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Autor: Björn Hase
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    Geschriebenes

    Wissen

    22/10/09

    Wissen ist Information und Information ist Wissen. Doch
    [23:49:]  Wissen ist auch noch weitaus mehr:
    [23:49:]  Wissen ist aufgenommene Information.Â
    [23:49:]  Wissen ist nach Kategorien geordnete Information.
    [23:49:]  Wissen ist nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortierte Information.
    [23:49:]  Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?
    [23:49:]  Information wird durch sensorischen Input transportiert.

    Wissen ist Information und Information ist Wissen. Gleichwohl,
    Wissen ist sogar noch weitaus mehr: Wissen ist aufgenommene.
    in Kategorien eingeordnete, sowie nach Wichtigkeit und Dringlichkeit
    sortierte Information. Kurz gesagt:
    Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?

    Information wird durch sensorischen Input transportiert, von uns
    meist unbewusst katalogisiert, bewusst vermacht und als Gut geschätzt.
    Abhängig vom Intellekt und Vorwissen des Konsuments, kann dieser aus
    einer Information mehr oder weniger Wissen schöpfen.
    Information stellt deshalb den wichtigsten Schatz der Menschheit dar, da durch
    sie Wissen über die Generationen hinweg vermittelt und angesammelt werden kann.

    Wissen ist Macht, das weiß jedes Kind. Und durch Kontrolle der
    Information wird der Zugriff auf eben jene Aspekte der Macht streng reglementiert.
    Wissen ist aber auch Erwartungswert. Je nach Bildung, je nach Stand, wird
    es bei gegebener Information ganz selbstverständlich erwartet, ja vorausgesetzt.
    Nicht alles Wissen ist schön, vieles ist sogar gefährlich, doch an der Akzeptanz,
    der Reflektion und Beherrschung von Wissen wächst der Mensch.

    Wissen ist unsre stärkste Waffe im Kampf um Gerechtigkeit, zur Evolution.
    Erst wenn ein Großteil der Menschen sich mit genügend Wissen bewaffnet hat,
    um bei wichtigen sozialen Fragen mitreden zu können, werden wir die furchtbare
    Herrschaft der menschlichen Dummheit und Gier überwinden können.
    Nur durch die Informationsfreiheit können wir den Sieg über den kurzsichtigen,
    hass- und giererfüllten Geist unserer Tage und somit die Evolution unserer Spezies erringen.

    Ich habe seit meiner letzten Erkenntnis zum Thema Informationszeitalter weiter über das Thema nachgedacht. Zuerst einmal fällt auf, dass die Begriffe Informationszeitalter und Informationsgesellschaft das ganze eigentlich nicht greifen. Denn diese Begriffe sind für unserere aktuelle Gesellschaft geprägt worden. Nicht zu Unrecht wird unsere Gesellschaft deshalb auch oft als Übergangs- oder Transformationsgesellschaft bezeichnet. Ich will aber gerade über das schreiben, was vor uns liegt. Und diese Gesellschaft, die wir erleben könnten, ist eine gänzlich andere Gesellschaft als die jetzige, da die Menschen in ihr ganz anders mit Informationen umgehen (müssen).

    Das ganze wird sich an einer der wichtigsten Fragen unserer Zeit, der binäre Gretchenfrage, wie mspro sie so schön nannte, entscheiden. Diese lässt sich zu Informationskontrolle versus Informationsfreiheit kondensieren. Informationsfreiheit bezeichnet hierbei, dass einem Bürger alle möglichen Informationen jederzeit zur Verfügung stehen. 1 Momentan herrscht bei den Mächtigen die Tendenz zur Informationskontrolle vor. Dummerweise gehen bei diesen plumpen Versuchen immer mehr Grundrechte über den Jordan oder werden bis zur Unkenntlichkeit beschnitten.

    Um die Beweggründe für diese Vorgehensweise verstehen zu können, muss man sich erst einmal vergegenwärtigen, was ein Leben in der absoluten Informationsfreiheit von einem Menschen abverlangt. Dies ist vor allem erst einmal ein weitaus offener und bewussterer Umgang mit Informationen. Denn wenn man einen riesigen Informationsfluss aus verschiedensten Quellen anzapfen kann, dann tritt immer mehr der Inhalt dieser Informationen in den Vordergrund. Oder anders gesagt: man akzeptiert zuerst alle Informationen an sich um sie dann nach Sinnhaftigkeit, künstlerischen Wert, Aussage, Intention und sonstigen praktischen Kategorien zu ordnen. Die Informationen werden also nicht mehr ideologisch sondern individuell bewertet. Dies erfordert von den Menschen natürlich auch, dass sie sich mehr mit dem Themenfeld der Information auseinandersetzen um diese auch bewerten zu können. Wenn man aber nun jeder Information gleich gegenüber steht, dann resultiert daraus auch, dass man nicht gewisse Informationen als absolute Wahrheit annimmt.

    Und gerade das ist der Knackpunkt, weshalb die Internetausdrucker rund um den Globus versuchen, das Netz unter Kontrolle zu bringen. Wir leben in einem politischen System, welches darauf basiert, dass der konform geprägten Masse durch eine Mischung aus Angst, Sex und Hass ihre Meinung in wichtigen Fragen präsentiert, ja quasi diktiert, wird. Das hat die Wahl am letzten Sonntag in erschreckender Weise gezeigt.2 Aus einer individuellen Wertung der Informationen folgen individuelle Weltbilder, Meinungen und Geschmäcke, kurz gesagt: eine nonkonforme Menschenmenge und somit Bürger, die sich mit den jetzigen Mitteln nicht steuern lassen.

    Deshalb mag es einen auch so vor kommen, als würde da die alte Welt verzweifelt versuchen, dass nächste Zeitalter, die nächste Epoche der Menschheitsgeschichte aufzuhalten, ja, am besten nie eintreten zu lassen. Und sie sind dafür bereit alles zu opfern, für das unsere Vorfahren ihr Blut auf den Straßen vergossen haben. Wir müssen uns darüber klar werden, dass die jenigen, die gerade darüber an der Macht sind3, die menschliche Evolution mit allen Mitteln verhindert. Die versuchte Internetzensur in den Industrieländern ist nur ein Beispiel dafür.

    Dieser Kampf findet nicht mehr auf der Straße statt, er findet in den Köpfen der Menschen statt. Seine Waffen sind nicht Gewehre und Barrikaden sondern Feuilletons, TV-Sendungen, Radiobeiträge und Blogs. Und wir können ihn nur durch Aufklärung gewinnen. Das mag zwar frustrierend langsam von statten gehen, aber ich glaube daran, dass die Zeit für uns arbeiten wird.

    1. Dies ist für uns momentan noch schwer greifbar, ist Informationskontrolle sowie daraus resultierend Informationsvorsprung ein zentrales Moment unserer Selektionsmechanismen und Verwertungsrechte sowie Grundlage in unserem Umgang mit anderen Nationen.
    2. Es wird aber nicht erst seit gestern thematisiert. Interessierten Lesern sei das Studium von Theodor W. Adorno oder John Pilger an das Herz gelegt.
    3. indem sie die öffentliche Meinung & Vorlieben diktieren

    Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, dass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle der Entrüstung, noch ein Interview mit diesem Blatt! (weiterlesen…)

    Mögest du in spannenden Zeiten leben!

    So lautet ein alter chinesischer Fluch, an den ich in den letzten Jahren immer wieder denken muss. Wir erleben, wie sich massive Veränderungen auf mehreren Ebenen langsam und unaufhaltsam vollziehen. Einflüsse, die unsere gesammte Art zu Leben in den nächsten Jahrzehnten komplett ändern werden. Viele wollen es nicht wahrhaben, manche geben sogar sehr viel Geld dafür aus, dass es möglichst lange nicht wahr genommen wird, doch lange werden wir unsere Augen nicht mehr davor verschließen können. Aber da dies sehr unterschiedliche Phänomene sind, die von mehreren Faktoren abhängen, versuche ich das ganze mal ein wenig aufzudröseln, indem ich nacheinander folgende Punkte behandele:

    • “Die gute Tat der Piraten” Die leichte Kost, passend zum vorherigen Text. Von der Änderung der Machtverhältnisse zwischen Urheber und Verwerter