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    Geschriebenes

    Japp, und das gibt es von mir. Aber ich erzähl euch auch weshalb und wozu ich dieses ausspreche.
    Und dann führe ich noch aus, warum das von mir blauäugig zu kurz gegriffen ist, da sind wa dann wieder bei meiner geliebten Zivilisationtskritik.
    Achja, nebenbei, immer mal wieder gehe ich dann noch darauf ein warum solche Menschenverachtende Arschgeigen in unserer Partei nichts zu suchen haben!

    Erst einmal wozu…

    Ich dulde keine Menschenverachtung. Präziser gesagt: es ist mir zutiefst zuwider, dass Menschen aufgrund irgendwelcher Merkmale, auf die sie keinen Einfluss haben, (ab)gewertet und vorsortiert werden. Da fallen dann unter vielem anderen Sexismus und Rassismus drunter.  Mir ist klar, dass mensch im allgemeinen solche menschenverachtenden Einstellungen anerzogen bekommt. Das ist schlimm und deshalb versuche ich mich ja auch unter in Bewußtseinschaffenden Maßnahmen und Aufklärung. Aber den Sprung über die anerzogene Menschenverachtung schafften viele Menschen und deshalb dulde ich solche Menschenbilder nicht in meiner Gegenwart, wenn es sich irgendwie einrichten lässt. Und auf jeden Fall sorge ich dafür, dass solche Personen nicht für meine Gruppierung sprechen dürfen!

     

    und dann weshalb.

    Weil ich mich eindeutig und unmissverständlich positionieren muss1. Denn ansonsten werde ich auch zu dem großen Konturlosen Brei dazu gezählt der’s irgendwie nicht sehen (kann?) und/oder duldet. Weil es extrem wichtig ist deutliche Grenzen so früh wie möglich zu ziehen. Ich begrüße andere Meinungen, bin aber der Überzeugung das mensch nicht miteinander diskutieren kann, wenn grundlegende Axiom meines Weltbildes, wie z.B. dass alle Menschen gleich viel wert sind und gleich viel Berechtigung haben, nicht übereinstimmen. Weil ich andere Meinungen schätze, abwertende Menschenbilder allerdings verachte.

    Und ich bin der Meinung, das solltet ihr auch so tun. Weil ihr nämlich ansonsten unterwandert werdet und von jenen, die diese menschenverachtenden Menschenbilder verbreiten und vorleben, eine Realität gezeigt bekommt die ich nicht tolerieren kann und obendrein den Prinzipien der Piratenpartei zutiefst widerspricht!

    Deshalb hier und jederzeit wieder: Ein kategorisches “Nein” an alle Sexist*innen, Rassist*innen und all das andere menschenverachtende Volk!

    Eigentlich wäre damit fast schon alles zu dem Thema gesagt. Zumindest um der aktuellen Debatte zu genüge zu tun. Allerdings wäre ich nicht ich, wenn ich nicht auch noch auf andere Aspekte einginge und auf meine eigene Unzulänglichkeit hinwiese, die mich geradezu anspringt.

    Zum Abschluß noch etwas Perspektive.

    Ich schreibe diese Zeilen auf Gerätschaften, die irgendwo weit weg von Firmen, die sich menschenverachtend verhalten, hergestellt wurde. Ich sitze dabei auf einem Stuhl über dessen Produktionsbedingungen ich glücklicherweise nichts ahne und schlürfe Tee der wahrscheinlich von armen gequälten Seelen in einer 14 Stunden Schicht gepflückt wurde. Wir sind die Jünger der Ausbeutung, das dürfen wir nicht vergessen. Ich weiß, dass ich nur meine Gegebenheiten nehmen kann und von diesen aus arbeiten kann, aber ich vergesse das große Bild nicht. Meine obigen Ausführungen wären nötig und trotzdem kurzsichtig, ohne diesen Absatz.

    1. Bourdieu lesen bildet da ungemein :3

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    Liebe Leute,

    jetzt machen wir das mit der Politik schon ein paar Tage und ich bin echt stolz auf das, was die Bewegung bewegt hat. Jedoch gibt es da was, das mir immer mehr auf den politischen Magen schlägt und das ist die Diskussions”kultur”. Weshalb? Ich versuch’s mal an nem aktuellen Beispiel zu erläutern.

    Da melden sich gerade Leute für den BuVo der Piratenpartei, die mensch noch nie in der Partei gesehen hat und es wird sich gefragt “wieso bewerben sich so machtgeile Typen bei uns?”. Irgendwelche Leute, die in anderen Parteien erfolglos waren und bei uns anscheinend nochmal ihr Glück versuchen. Und ich frage mich, warum sich die guten Leute, die ich in der Piratenpartei kenne nicht bewerben und kenne die Antwort doch schon längst.
    Zum einen machen die fast alle schon irgendwas, zum anderen kennen sie den Terz um den BuVo schon zu gut vom zuschauen. Welcher Mensch mag den schon freiwillig alle Freizeit opfern, um dann für jeden Schritt angegriffen zu werden, während immer noch nebenbei geklärt werden muss, wie was zu beißen auf den Tisch kommt?

    Es hat sich eine Kultur der unkonstruktiven Kritik entwickelt. Da wird munter drauf los gebashed und unser täglich Gate kommt auf Twitter. Da wird versucht Fronten zu ziehen und Stimmung zu machen und wir verlieren von Tag zu Tag mehr von dem, was uns ausmachen sollte. Das geht ganz einfach schnell und bequem mal nebenbei. Mir kommt’s fast so vor, als würd sich so manche_r denken “was schadet’s denn, dann lass ich halt mal Dampf ab. Tun die anderen doch auch!”
    Aber dies hier ist das Internet, da werden Emotionen in ungeahnter Art und Weise verstärkt. Und genau das ist die Gefahr. Ihr erinnert euch vielleicht, wir wollten die Dinge anders angehen. So mit mehr Transparenz und Basisdemokratie.

    Das mit der Transparenz kann aber nur funktionieren, wenn wir uns alle auch dementsprechend verhalten (wollen)!

    Transparenz kann nur funktionieren, wenn wir den transparent agierenden Menschen auch gewähren, dass sie Fehler machen. Sie kann nur funktionieren, wenn wir auch verzeihen können und nicht jedes Wort schlechtmöglichst auslegen. Wie sollen den Experimente gemacht oder laut nachgedacht werden, wenn aller Output umgehend argwöhnig kritisiert wird? Wenn wir nicht die Freiheit einräumen Fehler zu machen, wenn Kommunikationskanäle  von plumpen Zorn zu gespammed werden, zwingen wir diejenigen in der Kritik dazu, möglichst wenig Angriffsfläche zu bieten. Also zu genau diesen aalglatten unerreichbaren Politikern zu werden, die wir alle nicht mehr wollen. Weil das die einzigen sind, die sich so etwas freiwillig antun.
    Klar, in den nächsten Jahren werden da noch einige Idealisten bei sein, wie z.B. Lauer, Urbach oder meine Wenigkeit. Aber, wenn wir alle uns nicht anders verhalten lernen, sind die in ein paar Jahrzehnten verschwunden. Schaut euch einfach mal an, wie die Grünen anfingen und was aus ihnen geworden ist.

    Eine offenere Politik, wie wir sie uns wünschen, fordert von allen Beteiligten verantwortungsbewusstes Handeln ab. Nicht nur unser eigenes Verhalten ist wichtig, auch welches Verhalten in unserer Umgebung wir durch Tolerierung billigen. Deshalb möchte ich uns alle bitten: lasst uns nicht nur Dinge ändern, lasst uns uns selbst verändern!

    Wir brauchen alle unsere Kraft für den Freiheitskampf der nächsten Jahrzehnte, lasst uns diese aus Kooperation schöpfen.

     

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    Ich gehe nach Hause. Ganz natürlicherweise durch Seitenstraßen. Auf dem Weg drängt sich ein Satz an meine Ohren: “Das dauert ja noch eine Weile, bis wir Weltmeister sind,” Wir?

    Ich biege ab, gehe auf eine Hauptstraße zu. Eine Gruppe betrunkener junger Erwachsener zieht auf dieser vorbei, Parolen skandierend. Einige in Fahnen gewickelt, andere solche schwenkend. Laut und deutlich rufen sie: “Wir sind Deutschland! Wir sind …”

    Seid ihr das? Bin ich das etwa auch? Ist das nicht ein abstrakte Gebilde, dessen Souverän wir alle sein sollten, welches dazu dient sich von anderen, dem unseren ähnlichen, Gebilden abzugrenzen?

    Aber wir sind ja wieder wer. Wiedervereint, wieder dabei im Kriegsspiel der Mächtigen, wieder eine wirtschaftlich bedeutende Nation, wieder Mal gelähmt durch einen ziellosen & planfreien Politikzirkus vor einem desinteressierten Publikum. Da kann man schon zur passenden Gelegenheit den Patriotismus wieder auf dem Schutzbunker lassen!
    Denke ich mir, als ich die Hauptstraße kreuze und auf einen Tunnel zusteuere.

    Denn, da wird kein Stürmer besungen, der die Tore machte, keine Abwehr bewundert, die die Vorarbeit leistete, kein Torwart geehrt, der die gegnerischen Torchancen zu nichte machte und kein Trainer geachtet, der das Profiteam so zusammenschweiste, dass es reibungslos arbeiten konnte.

    Nein, des Pöbels Stimme verkündet eine andere Botschaft und das wird umso deutlicher, als ich eine andere Hauptstraße überquere und mein Blick, angelockt durch den Lärm, auf die Hauptkreuzung dieses größten Dorfes in unserem Lande gelenkt wird.

    Saufen, johlen, kreischen, Fahnen schwenken, Deutschland rufen. Anschließend, oder auch während dessen, mit dem Auto viel zu schnell durch die Straßen jagen und das restliche Volk hupend informieren, damit es auch der letzte mit bekomme.

    Die Polizei steht daneben, bemüht, einen Teil des Verkehrsflusses zu gewährleisten und ja nicht zu genau bei den ausgelassen Feiernden hin zu schauen. Unsere Ordnungshüter, die einen Abends um 9 auf den Paderwiesen aufsuchen, weil man mit zwei Didgeridoos die Ruhe neben der befahrenen Hauptverkehrsstraße stören könnte, gewähren den biederen, angepassten jungen Leuten um Mitternacht vor einen Arbeitstag auf der Straße zu feiern.

    Denk ich an Deutschland in der Nacht…

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    Ich hab immer noch zu viel um die Ohren, arbeite meist zu lange und bin dann zu ausgebrannt, um noch viel zu schreiben. Aber folgenden Text fand ich gestern beim  bergen einer alten Festplatte. Es ist ein Post von vor ein paar Jahren aus einem alten Stammforum von mir, weiß leider nicht mehr genau, wer es gepostet hatte. Ich habe den Text so gelassen, wie ich ihn gesichert hatte, und nur die Rechtschreibung korrigiert (was ich so auf den ersten Blick gesehen habe ;) ). Viel Vergnügen beim Lesen, er passt  zur Jahreszeit und ist wunderschön zu lesen.

    Die Schlange ist unglaublich lang.
    ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. und die Schlange geht schon durch den halben riesenladen.
    verdammt!!!
    das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. verloren, wuerd ich sagen. vor mir steht ein altes omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.
    “kkasuhf jsuuhf ajytnnj?” ich gucke doof. “Jag inte talar swenska”,
    der gut trainierte Satz. sie guckt mcih an, lächelt und fragt auf englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. ich gucke verdutzt, aber, cih bin ja hier in Schweden, hier ist alles besser, alte damen sprechen Englisch, und ich behjahe froh. “Are you from England?” “no, I*m from Tyskland”. “Oh!!! Deutschland!! wie schön! ” “Sie sprechen deutsch!” jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! “Mein Mann war Deutscher. ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum arbeiten. die brauchen ja Qualifizierte Leute aus Schweden.”
    Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer Leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen Hessischem akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im laufe unseres Gespräches wird es besser.
    “Ernst war aus Frankfurt, aber das war ihm zu gross. ich ahbe ihn kennengelernt, da war ich 16. in Kassel, da war er 22. das war im Krieg. wir haben geheiratet.
    er hat sich in Schweden verliebt, wir waren hier mal im Urlaub, bei meinen Eltern. nach dem Krieg wollten wir hierher kommen.
    nach Kalmar. ich bin hier geboren, in småland, ja. und es war Herbst, fast wie jetzt. 40 war das. er hatte eine Spediton. und dann hat er den ersten Politischen rausgebracht. und danach noch einen. und noch einen. Juden, ganze Familien. nie ist er erwischt worden, aber ich hatte Angst. weisst du was das ist, Kind, Angst zu haben? so richtig? Oh, das war schlimm. die Angst war das Schlimsmte. ich war ja ncoh so jung. und geliebt habe ich ihn den Ernst.
    Ich mag die Deutschen. nciht alle, aber viele Schweden sagen die Deutschen seien Nazis. das stimmt nicht, es gibt auch gute Deutsche. mein Ernst war gut. ein guter Mensch. zu gut. 44 Haben sie ihn geschnappt.
    Die Nazis.
    Ich ahbe ihn gefragt, als er nochnicht im KZ war, oder wo imer sie ihn hingebracht haben, Ernst, habe ich ihn gefragt, Warum amchst du das? du setzt doch dein Leben aufs Spiel, und meins gleich mit.
    Weil ich die Deutschen liebe, weil ich unsere Kultur liebe, hat er gesagt. weil diese Babaren, diese braunen Schweine unser Land zerstören. alle Kultur. alles gute. Alles ist nur ncoh Hass. und es muss einen geben der was dagegen amcht. Ja, so war er. er war zu gut fuer diese Welt, und ich bin zurueck nach Schweden, und einmal im Monat war er bei mir und hat die Juden und die Politischen hergebracht. ich weiss nciht wie.
    er hat es gemacht.
    Manchmal, mein Kind, da denke ich, oh, da denke ich, hätte er das doch nciht gemacht, das sind kurze augenblicke, warum gerade ich, weisst du, aber dann schäme ich mich, denke an all die menschen die er gerettet hat, darf man Leben gegen Leben aufrechenen denke ich dann, aber ich tue es dann,. weil es ein bisschen hilft, er ist fuer seine sache gestorben, und er hat sovielen geholfen.
    Seinen Bruder den haben sie auch umgebracht. der hat nciht aufgepasst. der war ein guter Mensch. Peter. 2 Jahre juenger als der Ernst war er, und er liebte Männer. das war ja damals eine Krankheit.
    verstanden habe ich das nie. es ist ja nichts perverses, er liebte ja keine kleinen jungen sondern richtige Männer. oh, -Sie kichert leisde- ein paar von denen hätten mir auch gefallen, und dann haben sie ihn gekrigt und vergast, die nazis.
    Ich hatte all diese Träume, mein Kind, als ich so jung war wie du. wie alt bist du? ja… so jung war ich auch mal. glaubst* du*s? und was habe ich gedacht, was wuerde ich machen mit meinem Leben, mein gott, kindchen.
    Ach, Gott, der… ich habe ja gedach das er da irgendwo rumschwirrt. aber wer gesehen hat was ich gesehen habe, mein kind, als Rotkreutsschwester, im Krieg, und wer soviele sterben gesehen hat, und wer seinen mann verloren hat wie ich, der hat keinen Gott mehr, der findet im Gebet kein Trost mehr.
    Gott ist was privates. ich habe keinen. du?
    na, hätte ich auch nicht gedacht.
    Nein, mein Kind, und dann fange ich an zu reisen, wenn der Krieg zu Ende war, cih habe den Hof verkauft, was sollte ich damit, meine juengere Schwester habe ich gut verheiratet, sie ist aber auchschon tot. geblieben bin nur ich. in meiner kleinen wohnung. und ich bin voller erinnerungen.
    ich war an vielen Orten. cih hatte ja das Geld.
    Vor 4 Jahren war ich wieder in Kassel. es hat sich verändert. warst du schonmal in Kassel?
    oh ja. und der Herkules.
    Oh, ich mag es deutsch zu sprechen, ich hätte nicht gedacht dass ich ncohmal deutsch sprechen könnte.
    es ist eine so schöne sprache, viel besser als das schwedische. auch wenn schweden schöner ist. was meinst du?
    .
    bis hier habe ich ihr ihre einkäufe anch hause getragen,und von ihr die obligatorischen zimtschnecken serviert bekommen, habe ihren worten gelauscht und ab und zu etwas gesagt.
    ich ahbe meine kommentare nciht mit aufgeschrieben weil die nciht relevant sind.
    ich hoffe das gehört hier her, wenn nciht bitte verschieben /löschen. ich finde es nur intressant, die ansichten einer alten schwedin.
    Alles Liebe Rolfka

    Die Schlange ist unglaublich lang.

    Ich stöhne auf, ich muss nach hause und meine Wäsche in den Trockner stecken, habe den Waschmaschienenraum nur bis 12 gebucht. und jetzt ist es schon 11:30. Und die Schlange geht schon durch den halben riesigen Laden.

    Verdammt!!!

    Das sollte nur ein schneller milch-brot-eier-tiefkuehlgemuese freitagsmittageinkauf werden. Verloren, würd ich sagen. Vor mir steht ein altes Omachen mit einem Rollator, und lächelt mich an.


    “kkasuhf jsuuhf ajytnnj?” ich gucke doof. “Jag inte talar swenska”,

    Der gut trainierte Satz. sie guckt mich an, lächelt und fragt auf Englisch ob ich dieser Sprache mächtig bin. Ich gucke verdutzt, aber, ich bin ja hier in Schweden. Hier ist alles besser, alte Damen sprechen Englisch, und ich bejahe froh. “Are you from England?” “No, I’m from Tyskland.” “Oh!!! Deutschland!! wie schön! Sie sprechen Deutsch!” Jetzt bin ich aber wirklich erstaunt! “Mein Mann war Deutscher. Ich habe in Deutschland gelebt. Mein Sohn spricht auch Deutsch, und er ist jetzt nach Deutschland gezogen zum Arbeiten. Die brauchen ja qualifizierte Leute aus Schweden.”

    Neben dem Stolz spricht auch etwas Trauer und etwas Ironie aus ihrer leisen Stimme. Sie spricht mit einem leisen hessischem Akzent, kaum zu hören, ihr Deutsch ist untrainiert, aber im Laufe unseres Gespräches wird es besser.

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    Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, dass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle der Entrüstung, noch ein Interview mit diesem Blatt! (weiterlesen …)

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    Wenn man die werten Journalisten, Lehrer & Politiker unseres schönen Landes von Demokratie sprechen hört, dann sprechen sie dabei eigentlich immer von repräsentativer Demokratie. Die Argumentation dafür läuft meist so ab, ich zitiere mal Wikipedia:

    In der repräsentativen Form der Demokratie können Entscheidungsfindung schneller und preisgünstiger vollzogen werden. [...] Weiter führen die Befürworter des Systems an, dass die Repräsentanten sich voll auf ihre politische Arbeit konzentrieren können und der politische Entscheidungsprozess so professionalisiert wird. Für komplexe Sachverhalte [...] kann so Expertenwissen genutzt werden, über das der durchschnittliche Bürger nicht verfügt.

    Das Konzept ist kurz nach der französischen Revolution entstanden. Leuchtet auch vollkommen ein, dass man damals zu einem Vertretermodell kommen musste, da Reisen damals sehr teuer und aufwendig war. Ich stelle mir ein paar hundert Kilometer in einer Pferdekutsche auch nicht gerade angenehm vor. Das System wurde dann im Laufe der Jahrhunderte in fast allen anderen Demokratien mit eingebaut, außer bei den Schweizern, die machen’s an der Stelle richtig. Aber ich habe ja noch gar nicht ausgeführt, was ich an einer repräsentativen Demokratie für falsch halte. Fangen wir mal an :)

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    Was meint der denn nun wieder mit Postdemokratie? Werden sich jetzt wohl einige von euch fragen. Diese seien beruhigt, genau das werde ich hier erläutern. Doch bevor wir uns damit beschäftigen, was nach der Demokratie kommt, sollten wir uns noch kurz damit beschäftigen, was denn nun Demokratie ist und wie es dazu kam, dass wir in der Schule erzählt bekommen, wir würden in einem demokratischen System leben.

    Entstanden ist der Begriff im antiken Griechenland und setzt sich zusammen aus „Demos“ für Volk und „-kratie“ für Herrschaft. Zu beachten ist dabei, dass man damals als Volk alle Vollbürger auffasste. Das waren vornehmlich eben jene Männer, die die „High Society“ der Polis bildeten und in großen Villen mit 1-2 Dutzend Sklaven, einigen Lustknaben und allem sonstigen ihrem Stande gemäßen Luxus lebten. Diese hatten natürlich genug Zeit sich mit Kunst, Kultur & Politik zu beschäftigen, während andere die Arbeit für sie taten.

    Machen wir einen Zeitsprung in das 18. Jahrhunderts. Der Würgegriff der Kirchen um die Bildung hatte sich im Laufe der Jahrhunderte wieder gelockert und die großen Denker der Aufklärung brauchten einen Sammelbegriff mit dem sie ihre Vorstellungen von Freiheit & Gleichheit verbreiteten konnten. Sie definierten so unseren modernen Demokratiebegriff bestehend aus den Menschenrechten, die garantieren sollten, dass jeder Mensch gleich behandelt wird, und einer Gewaltenteilung der Regierung in richterliche, gesetzgebende & ausführende Gewalt.

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    Diese Frage stelle ich mir gerade.

    Irgendwie hatte sich das im wilden Trubel der ganzen Anti-Zensurgeschichte halt ergeben, dass ich mich da angemeldet hatte. Die ePetition war beeindruckend und die Blogosphäre feierte sich beim Kampf für das Gute gegen die ignoranten Internetausdrucker, die das abartige (Internet-)Zensurgesetz im Schnellverfahren durch gewunken hatten.

    Und da profilierte sich die Piratenpartei als Partei der Netzkultur. Basisdemokratisch, gut koordiniert durchs Netz der Netze. Und irgendwie, ich weiß gar nicht mehr so genau wie, klang das in meinen Augen toll. Eine Partei, die ihre Positionen größtenteils noch finden muss, die sich selbst noch entdecken muss und in die man sich ohne den Balast eingekrusteter Strukturen einbringen kann um unser alle Sache zu pushen. Und so meldete ich mich voller Tatendrang an, voller Begeisterung, wilde Träume von politischer Mitbestimmung im Geiste. (weiterlesen …)

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    Hier ein Text, den ich vor ein paar Monaten für die Kneipenlesung geschrieben hatte.

    Was ist

    Derzeit grassiert ja die Schweinegrippe in unseren Medien. Da wird der Teufel des tödlichen Virus an die Wand gemalt, an dem wir alle sterben werden. Die Hintergründe der Todesopfer im stickigen, weltgrößten Slum Mexikos interessieren da kaum. Die Aporkalypse naht, das ist gewiss! Vor der Schweinegrippe wurde das Schwein der Wirtschaftskrise durchs mediale Dorf gejagt. Überhaupt schon erstaunlich, dass der systembedingte Zusammenbruch des Finanzsystems als „Krise“ bezeichnet wird. Ist ja nicht so, dass es das erste Mal passieren würde oder nicht vorhersehbar gewesen wäre. Doch das ahnungslose Stimmvieh steht auf den Thrill und wird ordentlich von der Horrorvision des wertlosen Geldes erschreckt.
    Dumm nur, dass es bis jetzt nicht ganz so fruchten will. Das Volk verliert zwar das Vertrauen, doch die Hyperinflation will irgendwie nicht einsetzen. Bis es soweit kommen könnte, darf es halt für die Rettung der Finanzjongleure bluten. Doch so ein richtiger Crash wär ja schon praktisch, wir haben ja alle schon Mal mit 50 Mark angefangen.

    (weiterlesen …)

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