschissen geht, wie kann es da den einzelnen Tieren gut gehen?
- Man verzeihe mir, dass ich dieses Stilmittel nutze und diesen Tieren menschliche Eigenschaften verleihe ↩
Das Leben, mein Kind
27/12/09
Ich hab immer noch zu viel um die Ohren, arbeite meist zu lange und bin dann zu ausgebrannt, um noch viel zu schreiben. Aber folgenden Text fand ich gestern beim bergen einer alten Festplatte. Es ist ein Post von vor ein paar Jahren aus einem alten Stammforum von mir, weiß leider nicht mehr genau, wer es gepostet hatte. Ich habe den Text so gelassen, wie ich ihn gesichert hatte, und nur die Rechtschreibung korrigiert (was ich so auf den ersten Blick gesehen habe ;) ). Viel Vergnügen beim Lesen, er passt zur Jahreszeit und ist wunderschön zu lesen.
Älteres »
Die Schlange ist unglaublich lang.ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. und die Schlange geht schon durch den halben riesenladen.verdammt!!!das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. verloren, wuerd ich sagen. vor mir steht ein altes omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.“kkasuhf jsuuhf ajytnnj?” ich gucke doof. “Jag inte talar swenska”,der gut trainierte Satz. sie guckt mcih an, lächelt und fragt auf englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. ich gucke verdutzt, aber, cih bin ja hier in Schweden, hier ist alles besser, alte damen sprechen Englisch, und ich behjahe froh. “Are you from England?” “no, I*m from Tyskland”. “Oh!!! Deutschland!! wie schön! ” “Sie sprechen deutsch!” jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! “Mein Mann war Deutscher. ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum arbeiten. die brauchen ja Qualifizierte Leute aus Schweden.”Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer Leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen Hessischem akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im laufe unseres Gespräches wird es besser.“Ernst war aus Frankfurt, aber das war ihm zu gross. ich ahbe ihn kennengelernt, da war ich 16. in Kassel, da war er 22. das war im Krieg. wir haben geheiratet.er hat sich in Schweden verliebt, wir waren hier mal im Urlaub, bei meinen Eltern. nach dem Krieg wollten wir hierher kommen.nach Kalmar. ich bin hier geboren, in småland, ja. und es war Herbst, fast wie jetzt. 40 war das. er hatte eine Spediton. und dann hat er den ersten Politischen rausgebracht. und danach noch einen. und noch einen. Juden, ganze Familien. nie ist er erwischt worden, aber ich hatte Angst. weisst du was das ist, Kind, Angst zu haben? so richtig? Oh, das war schlimm. die Angst war das Schlimsmte. ich war ja ncoh so jung. und geliebt habe ich ihn den Ernst.Ich mag die Deutschen. nciht alle, aber viele Schweden sagen die Deutschen seien Nazis. das stimmt nicht, es gibt auch gute Deutsche. mein Ernst war gut. ein guter Mensch. zu gut. 44 Haben sie ihn geschnappt.Die Nazis.Ich ahbe ihn gefragt, als er nochnicht im KZ war, oder wo imer sie ihn hingebracht haben, Ernst, habe ich ihn gefragt, Warum amchst du das? du setzt doch dein Leben aufs Spiel, und meins gleich mit.Weil ich die Deutschen liebe, weil ich unsere Kultur liebe, hat er gesagt. weil diese Babaren, diese braunen Schweine unser Land zerstören. alle Kultur. alles gute. Alles ist nur ncoh Hass. und es muss einen geben der was dagegen amcht. Ja, so war er. er war zu gut fuer diese Welt, und ich bin zurueck nach Schweden, und einmal im Monat war er bei mir und hat die Juden und die Politischen hergebracht. ich weiss nciht wie.er hat es gemacht.Manchmal, mein Kind, da denke ich, oh, da denke ich, hätte er das doch nciht gemacht, das sind kurze augenblicke, warum gerade ich, weisst du, aber dann schäme ich mich, denke an all die menschen die er gerettet hat, darf man Leben gegen Leben aufrechenen denke ich dann, aber ich tue es dann,. weil es ein bisschen hilft, er ist fuer seine sache gestorben, und er hat sovielen geholfen.Seinen Bruder den haben sie auch umgebracht. der hat nciht aufgepasst. der war ein guter Mensch. Peter. 2 Jahre juenger als der Ernst war er, und er liebte Männer. das war ja damals eine Krankheit.verstanden habe ich das nie. es ist ja nichts perverses, er liebte ja keine kleinen jungen sondern richtige Männer. oh, -Sie kichert leisde- ein paar von denen hätten mir auch gefallen, und dann haben sie ihn gekrigt und vergast, die nazis.Ich hatte all diese Träume, mein Kind, als ich so jung war wie du. wie alt bist du? ja… so jung war ich auch mal. glaubst* du*s? und was habe ich gedacht, was wuerde ich machen mit meinem Leben, mein gott, kindchen.Ach, Gott, der… ich habe ja gedach das er da irgendwo rumschwirrt. aber wer gesehen hat was ich gesehen habe, mein kind, als Rotkreutsschwester, im Krieg, und wer soviele sterben gesehen hat, und wer seinen mann verloren hat wie ich, der hat keinen Gott mehr, der findet im Gebet kein Trost mehr.Gott ist was privates. ich habe keinen. du?na, hätte ich auch nicht gedacht.Nein, mein Kind, und dann fange ich an zu reisen, wenn der Krieg zu Ende war, cih habe den Hof verkauft, was sollte ich damit, meine juengere Schwester habe ich gut verheiratet, sie ist aber auchschon tot. geblieben bin nur ich. in meiner kleinen wohnung. und ich bin voller erinnerungen.ich war an vielen Orten. cih hatte ja das Geld.Vor 4 Jahren war ich wieder in Kassel. es hat sich verändert. warst du schonmal in Kassel?oh ja. und der Herkules.Oh, ich mag es deutsch zu sprechen, ich hätte nicht gedacht dass ich ncohmal deutsch sprechen könnte.es ist eine so schöne sprache, viel besser als das schwedische. auch wenn schweden schöner ist. was meinst du?.bis hier habe ich ihr ihre einkäufe anch hause getragen,und von ihr die obligatorischen zimtschnecken serviert bekommen, habe ihren worten gelauscht und ab und zu etwas gesagt.ich ahbe meine kommentare nciht mit aufgeschrieben weil die nciht relevant sind.ich hoffe das gehört hier her, wenn nciht bitte verschieben /löschen. ich finde es nur intressant, die ansichten einer alten schwedin.Alles Liebe RolfkaDie Schlange ist unglaublich lang.
Ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. Und die Schlange geht schon durch den halben riesigen Laden.
Verdammt!!!
Das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. Verloren, würd ich sagen. Vor mir steht ein altes Omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.
“kkasuhf jsuuhf ajytnnj?” ich gucke doof. “Jag inte talar swenska”,
Der gut trainierte Satz. sie guckt mich an, lächelt und fragt auf Englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. Ich gucke verdutzt, aber, ich bin ja hier in Schweden. Hier ist alles besser, alte Damen sprechen Englisch, und ich bejahe froh. “Are you from England?” “No, I’m from Tyskland.” “Oh!!! Deutschland!! wie schön! Sie sprechen Deutsch!” Jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! “Mein Mann war Deutscher. Ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum Arbeiten. Die brauchen ja qualifizierte Leute aus Schweden.”
Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen hessischem Akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im Laufe unseres Gespräches wird es besser.
