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Ich hab ne Normbürgerallergie
31/05/11
Es gibt Sie allerorten, in nah und fern.
Kommen vor in Masse, halten sich für Klasse.
Normale Leute, die Weltbilder unversehrn.
Wär falsch, wenn man sie dafür hasse.
Sie folgen den alten Riten,
So wie man das immer tut,
Gern wirkend, als bekäm’n
se immer allet unter’n Hut.
Vom Qualitätsjournalismus gut informiert.
Von der Gesellschaft Vorsprung überzeugt.
Vom Vorwurf des Imperialismus pickiert,
Von des Kritikers Verfolgungswahn bezeugt.
Revolutionen tun se erschrecken.
Mahnung verwundert rezipiert.
Wandel? Unrealistisch! Lachen.
Sichre Zukunft weiter konzipiert.
Und ich armer Mensch? Ich kann nisch anders.
Muss mahnen, meinen, mitteilen, weiter gehen.
Schade isses, wenn’s ihnen den Tag vermiesns.
Doch isses wichtig aufrichtig für uns einzustehen.
Mensch…
25/04/11
ich kenn schon kaputte Leute,
allerelei Volk, von überall her,
fügen sich dem Tritt von heute,
funktionieren bemüht, gar sehr.
Sie sind im Geiste eingefangen,
von Geschichten des So-Seins,
in der Muttermilch aufgesogen,
im homogenen Kanon vereins.
Verletzt von speer’nen Idealen,
alle trennende Leistungspflicht,
gehormsam am Schaft schieben,
tiefer in ihr Selbst, bis es bricht.
Manche bleiben liegen im Dreck,
kriechen weiter im ewigen Kampf,
viele gehen weiter, im Geiste weg,
wenige wandeln den Speer zu Dampf.
An der Konsumwarteschlange
14/04/11
Gleichsames bliepen.
Abgepackte Individualitat.
Unterdrücktes fiepen.
Gespielte Souveränität.
Totes Fleisch im Cellophan.
Obst, fern gepflückt von Kinderhand.
Werkzeug, kaum von Güte & Bestand.
Fraß, maximal erlaubt vergiftet,
portioniert, gestückelt & gestiftet.
Schnell wat auf’n hohlen Zahn.
Warten in stumm erzwungener Enge,
der Kleine vorn schlägt über Stränge.
Ich, inmitten, sehne mich voll Traurigkeit,
nach Respekt, Wärme & Ehrlichkeit.
Geschichten von Wahrheit
01/12/10
Willkommen Kind, oh junge Brut.
Willkommen hier auf Erden,
willkommen hier im Sein.
Was soll nun aus dir werden?
Was wird dich wohl erfreu’n?
Was entünden deines Herzens Glut?
So gib fein acht und lerne!
Höre auf die Alten, die dir den Mensch erklären.
Denn lernen, musst du vieles.
Beizeiten, nicht nur Sprach & Gang.
Und auch nicht nur Mathe & Subtiles,
als Mensch braucht’s auch Ehr’ & Anstand.
Damit ihn seine eigenen Fehler nicht verzehren.
Das wichtigste ist Familie und Stand, das weiß jedes Kind!
In der Familie lässt sich’s vorzüglich leben,
umsorgt von Vater, Mutter & Verwandtschaft.
Im Sein gefestigt durch Glauben und Dogma.
An’s weltliche gebunden durch’s Paradigma,
lernst von uns wie braver Mensch was schafft,
denn nur so kann dein Leben was ergeben.
Sozial ist der Mensch und Gütig, wenn wohl behütet.
Doch achte auf dich selbst am meisten,
bist dir immerhin selbst am nächsten.
Und beachte stets, was du weiter gibst,
schau auch, dass dich kein anderer tritt.
Sollst deine Macht ja nicht vergeuden,
vielmehr an ihren Früchten erfreuen.
Fürsorglich geht die Welt zugrunde, sind’s doch solch Barabaren!
Und glaub bloß nicht das Geschwätz der Gutmenschen.
Und stell unser natürliches Verhalten nicht in Frage.
Und beachte stets was früher gelehrt worden ist.
Wie sie richten & agitieren über unsr Aller Lage.
Wie das Netz brüllet, wie es aufzeigt als sei’s in Rage.
Wie’s eindringlich redet über überleben durch bewegen.
Nacht.Ich.Wir.Ihr.Du!
18/07/10
Es ist Nacht.
Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich wohl den bald schlafen kann.
Frage mich, wie lang es noch dauern wird, bis ich zu mir finden werde.
Frage mich, wie ich die simple aber ehrliche Liebe meines Katers verdient habe.
Ich sitze hier und frage mich. Frage mich, ob ich dich wohl jemals finden werde.
Ich bin anders.
Allein bin ich hier. Somit kann ich zu mir stehen und kraftvoll meinen Weg verfolgen.
Somit kann ich die Einsamkeit in den Herzen der Menschen auf den Straßen sehen.
Somit kann ich abseits ausgetrampelter Pfade denken, versuchen das ganze Bild zu fassen.
Allein bin ich hier. Somit kann ich einsam unter den vertrautesten Freunden sein.
Die Welt ist voll Leid & Freude.
Wer kann all dies erkennen? Wer kann dabei immer noch Liebe für uns empfinden?
Wer kann mit offenen Augen gehen ohne an die Lügen für die einfachen zu glauben?
Wer kann mit offenen Augen nicht den Schauermärchen für die skeptischen verfallen?
Wer kann all dies erkennen? Wer kann sehen, was ich zu sehen glaube?
Ich warte auf dich.
Sprossen,,,
23/06/10
Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.
Immer schneller, immer weiter. Wir werden sie ewig hinauf steigen.
Wir achten nicht auf den Rand der Stiege, an dem die Pflanzen welken.
Achten nicht auf den ganzen Müll, der auf unseren Weg herunterfällt und sich in den Meeren sammelt.
Achten nicht darauf, wie unser schnell außer Sicht gebrannter Ausschuß die Flüße, Berge und Täler verseucht.
Wir sind zu sehr mit dem Aufstieg beschäftigt, um solcherlei Unfug anzuhängen, auf die warnenden zu achten.
Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.
Das haben schon alle Menschen so getan. Das kennen wir gar nicht anders.
Wir erzählen uns, die “Krone der Schöpfung” zu sein, die sich die Erde zu Untertan zu machen habe.
Erzählen uns, wir wären von Natur aus zu Neid und Gier gehalten, der Lust und dem Trieb verfallen.
Erzählen uns, wir könnten uns nicht ändern, während wir uns selbst ständig immer wieder neu definieren.
Wir sind gefangen in unseren Geschichten. Den Visionen und Träumen, die wir uns über uns selbst erzählen.
Wir steigen sie hinauf, die Sprossen.
Denn auf dem Weg liegt Herrlichkeit, im ewigen Aufstieg die Freitreppe hinauf.
Wir vermeiden das kritische Denken. Hinterfragen ist nicht gern gesehn.
Vermeiden uns selbst was zu schenken. Werfen’s besser weg, wenn’s keiner mehr kauft.
Vermeiden an andre zu denken, den Blick auf’s Elend zu lenken oder uns für sie gar zu verrenken.
Wir wollen nichts neues bedenken, kein andren Weg einlenken. Der Vernunfts Stimme gilt’s zu vermeiden.
Wir steigen die hinauf die Sprossen.
Die Sprossen, gebaut aus unsren Knochen. Die Sprossen, wohlauf, das wird begossen! Die Sprossen,,,
Sprossen zum Wahn!
Ich kann nicht schlafen
03/02/10
Ein älterer Text. Ich habe inzwischen eingesehen, dass besagte Person nicht für eine Beziehung bereit ist und sie ist mir eine teure Freundin geworden. Auch wenn ich durchaus eine extrem lange Geduld habe, habe ich mich inzwischen damit abgefunden ;) Aber da ich diese Nacht auch nicht viel schlafen konnte, wenn auch aus ganz anderen Gründen, finde ich ihn eigentlich ganz passend :)
Ich kann nicht schlafen, es ist heiß.
Mein Kater stattet mir auch nur einen kurzen Anstandsbesuch ab, um ein paar Streicheleinheiten zu kassieren, und wandert dann in kühlere Regionen meines Zimmers weiter. Ich wälze mich hin und her und die ersehnte Ruhe will einfach nicht eintreten.
Ich kann nicht schlafen.
Meine Freunde und Bekannten auf den Paderwiesen neckten mich noch vor einer Stunde, was ich denn für ein arbeitsamer „junger Schüler“ sei, dass ich schon so früh wieder ging. Sie baten mich, ihnen noch ein wenig von meinen Fortschritten am Didgeridoo zu zeigen. Aber ich lehnte ab. Zu stark hing die Müdigkeit in meinen Knochen. Die Auswirkungen der Zecherei der letzten Nacht war noch viel zu gut zu bemerken und ich fühlte mich entrückt, ob meiner Begegnung heute.
Ich kann nicht schlafen.
Sie will mir nicht aus dem Kopf gehen. Einem Mond gleich kreisen meine Gedanken um den Himmelskörper, der sie repräsentiert. Immer wieder muss ich an ihr bezaubernd schönes und ehrliches Lächeln denken. Die Verzückung, als sie in den Ausführungen über meine Ansichten ihre Gedanken wieder findet, die sich in Ihren Augen spiegelt. Ich hatte nicht mehr wirklich daran glauben wollen, dass ich so schnell eine Frau finden könnte, die mich versteht und meine Ideale teilt. Und dann saß sie ein halbes Jahr lang fast jeden Tag vor meinen Augen und ich habe es erst gestern Abend erkannt.
Ich kann nicht schlafen.
Immer wieder rolle ich vor meinem geistigen Auge den Film unserer spontanen Begegnung ab, springe hin und her, betrachte gewisse Szenen, deute Haltung und Aussage, genieße noch einmal das Gefühl, mit ihr durch den Park zu schreiten. Doch wo solch strahlendes Licht ist, dort ist natürlich auch viel Schatten. Gegen Ende unserer Unterhaltung erläuterte sie, dass sie noch zu sich finden muss, mit sich klar kommen muss, Selbstvertrauen aufbauen muss, damit sie nicht wieder andere verletzt. Sie braucht Zeit.
Ich kann nicht schlafen.
Und Zeit soll sie bekommen. Einem Jäger gleich werde ich mich geduldig, vorsichtig, behutsam und sanft, nur mit einem Speer aus Liebe bewaffnet, an sie heran pirschen. Die Beute dabei mit prüfenden Blick genau musternd um den ersehnten gewinnenden Stoß an die richtige Stelle zu setzen.
Ach, wie gern wär’ ich doch schon am Ende meiner Jagd angelangt!
Doch diese Wachträume bringen mir keinen Gewinn. Die Arbeit lässt noch auf sich warten, die Schlacht muss noch geschlagen und die Holde noch eingenommen werden. Dieser Guss meiner Gedanken in Textform vermag mir wohl die Zeit bis dahin zu versüßen, doch der Morgen droht und jeder Satz bringt mich ihm schlafloser entgegen.
Und nun, versuche ich zu schlafen.
Wissen
22/10/09
Wissen ist Information und Information ist Wissen. Gleichwohl,
Wissen ist sogar noch weitaus mehr: Wissen ist aufgenommene.
in Kategorien eingeordnete, sowie nach Wichtigkeit und Dringlichkeit
sortierte Information. Kurz gesagt:
Wissen ist verstandene Information. Doch was ist Information?
Information wird durch sensorischen Input transportiert, von uns
meist unbewusst katalogisiert, bewusst vermacht und als Gut geschätzt.
Abhängig vom Intellekt und Vorwissen des Konsuments, kann dieser aus
einer Information mehr oder weniger Wissen schöpfen.
Information stellt deshalb den wichtigsten Schatz der Menschheit dar, da durch
sie Wissen über die Generationen hinweg vermittelt und angesammelt werden kann.
Wissen ist Macht, das weiß jedes Kind. Und durch Kontrolle der
Information wird der Zugriff auf eben jene Aspekte der Macht streng reglementiert.
Wissen ist aber auch Erwartungswert. Je nach Bildung, je nach Stand, wird
es bei gegebener Information ganz selbstverständlich erwartet, ja vorausgesetzt.
Nicht alles Wissen ist schön, vieles ist sogar gefährlich, doch an der Akzeptanz,
der Reflektion und Beherrschung von Wissen wächst der Mensch.
Wissen ist unsre stärkste Waffe im Kampf um Gerechtigkeit, zur Evolution.
Erst wenn ein Großteil der Menschen sich mit genügend Wissen bewaffnet hat,
um bei wichtigen sozialen Fragen mitreden zu können, werden wir die furchtbare
Herrschaft der menschlichen Dummheit und Gier überwinden können.
Nur durch die Informationsfreiheit können wir den Sieg über den kurzsichtigen,
hass- und giererfüllten Geist unserer Tage und somit die Evolution unserer Spezies erringen.
Mary Jane
01/09/09
Du warst die Milch,
in der sich mein ausgetrocknetes
Kakaopulver lösen konnte.
Du warst das Bike,
auf dem ich im Sonnenuntergang
zur Freiheit fuhr.
Mein Herzblut
war der Sprit für den rasenden
Ritt auf dem Highway to Hell.
Inzwischen
gehe ich lieber zu Fuß,
wandern soll sehr gesund sein.


