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Diesen Text habe ich für den Kegelklub geschrieben. Deshalb sind Kommentare hier deaktiviert, die könnt ihr bitte da ablassen :)

Einleitung

Es ist längst überfällig, dass ich über dieses Thema schreibe.
Es ist längst überfällig, dass wir uns alle offen mit diesem Thema beschäftigen.
Es ist längst überfällig, dass ich dies als weißer, (halbwegs) gutverdienender, nerdiger Mann tue.

Hier soll’s um Gleichberechtigung gehen und mal anders, als bei meinen sonstigen Texten, um die Gleichstellung von Menschen im täglichen Umgang und mal nicht ganz so global gesehen. Ja, liebe Leser_innen und Leser, das ist wichtig! Ich werd das mal an zwei Beispielen verdeutlichen und werde mich dabei nicht scheuen meine eigene Meinung da mit einzumengen.

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Es brodelt in meiner Timeline. Oh wie es brodelt! Man könnte fast meinen, dass das Stimmvieh langsam aus seinem Dämmerschlaf erwacht.

Und das ist nicht nur #S21, man merkte das auch schon sehr gut bei dem Loveparade-Debakel, von solchen krassen Dingern wie Laufzeitverlängerung und 5%-Erhöhung der Armengängelung1 ganz zu schweigen. Der Wind des Wandels beginnt sich von einem lauen Lüftchen zu einer sanften Bö zu steigern.

Immer mehr wird klar: so kann es nicht weiter gehen. So darf es nicht weiter gehen! Das Netz zerrt die dämliche Klüngeltechnik der Politik und ihrer hungrigen Freunde immer wieder auf unangenehm deutliche Art und Weise an’s Tageslicht des Socialverse. Oft genug wird’s von dortaus weiter gespühlt in die alten Medien, sehr zu Mißgunsten der Akteure.  Doch dies ist nichts Neues. Dies ist nur eine, in meinen Augen, positive Entwicklung des Medienwandels, den wir gerade unweigerlich erleben. Aber das soll gar nicht Thema dieses Beitrages sein.

Das Interessante an der Entwicklung der letzten Monate ist eigentlich, dass immer mehr Stimmen die Natur unserer “Demokratie” in Frage stellen.  Viele empfinden eine Ohnmacht dem Staat gegenüber, ganz besonders dann, wenn der Staat seine Muskeln spielen lässt und das Gewaltmonopol ausnutzt. In letzter Zeit machte dieses unser Staat2 dieses immer mehr gegenüber ganz normalen Bürgern und nicht nur gegenüber linken Gruppen, bei denen man das ja gewöhnt währe. Gepaart mit dem Eindruck, dass die politische “Elite” einfach das tut, wozu sie lustig ist und sich einfach nicht drum schert, was das Volk denn so interessiert.

Man kann dies eigentlich nur begrüßen. Es ist eh verwunderlich, wie denn immer noch der Glaube vorherrschen kann, dass ein System, welches für die sozialen und technischen Gegebenheiten des 18. & 19. Jahrhunderts gedacht war, heutzutage noch zeitgemäß sein sollte. Ja, überhaupt noch funktionieren könnte! Doch, das Dogma herrscht noch vor, auch wenn es an allen Ecken und Enden am schwanken ist. Es ist toll, dass immer mehr nach neuen Ideen verlangen, doch muss man sich einiger Sachen bewußt sein:

  • Dass, die Akteuere unseres aktuellen Gesellschaftsspieles (Politiker, Medienmogule & Leute, die viel zu viel Geld und große Firmen kontrollieren) sich darauf spezialisiert haben, dieses zu spielen und keine Lust haben werden, dieses Spiel zu ändern.
  • Aufgrund dessen werden die alten Medien so lange Systemerhaltendes publizieren, wie es Ihnen nur irgend möglich ist.
  • Dieses widerum nach sich zieht, dass es sehr lange brauchen kann, bis eine Veränderung im Denken der breiten Masse von sich gehen wird.

Diese lange Zeit ist einerseits wirklich grausam, da es impliziert, dass sich noch viel mehr Elend und Wut anstauen wird, andererseits benötigen wir alle diese Zeit.

Denn, egal wie ein System, welches unser aktuelles ablösen kann, nun am Ende aussehen wird, klar ist, dass es von jedem seiner Bürger auch verlangen wird, sich an der Politik zu beteiligen. Der Gedanke, dass der Souverän sich nicht mit der Willensbildung der von ihn gebildeten Entität beschäftigen müsste, ist meiner Meinung nach einfach nur Wunschdenken vergangener Jahrhunderte. Mit den stringenten Sozialgefüge vergangener Jahrhunderte mag das wohl noch ganz gut funktioniert haben, doch heutzutage kann dies einfach nicht mehr funktionieren. Weder haben wir so wenige entscheidende Themen wie damals, noch haben wir so fest definierte soziale Schichten 3.

Eine wahre Demokratie kann in meinen Augen nur funktionieren, wenn jeder einzelne Bürger des Staates sich aktiv an der politischen Willensbildung beteiligt. Sicherlich, man kann nicht zu allem eine eindeutige Meinung haben. Dafür bieten sich Systeme wie liquid Democracy an, bei der ich meine Stimme in Themenbereichen delegieren kann, so lange ich das möchte. Die aktuelle Systemkrise zeigt sehr deutlich, dass wir mit Mandatsträgern, die nur ihrem Gewissen verpflichtet sind, nicht weiter kommen, es braucht Systeme der Verantwortung gegenüber den Wählern. Und dies vor allen Dingen nicht in großen Zeitperioden sondern mit einem direkten und unmittelbaren Feedback der Wähler welches aktiv in’s politische Geschehen eingreifen kann.

Dies impliziert natürlich, dass die Grenzen zwischen “Politiker” und “Bürger” immer mehr verschwinden werden. Eine Entwicklung die ich allerdings nur begrüßen kann. Sicherlich ist auf diesem Wege auch das Konzept der Privatsphäre bedroht. Doch diese schwindet aufgrund von soziologischen und technologischen Faktoren eh, aber das ist ein Thema für einen anderen Blogbeitrag.

Doch zur politischen Meinungsbildung braucht es Zeit. Zeit, die jedes Individuum einzeln für sich nehmen muss. Zeit, die wir in unserer heutigen Gesellschaft einfach nicht haben. Und so hätten wir, neben den ohnehin drängenden ökonomischen Faktoren, ein weiteres Argument für das Garantierte Grundeinkommen.

  1. Die dann wohl doch keine zu sein scheint.
  2. und so wie ich das von hier aus verfolgen kann, geht das in den anderen “westlichen” Staaten auch nicht anders zu
  3. Dies ist im übrigen mit Schuld an dem heutigen Debakel: Durch das weg fallen eindeutiger Schichten verloren die Parteien ihre Bezugsgruppen und damit den Kontakt zu ihrer Basis.

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Wissen

22/10/09

Wissen ist Information und Information ist Wissen. Doch
[23:49:]  Wissen ist auch noch weitaus mehr:
[23:49:]  Wissen ist aufgenommene Information.Â
[23:49:]  Wissen ist nach Kategorien geordnete Information.
[23:49:]  Wissen ist nach Wichtigkeit und Dringlichkeit sortierte Information.
[23:49:]  Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?
[23:49:]  Information wird durch sensorischen Input transportiert.

Wissen ist Information und Information ist Wissen. Gleichwohl,
Wissen ist sogar noch weitaus mehr: Wissen ist aufgenommene.
in Kategorien eingeordnete, sowie nach Wichtigkeit und Dringlichkeit
sortierte Information. Kurz gesagt:
Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?

Information wird durch sensorischen Input transportiert, von uns
meist unbewusst katalogisiert, bewusst vermacht und als Gut geschätzt.
Abhängig vom Intellekt und Vorwissen des Konsuments, kann dieser aus
einer Information mehr oder weniger Wissen schöpfen.
Information stellt deshalb den wichtigsten Schatz der Menschheit dar, da durch
sie Wissen über die Generationen hinweg vermittelt und angesammelt werden kann.

Wissen ist Macht, das weiß jedes Kind. Und durch Kontrolle der
Information wird der Zugriff auf eben jene Aspekte der Macht streng reglementiert.
Wissen ist aber auch Erwartungswert. Je nach Bildung, je nach Stand, wird
es bei gegebener Information ganz selbstverständlich erwartet, ja vorausgesetzt.
Nicht alles Wissen ist schön, vieles ist sogar gefährlich, doch an der Akzeptanz,
der Reflektion und Beherrschung von Wissen wächst der Mensch.

Wissen ist unsre stärkste Waffe im Kampf um Gerechtigkeit, zur Evolution.
Erst wenn ein Großteil der Menschen sich mit genügend Wissen bewaffnet hat,
um bei wichtigen sozialen Fragen mitreden zu können, werden wir die furchtbare
Herrschaft der menschlichen Dummheit und Gier überwinden können.
Nur durch die Informationsfreiheit können wir den Sieg über den kurzsichtigen,
hass- und giererfüllten Geist unserer Tage und somit die Evolution unserer Spezies erringen.

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Ich habe seit meiner letzten Erkenntnis zum Thema Informationszeitalter weiter über das Thema nachgedacht. Zuerst einmal fällt auf, dass die Begriffe Informationszeitalter und Informationsgesellschaft das ganze eigentlich nicht greifen. Denn diese Begriffe sind für unserere aktuelle Gesellschaft geprägt worden. Nicht zu Unrecht wird unsere Gesellschaft deshalb auch oft als Übergangs- oder Transformationsgesellschaft bezeichnet. Ich will aber gerade über das schreiben, was vor uns liegt. Und diese Gesellschaft, die wir erleben könnten, ist eine gänzlich andere Gesellschaft als die jetzige, da die Menschen in ihr ganz anders mit Informationen umgehen (müssen).

Das ganze wird sich an einer der wichtigsten Fragen unserer Zeit, der binäre Gretchenfrage, wie mspro sie so schön nannte, entscheiden. Diese lässt sich zu Informationskontrolle versus Informationsfreiheit kondensieren. Informationsfreiheit bezeichnet hierbei, dass einem Bürger alle möglichen Informationen jederzeit zur Verfügung stehen. 1 Momentan herrscht bei den Mächtigen die Tendenz zur Informationskontrolle vor. Dummerweise gehen bei diesen plumpen Versuchen immer mehr Grundrechte über den Jordan oder werden bis zur Unkenntlichkeit beschnitten.

Um die Beweggründe für diese Vorgehensweise verstehen zu können, muss man sich erst einmal vergegenwärtigen, was ein Leben in der absoluten Informationsfreiheit von einem Menschen abverlangt. Dies ist vor allem erst einmal ein weitaus offener und bewussterer Umgang mit Informationen. Denn wenn man einen riesigen Informationsfluss aus verschiedensten Quellen anzapfen kann, dann tritt immer mehr der Inhalt dieser Informationen in den Vordergrund. Oder anders gesagt: man akzeptiert zuerst alle Informationen an sich um sie dann nach Sinnhaftigkeit, künstlerischen Wert, Aussage, Intention und sonstigen praktischen Kategorien zu ordnen. Die Informationen werden also nicht mehr ideologisch sondern individuell bewertet. Dies erfordert von den Menschen natürlich auch, dass sie sich mehr mit dem Themenfeld der Information auseinandersetzen um diese auch bewerten zu können. Wenn man aber nun jeder Information gleich gegenüber steht, dann resultiert daraus auch, dass man nicht gewisse Informationen als absolute Wahrheit annimmt.

Und gerade das ist der Knackpunkt, weshalb die Internetausdrucker rund um den Globus versuchen, das Netz unter Kontrolle zu bringen. Wir leben in einem politischen System, welches darauf basiert, dass der konform geprägten Masse durch eine Mischung aus Angst, Sex und Hass ihre Meinung in wichtigen Fragen präsentiert, ja quasi diktiert, wird. Das hat die Wahl am letzten Sonntag in erschreckender Weise gezeigt.2 Aus einer individuellen Wertung der Informationen folgen individuelle Weltbilder, Meinungen und Geschmäcke, kurz gesagt: eine nonkonforme Menschenmenge und somit Bürger, die sich mit den jetzigen Mitteln nicht steuern lassen.

Deshalb mag es einen auch so vor kommen, als würde da die alte Welt verzweifelt versuchen, dass nächste Zeitalter, die nächste Epoche der Menschheitsgeschichte aufzuhalten, ja, am besten nie eintreten zu lassen. Und sie sind dafür bereit alles zu opfern, für das unsere Vorfahren ihr Blut auf den Straßen vergossen haben. Wir müssen uns darüber klar werden, dass die jenigen, die gerade darüber an der Macht sind3, die menschliche Evolution mit allen Mitteln verhindert. Die versuchte Internetzensur in den Industrieländern ist nur ein Beispiel dafür.

Dieser Kampf findet nicht mehr auf der Straße statt, er findet in den Köpfen der Menschen statt. Seine Waffen sind nicht Gewehre und Barrikaden sondern Feuilletons, TV-Sendungen, Radiobeiträge und Blogs. Und wir können ihn nur durch Aufklärung gewinnen. Das mag zwar frustrierend langsam von statten gehen, aber ich glaube daran, dass die Zeit für uns arbeiten wird.

  1. Dies ist für uns momentan noch schwer greifbar, ist Informationskontrolle sowie daraus resultierend Informationsvorsprung ein zentrales Moment unserer Selektionsmechanismen und Verwertungsrechte sowie Grundlage in unserem Umgang mit anderen Nationen.
  2. Es wird aber nicht erst seit gestern thematisiert. Interessierten Lesern sei das Studium von Theodor W. Adorno oder John Pilger an das Herz gelegt.
  3. indem sie die öffentliche Meinung & Vorlieben diktieren

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Es begann damit, dass ich davon erfuhr, wie sich darüber pikiert wurde, dass der Vizevorsitzende der Piraten Andreas Popp ein Interview für die Junge Freiheit gegeben hatte. Ich war irritiert, nahm das ganze dann aber als einen naiven Ausrutscher wahr. Doch dann setzte unser Vorstandsvorsitzende noch einen drauf und gab, nach und während der Welle der Entrüstung, noch ein Interview mit diesem Blatt! (weiterlesen …)

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